Nachfolger des 9-Euro-Tickets: Verkehrsminister einigen sich auf 49-Euro-Ticket

Onlinebasiert und im Abo

Als Ende August das dreimonatige, stark vergünstigste 9-Euro-Ticket zur bundesweiten Nutzung im Nahverkehr auslief, wurden schnell Rufe nach einem dauerhaften Nachfolger laut. Die Bundesregierung stellte ein Nachfolger-Ticket in Aussicht, über die Details, insbesondere den Preis und die Finanzierung, gab es bisher allerdings keine Übereinkünfte.

Nun haben sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern nach dem Erfolg des 9-Euro-Tickets grundsätzlich geeinigt und einen Vorschlag für ein bundesweites Nachfolge-Modell auf den Tisch gelegt. „Die Verkehrsministerkonferenz hält in Übereinstimmung mit dem Bund einen Einführungspreis von 49 Euro pro Monat im monatlich kündbaren Abonnement für ein mögliches Angebot“, heißt es in einem Beschlusspapier zu zweitägigen Verhandlungen der Verkehrsministerkonferenz (via Tagesschau). Man unterstütze eine schnellstmögliche Einführung des geplanten digitalen Tickets.


Das 49-Euro-Ticket soll als papierloses ÖPNV-Ticket realisiert werden, das sich deutschlandweit nutzen und über ein monatlich kündbares Abo verfügen wird. Die Einführung des Tickets zum 1. Januar 2023 „soll unser Ziel sein“, erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Vor der Einführung müssen allerdings noch Einigungen zur Finanzierung getroffen werden. Bei dieser „sind wir nicht nah genug beieinander, um es ohne die Finanzminister und die Ministerpräsidenten zu machen“, so Wissing. Während der Verkehrsministerkonferenz habe man aber wichtige technische Fragen klären können.

Viele Fragen zur technischen Umsetzung offen

Viele Fragen gibt es auch zur Umsetzung des 49-Euro-Tickets. Wie aus den Aussagen der Verkehrsministerkonferenz zu entnehmen ist, soll die Einführung als Online-Ticket auf monatlich kündbarer-Abo-Basis erfolgen. Die Frage stellt sich, über welche Apps und Anbieter man ein solches Ticket buchen können wird: DB Navigator, Apps der Verkehrsverbünde? Wird es vielleicht sogar eine ganz eigene 49-Euro-Ticket-App geben? Wird man das Ticket auch problemlos in Apples Wallet übernehmen können?

Möchte man wirklich alle Menschen erreichen, bliebe es unabdingbar, auch eine Möglichkeit zum Ticketkauf am Schalter oder an Fahrkartenautomaten anzubieten. Und warum ein Abo, wenn sich das Monatsticket eh monatlich kündigen lassen soll? Auf diese Weise geht viel Flexibilität verloren. Der Vorgänger, das 9-Euro-Ticket, konnte bequem auch als Papierticket an jedem Fahrkartenautomaten erworben werden, und das ohne Abonnement oder onlinebasierte Dienste. Man darf also gespannt sein, wann und in welcher Ausführung das 49-Euro-Ticket auf den Markt geworfen wird.

Wir wissen, dass dieses Thema viel Raum für Diskussionen bietet. Daher bitten wir euch: Bleibt themenbezogen, höflich und fair in den Kommentaren. Vielen Dank!

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Kommentare 16 Antworten

  1. Für mich als Berliner, finde ich ein 49€ Ticket sehr angenehm. Denn auf den günstigen Preis komme ich mit einer Monatskarte in Jahresabonnement nicht (63,24€). Und wenn man dann sogar bundesweit fahren kann, dann nehme ich das als Bonus gerne mit. Aber es sind natürlich auch viele Fragen zu klären, wie sehen Mitnahmeregelungen am Wochenende aus oder was passiert mit den Schülertickets, die es hier in Berlin kostenfrei gibt. Aber abwarten, noch ist ja etwas Zeit. Ich begrüße das Angebot jedenfalls.

    1. Dann muss du wohl raus aus dem Osten wenn du dein Leben richtig leben willst?!

      Ansonsten spart dir das Geld und viel Spass bei den Osterfeuer, Erntefest, Schutzenfest, AFD Versammlung etc.

      1. @Randy,

        wie kann man nur so ekelig sein?

        Statt mit dem Ticketgeld erstmal die Infrastruktur im ländlichen Raum, ordentliche Taktung usw. zu realisieren, bleiben Gegenden trotz günstigem Ticket weiter abgehängt, die aber mit ihren Steuereinnahmen einen Teil zum Großstadt-Bonusticket beitragen…

        Wenn das nicht auch für Spaltung sorgt, dann weiß ich auch nicht.

        Auch werden die Nachteilsausgleiche für Behinderte durch das 50 euro Ticket weiter aufgeweicht, weil ja jetzt jeder quasi „teilbehindert“ ist und Anspruch auf günstige Beförderung hat… war schon nervig genug, dass nicht behinderte die Schwerbehindertensitzplätze besetzt haben und dann auch noch rumgemault haben, wenn man sie bat doch bitte aufzustehen, weil sie unrechtmäßig dort gesessen haben

        das billige Ticketing hat auch eine Schattenseite…

  2. Hoffentlich wurden die Verkehrsbetriebe bei den Planungen involviert, die 3 Monate des 9-€-Tickets waren Horror für Fahrgäste und Personal… mit Fahrrad brauchte man zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr gar nicht versuchen, in einen Zug zu kommen, weil sie so voll waren, das war ein Glücksspiel…

  3. Für mich totaler Schwachsinn, dass das Ticket wieder bundesweit gilt. Damit fördert man mehr Tourismus, der die Bahn belastet als dass man Leute entlastet.
    Es wäre viel sinnvoller, wenn es vergünstigte Regionaltickets gäbe.

    1. Finde ich auch seltsam.
      Jeder Verkehrsverbund 29 Euro und gut ist. Muss man zwei Verbünde kaufen, dann gilt es Deutschlandweit.
      Macht mehr Sinn und fördert eher den Weg auf die Schiene für die Arbeit.

    2. Wo hört denn die „Region“ auf?
      Was @STR sagt hilft evtl,aber allein NRW hat 4-5 Regionalverbünde…dann schau Dir exemplarisch mal die Ausnahmen an,wenn Regionalzüge mit Start/Ziel in NRW über Osnabrück fahren..
      Da ist ein bundesweites Angebot sehr sinnvoll..
      Fahrradmitnahmen sind sicher auch ein spannendes Thema!
      Wenn digital Pflicht ist,was ist dann mit den Tickets für Kinder?Müssen die Eltern dann beide jeweils Tickets für ihre Kinder kaufen?
      Einen Account zu teilen ist bei den meisten Apps verboten..

    3. Denk mal an die Leute die sich keinen Urlaub leisten konnten wegen der teuren Mobilität und dadurch die Möglichkeit mehr ab gesellschaftlichen Leben Teil zu haben ,die Leute könnten auch nen job in der Nachbarstadt annehmen.

      Denk mal mehr an die finanziell schwachen Leute und nicht an die Jugend die durch ganz Deutschland fahren muss um sich auf Sylt die Kante zu geben.

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