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Funkstille im Prosser-Prozess: Apple wartet vergeblich auf Antworten

Ein Verfahren, das ins Stocken gerät

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Jon Prosser

Manchmal ist es nicht die große Wendung, die einen Gerichtsprozess prägt, sondern schlicht das Schweigen einer Partei. Genau damit sieht sich Apple derzeit konfrontiert: Der Konzern teilte einem Bundesgericht mit, seit rund vier Wochen keinerlei Rückmeldung mehr vom Anwaltsteam des bekannten Leakers Jon Prosser erhalten zu haben. Grund für die Mitteilung ist die schleppend verlaufende Beweisaufnahme in der Klage wegen mutmaßlicher Verletzung von Geschäftsgeheimnissen, die Apple gegen den YouTuber angestrengt hat.

Ein gemeinsamer Bericht mit deutlichen Worten

Am Mittwoch reichten beide Streitparteien beim zuständigen Gericht im Norden Kaliforniens einen gemeinsamen Sachstandsbericht ein. Darin machten Apples Juristen unmissverständlich klar, dass sämtliche Kontaktversuche zu Prossers Rechtsvertretung ins Leere gelaufen seien. Zwar habe Prosser dem Unternehmen zuvor bereits diverse Unterlagen sowie Korrespondenz zukommen lassen und sich am 16. Juni 2026 einer eidesstattlichen Befragung gestellt, doch seither herrsche praktisch Funkstille. Die letzte Rückmeldung von seinem Anwalt datiere demnach auf den 6. Juli 2026. Zudem bemängelte Apple, dass die bislang übermittelten Dokumente weiterhin spürbare Lücken aufwiesen, auf die man den gegnerischen Anwalt bereits hingewiesen habe.


Interessant wird es bei der Erklärung, die kurz vor Einreichung des Berichts doch noch bei Apples Rechtsteam eintraf: Prossers Anwalt ließ durchblicken, dass die Verzögerung womöglich mit einem privaten Umstand zusammenhängt – Prosser sei kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden und derzeit stark mit der Betreuung seines Neugeborenen eingespannt. Immerhin signalisierte der Anwalt, man werde zeitnah neue Termine finden, um die noch ausstehenden Beweismittel nachzureichen.

Der Mitangeklagte zeigt sich kooperativ

Ganz anders stellt sich die Lage bei Michael Ramacciotti dar, dem zweiten Beklagten in diesem Verfahren. Laut Apple soll er es gewesen sein, der Zugriff auf jenes vertrauliche Testgerät hatte, um das sich der gesamte Streit dreht. Ramacciotti habe sich während des kompletten Prozessverlaufs kooperativ gezeigt und sich sogar bereit erklärt, seine bisherigen Antworten auf den Fragenkatalog zu ergänzen sowie eine weitere eidesstattliche Aussage abzugeben.

Rückblick: Worum geht es eigentlich?

Ausgangspunkt der ganzen Angelegenheit war eine Klage, die Apple bereits im Juli 2025 gegen Prosser sowie Ramacciotti einreichte. Der Vorwurf: Beide sollen sich unrechtmäßig Zugang zu einem Entwicklungs-iPhone des Apple-Mitarbeiters Ethan Lipnik verschafft und dadurch vertrauliche Informationen zur damals noch unveröffentlichten iOS-26-Software erbeutet haben. Darunter auch Details zum inzwischen bekannten „Liquid Glass“-Designkonzept. Während Ramacciotti von Beginn an kooperationsbereit war, verpasste Prosser zunächst reihenweise Fristen zur Beantwortung der Vorwürfe. Diese Untätigkeit veranlasste das Gericht im Oktober 2025 dazu, ein Versäumnisurteil gegen ihn zu verhängen, das ihm faktisch untersagte, Apples Anschuldigungen inhaltlich zu bestreiten.

Erst im Juni 2026 gelang es Prossers Anwalt, dieses Versäumnisurteil erfolgreich aufheben zu lassen. Nur wenig später, am 2. Juli, reichte Prosser schließlich seine offizielle Klageerwiderung ein. Darin räumte er zwar ein, an einem FaceTime-Gespräch teilgenommen zu haben, in dem ihm Ramacciotti angeblich unveröffentlichte iOS-Funktionen auf dem besagten Testgerät präsentierte. Dass es sich dabei tatsächlich um geschützte Geschäftsgeheimnisse gehandelt habe, stritt er jedoch ab. Ebenso wie die Behauptung, gewusst zu haben, dass das Gerät ursprünglich Lipnik gehörte.

Was Apple nun fordert und wie es weitergeht

Neben finanziellem Schadenersatz strebt Apple vor allem eine dauerhafte gerichtliche Unterlassungsverfügung an, die es Prosser künftig verbieten würde, erneut Geschäftsgeheimnisse des Konzerns preiszugeben. In der Praxis könnte eine solche Anordnung weitreichende Folgen haben, da sie Prosser womöglich generell daran hindern würde, überhaupt noch über unveröffentlichte Apple-Produkte zu berichten. Ein Themenfeld, das einen erheblichen Teil seines YouTube-Contents ausmacht. Der Fahrplan für die kommenden Monate steht bereits: Ramacciottis zweite Zeugenaussage ist für September terminiert, während sämtliche Beteiligte am 7. Oktober den nächsten Sachstandsbericht beim Gericht vorlegen wollen.

Foto: YouTube/ftp.

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Freddy
Seit 2010 als (Mit)-Gründer dabei, habe ich die zahlreichen Gerüchte rund um neue Apple-Produkte immer im Blick. Im Bereich Smart Home teste ich liebend gerne Saug- und Wischroboter, schaue mir HomeKit- und Matter-Gadgets an und fülle unsere Social Media-Kanäle bei Instagram, TikTok und Threads mit Leben.

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