Companions: Aufwändiges Rollenspiel im Test

13 Kommentare zu Companions: Aufwändiges Rollenspiel im Test

Auch wenn man sich bei diesem derzeit göttlichen Wetter etwas Besseres vorstellen kann, als stundenlang vor dem iPad zu hocken und sich in ein düsteres Rollenspiel zu vertiefen, sollte das momentan reduzierte Companions nicht unerwähnt bleiben.

Wer schon für die langen, dunklen Herbst- und Winterabende vorsorgen möchte, sollte aktuell einen Blick auf das umfangreiche iPad-Rollenspiel Companions (App Store-Link) werfen. Das komplett in deutscher Sprache spielbare Epos ist 59,7 MB groß und erst vor wenigen Monaten, genauer gesagt am 26. Mai, im App Store erschienen. Zur Zeit bieten die Entwickler von smuttlewerk interactive ihren Titel zum Preis von 2,99 Euro an, sonst werden dafür 5,49 Euro fällig. Wir haben uns Companions deswegen einmal näher angesehen.

Wie einige von euch vielleicht durch andere Spiele-Tests schon mitbekommen haben, zähle ich mich nicht zu den großen Fantasy-, Strategie- und Rollenspiel-Süchtigen – gerade deswegen ist es vielleicht interessant zu erfahren, ob auch Noobs wie ich mit derartigen Titeln zurechtkommen und sich begeistern lassen können.

Zu meinem großen Glück stelle ich gleich beim ersten Start von Companions fest, dass es direkt im Hauptmenü eine Kategorie namens „Tutorium“ gibt, und atme erleichtert auf. Dieses Tutorium wird von einem kauzigen und zuweilen unfreundlichen Alten mit Rauschebart geleitet und bietet Hilfestellungen zu den Anzeigen und Symbolen auf dem Bildschirm – und das sind beileibe nicht wenige! – an, aber auch zum eigentlichen Gameplay, wie etwa der Steuerung des Charakters.

Damit wären wir schon bei der Companions-Hintergrundgeschichte, die zugegebenermaßen nicht ganz einfach zu erklären ist. Mit bis zu vier verschiedenen Figuren, einem Minotaur, einer Elfe, einem Menschen und einem Zwerg, versucht man in den Katakomben von Mentzel und den Lavakammern des Vulkans Eaneum taktisch kluge Kämpfe gegen Horden von Untoten und fiesen Kreaturen zu führen, die über das Schicksal eines ganzen Landes, Altland, entscheiden. Der Stammeshäuptling Ontos und sein Gefolge sind beim Aufbruch in die oben erwähnten Katakomben verschwunden, und es liegt an seinem Sohn und dessen Gefährten, sie zu finden und den dunklen Gott Detexx und seine Horden zu besiegen. Ähnlichkeiten mit einem bekannten 3-teiligen Epos in Mittelerde sind rein zufällig.

Grafisch ist Companions eher einfach gehalten: Aus einer Vogelperspektive schaut man auf das Spielgeschehen herab und kann in einer Kampagne sein Kämpferherz unter Beweis stellen – diese soll laut Entwicklerangaben für mindestens 10 Stunden Spielzeit sorgen. Jede Spielfigur verfügt dabei über mehrere besondere Eigenschaften, die man sich zunutze machen kann, leider auch über Schwächen, die man berücksichtigen muss. Die Elfe beispielsweise ist schnell, aber in Kämpfen nicht annähernd so widerstandsfähig wie ihre Gefährten. Während des Spiels nimmt man durch das Besiegen von Gegnern immer wieder Gegenstände auf, die dem jeweiligen Krieger helfen, am Leben zu bleiben. Dies können Zaubertränke sein, oder auch Waffenerweiterungen.

Ich muss gestehen, dass ich nach den ersten Tests sehr enttäuscht vom Spiel war. Zwar bin ich wirklich kein Rollenspiel-Fan, aber die Möglichkeiten von Companions haben mich trotz des Tutorials schlicht und einfach erschlagen. So ging ich selbst in den ersten anspruchslosen Kämpfen hoffnungslos unter. Beim zweiten Versuch und einer neuen Chance jedoch fand ich dann besser ins Spiel hinein, auch dank der stimmungsvollen Musik, die akustisch auf bevorstehende Gefahren hinweist, sowie ein langsames Erkunden der mysteriösen Katakomben, deren Gänge sich erst nach und nach erleuchten und so die Spannung aufrecht erhalten.

Im späteren Spielgeschehen kommen dann sogar richtig aufwändige Formationskämpfe auf die Gefährten zu. Neben dem Kampagnenmodus können auch noch Einzelkarten bespielt werden, die zeitlich nicht so aufwändig sind. Auch können Bestenlisten und Erfolge sowohl im Game Center als auch bei OpenFeint geteilt werden. Sicher ist Companions zu umfangreich, um alle Eigenschaften im Detail zu erläutern, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass Spieler, die mit Titeln wie Baldur’s Gate etwas anfangen können, auch an Companions ihre Freude haben werden. Aber auch für Freunde von Strategie- oder Tower Defense-Games könnte die hier beschriebene App interessant sein – gerade zum momentan vergünstigten Preis.

Kommentare 13 Antworten

  1. Es geht’s jetzt nicht um die app. Ich bin immer wieder begeistert von den Mühen die ihr in die Beschreibungen steckt.
    Das musste jetzt einfach mal kommuniziert werden.
    Danke!

  2. hier ist martin, einer der zwei entwickler von Companions. 🙂
    danke für das nette review.

    bei fragen zum spiel wendet euch an uns. wir beantworten alle mails so schnell wie möglich.

    ca. ende oktober erweitern wir das spiel um einen „endlosen zufallsdungeon-crawler“, das wird quasi nochmal ein spiel im spiel.:)

    wir sehen uns in Altland!

    1. ah, ein Entwickler… feine App. Nur die Steuerung ist etwas blöd, zu häufig bewege ich die Figuren, obwohl ich den Screen nur verstellen will. Ansonsten wie gesagt, ein tolles Spiel. Es lässt sich abwechslungsreich spielen und ich freu mich jetzt schon darauf, es noch einmal mit anderen Heldenklassen anzufangen. Dumm ist nur, aber natürlich auch interessant, dass so wenig slots für Gegenstände vorhanden sind. Wieso kann ich nur zwei Ringe, oder eine Rüstung und einen Ring tragen. Menno, kann mich nicht entscheiden…

        1. hi sebi!
          unser spiel ist kein casual game. es stimmt schon, ein bisschen muss man sich an die steuerung gewöhnen, aber dann gehts wie von selbst. wenn du auf der karte scrollen willst, nimm 2 finger, dann klappt das. 🙂

          warum wir so wenige slots haben? weil es sonst zu einem „balancing“ alptraum gekommen wäre. und weil der spieler sich entscheiden soll. 😀

          oh, du hast slomos ring gefunden…jaja, wir haben einige spassige items eingebaut, die manchmal mehr um des witzes willen da sind. kleine details machen so ein spiel erst rund war unsere überlegung dabei.

          noch ein hinweis zum tutorium: am ende ist es eine highscore schlacht, d.h. ihr sterbt auf jeden fall, aber wer kann die meisten feinde mitnehmen?

          1. ja, sind nette Ideen drin..da erinnere ich mich an ein Taktikrätsel, was echt schwer war. Leider war die Belohnung fürn witz…dass ich mich tierisch über die vergeudete Zeit geärgert habe. Habe es sogar etwa 6 mal gelöst und immer kamen nur Items, die schwächer waren, als die, die ich bereits hatte. Ich will für sowas aber belohnt werden.

          2. meinst du das rätsel am ende der dritten karte, dem tunnel? du hast recht, die belohnung ist zu schwach dort. wir ändern das. 🙂

  3. Companions hört sich toll an. Und die Light-Version macht bereits Laune. Könntet Ihr aber auch mal „Avadon: The Black Fortress“ antesten?

    Danke. Nebenbei Ihr macht eine tolle Arbeit!

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