Race Of Champions World: Konkurrenz für Real Racing?

Das Race Of Champions sollte Motorsport-Fans ein Begriff sein. Das offizielle Spiel zum Event hat nun einen Nachfolger bekommen.

Seit Mittwoch kann man Race Of Champions World (App Store-Link) für 4,49 Euro auf sein iPhone oder iPad laden. Gerade jetzt, wo zahlreiche Rennspiele im Angebot sind und alles auf Real Racing 3 wartet, ist das ein stolzer Preis, den es erst einmal zu rechtfertigen gilt. Genau das wollten wir in unserem Test der Universal-App herausfinden.

Nach dem 564 MB großen Download wird man mit einem spektakulären Intro und Szenen aus dem echten Race Of Champions begrüßt, zuletzt war die Veranstaltung ja auch im Stadion von Düsseldorf zu Gast. Das Prinzip ist einfach erklärt: Weltbekannte Motorsport-Fahrer treten auf einer parallel verlaufenden Strecke gegeneinander an – mitten im Stadion, vor den Augen von tausenden Zuschauern.

Auf diese Stars muss man im Spiel allerdings verzichten. Kein Schumacher, kein Vettel, kein Ekström oder Pastrana. Stattdessen gibt es unbekannte Computer-Gegner wie Morten Lund, Brian Durch oder Gino Moretti. Immerhin: Strecken und Autos sind aus der Realität übernommen, unter anderem wird mit dem X-Bow, einem Polo R und einigen Sportwagen in Düsseldorf, London oder Peking gefahren.

Im Meisterschafts-Modus schaltet man ein Event nach dem anderen frei, den Anfang mach Bangkok. Die Stadion-Grafik ist für mobile Geräte wirklich nicht schlecht, an die Steuerung muss man sich in den ersten ein, zwei Rennen aber erst einmal gewöhnen und kann dann kurz im Menü vorbeischauen, um etwa Lenk- und Bremshilfe anzupassen (ich habe beides komplett ausgeschaltet).

Wer halbwegs etwas mit Rennspielen am Hut hat, wird aber schnell auf ein Problem stoßen: Die Computer-Gegner sind einfach zu langsam und stellen keine wirkliche Hürde dar. Besonders eintönig wird es dann auf Kursen wie New York oder Miami, wo man nicht im Stadion, sondern auf der Straße unterwegs ist. Es geht einfach viel zu lang geradeaus, in New York gibt es unzählige Geraden, bei einer Fahrzeit von über zwei Minuten aber kaum Kurven, bei denen man sich wirklich bemühen müsste. Wenn man dann noch sechs Mal hintereinander auf der gleichen Strecke unterwegs ist, bis man das Finale gewonnen hat, sorgen auch die verschiedenen Autos für zu wenig Abwechslung.

Hinzu kommt, dass es auf den außengelegenen Strecken grafisch zu Mängeln kommt. Hier schaut man natürlich deutlich weiter in die Ferne als im abgegrenzten Stadion, am Horizont bekommt man als Belohnung zahlreichen Pop-Ups geboten. Das können moderne Rennspiele besser, zumal Race Of Champions World als Neuerscheinung noch nicht einmal für das iPhone 5 optimiert wurde.

Spätestens auf dem zweiten Straßenkurs verliert man die Lust, gegen die teilweise 20 Sekunden langsameren Computer-Gegner anzutreten. Man sollte unbedingt in den Duell-Modus wechseln, in dem man gegen Ghost-Zeiten von anderen Spielern antritt. Hier sind wirklich harte Nüsse zu knacken, was mir teilweise nicht gelungen ist. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass man sich im Meisterschafts-Modus Einstellmöglichkeiten für sein Auto freispielen kann.

In Sachen Fahrverhalten hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig bis gar nichts getan. Gas und Bremse reagieren sehr „digital“ und setzen schlagartig ein, wenn man auf die entsprechende Seite des Displays drückt. Die Neigungssteuerung ist etwas schwammig, gerade auf den engen Stadion-Kursen oder bei hoher Geschwindigkeit auf der Straße bekommt man das zu spüren.

Wenn man sich damit arrangiert hat, bekommt man zumindest im asynchronen Online-Multiplayer Spannung und Herausforderungen geboten. Enttäuschend ist hier nur, dass man quasi alle Strecken erst freischalten muss, was aufgrund der fehlenden Herausforderung im Meisterschatfs-Modus eine sehr eintönige Sache ist…

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