Wakie: Soziale App für Weckanrufe mit einigen Kritikpunkten

Ihr sehnt euch jeden Morgen nach einem persönlichen Weckdienst per Anruf, schlaft aber nicht jede Nacht in einem Hotel? Dann wäre die App Wakie vielleicht etwas für euch.

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Wakie (App Store-Link), von den Entwicklern als „Social Alarm Clock“ bezeichnet, kann seit dem 10. Dezember dieses Jahres aus dem deutschen App Store geladen werden – und das kostenlos. Die bisher nur in englischer Sprache bereitstehende Anwendung erfordert zur Nutzung ebenfalls Englischkenntnisse, vor allem zum Tätigen der Weckanrufe. Die Developer betonen, dass Englisch momentan die Standardsprache von Wakie sein sollte – einen Otto-Normal-Satz wie „Hello, how are you? This is your wake-up call.“ sollte man daher schon einigermaßen über die Leitung bringen können.

Die knapp 33 MB große und mindestens iOS 6.0 oder neuer auf dem iPhone einfordernde App benötigt zur Nutzung zudem einen eigenen Account, der entweder mit der eigenen Telefonnummer oder über ein Facebook-Konto erstellt werden kann. Um sich allerdings von Nutzern der Community wecken zu lassen, ist zwangsläufig die Telefonnummer erforderlich, denn wie sonst sollen diese sonst angerufen werden können? Die Entwickler von Wakie betonen, dass die verwendete Handynummer nicht für andere User der Community sichtbar ist – aber auf den Servern der Developer gespeichert wird.

Ungeklärte Frage nach den Kosten des Weckanrufs

Hat man sich angemeldet, kann in einem Menü entweder selbst eine Weckzeit eingerichtet werden – nachdem man sein Geburtsdatum, seinen Namen und sein Geschlecht angegeben hat. Auf diese Weise wollen die Macher dem zu Weckenden einen möglichst passenden Partner zuweisen, der dann den Weckruf tätigt. Auch selbst kann man aktiv werden und einen Weckanruf starten. In meinem Fall allerdings gab es beim ersten Versuch keine User, die geweckt werden wollten, beim zweiten Anlauf immerhin zwei.

Hier entsteht allerdings das nächste Problem von Wakie: Aufgrund der Tatsache, dass die App international agiert und laut eigenen Aussagen über mehr als 1,5 Millionen Nutzer auf der ganzen Welt verfügt, die schon über 30 Millionen Weckrufe getätigt haben, stellt sich die Frage nach den eigenen Kosten für die ausgehenden Anrufe. Zwar werden die Gespräche nach 60 Sekunden automatisch getrennt, allerdings bin ich skeptisch, eine wildfremde zu weckende Person, vielleicht aus den USA oder Australien, anzurufen. Selbst mit einer deutschen AllNet-Flat werden wohl so einige Euros durch die Leitung entschwinden.

Leider nur durchwachsenes Fazit für Wakie

Zu allem Überfluss war es mir nicht möglich, einen eigenen Alarm in Wakie einzustellen, um den Service und die Zuverlässigkeit der App einmal selbst auszuprobieren – nach Angabe meines Namens wurde ich immer wieder in den Social Feed der Anwendung zurückgeworfen. Im Normalfall soll der entsprechende Weckanruf +/- 5 Minuten zum angegebenen Termin erfolgen. Stehen dann gerade keine Nutzer bereit, erledigt eine Bandansage von Wakie diese Aufgabe. Aber wie gesagt: Ich war nicht einmal in der Lage, einen Alarm einzustellen.

Insgesamt fällt das Fazit für Wakie leider durchwachsen aus. Obwohl ich die Idee einer Community, die sich mit persönlichen Anrufen gegenseitig weckt, durchaus ansprechend finde, gibt es einige Kritikpunkte, die mich davon abhalten, die App weiter zu nutzen. Neben der ungeklärten Kostenfrage der eigenen Anrufe sind dies vor allem die persönlichen Informationen, zu deren Verwendung sich die Wakie-Entwickler nicht im Detail äußern, sowie die Beschränkung auf die englische Sprache. Letzterer Punkt dürfte in der heutigen Zeit für viele Nutzer kein Problem darstellen, allerdings liegt es auch nicht in der Natur eines jeden Users, wildfremde Menschen, die zudem gerade am Aufwachen sind, persönlich anzurufen und zu wecken.

Kommentare 6 Antworten

  1. Fand die Idee super, vor paar Tagen bereits geladen. Leider auch noch nie geweckt worden, geschweige denn jemanden geweckt, wegen technischen Schwierigkeiten. App ist halt noch sehr buggy. Entwickler sprach nur gebrochen Englisch, aber natürlich arbeiten sie an einem Update.

    Das mit den Kosten hab ich mir in meiner Naivität einfach mit einer Sprachverbindung via Internet erklärt. Falls eine Benutzerfindung durch Rufnummer möglich ist. Vielleicht ist ja jede Rufnummer nur eine Art Nutzername. Ich kenn mich aber nicht aus, was alles möglich ist.

  2. Der Anruf wird doch über das Internet laufen!

    1. Die Nummer ist nie sichtbar!
    2. Die Internetverbindung muss sehr stabil sein.

    Beides spricht für Internettelefonie…

  3. Also es scheint so zu Laufen:

    1. Deutschland wird nicht unterstützt, sondern nur USA, Kanada, UK, Irland, Hongkong und Singapur. Weitere englischsprachige Länder sollen folgen, dann international…

    2. Wenn es mal läuft kann man 2 Positionen einnehmen:

    a) Zu Weckender
    b) Weckender

    Die Person A startet einen Anruf an B, dieser Anruf wird so aufgebaut :

    A —- Internet — Wakie —– Telefon —- B

    Damit ist der Dienst kostenlos (Premium wird aktuell entwickelt). A soll dann kreativ werden um B zu wecken. Singen, Gedicht aufsagen oder einfach etwas nettes sagen. Alles ist erlaubt, aber es sollte immer freundlich sein…

    B kann den Wecker stellen und sagen, wann (5-60 Minuten nach dem eingestellten Alarm) ein Roboter eingreifen soll, wenn sich kein Nutzer gefunden hat.

    3. Das war es an sich… Die Idee ist sehr gut, aber eben leider noch nicht für Deutschland verfügbar!

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