Oakley Airwave: Die Skibrille mit Display für Technik-Nerds auf der Piste

Auch wenn das Thema Skifahren und Sicherheit aktuell wieder in aller Munde ist, wollen wir nicht auf unseren bereits seit längerer Zeit geplanten Testbericht der Oakley Airwave verzichten.

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Eine Skibrille bei appgefahren? Was auf den ersten Moment komisch klingt, ist tatsächlich ein Technik-Gadget vom Allerfeinsten. Die Oakley Airwave bietet nämlich nicht nur klare Sicht, sondern auch ein kleines Display in der unteren rechten Ecke, auf der man neben vielen interessanten Daten auch SMS und Anrufe ablesen oder seine Musik steuern kann – alles natürlich in Verbindung mit einem iPhone oder geeigneten Android-Gerät.


Mittlerweile gibt es die Oakley Airwave in der zweiten Generation. In der Version 1.5 wurde unter anderem das Gewicht verringert sowie der integrierte und über USB aufladbare Akku verbessert. Mit eingebautem GPS, WiFi und Bluetooth sind die Möglichkeiten der Brille wirklich grandios – und wohl so umfangreich, dass man gar nicht alles erwähnen kann. Daher will ich, wie schon bei der GoPro-Kamera, einfach meine Erfahrungen mit der Brille schildern.

Der erste Test erfolgte nicht auf der Skipiste, sondern direkt nach dem Auspacken im Büro. Die Oakley Airwave ist schnell auf dem Kopf, letztlich handelt es sich ja um eine ganz normale Skibrille. Das Display, das man mit dem rechten Auge in der unteren Ecke ablesen kann, ist erstaunlicherweise gar nicht mehr so klein, wie es zunächst aussieht. Sonderlich viele Daten kann man auf dem Bürostuhl natürlich noch nicht ablesen.

Einfache Steuerung per Fernbedienung

Auf der Skipiste angekommen stellt sich natürlich die Frage, wie man durch das Menü der Oakley Airwave steuert. Ziemlich gut funktioniert das mit der mitgelieferten Fernbedienung, die man einfach am Arm über der Skijacke anbringt. Durch die großen Tasten ist eine Bedienung selbst mit dicken Skihandschuhen absolut kein Problem. Alternativ kann man auch das iPhone verwenden, um durch das Menü zu steuern – diese Möglichkeit habe ich aber gar nicht benutzt. Die Oakley Airwave kann man sogar ganz ohne iPhone verwenden, wobei man dann natürlich keine Anrufe und SMS direkt im kleinen Display ablesen kann.

Ist man auf der Piste nach unten unterwegs, kann man auf dem kleinen Display einige Live-Informationen ablesen. Allen voran natürlich die Geschwindigkeit, aber auch die Höhenmeter und eine Sprunganalyse, wobei letzteres für normale Skifahrer wohl eher nebensächlich ist. Aus meiner Sicht ist es für geübte Skifahrer kein Problem, die Daten bei moderatem Tempo während der Fahrt abzulesen – man kann sich das ganze ziemlich genau so vorstellen wie bei einem Tacho im Auto.

Oakley Airwave Display

Sachen wie Anrufe, SMS oder die ausführliche Analyse der letzten Abfahrt schaut man sich dann aber lieber im Lift an. Es besteht sogar die Möglichkeit, vorgefertigte SMS-Bausteine zu versenden, ohne sein iPhone aus der Tasche holen zu müssen – sehr praktisch. In der Statistik kann man unter anderem die Höchstgeschwindigkeit, die Distanz oder die größte Höhe ablesen. Sogar eine Kartendarstellung des Skigebiets ist möglich, das fand ich dann aber doch etwas zu klein und zu pixelig. Hier ist man auf dem iPhone oder mit einer großen Info-Tafel an den Liftstationen deutlich besser bedient. Klasse: In Verbindung mit dem Online-Dienst Recon lässt sich die Tagesstatistik später auf dem Computer übersichtlich auswerten.

Die Akku-Ladung soll bei der Oakley Airwave 1.5 für einen Skitag reichen. Das habe ich in meinem Test auch geschafft, wobei ich das kleine Display bei längeren Fahrten im Lift mit zwei Tastendrücken auf der Fernbedienung am Arm deaktiviert habe, um etwas Saft zu sparen. Schaltet man die Brille dann während der Mittagspause aus, kommt man ganz locker über den ganzen Tag.

Die Oakley Airwave passt nicht jedem

Aber auch bei der eigentlichen Skibrillen-Technik hat Oakley nicht gespart und die Airwave mit einem austauschbaren Brillenglas, einer Doppelscheibe, einer guten Belüftung und 100-prozentigem UV-Schutz ausgestattet. Bei guten Wetterverhältnissen hat die Brille aus meiner Sicht eine gute Figur gemacht, bei Schneefall oder einsetzender Dunkelheit war mir das verspiegelte Glas aber etwas zu dunkel. Zwar kann man ein anderes Brillenglas einsetzen, das klappt aber nicht ganz so unkompliziert und schnell, wie es zum Beispiel bei Alpina mit der Magnet-Technik der Fall ist.

Letztlich kommt es bei einer Skibrille aus meiner Sicht aber nicht vorrangig auf die Technik, sondern auf den Tragekomfort an. Das Problem: Jeder Kopf, jeder Skifahrer und jeder Helm ist anders. Mir persönlich (!) war die Oakley Airwave in Verbindung mit meinem Skihelm aber etwas zu groß, so dass sie auf die Nase gedrückt und die Atmung erschwert hat. Aus diesem Grund bin ich auch nur zwei Tage mit der Brille gefahren, wobei dieses Problem auch mit einigen anderen „normalen“ Skibrillen auftreten kann- schade, aber dafür kann der Hersteller nichts. Hier hilft es nur, die Brille selbst zusammen mit seinem Helm anzuprobieren.

Was ich noch gar nicht verraten habe ist der Preis der Oakley Airwave. Schlappe 649 Euro (Apple Online Store) sind gefragt. Ein verrückter Preis für ein noch verrückteres Gagdet. Wer die Oakley Airwave braucht? Im Prinzip niemand. Aber es braucht auch niemand ein iPhone, einen Porsche oder einen 60-Zoll-Fernseher. Wer das nötige Kleingeld und einen passenden Kopf hat, kann mit der Oakley Airwave aber jede Menge Spaß haben.  Wie genau das aussieht, kann man im folgenden Promo-Video sehen. Für den normalen Nutzer sollten aber auch Apps wie Navionics Ski ausreichen, um Statistiken zu erfassen.

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Kommentare 3 Antworten

  1. nettes Spielzeug, aber seien wir ehrlich, bis auf evtl. Extremsportler braucht soetwas niemand…. troztdem sehr nett 😉

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