Apple Music: So viel mehr als Spotify zahlt Apple Künstlern und Künstlerinnen

YouTuber mit direktem Vergleich

In der Musikbranche ist es schon länger bekannt, dass der Musikstreaming-Dienst Spotify (App Store-Link) den Künstlern und Künstlerinnen auf der eigenen Plattform nicht unbedingt hohe Tantiemen auszahlt. Ebenfalls bekannt ist, dass Apple fairere Vergütungen für Inhalte bei Apple Music (App Store-Link) ausschüttet. Doch wie genau unterscheiden sich diese?Der YouTuber und unabhängige Musikproduzent L.Dre hat bei YouTube ein spannendes Video publiziert, das die Diskrepanz zwischen Apple Music und Spotify aufzeigt und zudem Details zu Tantiemen, Auszahlungen und mehr liefert. Apple hatte im vergangenen Jahr erstmals mitgeteilt, wie viel man Musikschaffenden über Apple Music auszahlt. Im Jahr 2020 waren es durchschnittlich 0,01 USD pro Stream. Mit diesen Zahlen liegt Apple Music zwar hinter Tidal, das mit 0,013 USD pro Stream am meisten auszahlt, allerdings auch deutlich vor Spotify mit 0,0033 USD. Zwischen Apple und Spotify bewegen sich andere Dienste wie Amazon Music, YouTube Music und Deezer. Nur Pandora zahlt noch weniger aus als Spotify.

L.Dre geht in seinem Video auf einige Songs ein, die er sowohl bei Apple Music, als auch bei Spotify veröffentlicht hatte. Die Unterschiede sind mehr als deutlich.


  • Song 1: 4,7 Millionen Streams bei Apple Music, 24.200,56 USD Umsatz
  • Song 2: 4,5 Millionen Streams bei Spotify, 11.683,96 USD Umsatz

Obwohl L.Dre betont, dass Spotify bessere Features für Musikschaffende biete, beispielsweise eine Shopify-Integration für Merch, bessere Link-Tools und mehr, und Apple in diesem Bereich „weit weit weit von Spotify entfernt“ sei, habe ihm eine Playlist-Erwähnung bei Apple Music zu vielen Streams verholfen.

„Dieser Song auf Apple Music, klar, der läuft super. Ein großes Lob an die Götter der Apple Music-Playlisten. Ich hatte Glück, und dieser Song wurde in eine der größten Hip-Hop-Instrumental-Playlists auf Apple Music aufgenommen. Ich habe ihn nicht gepitcht oder so, er ist einfach reingekommen. Das zeigt einem wirklich, welchen Einfluss diese Playlists haben.“

Das Video von L.Dre, das wir euch unter dem Artikel eingebunden haben, ist sehr sehenswert und liefert einige interessante Eindrücke in die aktuelle Musikstreaming-Branche. Spotify war in der Vergangenheit schon mehrfach aufgrund niedriger Ausschüttungen kritisiert worden und dürfte sich in Zukunft mit noch mehr Druck konfrontiert sehen. Wer plant, ein neues Abo für einen Musikstreaming-Dienst abzuschließen, sollte daher bei der Wahl der Plattform auch im Blick haben, wie die Tantiemen für Künstler und Künstlerinnen ausfallen. Vor allem unabhängige Musikschaffende beziehen einen Großteil ihrer Einnahmen aus den Zahlungen von Apple Music, Spotify und Co.

Fotos: L.Dre/YouTube.
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Kommentare 6 Antworten

  1. Man sollte dazu sagen ( bin selbst Musik Künstler ) das spotify erneut die Auszahlungen reduziert hat seit dem 1.6 – nun wird der Split 70/30 gemacht , Independent Künstler erhalten für 1000 streams 1.14€ – Major Künstler weiterhin knapp 4.35€ – man muss dazu sagen das diese zahlen bei einem direkt vertrieb ausgezahlt werden – Label , Verlag und Autoren bekommen davon alle was ab. 👌 – und das Ganze ist noch vor der Steuer !

    1. Ich frage mich, wofür wir die Labels und Verlage in der heutigen Zeit noch benötigen? Früher hat man das für den Vertrieb und die Produktion der CD‘s benötigt. Aber inzwischen braucht man doch all das nicht mehr? Wenn man diese aus der Wertschöpfungskette „streicht“, können vielleicht alle (Spotify und Künstler) ausreichend Geld verdienen.

  2. Am Streaming verdienen leider nur die Streaming-Anbieter gut, die Künstler leider nicht wirklich.
    Klar, für den Konsumenten ist es super, für rund 10 Euro bekommt man unbegrenzten Zugriff auf fast alles, was in den letzten 60+ Jahren produziert wurde.
    Früher habe ich im Schnitt jeden Monat 3 bis 5 CDs gekauft und konnte auch nur die hören. Streaming-Abos kosten nur einen Bruchteil davon; viel zu billig. Ich habe auch das Gefühl, dass bei einigen Konsumenten die Wertschätzung für Musik als Kunstform verloren geht, wenn sie überall und 24/7 sehr billig oder sogar gratis verfügbar ist.

  3. Ich denke, man kann nicht alles so einfach vergleichen. Ich höre seit ca. zwei Jahren verstärkt klassische Musik, in der Vergangenheit von meinen CD’s. Da ich mich für einiges da interessiere habe ich die Möglichkeit bei Spotify mir alles im Free-Account anzuhören um dann zu entscheiden ob es meinem Geschmack entspricht oder nicht. Und wenn es mir gefällt, kaufe ich die CD. Das habe ich in letzter Zeit gemacht. Damit unterstütze ich auch den Künstler. Bei Apple habe ich nicht die Möglichkeit die entsprechende Musik komplett zu hören. Und ich habe festgestellt, dass die Musik, die ich als MP3 im iTunes-Store kaufen kann, teurer ist als wenn ich die CD kaufe. Und das Umwandeln in MP3 ist ja einfach.

  4. Na ja wenn man Musik als Kunstform bezeichnet, dann ist es ja nicht so tragisch, wenn nicht jeder Künstler gleich Millionär wird. Ich habe den Eindruck, dass es bei vielen Künstlern nicht mehr auf die Musik an sich ankommt, sondern nur noch der schnelle Taler verdient werden soll. Zumindest haben sogenannte Künstler ja die Möglichkeit groß irgendwann rauszukommen und dann stimmt das Verhältnis des Verdienstes auch nicht mehr. Oder wer möchte behaupten die Musik von Britney Spears rechtfertigt ihre Millionen von Einnahmen. So – und wer nicht von der eigenen Musik leben kann, muss halt einen anständigen Beruf ergreifen 😉 Jeder hat die Wahl.

  5. Ich kann zu diesem Thema noch die neue Netflix Kurzserie „The Playlist“ empfehlen! Meinem Eindruck nach ist das Hauptproblem, dass die Labels und Plattenfirmen zu viel abbekommen.

    Die Behauptung hier, dass die Streaminganbieter sich dumm und dämlich daran verdienen ist leider total an der Realität vorbei. Man schaue sich mal die Spotify Zahlen an, die sind überwiegend rot und bis heute ist fraglich, ob dieses Geschäft jemals vernünftig Geld abwerfen wird.

    Spotify ist in der misslichen Lage, 70% der Gewinne an die Plattenfirmen zu geben zu müssen. Vorher geht vom Umsatz aber noch die „Apple-Steuer“ runter. Reich wird man damit „leider“ nicht, sonst würden sie den Künstlern hoffentlich auch mehr abgeben.

    Das sind Aspekte, die u.a. in der Serie beleuchtet werden. Natürlich ist die Vergütung der Künstler sehr sehr wichtig. Das Problem löst man langfristig aber nicht, indem der Markt sich zu Apple verlagert. Ich denke ein unabhängiger Anbieter auf diesem Markt tut der Gesellschaft und hoffentlich auch irgendwann den Künstlern gut. Vielleicht sollte man das alles bei der Wahl auch im Hinterkopf behalten 😉

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