Meister Cody – Talasia: Neues Mathe-Lernspiel für Grundschulkinder mit Monatsabo für 9,99 Euro

Die neue App Meister Cody – Talasia verspricht nach sechs Wochen 150% bessere Ergebnisse im Rechnen.

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Update am 28. Mai: Nach Rücksprache mit den Machern von Meister Cody möchten wir euch noch ein paar ergänzende Informationen mit auf den Weg geben. Meister Cody richtet sich vornehmlich an Dyskalkulie-erkrankte Kinder. Das Forschungsgeld ist der Uni Münster zu Gute gekommen, die Aufgaben und Programme entwickelt haben, dessen Ergebnis wissenschaftlich belegt, dass durch das Training die Fertigkeiten beim Rechnen um 150 Prozent steigen.


Meister Cody hat die Forschungsergebnisse als iPad-App umgesetzt. Durch das monatliche Abonnement wird die Weiterentwicklung finanziert. Wer auf der Suche nach einem einfachen Mathe-Lernspiel ist, wird im App Store aber deutlich günstigere Alternativen finden, die jedoch nicht auf wissenschaftliche Ergebnisse zurückgreifen werden.

Artikel vom 26. Mai: Meister Cody – Talasia (App Store-Link), eine reine iPad-App, steht kostenlos im deutschen App Store zum Download bereit und benötigt zur Installation neben 299 MB an freiem Speicherplatz auch iOS 6.0 oder neuer. Entgegen der Beschreibung im App Store, die von einer englischen Sprachversion ausgeht, lässt sich Meister Cody – Talasia auch in deutscher Sprache absolvieren.

Meister Cody – Talasia sieht sich als ganzheitliche Mathematik-Lern-Anwendung für alle Kinder im Grundschulalter, also aus der Klasse 1 bis 4, die vom Düsseldorfer Entwicklerteam Kaasa health GmbH in Zusammenarbeit mit Psychologen der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (WWU) entstanden ist. Sie soll auch Kindern mit Dyskalkulie und Rechenschwäche dabei helfen, sich mit den Themen der Mathematik anzufreunden. Laut eigener Aussage der Entwickler sind nach Ablauf des sechswöchigen Trainings (5 Tage die Woche, 30 Min/Tag) um 150% bessere Ergebnisse im Rechnen zu erwarten.

Meister Cody – Talasia beruht unter anderem „auf einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprogramm des psychologischen Instituts der Universität Münster, dem CODY-Projekt“ (App Store-Beschreibung) und konnte bis dato bereits Fördergelder in Höhe von 750.000 Euro einsammeln.

In insgesamt 19 verschiedenen Lernspielen können Kinder ab sechs Jahren nach und nach ihren Lernfortschritt im Fach Mathematik verbessern und werden dazu zeitgleich mit einer unterhaltsamen, animierten Geschichte um einen König und seine Untertanen, spannenden Lernspiel-Namen wie „Drachenwaage“ und einem täglichen spielerischen Abschluss im Palastgarten motiviert.

Erstellung eines Nutzer-Accounts notwendig & teures Abo-Modell

Leider hat dieses Lernkonzept auch so seine Tücken: Bevor die Kleinen überhaupt die erste Aufgabe in einem etwa 30-minütigen Einstufungstest absolvieren können, ist es vorab notwendig, auf der Website von Kaasa health ein Nutzerkonto mit E-Mail-Adresse, Vor- und Nachnamen zu erstellen. Nach kurzer Zeit erhält man dann ein Passwort per Mail geschickt, mit dem man sich in der App einloggen kann. Nach dem Anfangstest steht dem kleinen Nutzer die erste Lerneinheit mit insgesamt fünf Tages-Lektionen kostenlos zur Verfügung. Möchte man Meister Cody – Talasia danach weiter nutzen, wird ein monatliches Abo von 9,99 Euro fällig, um alle Inhalte freizuschalten. Auf der Website von Kaasa health belaufen sich die monatlichen Kosten sogar auf 19,99 Euro, sofern man die browserbasierte Lernvariante zusätzlich zur iOS- oder Android-App nutzen möchte.

Auch wenn es den Eltern der kleinen Mathematik-Künstler ermöglicht wird, den Lernfortschritt ihrer Kleinen über regelmäßige E-Mails und einen Zwischentest nach 30 Tagen zu verfolgen, scheint mir persönlich der Preis für dieses Mathe-Lernspiel zu hoch gegriffen worden zu sein. Zudem sorgt der Online- und Account-Zwang nicht gerade für Behagen in der Magengrube, sondern lässt ein skeptisches Gefühl zurück.

Bedenkt man, dass für das Projekt bereits 750.000 Euro an Fördergeldern eingesammelt und eine Unterstützung seitens des Bundesministerium für Bildung und Forschung vorliegt, fragt man sich, warum ein monatliches Abo von 9,99 Euro bzw. 19,99 Euro erforderlich ist. Laut AGBs auf der Kaasa health-Website muss das Abonnement vom Nutzer per E-Mail gekündigt werden, sonst verlängert es sich um einen weiteren kostenpflichtigen Monat.

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Kommentare 5 Antworten

  1. wenn das Prg. vom Bundesministerium gefördert wurde ist es ein absolutes Unding solch extreme Abo-Gebühren zu verlangen. Man könnte meinen da hat ein Verantwortlicher Beamte mal wieder einen be…. Vertrag mit einem privaten Betreiber abgeschlossen.

    1. Die App an sich beruht auf einem vom Bundesministerium geförderten Projekt der WWU, daher wird sie indirekt unterstützt. Warum man aber für diese Tatsache trotz fragwürdigem Abo-Modell prominent Werbung machen darf, erschließt sich mir auch nicht so ganz.

  2. Ruhig mit den Pferden.

    Im Rahmen von Bundes-Projekten wird in der Regel ja die wissenschafltiche Entwiklung gefördert. Das Projekt scheint 6 Jahre lang gefördert zu werden, da sind 750.000EU bzw. 125.000EUR/Jahr Geld für ca. 1,5 Stellen, wenn das gesamte Geld in wiss. Stellen fliesst was es ja meist nicht tut.

    Das Spiel selbst wird aber in der programmtechnischen Entwicklung einen mittleren sechsstelligen Betrag gekostet haben. Diese Kosten sind garantiert nicht vom Bundesministerium bezahlt worden. Mir scheint, das Unternehmen deckt seine Kosten durch die Abogebühr.

    Die Argumentation wird im „Geiz ist geil“-Vollkasko-Land aber vielleicht nicht jedem klar werden.

  3. Wer sich mal darüber informiert hat, was Stunden beim Therapeuten kosten, der sieht die monatlichen Kosten hier sowieso mit anderen Augen. Beim Therapeuten kommen locker € 150/Monat zusammen.

    Übrigens: So, wie ihr hier „Abo“ schreibt, hört es sich sehr reißerisch nach Jamba & Co. an – ist es aber nicht! Es handelt sich hier eben um eine monatliche Gebühr – von Abo-Falle keine Spur!

  4. Ich finde das Programm einfach genial, wenn auch etwas teuer. Wo kann man es für 9,99 Euro runterladen? Ich finde nur Seiten, wo es 19.99 Euro kostet. Wir bezahlen übrigens für eine Stunde beim Dyskalkulietherapeuten pro Woche im Monat 240,- Euro. Es ist eine Schande, dass es vom Staat da keine Zuschüsse gibt.

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