iTable: Tische der Apple Stores werden in Deutschland gefertigt – und kosten so viel wie ein Auto

Habt ihr euch immer schon einmal gefragt, woher die in so ziemlich jedem Apple Store auf der Welt zum Ladeninventar stammenden schicken Holztische stammen?Apple Watch close-up details

Diese Frage kann nun beantwortet werden: Sie werden im deutschen Vreden, einem 22.000-Einwohner-Ort im westlichen Münsterland unweit der niederländischen Grenze, produziert. Dort unterhält das deutsche Unternehmen Dula – eine Abkürzung für Dustmann Ladenbau – einen Standort. Die mittelständische Firma samt ihres Hauptsitzes in Dortmund war bisher zu absolutem Stillschweigen hinsichtlich ihres größten Kunden gezwungen, nun aber durfte Geschäftsführer Heinz-Herbert Dustmann erstmals aus dem Nähkästchen plaudern und verraten, für wen man seit Jahren tätig ist. „Für uns ist das ein echter Vertrauensbeweis“, erklärt der Firmenchef gegenüber einem Team der Zeitung Die Welt, die einen Hausbesuch im Münsterland unternommen haben.


Dass Heinz-Herbert Dustmann überhaupt über seine Zusammenarbeit mit Apple erzählen darf, ist bemerkenswert – legt Apple doch sonst sehr großen Wert darauf, dass keine Informationen nach außen dringen, sogar im Hinblick auf die zahlreichen Zulieferer und kooperierenden Unternehmen. Verschwiegenheitserklärungen gehören dazu ebenso zu Vertragsverhandlungen wie ein „dauerhaftes Schweigegelübde“, wie es Die Welt in ihrem Artikel treffenderweise umschreibt. Unter Tim Cook allerdings werden diese strengen Auflagen mehr und mehr durchbrochen: Vor einigen Wochen erst besuchte der Apple-Chef das schwäbische Unternehmen Seele, das Spezialglas für Apple anfertigt.

Dula fertigt auch Designmöbel für BMW und Leica

Die ersten Präsentations-Möbel für Apple baute Dula schon vor einiger Zeit, nämlich vor etwa 9 Jahren für die iPods – allerdings nicht ohne zeitgleiche Konkurrenz. Simultan wurde von Steve Jobs ein japanischer Hersteller mit dem Möbeldesign beauftragt, zudem sorgte der damalige Apple-Boss dafür, dass alle Möbelstücke wieder demontiert werden. „Apple hat aber anstandslos bezahlt“, lässt Heinz-Herbert Dustmann gegenüber der Welt verlauten.

Mit dem aufsteigenden Erfolg von Apple wuchs auch Dula stetig an: Während in Vreden fast ausschließlich für Apple produziert wird, gibt es noch weitere Standorte, darunter drei in Deutschland, einen in Spanien und einen weiteren in Russland, wo insgesamt über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Aber auch wenn Apple der größte Kunde des Unternehmens ist – Dula fertigt auch Designmöbel für weitere namhafte Klienten an, darunter BMW, Leica – und die Bundesagentur für Arbeit. Und wer einmal mit der MS Deutschland, MS Europa oder MS Queen Elizabeth II auf große Fahrt geht, hat eine große Chance, Dula-Möbeln zu begegnen.

Das 1953 gegründete Unternehmen liefert seine Möbel heute in mehr als 60 Länder auf der ganzen Welt aus und übernimmt nicht nur die Fertigung selbst, „sondern auch den Entwuirf, die Logistik, die Montage und die Wartung“. Dula-Projektmanager Helmut Hollekamp arbeitet trotzdem eng mit Apples Chef-Designer Jonathan Ive zusammen, der zuletzt die Tische für die Apple Watch-Ladenpräsentation mit einem „Amazing“ abnickte.

Apples Holztische wiegen 250 kg und werden klimatisiert transportiert

Die High-Tech-Tische, die in den Fabrikhallen von Dula entstehen, haben durchaus ihren Preis – und eignen sich daher wohl nur bedingt für eine Anwendung im heimischen Wohnzimmer. Neben einem Gewicht von etwa 250 kg pro Tisch, das unter anderem durch eingebaute kontaktlos zu öffnende Schubladenschlösser, Ladeelektronik für die zu präsentierenden Apple-Produkte, WLAN-Router, Spezialglas und motorbetriebene Klappen zustande kommt, summiert sich so schnell auch ein Gegenwert eines Kleinwagens. Mehr als 7.000 dieser Möbelstücke hat Dula bisher für Apple produziert, die nicht nur in der Londoner Regent Street zu finden sind, sondern auch nach Brasilien, China oder Japan verschifft werden – inklusive klimatisiertem Container und Schockdetektoren für einen sicheren Transport.

Jedoch nicht alle Details dürfen ans Tageslicht geraten: Hinter drei mit Chipkarten-Leser gesicherten fensterlosen Räumen findet die Designarbeit bei Dula statt. Nur zehn Mitarbeiter dürfen hier eintreten, ebenso wie die Apple-Manager aus den USA, die sich neue Prototypen zeigen lassen. Kameras nehmen auf, wer die Räume betritt, die entsprechenden Videobänder werden ein Jahr lang aufbewahrt und können jederzeit von Apple eingesehen werden. Ganz in die Karten schauen lässt man sich bei Dula und Apple also trotzdem nicht. Und das alles für ein paar Holztische in den Apple Stores?

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Kommentare 29 Antworten

  1. Guter Artikel, gerne mehr davon. Apple macht es genau richtig – nicht nur die Produkte müssen durchdacht sein, auch deren Präsentation. Hätt ich ne Firma und soviel Kohle, ich würds genauso machen.

  2. Hört sich sehr nett an und ist mal ne andere Info. Davon hör ich gern mehr. Aber mal ne andere Sache warum lässt die Agentur für Arbeit dort Tische fertigen hatten sie keine bessere Idee Geld zu verschenken?

  3. „Habt ihr euch immer schon einmal gefragt, woher die in so ziemlich jedem Apple Store auf der Welt zum Ladeninventar stammenden schicken Holztische stammen?“

    Nein, haben wir uns nicht, da wir wie du, fleißig bei ifun.de lesen und uns dort über die neusten Appleerkenntnisse informieren. Ist nicht nötig, dass du jeden Artikel „kopierst“. Ist schon ganz schön auffällig, vor allem bei Melanie

    1. Also ich fand den Artikel echt super interessant und habe ihn nur hier gelesen 🙂
      Danke Mel!
      (selbst wenn du nur „copy & fill in“ gedrückt hast 😉

    2. Moin, wer hindert dich, bei ifun.de zu bleiben? nIch fand den Artikel auch sehr interessant, egal woher die Informationen kommen!

    3. Wenn man es genau nimmt gabs einen Artikel dazu bei Apfeltalk, schon 3 Tage vor Ifun also habens die auch kopiert ? Ist doch egal eigentlich, manche haben echt Probleme ?

  4. Ich frag mich jetzt schon länger, seit wann es hier in den Kommentaren nur mehr um die Eitelkeiten und Befindlichkeiten der Stamm-User geht… *thumbs down*

  5. Sie produzieren auch für die Bundesagentur für Arbeit, zumindest weis ich jetzt wo meine Steuergelder hingehen ?Wollen wir hoffen das die Schreibtische nicht genauso teuer sind.

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