Phil Schiller: Gedanken zu Upgrades im App Store, Swift, Google Home und Amazon Echo

Jüngst weilte Apples Marketing-Chef Phil Schiller in Indien, um sich dort mit App-Entwicklern zu unterhalten.

Phil Schiller

Während seiner Indien-Reise nach Bengaluru, wo er nicht nur ein weltweit neues App-Entwicklungs-Center eröffnete, sprach Apples Senior Vice President Worldwide Marketing auch mit einigen App-CEOs, darunter denen der in Indien sehr beliebten Anwendungen Zomato und Practo, sowie mit Indie-Entwicklern. Das sogenannte App Accelerator Zentrum ist das weltweit erste seiner Art und wurde von Apple eröffnet, um Entwicklern Hilfestellungen bei der Kreation ihrer Apps zu bieten. „Dies können Design-Fragen sein, bei denen Apple viel Wissen vermitteln kann, oder auch das Experimentieren mit Technologien, an denen wir gerade arbeiten“, so wird Phil Schiller auf der englischsprachigen Website von Gadgets360 zitiert, die die Chance hatten, den Marketing-Chef für ein kleines Interview zu befragen.

Im Zuge dieses Gespräches äußerte sich Schiller auch zu Themen wie Upgrades im App Store, teilte seine Meinung zu Geräten wie Google Home und Amazon Echo mit, und brachte seine Gesprächspartner hinsichtlich der eigenen Programmiersprache Swift auf den neuesten Stand.

Die Möglichkeit, bezahlte Upgrades im App Store anzubieten, ist schon länger ein Thema für Entwickler. Der Grund, warum Apple diese Möglichkeit nicht anbieten möchte, ist laut Phil Schiller ein ganz simpler: Das bisherige Geschäftsmodell hat sich bei den Nutzern etabliert. „Für viele Entwickler ist eine Abonnement-Lösung die bessere Wahl“, so Schiller. „Schaut man sich den App Store an, müssten einige tiefgreifende Änderungen vorgenommen werden, die dann zu Lasten von anderen möglichen Features gehen würden. Der App Store bietet einen einzigen Preis für eine App und erlaubt keine weiteren Abstufungen für Kunden. Es ist nicht unmöglich, aber wir halten Abonnements für den größten Teil der angebotenen Software für die bessere, da für den Kunden angenehmere Lösung.“

Auch zu den neuesten Errungenschaften der Tech-Konkurrenten, Google Home und Amazon Echo, äußerte sich Phil Schiller im Interview mit Gadgets360. „Meine Mutter sagte immer, wenn du nichts Nettes zu sagen hast, sag besser gar nichts“, so Schiller auf die Frage, wie er zu Googles und Amazons Produkten stehe. Stattdessen abstrahierte Apples Marketing-Chef die Unterhaltung auf sprachgesteuerte Funktionen im allgemeinen.

„Sprachassistenten sind unglaublich leistungsfähig“

„Es gibt viele Momente, in denen ein Sprachassistent hilfreich sein kann, aber das heißt nicht, dass komplett auf einen Bildschirm verzichtet werden muss“, sagt Phil Schiller. „Wenn ich beispielsweise die Karten-App nutze, kann Siri mir Anweisungen geben, aber es ist zusätzlich von Vorteil, wenn ich auch die Karte selbst vor Augen habe und sehen kann, wann ich abbiegen muss oder wo gerade Staus sind. […] Sprachassistenten sind unglaublich leistungsfähig, ihre Intelligenz wird weiter wachsen, sie werden weitere Aufgaben für uns erledigen, aber die Rolle des Bildschirms wird für all das sehr wichtig bleiben.“

Einen weiteren Teil des Interviews machte das Thema Swift, die Apple-eigene Programmiersprache, aus. Neben der hohen Akzeptanz unter Entwicklern lobte Phil Schiller auch das schnelle Wachstum von Swift – aktuell ist es die am schnellsten wachsende Programmiersprache der Welt. Auf der kommenden Developer Conference sollen daher auch weitere Neuigkeiten zu Swift präsentiert werden.

Ebenfalls von großer Bedeutung für Phil Schiller ist die neue iPad-Anwendung Swift Playgrounds, die es Kindern im Schulalter erlaubt, spielerisch erste Programmierkenntnisse zu erwerben. „Heute ist es noch wichtiger, dass Schulkinder eine Programmiersprache lernen – genauso wie wir eine Fremdsprache erlernen mussten“, so Schiller gegenüber Gadgets360. „Software wird Bestandteil jedes Alltags werden, egal, welchen Job man ausübt. Und wenn man Kinder bereits im frühen Alter ohne gesellschaftlichen Druck an die Programmierung heranführt, können wir es schaffen, eine größere Vielfalt von Menschen, seien sie männlich oder weiblich, unabhängig von ethnischen oder wirtschaftlichen Hintergründen, zu dieser Leidenschaft führen.“

Kommentare 7 Antworten

  1. Für bezahlte Updates sind „tiefgreifende Änderungen“ notwendig? So ein Unsinn! Dafür müsste man einzig und alleine die Richtlinien ändern und müsste nicht eine Zeile Code des Stores ändern. Beispiel Freemium Modell:

    – Man lädt App A kostenlos und nutzt diese mit ein paar Einschränkungen
    – Über einen In-App Kauf X schaltet man die Premium Funktion frei
    – Bei einem kleinen Update bleibt alles wie es ist und die Premium Funktionen arbeiten weiter
    – Bei einem großen Update deaktiviert der Entwickler InApp Kauf X einfach und erstellt In App Kauf Y. Jetzt funktionieren die Premium Funktionen nur noch nach Kauf von Y.

    Aktuell scheitert das einzig und alleine an den Richtlinien, denn einmal bezahlte Funktionen dürfen nicht deaktiviert werden, um diese dann gegen Bezahlung neu freizuschalten („Verbrauchsartikel“ wie „Ein Sack Gold“ natürlich ausgenommen“).

    Das Abos die bessere Wahl sind möchte ich mal stark bezweifeln. Für Apple vielleicht, aber doch wohl kaum für die Nutzer und für die Entwickler. Apps die Abos einführen werden von den Nutzern mit Schimpf und Schande überzogen. Als Nutzer bin ich zwar bereit für Updates zu bezahlen, aber ich habe wenig Lust mich aktiv um Abos und deren Kündigung zu kümmern. Verwende ich eine App nicht mehr, dann soll auch kein automatisches Abo für deren Updates bezahlen…

    1. Diese Lösung finde ich nicht gut. Man ist nicht mehr in der Lage die alte (Voll-)Version zu nutzen. Ich finde man kann bereits mit heutigen Möglichkeiten ein Upgrade anbieten: Mit App-Bundles. Wenn ich mich nicht täusche konnte man z.B. Tweetbot auf diese Weise updaten.

      1. Natürlich kann man die alte Vollversion weiter nutzen, man muss das Update auf Version 2.0 ja nicht ausführen. Wer bei Version 1 bleibt, kann diese mit dem Modell beliebig lange weiter nutzen. Nur weil der IAP A in Version 2.0 nicht mehr sichtbar ist, heißt es ja nicht, dass dieser nicht mehr vorhanden ist, und in Version 1.0 weiter genutzt oder sogar reaktiviert werden kann.

        Die Update Bundles sind natürlich auch eine Möglichkeit. Diese haben nur den Nachteil, dass das nur bei Kauf-Apps funktioniert. Auch wenn IAPs allgemein keinen guten Ruf haben, finde ich diese sehr sinnvoll, weil man eine App damit vor dem Kauf testen kann.

        Ich will auch gar nicht sagen, dass die Lösungen perfekt sind. Sie sind aber auch weit davon entfernt schlecht zu sein. Ein komplizierter Umbau des App Stores wäre in jedem Fall nicht notwendig um eine Update Funktion zu schaffen. Apple will es einfach nur nicht.

    2. Ich zweifle auch daran, dass es einen großen Umbau für bezahlte Updates geben müsste. Abos sind, soweit ich weiß, bei den Nutzern sehr unbeliebt. Daraus folgt für mich, dass Abos auch nicht im Sinne der Entwickler sein können, denn sie wollen ihre Programme ja schließlich loswerden.

      Was bezweckt Apple damit, sich nicht auf die Wünsche der Konsumenten und Entwickler einzulassen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2019 appgefahren.de