SmartHalo 2: Fahrrad-Navi wird zu teurem Elektroschrott

Keine Entschädigung für Kickstarter-Unterstützer

Auch wenn Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo in vielen Fällen dazu genutzt werden, um neue Produkte regulär einem breiten Publikum vorzustellen und diese nach erfolgreicher Kampagne am Markt einzuführen, kann die Unterstützung durch die breite Masse auch komplett nach hinten losgehen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen Personen eine Kampagne finanziell unterstützt, aber am Ende weder ihr Geld zurück-, oder ein fertiges Produkt in den Händen gehalten haben.

Eine ähnliche Geschichte spielt sich nun auch beim Entwicklerteam des smarten Fahrrad-Navis SmartHalo ab. Die erste Fassung des Navigationsgeräts für den Fahrradlenker wurde vom Unternehmen bereits im Jahr 2015 ebenfalls nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne auf den Markt gebracht. Zwischen Mai und Juni 2019 sammelte man dann erneut für den SmartHalo 2 weitere finanzielle Mittel von rund 1,2 Millionen Euro auf der Plattform von mehr als 10.300 Supportern, die durchschnittlich 116 Euro investierten, ein. Man könnte meinen, eine risikofreie Investition, schließlich wurde der erste SmartHalo wie versprochen ausgeliefert.


Doch im geplanten Auslieferungszeitraum ab Dezember 2019 passierte, genau, nichts. Seitdem warten die Kickstarter-Supporter nun auf ihr smartes Fahrrad-Navi, und haben in der Zwischenzeit nichts von den SmartHalo 2-Machern erfahren, wie es weitergehen soll. Nachdem man lange den Mantel des Schweigens über die Angelegenheit ausgebreitet hat, gab es nun allerdings endlich ein Update vom kanadischen SmartHalo-Team, das die Befürchtungen der Kickstarter-Investoren und -Investorinnen wahr werden lässt: SmartHalo 2 wird es nicht geben.

Etwa 9.000 ausgelieferte Exemplare nicht mehr funktionstüchtig

Das Team hinter SmartHalo begründet dies mit der Coronavirus-Pandemie, Produktionsproblemen und aufgebrauchten finanziellen Mitteln. Entschädigungen für die Geldgeber wird es demnach auch nicht geben, auf weitere Nachfragen wird laut eigener Aussage nicht mehr reagiert werden. Auch die bereits ausgelieferten ca. 9.000 Smart Halo- und Smart Halo 2-Modelle werden nicht mehr funktionieren.

„Da wir nicht in der Lage sind, die Server- und Wartungskosten zu bezahlen, haben die SmartHalo 1 und 2 Geräte aufgehört, richtig zu funktionieren. Für diejenigen, die Geräte haben, sollten Sie wissen, dass Sie immer das Frontlicht und den Alarm im Offline-Modus, ohne die App, verwenden können.

Wir werden in Zukunft keine weiteren Nachrichten mehr beantworten. Wenn Sie Ihr Gerät nicht erhalten haben, können wir es nicht versenden, da wir nicht über die Mittel verfügen, um die Versandkosten zu tragen.“

Auch wir hatten die erste Version des Smart Halo vor einigen Jahren vom Hersteller für einen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Neben der komplizierten Installation des Geräts am Fahrrad konnten uns seinerzeit sowohl Funktionen und Zuverlässigkeit des Smart Halo nicht überzeugen, so dass wir uns schlussendlich gegen ein ausführliches Review entschlossen haben. Nun sind die Smart Halo-Gadgets endgültig Elektroschrott geworden.

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Kommentare 7 Antworten

  1. „…kann die Unterstützung durch die breite Masse auch komplett nach hinten losgehen…“

    Jeder der bei Kickstarter, Indiegogo & Co. mitmacht sollte sich der Risiken bewusst sein. Das sind keine Shops sonder Plattformen, wo man Ideen von anderen „finanziell“ unterstützen kann. Die Garantie auf ein fertiges und/oder funktionierendes Produkt gibt da keiner!

    Daher immer genau abwägen, ob es einem die 100/200,- wert sind, evtl. „verbrannt“ zu werden 😉

  2. Als Käufer sollte man eine Grundregel beachten, bevor man Geld für ein Produkt ausgibt. Man kauft kein Produkt, dessen Funktionalität an einer Hersteller Cloud hängt. Denn wenn der Hersteller seine Cloud abschaltet, ist das Gerät nutzlos.

    1. VORSICHT! Man kauft kein Produkt, sondern ist Risikokapitalgeber. Das steht schon bei Kickstarter überall! Man kauft dort auch nicht, sondern unterstützt.

  3. Leider wird dadurch, die an sich gute Idee des Projektes, in Verruf gebracht. Ich habe schon einige Kickstarter Projekte finanziert – das letzte ging aber auch „in die Hose“ und ich werde es mir in Zukunft wirklich gründlich überlegen, ob ich da noch mitmachen will.

  4. Man bestellt bei Kickstarter nichts vor… Man unterstützt Projekte die eben auch mal schief gehen können. Wer das nicht akzeptieren kann, darf eben erst investieren wenn das Produkt wirklich auf dem Markt ist…

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