Entwickler verrät: Werbung bringt deutlich mehr als In-App-Kauf zur Deaktivierung von Werbung

Fabian Portrait
Fabian 14. Januar 2017, 16:13 Uhr

Der Entwickler des Spiels Breakout Ninja hat einige interessante Details rund um die Einnahmen seines Spiels verraten.

App Store

Wie läuft es eigentlich mit einer eigenen App im App Store? Zwar hat mich das vor etwas mehr als einer Woche veröffentlichte Breakout Ninja (App Store-Link) nicht völlig vom Hocker gehauen, trotzdem möchte ich das Thema jetzt noch einmal aufgreifen. Denn immerhin hat der Entwickler einige interessante Details rund um den Verdienst mit seinem Spiel ausgeplaudert. Im Fokus stehen die Werbung und der In-App-Kauf, mit der die Werbung entfernt werden kann. Was glaubt ihr, wie viele Nutzer von dieser Option Gebrauch machen?

Die Entwickler von Breakout Ninja haben die wichtigsten Zahlen dazu mit dem US-Magazin TouchArcade geteilt: Als die App von Apple als "neues Lieblingsspiel" im App Store beworben wurde, wurde Breakout Ninja mehr als 650.000 Mal aus dem App Store geladen. Mit dem 1,99 Euro teuren In-App-Kauf zum Deaktivieren der Werbung hat der Entwickler aber gerade einmal Einnahmen in Höhe von etwas mehr als 1.000 Euro gemacht. Weniger als 0,1 Prozent aller Nutzer haben den In-App-Kauf zur Deaktivierung der Werbung genutzt.

Und wie läuft es mit der Werbung selbst? Genau damit hat der Entwickler das Geld verdient, die Einnahmen belaufen sich laut seiner Aussage auf rund 21.500 Euro innerhalb von nur einer Woche. Das zeigt ganz deutlich: Mit dem In-App-Kauf zur Deaktivierung von Werbung verdient man kaum Geld, sondern macht es nur einigen wenigen Spielern recht.

Breakout Ninja soll weitere Inhalte bekommen

Breakout Ninja

Wie bereits von mir angesprochen, hat mich Breakout Ninja nicht wirklich vom Hocker gehauen. Sicherlich bietet das Spiel eine tolle Grafik und nette Soundeffekte, am Ende aber doch zu wenig Möglichkeiten. Das könnte damit zusammenhängen, dass das Spiel in gerade einmal zwei Wochen entstanden ist. Nachdem es mit dem Spiel bisher aber ganz gut lief, im App Store ist es mit guten viereinhalb Sternen bewertet, will der Entwickler im Februar fünf neue Level und einen besonders schweren Modus für Hardcore-Gamer liefern.

Breakout Ninja ist ein Highscore-Spiel mit aktuell nur einem Spielmodus, in dem man immer dann auf den Bildschirm drücken muss, wenn der kleine Ninja einen Kreis berührt. Schafft man das genau im Mittelpunkt, bekommt man statt einem oder zwei Punkte. Gespielt wird so lange, bis man einen der Kreise nicht richtig trifft.

Breakout Ninja
Entwickler: Tuomas Erikoinen
Preis: Kostenlos*

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Kommentare14 Antworten

  1. mBeat sagt:

    Lustigerweise entstehen in manchen Spielen sogar Nachteile durch das entfernen der Werbung, z.B. Bei Color Switch: nach IAP kann man keine 30 Bonussterne am Rundenende erhalten, indem man freiwillig ne Werbung anschaut + es gibt die Option, an einer Stelle im Level, an der man gestorben ist, das Spiel durch anschauen einer Anzeige fortzusetzen, nicht mehr.

  2. submac sagt:

    Nachdem ich damals die News um die Werbeeinnahmen bei Flappy Bird verfolgt habe, hatte ich mir sowas schon gedacht. Ein Entwickler soll von mir aus gerne richtig Geld für ein gutes Produkt bekommen, gerne auch durch Werbung. 30 Sekunden für einen Spot finde ich aber absolut zu lange. Das zerstört den Spielspaß.

  3. Northbuddy sagt:

    Dumm halt, wenn man ein Spiel wg. Werbung gar nicht erst spielt/lädt.

    • SoIero sagt:

      Das ist aber meiner Meinung nach ein so kleiner Bruchteil an Menschen das das dem Entwickler wohl nicht weiter stören wird. Es gibt mittlerweile so viel Leute die nichts mehr mit sich anzufangen wissen wenn das Smartphone nicht in der nähe ist. Das ist erschreckend.

  4. Rheinpfeil sagt:

    Ich fühle mich durch Werbung zunehmend belästigt, wobei ich ein kleines Banner am oberen oder unteren Rand noch ohne Murren hinnehme. Man kann es allerdings übertreiben, wie das Beispiel “News Republik” seit dem letzten Update deutlich zeigt.
    Wo immer dies sinnvoll erscheint, entscheide ich mich für die werbefreie Version.

    Es ist nicht nur der App-Store, auch im Alltag wird man vermehrt von Werbemüll erschlagen. Was bei uns im Hause wöchentlich an Prospekten im Briefkasten oder vor der Haustüre liegt, füllt alleine schon eine Mülltonne.
    Auch mag ich meinen Feierabend nicht damit verbringen, mir TV-Werbespots anzuschauen, die ab und an durch kurze Filmszenen unterbrochen werden.

    Es ist hier die Summe an Werbung, die mich mitunter zur Weißglut treibt.
    Ich verstehe bis heute nicht, wie man sich höhere Umsätze dadurch verspricht, in dem man dem potentiellen Kunden nur ordentlich und lange genug auf die Nerven geht.

    • Teddy2001 sagt:

      Oh man !! Wie du mir aus der Seele sprichst !!! 👍👍👍👍

    • freakymoron sagt:

      Und ich dachte immer, Werbung sei kunden- und vor allem zielorientiert. Dachte die Menschheit steht auf so einen Quark, das ist an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet.

      Mensch, du hast mein Weltbild zerstört. 😩

  5. Henryg sagt:

    Wat soll der Beitrag? 😏

    • Coregapaps sagt:

      Welchen Beitrag meinst du?
      -den ganz oben
      -den deines vorredners
      -den deinigen

      Den einzigen auf den es zutreffend erscheint ist der deinige. Also: wat soll der beitrag?
      Aber um zum thema noch etwas beizutragen:
      JA, werbung kann nervend sein. Ich dachte eigentlich immer, dass die marktwirtschaft sich selbst reguliert. Heute bin ich da nicht immer dieser ansicht. Die werbung flutet einzelne teile meines lebens und ich kann manchesmal nicht bestimmen, dass sich diese flut regulieren lässt.
      Manches jedoch würde ich als Film, als Video o.ä. Nicht gesehen haben, wenn die sender nicht zwischendurch werbung senden würden, die diesen film “zeigbar” machen würde.

      Man begegnet dem mit der aufnahme des films und dem schnellen vorlauf. Aber überall geht dies leider nicht,- weder durch tricks noch durch andere maßnahmen.
      Vielleicht reguliert es sich ja doch, wenn niemand mehr schaut, niemand mehr diese spiele lädt und spielt und niemand mehr bereit ist, für werbung zu zahlen…

      • Cofrap sagt:

        Wieso kommst Du auf den Gedanken das die Marktregulierung hier nicht funktioniert?
        Sie funktioniert, das Dir das Ergebnis dieser Regulierung nicht gefällt mag sein.
        Mir auch nicht. Aber ganz offensichtlich akzeptiert die Masse der Bevölkerung Werbung wenn die Inhalte dafür nur kostenlos sind. Das ist so, und so hat sich der Markt reguliert.
        Erwarte also keine Besserung in Deinem Sinne.

      • Reg sagt:

        Wenn mit der Werbung übertrieben wird, werden sich die Konsumenten dagegen wehren und es entstehen solche Marktlücken, die seinerzeit durch Werbeblocker gefüllt wurden. Das alles gehört zur Marktregulierung. Denn die Firmen müssen dann nach verträglichen Alternativen suchen.

        Das passiert selbstverständlich nicht von heute auf morgen.
        Zudem berührt es eben auch die Geschäftsmodelle der Digitalriesen (FB, google, MS). Diese verdienen eben ihr Geld damit Werbung so zurechtzuschneiden, dass sie dich nicht ankotzt, sondern du sie konstruktiv und wichtig findest.

        Auch das ist noch lange nicht optimal entwickelt.

  6. Adrian007 sagt:

    Ich denk die meisten haben keine Kreditkarte oder ähnliches oder wollen ungern Kontonummer usw angeben, da nachher irgendwas abgebucht wird, was man vielleicht gar nicht wollte.

    Ich meinte eh, dass man die Kontonummer glaub nicht angeben kann. Und was anderes, wo zur Auswahl stand, hab ich nicht. Da war für mich das Thema erstmal durch mit Apps/Musik/Film kaufen. Ich hab in 6 Jahren, seit dem ich ein Apple Gerät besitze, nur einmal eine iTunes Karte von 15€ gekauft, für eine App die ich unbedingt wollte. Ansonsten hab ich immer die kostenlose Version mit Werbung genommen, weil ich oft zu geizig war wegen 4€ oder was das kostet, um die Werbung weg zu bekommen, mir für iTunes Karte von 15€ zu kaufen.

    Ich warte auch oft bis es die Apps kostenlos gibt, da ich nicht für 0,99 Cent, mein Guthaben von 15€ aufladen möchte.

    Ich weiß jetzt kommt wieder ein teures iPhone, aber kein Geld für Apps. Nein, nur will ich nicht 14€ nachher als Guthaben rum liegen haben, nur weil ich mal eine App wollte und sonst nicht weiß, für was ich es ausgeben will. Bei mir geht glaub auch nur Kreditkarten Angabe, die ich nicht hab, den Rest wo als Zahlungsmittel angegeben wird, kenn ich nicht mal.

  7. L.U.Cypher sagt:

    Daddel gerade eine Match 3-App mit gelegentlicher Werbung. Zuerst nur Bannerwerbung unten. Die ist außerhalb der Wisch(Spiel)ebene. Danach gelegentlich FullScreenWerbung mit Klick auf dem X wegzuschalten. Später 20 Sekunden Video – muss leider durchlaufen. Jetzt Werbung mit Abstimmungsbutton wie Ja, Nein,Vielleicht – kann nur durch App-Beenden und neu Starten der App umgangen werden. Ich bin ‘gespannt’, was noch alles kommt. So lange es mich nicht nervt, kann der Programmierer ruhig etwas verdienen. P.S. Von welcher Firma oder von welchem Artikel die Werbung war, ist mir nicht in Erinnerung geblieben. Sorry, ihr Werbende.

  8. Billy sagt:

    Der Beitrag wirkt auf mich eher wie eine AppStore Werbung von Apple á la “seht her, wie man mit 2 Wochen Arbeit in 2 weiteren Wochen 30.000,00 $ verdient mit einem ganz schlichten Spiel”.

    Der Vergleich hinkt doch. Würden ALLE Nutzer den InApp-Kauf tätigen, hätte er sicher mehr verdient…aber da die wenigsten Geld ausgeben wollen und lieber Werbung konsumieren ist das Resultat genau so, wie erwartet!

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