Tim Cook im ausführlichen Interview mit der Washington Post: „Ich habe den besten Job der Welt“

Tim Cook hat sich mit der Washington Post über seine letzten fünf Jahre als Chef des Apple-Konzerns unterhalten.

Tim Cook Keynote

Nachdem Cook am 24. August 2011 den Job als Apple-CEO von seinem Vorgänger Steve Jobs übernommen hat, steht er zunehmend im Rampenlicht, eine „schockierende“ Erkenntnis, wie Tim Cook im Interview gesteht. Darüber hinaus äußerte sich der CEO auch über den Umgang mit allgegenwärtiger Kritik und welchen Menschen er sich in wichtigen Momenten zuwendet.


In den letzten fünf Jahren unter Cooks Regie hat sich bei Apple eine Menge verändert – auch wenn der CEO seinen Mitarbeitern an seinem ersten Tag eine Nachricht übermittelte, „Ich möchte, dass ihr sicher seid, dass Apple sich nicht verändern wird“. Neben einem essentiellen Wachstum – die Umsätze sind seit 2010 um das Vierfache gestiegen – und einem größeren Pool an Mitarbeitern ist es vor allem das iPhone-Lineup, das erweitert wurde, sowie die Entwicklung der Apple Watch, die dem Unternehmen einen Aufstieg beschert hat. „Wir verfolgen diesen Weg weiter, um zu sehen, wohin er uns führt“, so Cook. „Wir haben viel Arbeit in Kerntechnologien gesteckt.“

Unter Tim Cook wurde vor allem auch die Transparenz weiterentwickelt, wie der CEO im Interview betonte. „Wir nehmen unsere soziale Verantwortung noch ernster“, sagt der Apple-Chef. „Wir sprechen über die Dinge und sind transparenter geworden in Bezug auf das, was wir tun – allerdings nicht, was unsere Produkte betrifft. Hier versuchen wir, weiterhin so verschwiegen zu sein wie nur möglich – was zunehmend schwieriger wird.“

Tim Cook sieht sich außerdem nicht als klassischen CEO, der sich vornehmlich um Umsätze, Gewinne und Bilanzen kümmert: Die Menschen dahinter liegen ihm am Herzen. „Es gibt eine unglaubliche Verantwortung für die Mitarbeiter des Unternehmens, […], Menschen, die unsere Produkte herstellen, Entwickler, das gesamte Ökosystem unseres Konzerns. Ich habe vielleicht eine unkonventionelle Sichtweise in diesem Bereich, für die ich auch kritisiert werde. Aber ich wollte nie der stereotype CEO sein, und ich denke, dass es auch für Apple auf lange Sicht nicht gut wäre.“

Fokus auf iPhones ist „Privileg, kein Problem“

Auch hinsichtlich des unternehmenseigenen Fokus auf das iPhone äußerte sich Tim Cook. Mittlerweile wurden eine Milliarde iPhones verkauft – sorgten sie im Jahr 2011 noch für 44 Prozent der Umsätze, sind es nahezu zwei Drittel. Wie kann sich ein Unternehmen weiterentwickeln, wenn es sich von einem einzigen Produkt abhängig macht, stellt sich daher auch die Washington Post die Frage. „Das ist ein Privileg, kein Problem“, erklärt Tim Cook. „Welches andere Unterhaltungselektronik-Produkt ist bekannt, bei dem das Verhältnis zum Menschen langfristig bei 1:1 liegen wird? […] Die weltweiten PC-Verkäufe sind rückläufig, und ich bin überzeugt, dass jeder Mensch auf dieser Welt ein Smartphone haben wird. Das kann eine Weile dauern, und es werden nicht alle iPhones sein. Aber es ist der größte Markt der Erde.“

Für seinen Vorgänger Steve Jobs und seinen derzeitigen Job bei Apple hat Tim Cook lobende, beinahe zärtliche Worte. „Sein Todestag war der schlimmste Tag meines Lebens“, berichtet Cook. „Ich habe mir selbst eingeredet, und das mag nun bizarr klingen, aber ich redete mir ein, dass er es schaffen würde, weil er es immer geschafft hat. […] Für mich ist Steve nicht zu ersetzen. Von niemandem.“

Trotzdem ist der Apple-Chef mit seinen Aufgaben zufrieden. „Ich habe den besten Job der Welt“, lobt Cook. „Ich denke über meinen Tag, die Woche, Monate und Jahre nach und sortiere sie in drei Bereiche ein: Menschen, Strategien und Ausführung. Zwischen diesen Komponenten teile ich meine Zeit auf. Die wichtigste dabei sind die Menschen. Schafft man es in diesem Bereich nicht, ist es egal, wie viel Energie man in die anderen beiden investiert – es ist nicht genug.“

Das gesamte, sehr ausführliche Interview, in dem noch viele weitere Themen zur Sprache kommen, kann auf der Website der Washington Post in englischer Sprache nachgelesen werden.

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Kommentare 9 Antworten

  1. Tim ist einer der Pfeiler und Ecksteine in der Entwicklung Apples zu der Marke die sie heute ist.

    Sicherlich hat Steve alles überstrahlt, vor allem seine Fähigkeit Teams zusammenzustellen und Mitarbeiter auszuwählen, wie Tim, Jony, Phil etc…

    Mit Tim ist die Zukunft Apples „gesichert“.

  2. Es war ein schweres Erbe, aber ich denke, Tim Cook hat sich gut geschlagen.
    Man darf auch nicht immer den ultimativen Rundumschlag an technischen Neuerungen im September erwarten. Lieber langfristig gute Geräte noch ein kleines bisschen besser machen sollte Anreiz genug sein.

  3. Er steht angeblich schon vor 4h AM auf und beantwortet Emails, bevor er dann gegen 6h zur Arbeit fährt. Sowas macht man wirklich nur wenn man seinen Job liebt 🙂

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