Steve Jobs: Unser Eindruck des kommenden Kinofilms

Am 12. November kommt Steve Jobs in die deutschen Kinos. Ich durfte den Film bereits am Freitag in Köln ansehen. Wie er mir gefallen hat, verrate ich euch in diesem Artikel.

Steve Jobs

Steve Jobs mit Michael Fassbender und Kate Winslet kommt in weniger als einem Monat in die Kinos. Nachdem der erste Kinofilm über Steve Jobs vor rund zwei Jahren floppte und nicht einmal in einer deutschen Fassung erschien, will es Universal Pictures wissen. Am 12. November debütiert der bereits in den USA laufende Film in den deutschen Kinos, am heutigen Sonntag findet beim London Film Festival die erste offizielle Aufführung in Europa statt. Auf appgefahren.de könnt ihr aber schon jetzt erfahren, was euch in Steve Jobs erwarten wird.

Zunächst einmal muss man sagen: Es ist weniger ein klassischer Kinofilm. Es gibt keine 90 Minuten voller Action und Tragödien, auch ein echter Spannungsbogen ist nicht vorhanden. Schließlich weiß der gut informierte Apple-Fans bereits sehr gut über die Karriere und auch über das Privatleben von Steve Jobs Bescheid.

Auch wenn ich Steve Jobs nicht als überragenden Film der letzten Jahre bezeichnen würde, hat er mich irgendwie beeindruckt und gefesselt. Universal Pictures hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, die letzten Minuten vor drei wichtigen Keynotes quasi in Echtzeit Revue passieren zu lassen: Macintosh, NeXT und iMac lauten die drei wichtigen Stichpunkte. In jeweils etwas mehr als einer halben Stunde sieht man, was sich möglicherweise hinter den Kulissen der großen Bühnen abgespielt hat.

Steve Jobs

Im Mittelpunkt steht dabei nicht unbedingt das Apple-Produkt, sondern viel mehr Steve Jobs selbst. Auch wenn optisch sicherlich ein paar kleine Welten zwischen Michael Fassbender und dem Original liegen, ist die schauspielerische Leistung wirklich toll. Steve Jobs ist hart, direkt, ein wirklich schwieriger Zeitgenosse. Gleichzeitig aber auch eine Person mit einem weichen Kern – nur kann er das wohl nicht immer so direkt zeigen.

Steve Jobs & andere Hauptrollen sind toll gespielt

Auch die anderen Hauptfiguren sind meiner Meinung nach sehr authentisch gespielt: Chrisann Brennan, die verzweifelte und hilflose Ex von Steve Jobs. Lisa Brennan, das gemeinsame Kind, dessen Vaterschaft Jobs abstreitet. Joanna Hoffmann, die Marketing-Assistentin, ohne die der Apple-Gründer nicht annähernd so organisiert wäre. Steve Wozniak, der Computer-Nerd, der gegen Steve Jobs nicht den Hauch einer Chance hat.

Neben vielen Momenten, in denen man die Detailverliebtheit von Jobs erfährt, gibt es auch zahlreiche Running-Gags. So verlangt Steve Jobs mehrfach nach „Andy“ und jedes Mal fragt Joanna Hoffmann, ob er „der oder die Andy“ meint. Meistens ist es dann Ex-Software-Entwickler Andy Hertzfeld, der wieder eins auf die Mütze bekommt, und nicht Marketing-Expertin Andrea Cunningham.

Steve Jobs

Wenn ich an eine andere Szene zurückdenke, muss ich auch jetzt immer noch schmunzeln: Als kurz vor der Präsentation des Macintosh ein Problem mit der Sprachausgabe des Computers auftritt, ist nicht ganz klar, ob es sich um einen Defekt der Software oder Hardware handelt. Andy Hertzfeld soll das in Ordnung bringen, bekommt den Macintosh aber nicht aufgeschraubt – weil Steve Jobs darauf bestand, spezielles Werkzeug zu verwenden, damit der Benutzer den Computer nicht aufschrauben kann. Dumm nur, dass eben genau dieses Werkzeug nur in kleinen Stückzahlen hergestellt wurde und kurz vor dem Moment der Momente fehlt.

Steve Jobs ist kein Action-Kracher, kein Thriller und auch kein Film mit sonderlich viel Tiefgang. Es ist aber mit Sicherheit ein Film, der dank seiner zahlreichen kleinen Momente und toll dargestellten Szenen das Herz eines jeden Apple-Fans höher schlagen lässt. Wer schon seit mehreren Jahren Apple-Geräte nutzt und liebt oder einfach nur mehr über Steve Jobs erfahren möchte, darf sich den Film im November auf jeden Fall ansehen.

Kommentare 28 Antworten

  1. Und bitte vor Veröffentlichung des Artikels diesen noch mal Korrektur lesen. Sonst sieht das alles so aus als ob meine 8 Jährige Tochter diesen geschrieben hat.

  2. Habe ihn auch schon gesehen.Ich denke es ist nur ein Film für Fans.Ich muss sagen er ist nicht schlecht geworden.Aber wenn man ihn nicht sieht ist es auch kein Beinbruch.Wie schon gesagt wurde,ist die schauspielerische Leistung sehr gut.Trotzdem wird er nicht lange im Kino bleiben.

  3. Der „erste“ Steve Jobs Film, „Jobs“ mit Ashton Kutcher, ist in einer deutschen Version erschienen.. Nur nicht im Kino. Die Aussage ist also falsch.

  4. Ja, ich habe „Jobs“ mit Ashton Kutcher auch auf Sky in deutsch gesehen und fand den Film eigentlich ziemlich gut
    Ich finde auch, dass Kutcher die bessere Wahl war um Jobs darzustellen
    Ich meine wo bitte sieht Fassbender Jobs ähnlich?

    1. Lange galt Christian Bale als heisser Kandidat für die Rolle. Leider hat es terminlich nicht gepasst. Ich denke er wäre die optimale Wahl gewesen was Aussehen und schauspielerische Qualitäten betrifft (google bilder -> christian bale steve jobs). Ashton Kutcher mag zwar optische ganz gut passen, aber spielerisch war das wirklich nur B-Movie Klasse. Alleine die Tatsache wie er versucht zwanghaft Steve Jobs Angewohnheiten beim Gehen etc nachzuahmen fand ich lächerlich und übertrieben. Es wirkte mehr wie eine Parodie als eine Biografie. Daher schau ich mir lieber Fassbender an und versuche über das Aussehen hinweg zu sehen. Letztendlich kann es wohl nur perfekt werden, wenn wie bei Straight outta Compton der eigene Sohn zur Verfügung steht;)

  5. Ich finde auch, das Fassbender nicht so richtig passt. Wenn ich mich an „Die Silicon Valley Story“ erinnere, dann denke ich das Noah Wyle, der den Job spielte, besser gepasst hat. Vielleicht würde er heute auch noch passen. Verjüngung kann man ja schließlich im Film mittlerweile machen. Wurde schon zu Tron Legacy gemacht und der ist schon ein paar Jahre her und dürfte daher heute besser zu machen sein.

  6. Oh Mann, ich glaube, du bist eher ein Applefan als ein Kinogänger. Ein Filmkritiker ist jedenfalls nicht an euch verloren gegangen.
    Es gibt auch noch ganz andere Kategorien als Actionknüller und Tragödien, z.B. Charakterstudien. Es handelt sich natürlich auch nicht um einen 90minütigen Spannungsbogen, weil es ein Episodenfilm ist: jeweils 30 Minuten in einer Schlüsselsituation, das ist vom Drehbuch her schon super konstruiert. Der Film müsste einer Reihe mit ‚The social network‘ gesehen werden – und das ist sicher nicht nur ein Film für Facebook-Fans gewesen, sondern eine Annäherung an den Charakter von Marc Zuckerberg. Ich kenne den Film natürlich noch nicht – aber ich würde erwarten, dass er GERADE für Mac-Fans wenig spannend ist, weil alles ja schon bekannt ist. Sondern eher für Leute, die das Phänomen Steve Jobs besser verstehen wollen. Ob das gelungen ist, darauf bin ich sehr gespannt.
    Die bisher beste Verfilmung der Thematik fand ich übrigens ‚Pirates of the Silicon Valley‘ – da wird auf intelligente und amüsante Weise die Rivalität von Jobs und Gates erklärt.

    1. Volle Zustimmung… Fabian mag ein guter Apple-Kenner sein, aber ein Rezensent bzw. Kommentarschreiber ist er sicher nicht.. Schuster, bleib bei Deinen Leisten 😉

  7. Ganz ehrlich, so was sollte man boykottieren. Ist Apple ein Kult? Oder der Mann der es geschafft hat das ein riesiger Konzern keine Steuern zahlt ? Ok ich mag mein Tablet und mein Handy. Aber ein ISheep werde ich deshalb nicht und renne blökend ins Kino. In diesem Sinne, Tschüss

    1. ich bin mir nicht sicher, ob du weißt, WARUM Apple so ein erfolgreicher Konzern ist und WIE er es wurde. Genau das zu verstehen, könnte der Film helfen.
      Und @Fabian: bist du sicher,, dass du den Tiefgang des Films nicht Einführung verpasst hast? Ich habe den Film zugegebenermaßen noch nicht selbst gesehen. Aber ich erhoffe mir so eine Charakterstudie wie in dem Facebook-Film von Sorkin. Die fand ich durchaustiefgründig, auch wenn die Story an der Oberfläche flach wirkte.

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