informed: Neue News-Plattform vereint zahlreiche Publikationen unter einem Dach

Kuratierter Journalismus in einer App

Immer mehr Menschen fühlen sich von der digitalen Informationsflut und der Zunahme an Fehlinformationen überfordert. Sie haben zwar grundsätzlich großes Interesse daran, regelmäßig Nachrichten aus verschiedenen Quellen mit unterschiedlichen Perspektiven zu lesen. Den meisten fehlt jedoch die Zeit, täglich eine Vielzahl von Nachrichtenquellen zu durchforsten.

Ein weiteres Problem stellen die aktuell wenig flexiblen Abonnements großer Medienoutlets dar. Wer sich auf mehreren Nachrichten-Websites tummelt und einen Premium-Artikel der ZEIT, eine gute Recherche der Süddeutschen oder einen spannenden Plus-Beitrag der FAZ lesen möchte, muss für jedes Medium gleich ein teures Abo abschließen, das oft für ein Jahr im Voraus abgebucht wird, mit Mindestlaufzeiten versehen ist und es nicht ermöglicht, lediglich einen einzelnen Artikel gegen einen kleinen Obolus freizuschalten.


Als direkte Antwort auf die tägliche Nachrichtenflut und nur kompliziert zugängliche Artikel ist die digitale News-Plattform informed entstanden. Das Unternehmen will es Menschen ermöglichen, über die wichtigsten Nachrichten und Themen auf dem Laufenden zu bleiben, und bietet einen einfachen und übersichtlich kuratierten Zugang zu Qualitätsjournalismus und faktenbasierten Informationen in einer App. Vor dem offiziellen Start hat informed in einer Beta-Phase verschiedene und neue Arten des Nachrichtenkonsums getestet, daraufhin wurde die App wurde auf Basis umfangreicher Nutzerstudien mit dem Feedback tausender Testpersonen weiterentwickelt.

Ab heute ist informed als kostenlose iPhone-App (App Store-Link) im App Store verfügbar. Der Download der Anwendung ist etwa 65 MB groß und benötigt zudem mindestens iOS 13.0 oder neuer auf dem Gerät. Eine deutsche Lokalisierung besteht für informed bisher noch nicht, alle Inhalte stehen in englischer Sprache bereit.

Die informed-App bietet einen Zugang zu einer stetig wachsenden Auswahl der weltweit führenden und vertrauenswürdigsten englischsprachigen Publikationen – darunter die New York Times, The Economist, The Guardian, BBC, Bloomberg, The Telegraph und mehr. Als einziges deutsches Medium steht Der Spiegel zur Verfügung, allerdings liefert das Outlet in informed nur englischsprachige Artikel.

Die Inhalte werden durch ein eigenes Redaktionsteam von informed kuratiert, zudem lassen sich nach der erstmaligen Anmeldung per E-Mail-Adresse oder Apple-Login auch eigene thematische Interessen wie Politik, Wirtschaft, Tech, Sport, Lifestyle und weiteres angeben, um entsprechende Artikel angezeigt zu bekommen. In der App selbst gibt es einen „Today“-Tab mit tagesaktuell wichtigen Inhalten, einen Such- und „Explore“-Tab, in dem man thematisch stöbern kann, sowie einen Profil-Tab, wo sich gespeicherte Artikel finden lassen.

Launch-Angebot mit verlängerter Testphase

Informed-User haben die Wahl zwischen zwei Mitgliedschaften: Die kostenlose Version bietet Zugriff auf eine begrenzte Anzahl von Premium-Artikeln, während Nutzer des Premium-Abonnements Zugang zu allen von informed kuratierten Artikeln erhalten. Die Premium-Mitgliedschaft kostet 59,99 Euro im Jahres-Abonnement oder 7,99 Euro pro Monat.

Informed startet zudem mit einem zeitlich limitierten Launch-Angebot: Man erhält einen Monat kostenlosen Zugang, wenn man sich für das Jahres-Abonnement entscheidet. Während dieser einmonatigen Testphase hat man jederzeit die Möglichkeit, die Mitgliedschaft zu kündigen. Nach Ablauf dieses Einführungsangebotes wird es für das Monats-Abo grundsätzlich eine 7-tägige, und für das Jahres-Abo eine 14-tägige Testphase geben. Während dieser Zeit lässt es sich jederzeit bei Nichtgefallen kündigen.

Ich persönlich kann dem Konzept von informed durchaus etwas abgewinnen. Die App bietet zahlreiche hochwertige Artikel aus verschiedenen Medien-Outlets, und das zu einem jährlichen Abopreis, der die Beträge für ein Premium-Abo von ZEIT, FAZ, Spiegel, SZ und weiteren deutlich unterschreitet. Das große Manko von informed ist aktuell das Fehlen deutschsprachiger Inhalte und beteiligter Medien, die gerade für deutsche User von Bedeutung wären. Sollten sich die oben genannten Publikationen dazu entscheiden, bei informed einzusteigen, ließe sich definitiv über ein Jahresabonnement nachdenken. Dazu braucht es aber auch noch eine iPad-Version der App, um Inhalte und Artikel angenehm auf einem größeren Screen lesen zu können. Ich hoffe, dass sich der aktuell sehr unübersichtliche und nur wenig flexible deutsche Medienmarkt in Zukunft durch solche oder ähnliche Angebote entzerren wird.

‎informed News
‎informed News
Entwickler: mim technologies GmbH
Preis: Kostenlos+

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Kommentare 5 Antworten

  1. Danke, das ist ein wertvoller Tip. Genau diese Gedanken habe ich schon lange. Ich will mir kaum mehr als 1 Qualitätszeitung im Abo leisten, und weil es unter den Medien keine Kooperation gibt und nicht einzelne Artikel gekauft werden können, bin ich auf eine begrenzte Auswahl etwa in MSN oder Apple-News angewiesen. Warum ringt sich die Politik nicht zu einer Haushaltsabgabe durch, die zum Zugriff auf mehrere Qualitätszeitungen berechtigt?

    1. Bin zu 110% deiner Meinung. Das zu lösen, wäre ein deutlicher Beitrag zu dieser Gesellschaft.

      Ich kann jeden Jornalisten verstehen, der sagt, dass er seine Inhalte (seine Arbeit) nicht verschenken möchte. Möchte ich ja auch nicht. Gehälter (auch gute) müssen gezahlt werden können.

      Gleichzeitig zeigt die von so vielen genutzte, „kostenlose“ Newsvariante aus Social Media eklatante Schwächen mit enormen sozialen „Kosten“.

      Darüber hinaus stehen sich die Zeitungen m. E. selbst im Weg und könnten einen „Schubser“ gebrauchen. Denn das aktuelle Verhalten hat IMHO ein absehbares Ende – nämlich erst die geistige, inhaltliche und danach dann die finanzielle Pleite dieser Unternehmen. Im Ruhrgebiet kann man das schon sehr gut an den Funke-Medien sehen (Phase der geistigen Pleite).

    2. Stimme Dir zu 0,00 % zu!

      Warum ringt sich die Politik nicht zu einer Haushaltsabgabe durch, die zum Zugriff auf mehrere Qualitätszeitungen berechtigt? Ich hoffe du hast die Kennzeichnung „Humor“ nur vergessen.

      Weitere Zwangsabgaben neben der Rundfunkabgabe zu fordern, für sein persönliches Wohlempfinden, ist schon sehr dreist. Wenn du Zeitungen lesen willst, dann musst du auch deren Geschäftsmodell akzeptieren oder es lassen. Schon alleine das Wort Qualitätszeitung, wer beurteilt die Qualität bzw. ist das überhaupt möglich? Es reicht doch schon wenn man das
      „Qualitätsfernsehen“ mit seinen unzähligen Tatorten und vergrauten „Promis“ vorgesetzt bekommt bzw. finanzieren darf. Vielleicht solltest du dich einmal fernab deiner Qualitätszeitung schlau machen, gerade zu dem durch die Bürger finanzierten Rundfunkbeitrag gab es genug Schlagzeilen. Diese wirst du aber bei ARD und Co nicht finden.

      Wenn man sich nicht zu ungeschickt anstellt, kann man gerade im Bereich örtlicher Tageszeitungen diese relativ günstig bis kostenlos (nicht in Papierform) abrufen. Das Model Zeitung (Papierform) ist schon ausgestorben und braucht keiner mehr, habe nie verstanden, wie man z.B. die WELT am Sonntag (Jahresvorrat an Fliegenklatsche) sich einverleiben kann.

      Zum Thema einzelnen Artikel kaufen, ich glaube kaum, das du und die anderen bereit wären, für einzelne Artikel „gerecht“ zu entlohnen. Der Preis wäre auf Grund geringer Nachfrage u.U. höher als der monatliche Abopreis. Wenn dich ein Artikel interessiert abonniere die Zeitung einen Monat und nächsten Monat kannst ja eine andere nehmen.

      Ich finde auch eine Haushaltsabgabe für Spotify, Apple Musik und Co gut, so dass jeder auf jeden Dienst zugreifen kann und somit ein Gesamtpaket hat, da diese Dienste sich nur gegenseitig im Weg stehen und ich als Nutzer nicht zu 100 % mein Bedarf bei einem Anbieter abdecken kann. Und wenn wir schon dabei sind, im Handybereich gehört dies auch schon lange so vorgenommen, Telekom, Vodafon und Co sollten für jeden und überall verfügbar sein, dann hätten wir endlich keine Funklöcher mehr in Deutschland und jeder hätte zu jeder Zeit das beste Netz. Wenn ich so überlege gibt es da noch viel mehr, also mein Vorschlag keiner bekommt mehr sein Gehalt ausbezahlt, sondern der Gesetzgeber zieht dies ein und regelt unser Leben … willkommen in der stattlichen Sekte!

      Ich akzeptiere jede Meinung und lasse mich auch mal umstimmen, aber bei Deiner Forderung ist mir das unmöglich.

  2. Und wer bestimmt, was Qualitätsjournalismus ist ❓
    Ich denke, das sieht jeder anders.
    Ich glaube aber auch, wenn man die tägliche Zeitung im Ort (Stadt Anzeiger, Tageszeitung und wie sie alle heißen) aboniert und dazu ein wenig die Informationen der TV-Sender (Heute, Tagesschau, RTL Journal etc) ansieht, ist bestens informiert und kann sich zu den wichtigen Themen eine solide Meinung bilden.
    Einzelne Themen, die einem wirklich extrem wichtig erscheinen, kann man dann im Netz (nicht in den sozialen Medien) quer lesen und vertiefen.

    Und wenn dann noch Zeit bleibt, geht man ein wenig arbeiten und amüsiert sich mit den Freunden life. 😬

    1. Es geht ja nicht darum, nur über das aktuelle Tagesgeschehen oder wichtige Ereignisse auf der Welt informiert zu sein. Das kann eine Plattform wie Tagesschau oder ähnliches auch leisten. Vornehmlich geht es hier auch um Journalismus in Form von investigativen Recherchen, längere Artikel mit viel Aufwand, hochwertige Interviews, Langzeittests und mehr. Das können Standard-News-Portale nicht leisten.

      Abgesehen davon fordern selbst die kleinsten Käseblättchen vor Ort mittlerweile teure Abos, um überhaupt Zugang zu den lokalen Nachrichten zu bekommen. Für das gleiche Geld würde ich stattdessen lieber hochwertigere Inhalte in einem Format wie informed präsentiert bekommen.

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