Google Stadia: Gaming-Dienst wird nach drei Jahren eingestellt

Kundenstamm soll entschädigt werden

Noch im Juli dieses Jahres hatte Google auf dem Kurzmitteilungs-Dienst Twitter beteuert, den hauseigenen Gaming-Dienst Google Stadia weiterführen zu wollen. Angekündigt wurde der Streaming-Service erstmals im Frühjahr 2019, in Deutschland startete Google Stadia dann im April 2020.

Seinerzeit hieß es, man könne versichert sein, dass man immer daran arbeite, weitere großartige Spiele auf die Plattform und Stadia Pro zu bringen. Gerade einmal zwei Monate später sieht die Sache offenbar ganz anders aus: Am gestrigen 29. September 2022 hat Google bekanntgegeben, Google Stadia im nächsten Jahr einstellen zu wollen.


Die Mitteilung sorgte unter den Kunden und Kundinnen des Dienstes erwartungsgemäß für Frustration und Enttäuschung. Anders als bei physischen Konsolen wie der Playstation 5 oder der Nintendo Switch laufen die Spiele bei einem Streaming-Dienst wie Google Stadia auf einem Server des Anbieters und erfordern daher eine leistungsfähige Internetverbindung. Google galt mit dem Stadia-Dienst als einer der Vorreiter auf diesem Gebiet. Auch Microsoft und Nvidia bieten mittlerweile cloudbasierte Gaming-Services an.

„Bei Nutzern nicht den Zuspruch gefunden, den wir erwartet hatten“

Stadia konnte schlussendlich die eigenen Fans wohl nicht vollends überzeugen. Das räumte auch Google in einem Blogbeitrag vom Donnerstag ein.

„Und obwohl der Ansatz von Stadia, Spiele für Verbraucher zu streamen, auf einer starken technologischen Grundlage aufgebaut war, hat er bei den Nutzern nicht den Zuspruch gefunden, den wir erwartet hatten, so dass wir die schwierige Entscheidung getroffen haben, unseren Stadia-Streaming-Dienst einzustellen.“

So hat man bei Google die Reißleine gezogen und plant nun, die Stadia-Plattform einzustampfen. Wer den Spiele-Streaming-Dienst nutzt, kann die Spiele noch bis zum 18. Januar des kommenden Jahres verwenden. Ausgaben für Stadia-Hardware, beispielsweise für Gamepads, die über den Google Store erworben wurden, sollen User des Dienstes zurückerstattet bekommen. Auch alle Käufe von Spielen und Zusatzinhalten, die über den Stadia-Store getätigt wurden, werden ersetzt. Google will den Großteil der Erstattungen bis Mitte Januar 2023 abgewickelt haben.

Google Stadia ist übrigens nicht der erste Google-Dienst, der eingestampft wurde. In der Vergangenheit hatte der Tech-Konzern bereits über 270 andere Produkte und Services eingestellt. Eine Übersicht findet sich auf der Website Killedbygoogle.com. Dazu gehörten auch allein im Jahr 2022 klangvolle Namen wie Google Hangouts oder YouTube Go.

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Kommentare 7 Antworten

    1. Die Lüge ist doch Harmlos, hat nicht ein damaliger VW Chefentwickler gesagt die Diesel sind sauberer wie frisch Luft ind reinigen die sogar -> bisschen später ist dann der Dieselskandal gekommen…

      So cool solche Projekte wir Stadia und andere die auf das gleiche Pferd setzten. Langfristig werden die nicht bestehen können, da jeder der bisschen rechnen kann weis es ist zu teuer.

      Das eine Projekt wird dann eher abgeschossen und das andere später da es eben noch Querfinaziert wird.

      1. Zu teuer ist relativ. Das Problem bei google waren mit Sicherheit vorrangig die Nutzerzahlen. Wenn es genug Leute nutzen, dann kann sich sowas auch rechnen. PlayStations Dienst läuft mittlerweile auch schon lange. Und die können das nicht ganz so einfach querfinanzieren.

        1. Ja und warum waren es zu wenig Nutzer? Weil P/L nicht passte.

          Der PlayStation Dienst kann, ab den Zeitpunkt wo die Konsole selbst mit Gewinn verkauft wird, sehr einfach Querfinanziert werden. Sowohl über die Hardwareverkäufe als auch über die Softwareverkäufe.

          1. Ich glaub viele vertrauten Google einfach nicht. Die schalten gefühlt jedes zweite Produkt nach paar Jahren ab. Dort dann viel Geld zu investieren ergibt dann wenig Sinn.

            Zudem sind sicher auch nicht alle heimischen Verbindungen gut genug damit man sowas ausschließlich nutzt.

            P/L war doch super: keine teure Hardware nötig, spiele so teuer wie überall und mit Pro auch einige ganz gute Spiele mit dabei.

            PlayStation schätzt du da glaube ich falsch ein. Mit der Hardware machen die keinen Gewinn. Fast Verlust und das wird dann durch die Software finanziert. Ein solcher Dienst kostet aber dauernd. Und das muss PlayStation sich leisten wollen. Im Gegensatz zu bspw. MS mit GamePass. Die haben so viel Kohle, da können die mit GP theoretisch Verlust machen.

          2. Zu PlayStation Now

            Deswegen schrieb ich ab den Zeitpunkt wo Sony mit der Konsole Gewinn macht, Anfangs ist es oft ein Verlustgeschäft aber das wird weniger mit der Zeit und Schwenkt sogar in Gewinn dann mal um.

            Seit August 2021 macht Sony sowohl mit der Disk als auch der Non-Disk Version der PS5 Gewinn und mit der PS4 schon eigentlich immer (auch wenn es Anfangs mit 18$ fast nix war).

            Zusätzlich dann noch das Geld über die Spiele und auch das PSN Plus sowie den PSN Store (da sind ja ähnliche Gebühren vorhanden wie Apple im AppStore will).

  1. Bei GeForce NOW wurden leider auch wieder Spiele aus dem Sortiment genommen. Mal schauen wie lange die noch bestehen.
    Gerade als Mac Nutzer sind die Gamestreaming Dienste schon sehr interessant, weil man kein Windows braucht und die Hardware auch egal ist (bis auf die Internetanbindung)

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