Bluetooth-Lautsprecher scheinen sich auf dem Markt immer mehr durchzusetzen. Mit dem Liberate BT bietet House of Marley ein neues, ansprechendes Modell an.

Der Liberate BT ist ein kleiner Bluetooth-Lautsprecher, der die bisher klaffende Lücke zwischen kleinen Brüllboxen wie dem Chant BT (Amazon-Link) und größeren, stationären Soundanlagen für das Wohnzimmer wie dem Get Together (Amazon-Link) schließen will. Bei Amazon ist die dunklere, als „Midnight“ bezeichnete Variante (Amazon-Link) derzeit zum Preis von 142,69 Euro inklusive kostenlosem Versand und Prime-Option zu haben. Zudem ist der Liberate BT, wie eingangs schon erwähnt, ein Konkurrent für bestehende kleine Lautsprecher im mittleren Preissegment, wie etwa der Jawbone Mini Jambox (Amazon-Link) oder dem Jabra Solemate (Amazon-Link). Was der kleine Lautsprecher zu leisten vermag, und wie er sich im Vergleich zu anderen Speakern dieser Klasse schlägt, soll unser kleiner Test zeigen.
Hochwertige Verarbeitung lässt keine Wünsche offen
Wie man es von House of Marley gewohnt ist, kommt auch der Liberate BT in einer umweltfreundlichen Verpackung aus recyceltem, bedrucktem Karton daher. Ganz auf Plastik hat man aber trotzdem nicht verzichten können: Beim Auspacken des Lautsprechers fällt die leicht aufgeschäumte Kunststofffolie auf, mit der der Liberate BT eingeschlagen ist, auch die Bedienungsanleitung ist zusätzlich in einer kleinen Plastiktüte verpackt. Im Lieferumfang des Liberate BT befindet sich außer dem Speaker selbst und der eben schon erwähnten Anleitung nur noch ein kleines USB-auf-MicroUSB-Kabel, das zum Aufladen des kleinen Geräts dient. Eine Transporthülle oder ein Netzteil sucht man leider vergeblich.

Ansprechendes Industriedesign – aber dürftige Bedienungsanleitung
Im Großen und Ganzen lehnt sich die Gestaltung des Liberate BT an ein Industrial Design an, vor allem das grob gelöcherte Gitter aus matt schimmerndem, anthrazitfarbenen Metall lässt diesen Eindruck erwecken. Hinter dem Gitter finden sich insgesamt vier 1,5“-Breitband-Lautsprecher, die für eine 10W-Ausgangsleistung (2x 5W) sorgen. Die Steuerung eines per Bluetooth gekoppelten Endgerätes – es kann immer nur ein Device verbunden sein – erfolgt über insgesamt vier auf der Oberseite des Liberate BT platzierte Buttons zum Ein- und Ausschalten, zum Herstellen einer Bluetooth-Verbindung, sowie zum Erhöhen und Verringern der Lautstärke. Dank einer reliefartigen Struktur mit leichter Gummierung und einem guten Druckpunkt hat man keine Probleme, diese zu bedienen.

BT-Kopplung erfolgt einfach und schnell
Die Kopplung des Liberate BT mit einem Endgerät ist allerdings problemlos und binnen weniger Sekunden erledigt: Es genügt ein längeres Drücken des Bluetooth-Buttons, und der Speaker wird in den Bluetooth-Einstellungen des iPhones oder iPads als „Liberate BT“ gefunden, und kann direkt gekoppelt werden. Praktischerweise zeigt eine ansehnliche blaue LED im Marley-Logo-Format am Metallgitter des Lautsprechers eine bestehende Verbindung an – leuchtet diese rot, ist entweder kein Gerät gekoppelt, oder es liegt eine AUX-Verbindung vor.
Bei aktivierter Bluetooth-Verbindung übersteht der Liberate BT auch Entfernungen von etwa 10 Meter zwischen Speaker und Endgerät. In meiner Wohnung konnte ich auch zwei Räume weiter noch meine Musik über das iPhone am Liberate BT ohne Aussetzer steuern. Auf eine Akkustands-Anzeige in der Menüzeile des iPhones oder iPads haben die Designer von House of Marley aber leider verzichtet, so hat man bedauerlicherweise keinerlei Anhaltspunkte, wann der Speaker wieder dringend an die Steckdose muss.
Eher durchschnittlicher Sound trotz hoher Lautstärke
Auch hinsichtlich der abgelieferten Soundqualität gibt es kleinere Makel, die allerdings stark mit der abgespielten Musik zusammenhängen. Erstaunlicherweise wird House of Marley mit dem Liberate BT seinem ansonsten bevorzugten basslastigen Klangbild nicht gerecht. Generell ist der Sound kein schlechter, wirkt differenziert und kann auch einen normal großen Raum durchaus partytechnisch ohne Verzerrung bei hoher Lautstärke beschallen – allerdings scheinen die Sounddesigner hier vergessen zu haben, ein ausgeglichenes Verhältnis von Höhen und Tiefen zu entwickeln. Insbesondere bei Genres wie House oder elektronischer Musik im Allgemeinen wirkt der Bass einfach zu trocken und wenig kraftvoll.

Wie bei vielen anderen Lautsprechern auch gilt also auch weiterhin: Der eigene Eindruck ist immer subjektiv und sollte mit einem Testhören vor dem Kauf verbunden werden. Generell ist der Liberate BT aufgrund seiner hochwertigen Verarbeitung, dem außergewöhnlichen Design und einem eher ausgeglichenen, zurückhaltenden Sound sicher kein zu verurteilendes Gerät – meiner Ansicht nach hätte es ein Kaufpreis von etwa 100-120 Euro allerdings auch getan. Wahrscheinlich wird diese Spanne in den nächsten Wochen oder Monaten im Einzelhandel auch erreicht werden. Sollte der Liberate BT in Zukunft vergünstigt, beispielsweise als Amazon Blitzangebot, erhältlich sein, werden wir euch natürlich darüber informieren.
Angenehmer Bericht. Vielen Dank