WhatsApp: Neueste Betaversion enthält KI-basiertes Schreibwerkzeug

Schreibhilfe ist schon in Betaversion für Android-Geräte verfügbar

Erst vor kurzem haben wir über aktuelle Entwicklungarbeiten im Meta-Messenger WhatsApp (App Store-Link) berichtet. Nun gibt es erneut Neuigkeiten zu vermelden, die der immer gut informierte WhatsApp-Blog WABetaInfo aufgetan hat.

Wie WABetaInfo in einem neuen Blogbeitrag berichtet, hat das WhatsApp-Entwicklerteam über Apples TestFlight-Programm ein neues iOS-Update bereitgestellt, das die Anwendung auf Version 25.22.10.74 anhebt. Die Besonderheit dieser Betaversion ist laut WABetaInfo „eine Schreibhilfe-Funktion […], die auf KI-basiertem Private Processing basiert und für eine begrenzte Anzahl von Nutzern verfügbar ist“.


In der Betaversion für Android-Geräte in v2.25.23.7 wurde eine Funktion zur Abfrage von Vorschlägen für Nachrichtenverfassungen per Meta AI bereits gefunden. Diese Funktion basiere laut WABetaInfo auf Private Processing: Diese Architektur sei entwickelt worden, um Benutzeranfragen sicher und anonym zu bearbeiten, ohne Nachrichtendaten zu speichern. Das System stelle sicher, dass alle Vorschläge in Echtzeit generiert werden und nach der Zustellung spurlos verschwinden.

Es scheint, dass WhatsApp nun beabsichtigt, auch iOS-Usern die Möglichkeit zu bieten, Vorschläge zum Verfassen von Nachrichten zu generieren, wie es bereits in der Android-Version der Fall ist. Bezeichnet als „Writing Help“, also Schreibhilfe, taucht das Feature auf, sobald man einen Ausdruck oder Satz in das Text-Eingabefeld im Chat eingibt. Ein Stiftsymbol ersetzt das Sticker-Symbol in der Chatleiste, um anzuzeigen, dass der KI-Schreibassistent für Schreibvorschläge zur Verfügung steht.

Fünf Optionen für stilistische Umgestaltung des Textes

Beim Antippen des Stiftsymbols stellt die Schreibhilfe Verbesserungsvorschläge für Struktur, Klarheit oder Tonfall der Nachricht zur Verfügung. Laut WABetaInfo hält das KI-Schreibwerkzeug mindestens drei alternative Formulierungen für den Nachrichtentext bereit, die jeweils auf fünf vom User wählbaren Optionen basieren: „Umformulieren“, „Professionell“, „Witzig“, „Unterstützend“ oder „Korrekturlesen“.

Es lässt sich dann einer der Vorschläge nutzen, oder auch die ursprünglich geschriebene Nachricht beibehalten – die Person, an die die Nachricht versendet wird, wird nicht darüber informiert, dass bei der Erstellung ein KI-Tool zum Einsatz kam. Auch eine Feedback-Option ist laut WABetaInfo verfügbar, um angeben zu können, ob der Vorschlag hilfreich war oder nicht. Das Feedback enthält jedoch keinen Nachrichteninhalt, sondern nur eine Zufriedenheitsbewertung.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Alle Funktionen, die auf Private Processing basieren, sind in der Messenger-App standardmäßig deaktiviert. Wer den KI-Assistenten nutzen möchte, müsse ihn manuell im Einstellungsmenü aktivieren, so WABetaInfo. Durch das Deaktivieren wird verhindert, dass die Funktion angezeigt wird, und es wird sichergestellt, dass sie beim Tippen nicht versehentlich ausgelöst wird.

Da das neue Schreibtool für WhatsApp bislang nur in der TestFlight-Version für ausgewählte Nutzer und Nutzerinnen verfügbar ist, lässt sich kein Zeitfenster nennen, wann das Feature auch offiziell den Weg auf iOS-Geräte finden wird. Da Meta aktuell jedoch die Veröffentlichung von KI-Tools drastisch beschleunigt, dürfte die KI-Schreibhilfe in WhatsApp auch bald ein größeres Publikum erreichen.

‎WhatsApp Messenger
‎WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos

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Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

Kommentare 6 Antworten

  1. Ein weiterer Schritt in die Richtung, den eigentlichen Nutzer zu eliminieren. Bald schreibt die KI des Senders einer Nachricht den Text komplett und die KI des Empfängers antwortet autonom darauf. Keine menschliche Interaktion mehr erforderlich.

    1. Wird die Scheidungsquote um paar Prozent senken, wenn der feiernde Ehemann der hysterischen Ehefrau eine psychologisch-sensible Nachricht mit 2 Promille im Blut hinterlassen kann 😉

  2. Auch wenn „die Person, an die die Nachricht versendet wird, nicht darüber informiert wird, dass bei der Erstellung ein KI-Tool zum Einsatz kam“, wird man wohl meist merken, das dem so war, wenn der Stil plötzlich professionell erscheint und keine Rechtschreibfehler vorkommen, wobei Letzteres oft sehr helfen wird zu verstehen, was der Schreiber überhaupt meinte.

    1. Das wäre enorm leicht zu beheben. Aktuelle Modelle arbeiten bereits ausgiebig mit Quellen und Datenbanken. Und Meta würde nur allzu gerne deine gesamte Chathistorie verarbeiten dürfen.
      Deswegen wird dann eine „Stilanpassung“ in den Einstellungen kommen, die authentisch deinen Schreibstil imitieren kann. Samt Wortschatz, Fehlerquote, Länge und Sensibilität.

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