Erfahrungsbericht: Drei Ski-Handschuhe mit Touchscreen-Funktion

Noch ist der Winter nicht vorbei. Falls der Skiurlaub bei euch noch ansteht, haben wir die passenden Ski-Handschuhe für euch.

Extreme ski race

Gerade bei richtig kalten Temperaturen hoch auf den Bergen hat man nicht unbedingt Lust, seine dicken und warmen Ski-Handschuhe auszuziehen, nur um einen Anruf anzunehmen oder eine SMS zu beantworten. Nur die wenigsten Handschuhe für Skifahrer sich mit einer Touchscreen-Funktion ausgestattet, um das iPhone bedienen zu können. Wir haben drei Modelle in verschiedenen Preisklassen für euch ausfindig gemacht und genauer unter die Lupe genommen.

Klar sein sollte: Lange SMS oder E-Mails kann man mit den dicken Handschuhen nicht schreiben. Um einen Anruf anzunehmen, kurz eine SMS zu beantworten oder zum Beispiel eine Ski-Tracking-App zu aktivieren, eignen sich die unten vorgestellten Handschuhe perfekt. Leichtere Handschuhe für den täglichen Einsatz abseits der Skipiste haben wir euch bereits in diesem Artikel vorgestellt. (Foto: Depositphotos/Petrichuk)

Roeckl Sennan – für Einsteiger

Roeckl Sennan

Das günstigste Modell in unserem Test stammt von der Firma Roeckl, die uns ja bereits bei den leichten Handschuhen überzeugt hat. Der Roeckl Sennan besteht aus einem wasserdichten und winddichten Softshell-Material und ist auf der Innenseite mit Ziegenleder überzogen. Besonders auffällig ist der verstellbare Riegel am Handgelenk mit einer sehr dicken Schnalle, die sich einfach zuziehen lässt und einen engen Sitz garantiert. Etwas gestört hat mich der lange Bund, der das Eindringen von Schnee und Kälte verhindern soll. Einerseits zwar praktisch, andererseits nicht weit genug, um den Handschuh über die Skijacke zu ziehen, und zu voluminös, um den großen Bund unter die Skijacke zu stopfen. Mit einer anderen Jacke kann das natürlich schon wieder ganz anders aussehen, daher will ich diesen persönlichen Kritikpunkt nicht pauschalisieren.

Die Touchscreen-Funktionalität des Roeckl Sennan wird an Daumen und Zeigefinger beider Hände mit einer eingenähten Leder-Schicht ermöglicht. Am Zeigefinger reicht diese Schicht bis oben zum Fingernagel, was die Bedienung des iPhones mit der „dicken“ Ski-Handschuhe-Fingerspitze ermöglicht. Eine solide Lösung, bei der es nichts zu meckern gibt.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt, der wohl aber auch mit dem Material und dem vergleichsweise günstigen Preis zu tun hat: Am Ende des Skitages war der Roeckl Sennan innen spürbar feucht und wollte über Nacht gut getrocknet werden, damit er am nächsten Tag wieder einsatzbereit war.

Preis: 59,95 Euro (UVP)
Erhältlich bei: Amazon, BigTreeSportida

Dakine Cobra – der Außenseiter

Dakine Cobra

Dakine ist nicht unbedingt als traditionelle Marke bekannt, bietet seit einiger Zeit aber auch Produkte für Snowboarder und Skifahrer an. Angesehen habe ich mir den Dakine Cobra, der in drei verschiedenen Farben verfügbar ist und in der orangenen Ausgabe wirklich schnittig aussieht, aber das ist Geschmacksache. Leider habe ich den Handschuh in der Größe L erhalten, was für mich persönlich zu groß und für meine Begleitung etwas zu klein war. So war der Dakine Cobra nur an einem Tag im Einsatz, als ich mit einem dick geschwollenen Daumen gerade noch so hinein gepasst habe und eigentlich nicht mehr auf der Piste hätte sein dürfen.

Der Handschuh besteht aus hochwertigem Goretex-Material, die das Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit verhindert. Zusätzlich sind an den Fingern und der Handfläche Ledereinsätze vernäht. Sehr praktisch ist der Textileinsatz am Daumen: Sollte die Skibrille mal beschlagen oder voller Tropfen sein, kann man sie damit einfach abwischen.

Das iPhone kann man mit dem Dakine Cobra mit Daumen und Zeigefinger an beiden Händen bedienen. Ähnlich wie beim Roeckl Sennan sind Touchscreen-kompatible Flächen vernäht, die am Zeigefinger etwas weiter nach oben geschnitten sind. Zum aktuellen Sonderpreis im deutschen Dakine-Shop eine echte Empfehlung.

Preis: 89,95 Euro (UVP)
Erhältlich bei: Amazon, Dakine-Shop

Leki Aspen Touch – für Profis

Leki Aspen Touch

Mein absoluter Favorit, der bei der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers leider deutlich teurer ist. Der Leki Aspen Touch besteht außen komplett aus Ziegenleder und ist mit einer sehr effektiven Isolierung versehen: Nach allen Skitagen war der Handschuh innen komplett trocken. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir der enge Schnitt des Handschuhs und der verhältnismäßig kleine Bund, durch den der Handschuh einfach und perfekt unter meine Skijacke gepasst hat.

Die große Besonderheit des Leki Aspen Touch ist das Trigger-S-System, das direkt im Handschuh verbaut ist. Es handelt sich um eine kleine Schlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger und eine zusätzliche Verstärkung des Handschuhs an dieser Stelle. Die Schlaufe kann man in Sekundenschnelle in eine Vorrichtung an Leki-Skistöcke einhaken. So entfällt das mit dicken Handschuhen oft etwas nervige Einschlaufen in den Skistock. Passende Leki-Skistücke sind ab 50 Euro erhältlich, ohne sie ist der Kauf des Leki Aspen Touch nicht sinnvoll.

Bei der Touchscreen-Kompatibilität hat sich Leki etwas ganz besonderes einfallen lassen: An beiden Daumen und Zeigefingern sind kleine Wülste verbaut, die wie eine Fingerspitze fungieren. Meiner Meinung nach sind damit die genauesten Eingabe auf dem Touchscreen möglich, da man auch kleine Flächen relativ zielgenau erwischt. Meckern kann man eigentlich nur darüber, dass Leki diese unauffällige und doch so effektive Lösung nur in einem einzigen Handschuh-Modell verbaut hat.

Preis: 129,95 Euro (UVP)
Erhältlich bei: Amazon, Leki

Unter diesem drei Handschuhen gibt es zwei klare Gewinner. Der Dakine Cobra ist aufgrund der aktuellen Rabatt-Aktion im deutschen Dakine-Shop bereits für 63 Euro erhältlich und damit der absolute Preis-Leistungs-Sieger. Wer etwas mehr Geld investieren möchte, bekommt den wohl besten Touchscreen-fähigen Ski-Handschuhe Leki Aspen Touch bereits für unter 100 Euro, muss aber noch eine weitere Investition für einen passenden Stock einplanen.

Kommentare 8 Antworten

  1. Komme gerade aus dem Skiurlaub… Der perfekte Touchscreen-Handschuh fürs Skifahren?
    Burton Herren Handschuhe MB Baker 2 In 1 Gloves!

    Bei Amazon für 50,- gekauft. Alle Finger funktionieren,am Touchscreen.
    Mit Handwärmer und Innenhandschuh auch bei -15 Grad absolut trockene und warme Hände.

    Die ganze Snowboard-Erfahrung von Burton bietet perfekte Bedienbarkeit.

    Wenig Geld, sehr viel Leistung!

    Fahre seit 32 Jahren Ski, einen besseren Handschuh hatte ich noch nicht…und es waren ein paar.

  2. Ich habe mir nach eurem letzten Handschuhtest die Outdoor-Handschuh Roeckl Kailash gekauft, und wurde leider sehr enttäuscht. Halten weder warm noch sind sie bequem durch die innenliegenden Nähte. Für 32 EUR leider ein Totalreinfall.

    1. Hm, das wird wundert mich. Bei den anderen Handschuhen waren die Nähte teilweise sehr viel unangenehmer. Bei der Wärme tun sich da alle nicht viel.

  3. So lange Smartphones bei Kälte gleich die Notabschaltung aktivieren, bei 50% Akkuleistung und Temperaturen unter Null Grad geht mein iPhone 5s aus, brauche ich auch keine Handschuhe, die das Teil bedienen können!

  4. Mit 129€ sehr teuer, aber was Wärme und Funktionalität angeht unschlagbar: Heat 3 Smart.

    – Fäustling (generell wärmer, weil die Finger sich gegenseitig wärmen)
    – der vordere Teil sowie die Daumen können zurückgeklappt u fixiert werden, so dass man die Finger benutzen kann, ohne die Handschuhe auszuziehen
    – Innenhandschuh mit Touch-Funktion an Daumen u Zeigefinger

  5. Und die Option, den Handschuh mal eben auszuziehen gibt es nicht? Muss man heute für jeden Mist touch-kompatibel sein?

    Ich habe schon Klopapier mit Einzelpapierspender gesehen (ohne Scherz), damit der User auf dem Klo nicht mit einer Hand an der Klorolle rumkämpfen muss.

    Was jetzt noch fehlt ist eine Halterung für die Stirn, damit sie oder er beim Poppen das Phone beim Partner anbringen kann.

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