Netflix: Günstiges und werbefinanziertes Angebot soll noch in diesem Jahr kommen

Infos aus einer internen Memo

Der bekannte Videostreaming-Dienst Netflix (App Store-Link) wird nervös. Laut einer internen Memo, die an die Angestellten des Konzerns verteilt wurde, wurde der Belegschaft mitgeteilt, dass man „die Durchführung einer werbefinanzierten Ebene“ im vierten Quartal dieses Jahres anstreben werde. Dies berichtet die New York Times unter Berufung auf zwei anonyme Quellen aus dem Umfeld von Netflix.

„In der Notiz sagten die Netflix-Führungskräfte, dass sie darauf abzielten, die werbefinanzierte Ebene in den letzten drei Monaten des Jahres einzuführen, sagten zwei Personen, die Details der Kommunikation unter der Bedingung der Anonymität weitergaben […]. Die Notiz besagte auch, dass Netflix plante, etwa zur gleichen Zeit gegen die Weitergabe von Passwörtern an seine Abonnenten vorzugehen, so die Personen.“

Erst vor kurzem hatte Netflix die Medienindustrie überrascht, als man Pläne für ein werbefinanziertes Abonnement enthüllte. Bisher hatte man in der Öffentlichkeit immer wieder betont, dass man nie Werbung auf der Streaming-Plattform schalten würde. Allerdings sieht sich Netflix laut New York Times aktuell mit „großen geschäftlichen Herausforderungen“ konfrontiert, da man bei der Mitteilung der letzten Quartalszahlen bekanntgeben musste, allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres 200.000 Abonnements verloren zu haben – das erste Mal seit einem Jahrzehnt.


Account-Sharing soll mit höheren Kosten einhergehen

Seit dieser Ankündigung ist der Aktienkurs von Netflix stark gefallen und die Marktkapitalisierung des Videostreaming-Dienstes um etwa 70 Milliarden US-Dollar gesunken. Investoren und Investorinnen wurde von Netflix erklärt, dass man die Möglichkeit einer werbefinanzierten Plattform „in den nächsten ein bis zwei Jahren erörtern“ würde. Offenbar bekommt man angesichts der sinkenden Abo-Zahlen nun schneller kalte Füße und strebt die Einführung eines werbefinanzierten Abos so schnell wie möglich an.

Auch sogenanntes Account-Sharing soll stärker verfolgt werden. Netflix will neue Lösungen für Personen, die über ein Abonnement verfügen und dieses mit anderen Personen teilen, finden. Greg Peters, Chief Operating Officer von Netflix, äußerte sich dazu wie folgt:

„Wenn Sie also eine Schwester haben, die in einer anderen Stadt wohnt, und Netflix mit ihr teilen wollen, ist das großartig. Wir versuchen nicht, diese gemeinsame Nutzung zu unterbinden, aber wir werden Sie bitten, etwas mehr zu zahlen, um es mit ihr gemeinsam zu nutzen.“

Laut Greg Peters will Netflix die Pläne für ein Account-Sharing zu höheren Preisen „etwa ein Jahr lang überdenken“, ehe man einen finalen Plan einführen werde. Dieser könnte zeitgleich mit dem werbefinanzierten Abo gegen Ende dieses Jahres eingeführt oder zumindest vorgestellt werden.

‎Netflix
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Entwickler: Netflix, Inc.
Preis: Kostenlos+

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Kommentare 8 Antworten

  1. Das werbefinanzierte Abo hat nur den Hintergrund, das normale Abo automatisch teurer zu machen.
    RTL+ macht ja einen ähnlichen Quatsch. Haben wir mal wegen UEL für ein Monat abonniert und man muss da vor jedem Stream ein Spot anschauen oder einfach 3 Euro, also 60% mehr zahlen.
    Aktuell tatsächlich ist Netflix völlig uninteressant geworden. Wir sind quasi durch und haben garnicht mal so viel gesehen. Mhhhh.

  2. Man muss sich schon fragen, wo das nicht der Fall ist. Selbst auf gekauften DVD’s oder BD’s war das schon von Beginn an so. Und jetzt ratet mal wer schuld an der Nummer ist? Wir! Beziehungsweise all jene, die das zu Beginn klein geredet haben. Fernseher auslassen, Scheiben im Handel liegen lassen oder Streamendienste mit Werbung ignorieren oder, wenn nachträglich eingeführt, kündigen. Hat die Masse nicht gemacht – Ergo: Werbung.

    Aber das Beste an der Nummer ist, dass es gar nicht um kostendeckendes Anbieten von Inhalte geht, sondern um Gewinnmaximierung. Nur für den Fall, dass jemand wieder schräg argumentiert, dass ja irgendwer die Filme bezahlen muss. Früher oder Später werdet ihr auch für euren FB-, Inst- und Twitter-Zeug extra abdrücken – versprochen.

    1. Haargenau so siehts aus. Es geht schlichtweg darum aus dem gleichen Angebot noch mehr Kohle rauszupressen. Und das, ebenfalls wie Du es richtigerweise schreibst, auch für andere Dienste wie Insat, FB, twitter und diesen ganzen Social media Müll. Und für nen Heiermann extra kannst Du die Werbung auch wegmachen……. Aktuell bin ich Abonnent von F1 Tv pro, dem offizielllen F1 Kanal. Ich zahle dort für alles was die FIA bietet aktuell 65€ im Jahr, ein Preis der absolut in Ordnung ist. Der deutsche Kommentar wird von Sky übernommen, und da stelle ich fest das dieser Laden zB während des Qualifyings zwischen den einzelnen Sessions anscheinend Werbung schaltet. Denn die scheinen sich zu verabschieden wenn sie sagen „Wir sind gleich wieder da“. Keine Ahnung ob der Sky zuschauer in dem Moment mit Werbung zugemüllt wird, ich jedenfalls schaue einfach weiter und sehe auch was währenddessen passiert. Und wenn man sich überlegt was SKY kostet und man dennoch Werbung „genießen“ darf. Echt Klasse.

      1. Elon Musk denkt schon mal laut über Abogebühren für Twitter nach und wenn der das durchzieht, folgt der Rest ganz automatisch. Irgendwann muss das Ganze implodieren, denn mehr, als man hat, kann man nicht ausgeben und gleich gar nicht für Pillepalle.
        Damit sinken die Umsätze wieder.
        Wenn das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage am Markt nicht mehr funktioniert, werden sie sich selbst abwürgen. Nichts von Allem würde mir fehlen.

        1. Da hast Du vollkommen Recht, ich selbst würde ebenfalls nur das zahlen was ich wirklich meine zu brauchen. Twitter, Insta, FB, Whatsapp und Konsorten gehören da garantiert nicht zu. Aktuell habe ich eben nur das oben beschriebene F1 tV pro und mit meinen Eltern zusammen waipu.tv, da im gleichen Haus wohnend und auch nur einen Router nutzend, nichtmal von der IP her ein Problem. Alles andere ist Wohlstandsdekadenz und die Anbieter werden sich irgendwann mal überlegen müssen welche Schiene sie fahren, beim Verbraucher ist ja nicht unbegrezt Geld vorhanden.

  3. Die Konkurrenz hat ziemlich aufgeholt: Disney+ ist günstiger und hat gleichzeitig mehr Optionen (4K, mittlerweile fast ebenbürtiges Angebot).
    Amazon Prime ist ebenfalls günstiger, aber Angebot nicht ganz so groß, dafür kann über die Channels sehr viel hinzugebucht werden und es gibt immer wieder günstige Leihangebote.
    Denke da überlegen sich viele, ob sie Netflix überhaupt noch brauchen.

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