Threema vor WhatsApp: Jetzt mit iOS 7-Design und Gruppenchats

Der verschlüsselte Messenger Threema liegt ab sofort in Version 1.7.1 bereit und bringt tolle Neuerungen mit sich.

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Erst gestern hatten wir berichtet, dass das Update des beliebten WhatsApp Messenger noch in diesem Monat erscheinen soll. Jetzt hat die Konkurrenz vorgelegt: Der verschlüsselte Messenger Threema (App Store-Link) ist ab sofort an iOS 7 angepasst, bietet ein neues Design und hat Gruppenchats mit bis zu 20 Teilnehmer erhalten.


In den Kommentaren zum WhatsApp-Bericht hatten einige den fehlenden Gruppenchat bei Threema angesprochen, nun hat er mit dem Update Einzug erhalten. Des Weiteren bietet Version 1.7.1 die Möglichkeit einzelne IDs von der Synchronisation auszuschließen, auch das Teilen von Chatnachrichten wurde verbessert. Das neue Layout des 1,79 Euro teuren Messenger für das iPhone ist gelungen und noch vor dem WhatsApp-Update erschienen.

Gerne gehen wir noch einmal auf die Funktionen ein, die Threema zu bieten hat. Im Gegensatz zu WhatsApp nutzt Threema nicht die Telefonummern, sondern setzt auf eine eigene ID, die über eine zufällige Schlüsselnummer erstellt wird. Diese ID gilt als persönliche Visitenkarte, die man anderen Kontakten mitteilen muss, um mit ihnen kommunizieren zu können.

Bei den eigentlichen Chat-Funktionen unterscheidet sich Threema kaum von anderen Messengern. Es lassen sich Bilder und Videos versenden, auch das Mitteilen des eigenen Standorts ist möglich. Kleine Symbole zeigen an, ob die Nachrichten verschickt und gelesen wurden, außerdem lässt sich in den Einstellungen ein eigenes Hintergrundbild festlegen oder die Schriftgröße verändern.

Auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung muss erwähnt werden, die für einen sicheren Versand der Nachrichten sorgt. Des Weiteren hat die Firma ihren Sitzt in der Schweiz, so dass die Server in der EU stehen und somit anderer Datenschutzbestimmungen gelten als in den USA. Mit dem aktuellen Update zeigen die Threema-Entwickler wie man seine Nutzer zufrieden stellt. Gerne könnt ihr euch noch einmal in unseren App-Test klicken, auch ein Interview mit den Entwicklern haben wir geführt.

Insgesamt lässt sich also festhalten: Das Update ist gelungen und kommt zur richtigen Zeit, allerdings wird Threema weiter nur eine kleine Nutzergruppe ansprechen, da die Vielzahl auf WhatsApp setzt, der den Markt ganz klar beherrscht. Eventuell können euch die neuen Funktionen ja zum Umstieg anregen – dann muss man aber auch die Freunde überreden. Threema gibt es seit gerauemer Zeit auch für Android, so dass eine plattformübergreifende Kommunikation möglich ist.

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Kommentare 21 Antworten

    1. Hinweis, für alle, die denken, dass Threema absolut sicher ist:
      Es nutzt (wie erwartet) das sichere System mit Schlüsselpaaren (privater und öffentlicher Schlüssel). Der private Schlüssel wird jedoch in die Keychain von iOS gespeichert. D.h., dass Systeme mit Jailbreak besonders unsicher sind, da dann jede App das Recht hat fremde Keychains auszulesen (wenn man keine Schutzmaßnahmen vorgenommen hat, aber auch dort ist die Frage, ob die Maßnahme wie erwartet funktioniert). Apple könnte wegen der NSA besonders leicht die Nachrichten entschlüsseln (was aber auf Umwegen auch ohne Entschlüsselungsmöglichkeit wie durch Screenshots möglich wäre).

      Lange Rede, kurzer Sinn:
      Seit nicht so naiv zu glauben, dass irgendeine Messagingapp absolut sicher sein kann. Das ist traurig, aber leider wahr …

  1. Schön und gut, aber an der Nutzerzahl hat sich trotz verschärfter Diskussion um die NSA-Affäre immer noch nicht viel getan. Das heißt doch offenbar, dass, obwohl seit Wochen die Frage der Abhörsicherheit in aller Munde ist, die Leute darauf keinen Wert legen, zumindest wenn es um die Chatkonversationen geht. Wahrscheinlich auch deshalb, weil viele eben denken, was man da schreibt kann jeder lesen, denn es ist kein Geheimnis (oder ohnehin nur überflüssiges Zeug).
    Ich verstehe da die Macher von Threema nicht ganz. Die müssten doch endlich merken, dass ihr Konzept zwar gelungen ist, aber dennoch von denmeisten nicht angenommen wird. Es wird ja auch nicht viel getan, um mehr Leute zu gewinnen. Wie wär’s mal wieder mit einer Gratisaktion oder einem reduzierten Preis? Irgendwann sollte das doch mal in die Gänge kommen…

    1. Schon mal dran gedacht, dass sich die Server- und Entwicklungskosten nicht von alleine bezahlen? Threema hat gar nicht die Ambitionen WhatsApp abzulösen.

      1. Natürlich kostet eine Appentwicklung etwas, ich bin ja nicht blöd. Dennoch schaffen es auch andere Entwickler zwischendurch eine Gratis- oder Sonderangebotsaktion zu starten. Was soll diese blöde Frage?
        Und was ist deiner Meinung nach das Ziel von Threema?

        1. Du bist nicht blöd, weil du weißt, dass die Appentwicklung Geld und Arbeit gekostet hat? Aha. Aber du denkst, nur Fixkosten seien relevant. Dir ist wohl nicht klar, dass durch ständige Benutzung permanente nie aufhörende Kosten entstehen (Bsp. Kommunikation von zwei Personen/iPhones: Sender schreibt und verschlüsselt die Nachricht. Das ist „gratis“. Die verschlüsselte Nachricht wird an ein Schweizer Server geschickt und muss dort gelagert werden, bis der Server die Nachricht an den Empfänger übermitteln kann. Das sind zusätzliche Kosten. Danach natürlich keine Kosten mehr (Updates der App rechnen wir hier zur Einfachheit nicht hinzu). Also die Nachrichtübermittlung kostet etwas. Klar, das sind bestimmt nur 0,1 Cent, was die Übermittlung kostet. Bei 1.600 Nachrichten sind wir aber schon bei 1,6€, was ungefähr die App kostet. Das ist auch der Grund, weshalb WhatsApp nun von neuen Mitgliedern nun 2€ pro Jahr verlangt. Threema wird dies irgendwann ich tun müssen, falls eine gewisse Nutzerbasis entsteht.).
          => Es ist eine Milchmädchenrechnung, wenn man nur die Appentwicklung als Fixkosten berechnet, aber permanente Kosten durch Nachrichtenübermittlung überhaupt nicht einbezieht.

    1. … und gerade weil die Schweiz nicht in der EU ist, ist es vielleicht sogar noch besser, was den Datenschutz angeht 😉 Dort herrscht auch noch die Informationspflicht, d.h. wenn Behörden auf deine Daten zugreifen müssen sie dem Dateneigentümer Bescheid geben.

  2. Oh je. Wenn man sich diese umgestalteten Apps für iOS 7 so alle anschaut, dann stellt man schnell fest, dass sie alle fast gleich aussehen.
    Schade.

    1. Doch. Internet wird durch eine dünne Farbige leiste oben angezeigt (verbindungsaufbau rot-> gelb-> Grün). Uhrzeit steht neben jeder Nachricht

  3. Hab’s mir auch geladen und sogar schon ein paar Freunde dazu bewegen können, es sich auch zu laden.
    Finde das Design wirklich passend und für mich ist es eine echte WhatsApp-Alternative.
    Der WhatsApp-Kundenservice ist unter aller Sau und auf iOS 7 hab ich massive Probleme.
    Nachrichten werden nicht geladen, häufig doppelt angezeigt, Verbindungsabbrüche und und und.

  4. Der Mensch ist ein Faultier – und daher wird es bei WhatsApp bleiben. Es funktioniert, kostet auf den ersten Blick nichts und alle haben es. Damit waeren fast alle fuer den Otto Normalverbraucher wichtigen Punkte abgedeckt. Das wir den Komfort mit unseren Daten bezahlen interessiert kaum jemanden, auch nicht nach der NSA Affaere. Aus dem gleichen Grund (Faulheit) gelingt es mir seit Jahren als ITler nicht mit meinen Kunden verschluesselte oder zumindest signierte Mails auszutauschen. Im Regelfall heisst es dann immer: „ich habe von Ihnen so eine komische Mail erhalten, mit einem Schloss… Kann ich diese oeffnen?“
    Nun denn, ich mache es ja mit. Nutze WhatsApp und sende Standardmails..Weil
    es jeder so macht und so bequem ist…

  5. Traue keiner Software, deren Sourcecode nicht offenliegt und die du nicht selbst geprüft und kompiliert hast (und selbst das selber bauen bietet noch genug Lücken)
    Klar stehen die Server in der Schweiz, aber wer garantiert, dass die Software genau das und nur das beschriebene macht? Vielleicht senden die auch von allem einen Abzug zur NSA? Vielleicht verschlüsseln die auch alle Nachrichten zusätzlich mit ihrem eigenen Public Key? Man weiß es nicht sicher.
    Traurig aber wahr: die ultimative Sicherheit wird man auf einem iDevice nie erreichen…

    1. Im Grunde genommen hast du vollkommen recht. Aber selbst dann wärst du noch nicht mal auf der sicheren Seite: Wer garantiert, dass dein Smartphone keine Backdoor hat? Letztlich kann ich den Entwickler verstehen, dass er Server und Entwicklung bezahlt haben möchte und nicht OpenSource zur Verfügung stellt.

      Was man aber machen kann, ist folgendes: https://threema.ch/validation/
      Hierbei muss man dem Hersteller nur soweit vertrauen, dass auch wirklich alles was gesendet und empfangen wird, im Log abgespeichert wird.

  6. Ich find‘ das Update von Threema auch toll, find’s aber auch schade, dass es eigentlich in einer „Nische“ bleiben wird bzw. man sich dessen ziemlich sicher sein kann.
    Erfahrungsgemäß gehen diejenigen, die hier bei „Datenskandalen“ am lautesten schreien dort am achtlosesten mit ihren eigenen Daten um. Dabei hat man mittlerweile immer mehr Möglichkeiten, sicherer – wenn auch nicht vollkommen anonym – zu kommunizieren (dafür ist das Web eben nicht gemacht). Whatsapp wird wohl Erster bleiben und Threema eben die User ansprechen, die Wert auf Sicherheit – oder die Illusion davon – legen.

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