Cycling Stars: Tour de France-Sammelkarten-Spiel setzt auf Doping per In-App-Kauf

Aktuell quälen sich die knapp 200 Teilnehmer durch unwegsame Pflasterstein-Straßen in Nordfrankreich – wer selbst aktiv sein will, kann sich seit kurzem Cycling Stars aus dem deutschen App Store herunterladen.

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Cycling Stars (App Store-Link) ist eine Universal-App, die seit dem 2. Juli dieses Jahres aus dem deutschen App Store heruntergeladen werden kann. Die 276 MB große Anwendung lässt sich als Freemium-App kostenlos nutzen und setzt bei der eigenen Monetarisierung auf In-App-Käufe. Für die Installation sollte man iOS 7.0 oder neuer mitbringen. Entgegen der App Store-Beschreibung gibt es bereits eine deutsche Lokalisierung für das Spiel, auch eine Anpassung an das iPhone 6 wurde von den Entwicklern von Playsoft umgesetzt.


Obwohl gleich zu Beginn eine Verbindung mit Facebook forciert wird, ist diese nicht zwangsläufig notwendig und kann getrost ignoriert werden. Hat man sich dann mit einem Nutzernamen versehen, bekommt man ein kleines Tutorial spendiert, in dem man die wichtigsten Aktionen von Cycling Stars kennenlernt.

Generell handelt es sich bei dem Titel um ein Sammelkarten-Spiel, das mit dem bekanntesten Radrennen der Welt, der Tour de France, verknüpft wurde. Das Ziel des Spielers ist es, sich durch kleine Sprint- und Stunt-Einlagen auf einer Etappe, die mit den jeweiligen Spielkarten ausgefochten werden, durchzusetzen und damit Belohnungen zu kassieren. Letztere lassen sich dann wiederum dazu einsetzen, neue Fahrerkarten zu ziehen und diese nach und nach auszurüsten.

Unterschieden wird bei Cycling Stars zwischen gewöhnlichen, ungewöhnlichen und seltenen Fahrerkarten, die zudem über Spezialeigenschaften verfügen. Sie können durch Trainings verbessert und zudem zu einem schlagkräftigen Team zusammengestellt werden, um sich auf den Etappen der Radrennen gegen die künstliche Intelligenz oder auch online gegen andere Spieler durchzusetzen. Wichtig sind dabei vier Kernwerte, die wie bei einem Auto-Quartett-Spiel mit denen des jeweiligen Gegners verglichen werden. Hat man die Mehrzahl der kleinen Kartenduelle für sich entschieden, gilt die Etappe als gewonnen. Bei Gleichstand oder dicht beieinander stehenden Punkten gibt es ein kleines Geschicklichkeits-Spiel, bei dem man genau reagieren muss, um am Ende die Nase vorn zu haben.

Nervtötende Werbebanner und In-App-Käufe trüben den Spielspaß

Soweit so gut. Cycling Stars könnte anhand dieses Gameplays sogar Spaß machen – wenn da nicht die übermäßig ausgeprägte Freemium-Maschinerie im Hintergrund werkeln würde. Neben zeitbasierten Sperren, die einen ereilen, sofern man zu schnell zu viele Etappen nacheinander spielt, gibt es auch noch die üblichen In-App-Käufe für Münzen und Diamanten als Verbrauchsmaterial. Hier werden Preise bis zu 99,99 Euro für gewisse Pakete veranschlagt. Ein fairer Wettbewerb ist dank der käuflich zu erwerbenden Pakete daher nicht möglich – gewisse Parallelen zur realen großen Frankreich-Rundfahrt nicht ausgeschlossen. Zu allem Überfluss nervt eine aggressive Werbung mit gleich zwei Bannern hintereinander sowie die ständige Aufforderung, sich doch mit Facebook-Freunden zu verbinden.

Fazit dieses merkwürdigen Spiels kann daher nur lauten: Geladen, Getestet, Gelöscht. Trotz Verwendung des offiziellen Tour de France-Logos haben die Entwickler wohl keine Lizenz zur Integration der Original-Fahrernamen erhalten, so dass man mit lustigen Fantasie-Trikots und -Fahrern Vorlieb nehmen muss. Warum Apple ausgerechnet dieses Freemium-Monster auch noch gegenwärtig in der Rubrik „Die besten neuen Spiele“ bewirbt, bleibt fraglich. Als Alternative zu diesem höchst überflüssigen Spiel empfehlen wir Radsport-Freunden daher eher die offizielle Tour de France-App (App Store-Link), mit der sich die Etappen und Teams verfolgen lassen.

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