Bank X: Funktionale Online-Banking-App für den Mac benötigt noch Design-Nachhilfe

Wer seine Bankgeschäfte nicht im Browser erledigen will, kann zu eigens dafür konzipierten Banking-Anwendungen greifen. Ein Beispiel ist Bank X.

Bank X 1Seit einiger Zeit steht schon Banking 4X (Mac App Store-Link), der Mac-Ableger unserer bevorzugten iOS-Bank-App Banking 4i, im Mac App Store zum Download bereit. Mit Bank X (Mac App Store-Link) gesellt sich seit kurzem ein neuer Konkurrent hinzu. Die Anwendung lässt sich aktuell aus dem Mac App Store ab OS X 10.7 für 9,99 Euro herunterladen und nimmt nach dem Download etwa 12 MB in Anspruch. Alle Inhalte der App sind dank der deutschen Entwickler von Application Systems aus Heidelberg bereits in deutscher Sprache verfügbar.

Laut eigener Aussage ist Bank X „die sichere Lösung für elektronisches Banking am Mac und ermöglicht die übersichtliche und komfortable Verwaltung Ihrer Kontodaten inklusive Auswertungs- und Automatisierungsfunktionen“. Neben der Möglichkeit, HBCI-basierte Konten in die App einzupflegen, bietet Bank X auch verschiedene TAN-Modelle – HCBI mit einem Sicherheitsmedium oder Chipkarte ist allerdings nur über einen zusätzlichen In-App-Kauf nutzbar.

Basis-App von Bank X erlaubt beliebig viele Konten einer Bank

Die Basisversion für 9,99 Euro erlaubt es dem Nutzer, einen Bankkontakt, d.h. beliebig viele Konten EINER Bank, in Bank X einzupflegen und diese zu verwalten. Auch Umsatzabfragen von speziellen Konten und Kundenkarten, wie etwa PayPal, Santander-Tagesgeld und DKB- oder M&M-Kreditkarten werden unterstützt, ebenso wie SEPA-Überweisungen, Vorlagen für wiederkehrende Aufträge, verschiedene Buchungskategorien, Budgets zur Finanzplanung und Ausgabenüberwachung und Dateianhänge für Buchungen.

Möchte man darüber hinaus weitere Features nutzen, werden weitere In-App-Käufe fällig, die zahlreich im Mac App Store vorhanden sind. Während die Einbindung von Chipkarten und Schlüsseldateien für das Online-Banking mit 5,99 Euro bezahlt werden muss, kostet die Einrichtung weiterer Bankkontakte im „Erweiterte Funktionen“-Paket 19,99 Euro. Darin enthalten ist auch eine Möglichkeit zum Lastschriftenwiderspruch, grafische Reports, eine Kassenbuch-Funktion und benutzerdefinierte Spalten.

ELSTER-Support für Selbständige

Bank X 2Freiberufler und Selbständige können mit dem ELSTER-Paket für 9,99 Euro Umsatzsteuer-Voranmeldungen und -vorauszahlungen, Dauerfristverlängerungen und Lohnsteueranmeldungen über das ELSTER-Portal einrichten, wer seine SEPA-Aufträge per XML importieren oder exportieren will, zahlt für diese Funktion 9,99 Euro. Das Professional-Paket für 19,99 Euro hingegen erlaubt unter anderem eine einfache Gewinn-/Verlustrechnung, Nicht-EU-Auslandsüberweisungen, eine Finanzübersicht und Depotverwaltung, automatische Buchungen und eine Finanzvorschau. SEPA-Lastschriften schlagen ebenfalls mit 19,99 Euro zu Buche.

Insgesamt wird man selbst als einfacher Otto-Normal-Bankkunde kaum mit der aktuell für 9,99 Euro zu habenden Basis-Version von Bank X auskommen. Schon wenn Konten bei mehreren Banken vorhanden sind, sind weitere 19,99 Euro fällig, auch die Chipkarten-Unterstützung kostet 5,99 Euro.

Design der App ist nicht auf dem neuesten Stand

Würde man als Power-User alle genannten Funktionen und Zusatzoptionen freischalten, wird ein Gesamtpreis von knapp 96 Euro für Bank X fällig – selbst für eine Banking-App ist das eindeutig zu viel. Zwar gibt es auf der Website von Application Systems die Option, die Bank X Professional Version für 79,99 Euro herunterzuladen oder als Box zu kaufen, ein Schnäppchen ist aber auch dieser Kauf beileibe nicht.

Zu diesem Preis erhält man zudem eine Anwendung, die nach aktuellen Standards auch design-technisch nicht den ansprechendsten Eindruck vermittelt. Das gesamte Layout kommt mit tristen grauen Farben, vielen Ecken und Kanten sowie altbacken wirkenden Symbolen im Windows XP-Look wenig ästhetisch daher. Insbesondere die Spalten für Buchungsvorgänge auf den Konten waren in meinem Fall viel zu klein gehalten und mussten manuell verschoben bzw. vergrößert werden – nur um beim nächsten Start der App wieder in ihrer Ausgangsposition zu verweilen. Funktionstechnisch dürfte Bank X sicherlich an vorderster Front der Banking-Apps mitspielen, design- und preistechnisch allerdings besteht meines Erachtens nach noch Nachholbedarf.

Kommentare 5 Antworten

  1. Hatte mal bei BankX angefragt ob das Design mal etwas moderner gestaltet wird, allerdings ist das wohl nicht geplant. Da das Design wie aus den 80ern aussieht, habe ich dann zu Banking4X gewechselt und bin voll zufrieden…

  2. Also: Passwortschutz ist vorgesehen und funktioniert. Das Design ist mit dem Wechsel von v5 auf v6 vor einigen Wochen modernisiert worden, bleibt aber sehr sachlich und funktional.
    Ich nutze Bank X insbesondere deshalb, weil der Support wirklich gut ist und Anregungen schnell aufgegriffen und nach Möglichkeit umgesetzt werden. Habe einige Programme für den Mac durchprobiert, Bank X ist m.E. Derzeit das beste…

  3. Vielen Dank für den Artikel. Es wurde auch mal Zeit, dass mal ernsthaftere Online-Banking-Applikationen angesprochen werden 🙂
    Vorweg: Ich stehe in keiner Verbindung zu ASH oder sonstjemandem im Dunstkreis von Bank X.

    Bank X gibt es schon seit Jahren; gefühlt ist es eine der am längsten erhältlichen ernsthafteren Banking-Lösungen. Üblich war die Unterscheidung in eine Standard- und eine Pro-Ausgabe, wobei letztere nur zusätzliche Funktionen wie die grafische Aufbereitung von Umsätzen hat (und einiges anderes mehr).
    Neu ist seit Version 5 der Auftritt im Mac App Store. Im App Store gab es zu der Zeit die Standard-Variante. In Version 6 (Version 5 läuft auch weiter auf OS X 10.10 wenn ich mich nicht irre) wurde im App Store auf ein Erweiterungskaufmodell umgestellt.

    Die direkt bei ASH per Box oder Download vertriebenen Varianten beliefen sich seit Version 4 auf ca. 50-60 Euro für die Standard- und ca. 90-100 Euro für die Pro-Variante. Damit ist Bank X nicht ganz preiswert, das stimmt.

    Bank X spielt aber in derselben Liga wie MacGiro, das zumindest das letzte Mal, als ich geguckt habe, noch teurer war. Bank X mag etwas angestaubt aussehen, von „Windows-XP-Elementen“ ist es aber sehr weit entfernt. Es hat eine aufgeräumte Oberfläche, die ich sehr Mac-like finde und bleibt sehr sachlich und funktional. Um genau zu sein hatte ich meine Entscheidung, auf Bank X V4 zu gehen, damals auch darauf basiert. Die andere zentrale Funktionalität, die man kaum findet, ist die Unterstützung von HBCI-Kartenlesern mit Chipkarte. Einige Features sind recht rudimentär. Die grafische Aufbereitung der Umsätze zum Beispiel ist eine schlichte Verlaufskurve, die sich auch nicht weiter konfigurieren lässt. Für einen Überblick reicht sie aber. Andere beworbene Features wie die Features für Gewerbetreibende werden auch diesen eher nicht reichen, wenngleich ich das nicht brauche und daher nicht exzessiv getestet habe.

    Ob ein Passwortschutz vorhanden ist oder nicht kann ich derzeit mangels Test nicht sagen. Der Post von StefanSK deutet darauf hin, dass es existiert. Die Frage kann aber ohnehin unerheblich sein, weil zu einer Art von Sicherheit immer auch physische Sicherheit gehört. Wenn man einen Passwortschutz für die Applikation als wichtig erachtet muss man logisch gesehen schon 1. den Rechner aus der Hand gegeben bzw. Zutritt gewährt habe, 2. kein Passwort für den OS X-Account vergeben und/oder 3. die Festplatte nicht verschlüsselt haben. In diesen Fällen ist sowieso niemandem mehr zu helfen, da ist einfach Hopfen und Mals verloren.

    Es bleibt zur Beurteilung des Kaufpreises und pro Kaufentscheidung der Support. Als mehrjähriger Kunde habe ich auch schon Faux-Pas erlebt; u.a. wurde zu Snow Leopard-/Anfang Lion-Zeiten ein lustiges Fingerzeig-Spielchen mit Reiner SCT gespielt. Mal ging der Kartenleser in der Applikation, mal nicht. Mittlerweile muss man sagen läuft das sehr stabil, wobei die Vermutung eher ist, dass Reiner SCT erst einen vernünftigen Treiber brauchte (den sie jetzt haben). Als Yosemite herauskam hatte ich ein Problem mit dem Banking-Zugang und habe mit dem Support gesprochen. Problem war, dass die Überweisungen nicht abgesetzt wurden. Der Support konnte zunächst nicht helfen, aber im Telefonat wurde dann ein (erfahrener) Kollege spontan hinzugeschaltet, der etwas gegrübelt hat und dem dann die Lösung einfiel: Die Systemzeit durfte nicht auf 12 Stunden (AM/PM) eingestellt sein; das ist nämlich übers Protokoll an den Bankserver gereicht und dort abgelehnt worden. Wenn ich mich recht entsinne ist das aber auch mittlerweile behoben, jedenfalls müsste meine Uhr wieder auf 12 Stunden eingestellt sein.

    Insgesamt kann ich Bank X trotz eher rudimentärer „Pro“-Features alleine des Supports wegen empfehlen. Den Überblick über aktuelle Banking-Applikationen habe ich wegen meiner Zufriedenheit etwas aus den Augen verloren, aber zumindest 2010-2012 war Bank X aus meiner Sicht konkurrenzlos und gut.

  4. Hallo von ASH an alle in eigener Sache:

    Erst mal vielen Dank an appgefahren für diesen Test.

    Kurze Antworten auf die aufgetretenen Fragen.
    Bank X ist seit über zehn Jahren auf dem Markt.

    Fehlende Sicherheit – die Angabe ist nicht richtig:
    Unter Ablage/Kontenmappeneinstellungen/Sicherheit kann ein Passwort für die Kontenmappe gesetzt werden. Damit sind alle darin enthaltenen Bankdaten per Passwort gesichert und die Datei ist auch verschlüsselt.

    Konten:
    Der enthaltene eine HBCI-Bankkontakt entspricht nicht nur einem Konto, sondern der Benutzerkennung. In den allermeisten Fällen lassen sich alle Konten bei einer Bank damit ansprechen. Außerdem stehen ohne weitere Kosten Konten, die nicht per HBCI angesprochen werden wie die DKB, Miles & More oder PayPal zur Verfügung.

    Kosten:
    Es ist korrekt, dass alle in-Apps zusammen 96 Euro kosten würden. Allerdings haben wir die so strukturiert, dass man eben nur die Funktionspakete bezahlt, die man auch braucht. Im Schnitt geben die Benutzer ca. 20 Euro für Bank X Online Banking aus. Hier sitzen drei Leute im Support, die kompetent auch Probleme lösen, die die Banken eigentlich zu verantworten hätten (die sagen allerdings in der Regel, dass man sich an den Support der Software wenden muss, weil man einen Mac hat – auch wenn das Problem eigentlich eine nicht freigeschaltete PIN ist und das ja wohl an der Bank liegt).

    Spalten:
    Die Spaltenbreite lässt sich einstellen und auch welche Spalten überhaupt angezeigt werden sollen. Diese Einstellungen werden auch gespeichert. Wenn das bei euch nicht so ist, dann lasst uns bitte wissen wie wir das reproduzieren können. Das klingt so als ob die Preferences vielleicht wegen falscher Zugriffsrechte nicht geschrieben werden können. Löscht die mal und versucht es noch mal (ggf. mal nach den Rechten der Datei schauen). Wir alle benutzen Bank X jeden Tag und bei uns geht es.

    Design:
    Korrekt – wir haben uns mehr auf Funktionen konzentriert. Ebenfalls richtig ist aber, dass wir von Version 5 auf Version 6 sehr viel aufgeräumt haben und auch nicht der Meinung sind, dass wir damit alles erledigt haben. Im Zuge der Modernisierung von Bank X Mobile werden wir uns auch beispielsweise die Icons erneut vorknöpfen.
    Bank X benutzt immer die von Mac OS X gebotenen Techniken und GUI-Elemente. Dadurch ist es auch sehr zukunftssicher. Beim nächsten OS X-Update passiert es nie, dass etwas an der Oberfläche nicht mehr funktioniert. Bis vor kurzem hatten wir ja auch noch Kunden, die noch mit der Version 1.7 gearbeitet haben – und die ist wirklich richtig alt.

    Es gibt hier eine Demo-Version:
    http://www.application-systems.de/bankx/extra4.html

    Grüße, Volker
    Application Systems Heidelberg

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