Als uns vor kurzem eine Mail des deutschen Entwicklers Edhem Sivac aus München erreichte, in der er seine Mac-App Ratschn vorstellte, machte sich gleich ein Déjà-vu breit. Eine macOS-Anwendung, die Sprache in Text umwandelt und es so ermöglicht, auf einfache Art und Weise mit Hilfe einer lokalen KI Texte zu verfassen, hatten wir vor nicht allzu langer Zeit mit Unspoken, ebenfalls aus deutscher Entwicklerhand, bereits vorgestellt.
Und tatsächlich ähneln sich Ratschn und Unspoken ein wenig, was das Layout der App sowie die offiziellen Websites angeht. Ratschn kann auf der Website des Entwicklers kostenlos auf alle Macs mit Silicon-Chip ab macOS 12 oder neuer heruntergeladen werden, eine Windows-Version soll in Kürze folgen.
Nach einer einwöchigen Testphase kann man sich entscheiden, ob man Ratschn für 3 Euro/Monat, 19 Euro/Jahr oder auch über eine aktuelle Lifetime-Aktion für einmalig 25 Euro dauerhaft freischaltet. In allen Tarifen gibt es alle Updates inklusive, unbegrenzte Transkriptionen, 99+ unterstützte Sprachen, einen Offline-Modus und ein Statistik-Dashboard. Im jährlichen Abo oder beim Einmalkauf bekommt man zudem noch einen priorisierten Support geboten.
Ratschn verspricht, das Tippen durch Diktieren zu ersetzen, und das vollständig offline. Die Anwendung nutzt lokale KI-Modelle, um gesprochene Sprache in Echtzeit in Text umzuwandeln, ohne dass Daten an externe Server gesendet werden. Dies garantiert absolute Privatsphäre und Kontrolle über die eigenen Daten. Die App funktioniert ohne Internetverbindung und ist damit unabhängig von externen Servern oder API-Anbindungen.
Im Gegensatz zu cloudbasierten Lösungen verarbeitet Ratschn alle Daten lokal auf dem Gerät. Das bedeutet: Keine Übertragung von Sprachdaten an externe Server, keine Speicherung oder Analyse durch Dritte und keine Abhängigkeit von einer Internetverbindung. Die App ist standardmäßig DSGVO-konform und verzichtet vollständig auf Tracking, Analytics oder Nutzerprofile. Selbst eine Registrierung oder Anmeldung ist nicht erforderlich, so dass man gleich nach der Installation loslegen kann.
So einfach startet man die Sprache-zu-Text-Funktion

Die Nutzung von Ratschn ist simpel: Nach der Installation hält man einfach die Fn-Taste auf dem Mac gedrückt, um Push-to-Talk zu verwenden und Gesprochenes aufzuzeichnen. Alternativ kann die Taste doppelt angetippt werden, um den Hands-free-Modus zu nutzen. „Sprich natürlich – Ratschn versteht dich“, heißt es vom Entwickler dazu. Ratschn erkennt dabei über 99 Sprachen und kommt mit einer integrierten Rauschunterdrückung und automatischen Spracherkennung daher. Die lokal auf dem Mac laufende OpenAI Whisper-KI analysiert das Gesprochene mit weniger als 500 ms Reaktionszeit und transkribiert die Sprache in Text. Letzterer wird dann automatisch in die jeweils aktive App, beispielsweise Word, Slack, Notion, Mail oder im Browser eingefügt. Laut Angaben des Entwicklers funktioniert Ratschn in jeder App.
Die App basiert auf dem Open-Source-Modell OpenAI Whisper, das direkt auf dem Mac ausgeführt wird. Diese Technologie ermöglicht eine präzise Spracherkennung, die vollständig offline funktioniert. Durch die lokale Verarbeitung entfallen nicht nur API-Kosten, sondern auch mögliche Latenzzeiten oder Ausfälle, die bei cloudbasierten Diensten auftreten können.
An wen richtet sich Ratschn eigentlich? Eine Sprache-zu-Text-Anwendung kann vor allem für Berufstätige, die häufig lange Texte verfassen, eine effiziente Alternative zum klassischen Tippen darstellen. Die Betonung auf lokale Verarbeitung und Datenschutz macht sie zudem für Unternehmen oder Institutionen mit strengen Compliance-Anforderungen interessant. Im Vergleich zu ähnlichen Lösungen dieser Art bietet Ratschn zudem das aktuell günstigste Angebot: Bei Unspoken zahlt man 8 Euro/Monat, 29 Euro/Jahr oder 190 Euro als Einmalkauf, bei Wispr Flow sind es sogar 15 Euro/Monat oder 144 Euro/Jahr.

Interessant: auf der Webseite steht als Highlight: “Nativ für M1, M2, M3 und Intel Macs optimiert. Maximale Performance auf jedem Mac.“
Sprich auch für Intel, aber beim Download steht: „Erfordert Apple Silicon (M1 Chip oder neuer)“.
Vielen Dank für den sehr aufmerksamen Hinweis. Wir hatten die Unterstützung von Intel Macs ursprünglich vorgesehen, uns dann aber aus Performancegründen bewusst dafür entschieden, Ratschn ausschließlich für Apple Silicon anzubieten. Die aktuelle Version benötigt daher einen M1 Chip oder neuer. Das genannte Highlight war noch ein übrig gebliebener Text, den wir bei der Umstellung übersehen hatten. Wir haben die Angabe inzwischen korrigiert. Danke, dass du uns darauf aufmerksam gemacht hast! Gerne geben wir dir dafür eine kostenlose Lizenz. Falls du Interesse hast, schreib uns einfach an die Support Mail.
Danke 🙂 E-Mail ist raus
Erinnert mich doch alles sehr stark an https://blitztext.de/
Das kostet Nix und man kann es anpassen und erweitern wie man möchte, sogar ausdrücklich erwünscht. Funktioniert übrigens bestens und ist seit Wochen im täglichen Einsatz.
Danke für den Hinweis. BlitzText ist sicherlich eine interessante Alternative, besonders für Nutzer, die eine kostenlose Open-Source-Lösung selbst anpassen und erweitern möchten. Ratschn richtet sich vor allem an Menschen, die eine fertig installierbare und einfach zu bedienende App mit verschiedenen lokalen KI-Modellen, regelmäßigen Updates und Support suchen. Ich denke, beide Ansätze haben ihre Berechtigung, am Ende ist es schön, wenn Nutzer die Lösung wählen können, die am besten zu ihnen passt.
ich hatte schon per Email nachgefragt. Ist der Import eines umfangreicheren Wörterbuches als CSV oder JSON geplant?
Hallo Markus, danke für die Anfrage,
per Mail hast du gerade auch eine ausführliche Antwort von mir.
Kurz auch hier: Ein Import als CSV oder JSON gibt es aktuell noch nicht, ich setze ihn aber für eines der nächsten Updates auf die Liste.
Bis dahin sind für größere Wörterbücher die Ersetzungsregeln der zuverlässige Weg, die wirken bei jedem Modell.