Der weltweite Smartphone-Markt steckt weiter in der Krise, Apple aber offenbar nicht. Laut eines neuen Berichts von Counterpoint Research konnte der iPhone-Hersteller zuletzt in mehreren wichtigen Regionen Marktanteile gewinnen, obwohl die jeweiligen Gesamtmärkte deutlich schrumpften. Besonders stark zeigte sich Apple in Indien, Lateinamerika und Europa.
In Indien lagen die Smartphone-Verkäufe zwischen Ende März und Anfang August 14 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Apple konnte dagegen um 15 Prozent zulegen und ließ damit die Konkurrenz klar hinter sich. Samsung und OPPO wuchsen lediglich um jeweils 4 Prozent. Counterpoint führt Apples Erfolg unter anderem auf die Nachfrage nach dem iPhone 17 und attraktive Preise zurück. Gleichzeitig dürften die großen Rabattaktionen im Juli den Markt eher zeitlich verschoben als tatsächlich vergrößert haben.
Auch in Lateinamerika ging es für den Smartphone-Markt kräftig bergab: Im zweiten Quartal sanken die Auslieferungen um 10 Prozent, was den stärksten Rückgang seit dem dritten Quartal 2023 markiert. Apple und Samsung waren die einzigen großen Marken mit Wachstum und legten um 5 beziehungsweise 6 Prozent zu. Apple profitierte offenbar davon, höhere Komponentenpreise selbst abzufedern. Im Premium-Segment über 600 US-Dollar kommt der Konzern inzwischen auf rund 51 Prozent Marktanteil.
Europa: Apple zieht mit Samsung gleich

In Europa schrumpften die Auslieferungen im zweiten Quartal ebenfalls um 10 Prozent auf 35 Millionen Geräte. Das war das schwächste zweite Quartal seit drei Jahren. Apple konnte seinen Marktanteil hingegen um neun Prozentpunkte steigern und liegt nun mit Samsung gleichauf bei jeweils 34 Prozent. Xiaomi folgt mit 15 Prozent, während keine andere Marke mehr als 4 Prozent erreicht. Counterpoint erwartet zunächst weitere Rückgänge, sieht Apple aber weiterhin besser positioniert als den Gesamtmarkt.
China entwickelt sich für Apple deutlich komplizierter. In den ersten 30 Wochen des Jahres schrumpfte der Markt um 8,6 Prozent, nach dem Ende des „618“-Shopping-Festivals beschleunigte sich der Rückgang wieder. Auch Apples Verkäufe verlangsamten sich seit Juli, nachdem die Händler ihre Rabatte zurückfuhren. Ein Teil der Sommernachfrage dürfte bereits während der Aktionen abgearbeitet worden sein. Huawei bleibt derweil Marktführer und kam seit April durchgehend auf mehr als ein Fünftel der wöchentlichen Verkäufe.
Für die kommenden Monate zeichnet sich keine schnelle Entspannung ab. Counterpoint rechnet damit, dass knapper Speicher und steigende Preise bis Ende 2026 ein Thema bleiben und eine echte Markterholung möglicherweise erst ab 2028 einsetzt. Apple dürfte deshalb besonders auf seine nächste iPhone-Generation setzen: Für September wird die Vorstellung des iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und eines faltbaren iPhone Ultra erwartet.
