Im Rechtsstreit zwischen Apple und dem bekannten Tech-YouTuber Jon Prosser gibt es eine überraschende Wendung. Wie aus aktuellen Gerichtsunterlagen hervorgeht, haben sich beide Parteien darauf verständigt, ein bereits gegen Prosser verhängtes Versäumnisurteil wieder aufheben zu lassen. Damit erhält der Leaker die Möglichkeit, sich offiziell gegen die Vorwürfe zu verteidigen – obwohl er zuvor wichtige Fristen verstreichen ließ.
Der Fall geht auf den Sommer 2025 zurück. Apple verklagte Prosser sowie dessen mutmaßlichen Komplizen Michael Ramacciotti wegen der angeblichen Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen. Hintergrund waren mehrere Videos auf Prossers YouTube-Kanal Front Page Tech, in denen er frühzeitig Renderings und Details des damals noch unveröffentlichten neuen iOS zeigte. Das Betriebssystem wurde später als iOS 26 mit dem neuen „Liquid Glass“-Design vorgestellt.
Laut Apple stammten die Informationen jedoch nicht aus klassischen Insiderquellen. Das Unternehmen wirft Ramacciotti vor, unbefugt auf das Entwickler-iPhone des Apple-Mitarbeiters Ethan Lipnik zugegriffen zu haben. Ramacciotti soll während Lipniks Abwesenheit Zugriff auf das Gerät erhalten und Prosser das neue OS gezeigt haben – angeblich gegen eine finanzielle Gegenleistung. Lipnik verlor in der Folge seinen Arbeitsplatz.
Für Prosser entwickelte sich das Verfahren anschließend ungünstig. Da er die Klage zunächst nicht fristgerecht beantwortete, beantragte Apple ein Versäumnisurteil, das im Oktober 2025 vom Gericht eingetragen wurde. Gleichzeitig kritisierte Apple, dass Prosser bei der Herausgabe angeforderter Dokumente nicht ausreichend kooperiere. Noch im April 2026 hatte das Unternehmen deshalb auf eine gerichtliche Anordnung zur Erzwingung der Mitwirkung gedrängt.
Jon Prosser könnte Klageerwiderung einreichen
Nun scheint sich die Situation etwas zu entspannen. Nach Angaben von MacRumors haben Apple und Prosser gemeinsam beantragt, das Versäumnisurteil aufzuheben. Im Gegenzug verpflichtet sich Prosser offenbar dazu, die bislang fehlenden Unterlagen vorzulegen. Allerdings muss das zuständige US-Bezirksgericht dieser Aufhebung noch zustimmen. Sobald dies geschehen ist, bekommt Jon Prosser die Chance, eine Klageerwiderung gegen die Klage von Apple einzureichen.
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