Das WeTab ist erschienen. Der „iPad-Killer“ aus Deutschland. Aber hat das Gerät wirklich Potenzial?

Eigentlich sollte das WeTab ja noch vor dem Deutschland-Start des iPads in den Handel kommen. Die Macher von Neofonie und Co haben sich etwas übernommen, das wurde schnell klar. Seit dieser Woche gibt es das Gerät nun zu haben, doch bei vielen Usern war die Enttäuschung groß.
Nicht nur, dass das Gerät kurz vor der Einführung um 200 Gramm schwerer wurde, was bei einem Tablet-Rechner, der ständig in der Hand gehalten wird, schon als eklatant anzusehen ist. Nein, es fehlen auch Hardwarebeschleunigung bei Flash-Inhalten, Multitouch-Gesten und ein Großteil des eigenen App-Stores.
Flash und USB als große Vorteile
Klar, Flash soll eines der Hauptzugpferde des Gerätes sein. Für viele User mag das ja stimmen und auch mit meinem iPad surfe ich ab und an Seiten an, auf denen noch Flash-Inhalte eingebettet sind. Aber was bringt mir eine Unterstützung, wenn sie nicht vernünftig funktioniert? Und wie sieht es mit der Display-Qualität, der Akkulaufzeit und den digitalen Inhalten, Zeitschriften und Zeitungen aus?
Das große Plus des iPads sind ohne Frage die vielen Apps. Schon beim Marktstart gab es viele interessante Programme, mittlerweile ist fast alles zu haben. Zum Start des WeTab sieht es dagegen ganz anders aus: Abgesehen von Musik-Player, Adressbuch und einem nicht touch-optimierten Office scheint es kaum Apps zu geben, die nicht auf Webinhalten und sogenannten Widgets basieren. Wobei – das Tagesschau-Widget und die aktuellen Wetterdaten, ganz ohne öffnen einer App – das hat was.

An das WeTab lassen sich sogar USB-Sticks anschließen, etwa um Daten einfach zu übertragen. Klar, das wäre auf dem iPad auch eine feine Sache, gar keine Frage. Aber lieber verzichte ich darauf und habe ein fertiges und laufendes Gerät, als mich an Versprechungen zu klammern.
Denn das WeTab soll schon in Kürze mit den fehlenden Funktionen nachgerüstet werden, per Update (Warum hat man das eigentlich nicht in den letzten sechs Monaten geschafft?). Ein Bug, der ständig zur erneuten Eingabe des WLAN-Kennworts auffordert, ist dann hoffentlich auch verschwunden. Aber was passiert wenn die Firma, die sicher nicht über grandiose finanzielle Reserven verfügt, auf einmal vor einem Haufen nicht verkaufter oder zurück gegebener Geräte steht? Daran wollen wir gar nicht denken. Unsere Meinung ist klar: Zum derzeitigen Zeitpunkt ist das WeTab weder eine Alternative, noch ein iPad-Killer. Ob sich das in einigen Monaten ändern mag, bleibt abzuwarten.