SENDbyFRIEND: Umweltfreundliche Möglichkeit zum Versenden von Gegenständen

Paketkosten und CO2 einsparen

Habt ihr ein Buch bei eBay versteigert und müsst dies nun umständlich an jemanden verschicken? Paket packen, Paketschein erstellen und dann zur Post oder in eine Packstation bringen? Dass dies auch einfacher und vor allem umweltfreundlicher geht, will das Projekt SENDbyFRIEND (App Store-Link) beweisen, das auf ein neues Konzept zum Versenden von Gegenständen innerhalb der App-Nutzer setzt. Der Download der deutschsprachigen iOS-App ist kostenlos und benötigt neben 36 MB an freiem Speicherplatz auch iOS 10.0 oder neuer auf dem Gerät.

„SENDbyFRIEND nutzt die täglichen Wege die Menschen gehen, wenn sie sich mit Bekannten treffen“, heißt es von den Machern der Anwendung. „Aus den Kontaktzeiten berechnet die App eine Route in Form einer Übergabereihenfolge. Auf diesem Weg kann man kostenlos, umweltfreundlich und ohne großen Aufwand etwas verschicken. Niemand muss für sein Paket extra Wege zum Paketdienst gehen. Die Übergabe erfolgt ortsunabhängig beim Treffen mit Freunden. Werde Teil der Gemeinschaft, spare und hilf gleichzeitig beim Klimaschutz mit.“

Soweit so gut. Bevor man allerdings einen Gegenstand auf die Reise schicken kann, muss man sich zunächst mit einigen Daten in der App registrieren. Dazu gehört neben einem Nutzernamen sowie Passwort und E-Mail-Adresse auch die Postleitzahl, der Wohnort und die Handynummer. Ist dieser Schritt erfolgreich absolviert worden, kann man SENDbyFRIEND Zugriff auf die Kontakte erlauben, damit die App scannen kann, welche Freunde den Dienst bereits nutzen.

An dieser Stelle fing bei mir das Problem an: Kein einziger meiner Kontakte nutzt bisher SENDbyFRIEND, so dass ich leider allein mit meinen noblen Ambitionen da stehe. Eigentlich soll es so sein, dass ein Nutzer in der App sehen kann, wer von den eigenen Freunden in SENDbyFRIEND registriert ist. Für diese Personen legt man dann fest, wann man sie für gewöhnlich trifft. Im Anschluss erstellt und beschreibt man eine Sendung, und die App berechnet dann über das Netzwerk eine passende Route. So wird das Buch, das beispielsweise von Bochum nach Berlin versendet werden soll, über Freunde, deren Freunde, deren Freunde usw. so lange weitergegeben, bis es schließlich in den Händen des Empfängers landet. 

Ungeklärte Fragen nach Sicherheit und Haftung

Für eine Übersicht dieses Prozesses steht in SENDbyFRIEND sowohl eine Inbox mit weiterzugebenden Gegenständen und eine Logliste bereit, um zu schauen, welche Übergaben bereits erfolgt sind. In einer Kartenansicht kann die Route des Gegenstands zudem leicht verfolgt werden. Bei aktivierten Push-Mitteilungen bekommt der User darüber hinaus entsprechende Nachrichten, wenn sich etwas getan hat. 

SENDbyFRIEND ist grundsätzlich eine gute, innovative und sehr umweltfreundliche Idee. Im gegenwärtigen Zustand ist das Konzept allerdings noch nicht wirklich als angepriesene Alternative zu einem Paket- oder Briefversand zu sehen. Zum einen sind bisher zu wenig Menschen registriert, so dass eine Lieferkette quer durch Deutschland schwer werden dürfte. Auch auf eine schnelle Lieferung sollte man nicht setzen – in wenigen Tagen wie bei einem Paketversand wird der versendete Gegenstand den Empfänger sicher nicht erreicht haben. 

Zudem stellt sich mir die Frage nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Haftung: Wenn jemand den Gegenstand einfach selbst behält, anstatt ihn weiterzugeben, ihn versehentlich beschädigt, oder aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen wie Krankheit oder Unfall nicht weitergeben kann – wie verfährt SENDbyFRIEND dann? Da man aus Datenschutzgründen auch keine fremden Nutzer kontaktieren kann (siehe FAQ), wird eine Kommunikation schwierig. Das unten eingebundene YouTube-Video erklärt zwar hervorragend das Prinzip der App – Antworten auf die obigen Fragen liefert es leider nicht. So bleibt es zumindest bei mir wohl auch vorerst beim Paket- oder Briefversand.

‎SENDbyFRIEND
‎SENDbyFRIEND
Entwickler: SENDbyFRIEND GmbH
Preis: Kostenlos

Kommentare 10 Antworten

    1. Traurig war so erfunden wird im „Greta“ Sinn, man spart doch nicht wirklich CO2 wenn man das nützt. Das mag in einer Stadt funktionieren, aber nicht von Berlin nach Bochum -> Buch als pdf ?

      1. Hi, die APP Idee entstand schon lange bevor Greta in den Medien bekannt wurde.

        Jedes verschickte Paket erzeugt CO2. Wird eine Paketsendung innerhalb Deutschlands transportiert, beträgt die durchschnittliche CO2-Emission rund 500 Gramm.
        SENDbyFRIEND nutzt NUR bestehende Wege. Jemand trifft seinen Freund jeden Sonntag beim Fussball. Er fährt dort sowieso hin. Und nur solche Wege werden für den Transport genutzt.

        Der Versand funktioniert. Gerade sogar in ländlicher Region.

        Ich finde es eher traurig, dass viele Versanddienstleister heute mit klimaneutralem Versand werben, aber in Wirklichkeit sieht es anders aus. Die Menschen und Firmen erkaufen sich ein gutes Gewissen, indem irgendwo Bäume gepflanzt werden, die Jahre brauchen um das CO2 wieder zu neutralisieren. Ausgestoßen wird das CO2 trotzdem. Der bessere Weg ist es, das Treibhausgas erst gar nicht zu erzeugen.

        1. Schön wenn man an sich oder seine Idee selber klaubt, wird zu dieser App bzw. ihr Konzept aber wenig Anklang finden.

          Es sind einfach zu viele Risikofaktoren bzw. offene Fragen. Haftung und dergleichen kann gar nicht geklärt werden. Das Risiko trägt immer vollumfänglich der Versender, sonst müsste ja jedesmal ein Übergabeprotokoll gemacht werden. Das mag bei einen Buch für 2,50 € im gleichen Ort noch machbar sein, aber ortsübergreifend wird es schon komplizierter und den Zeitfaktor gar nicht mitgerechnet.

          Wer übergibt jemanden hochwertige Ware, wo der nächste Empfänger mir ein gänzlich Unbekannter ist und die zwanzig folgenden in den nächsten 3 Monaten auch, bis dann der Empfänger seine Ware hat (von München nach Bergen (auf Rügen)).

          1. Hallo Cintana,

            Es gibt ein Logbuch in der APP. Man sieht bei welchem Nutzer (Nutzernamen) der SENDbyFRIEND gerade ist.

            Die nächsten Empfänger bei der Übergabe sind immer Menschen die man persönlich kennt. Es werden ja nur bestehende Wege genutzt, auf denen sich Freunde treffen. Folglich sind die Übergabepartner Menschen die wir gut kennen.

            Die Strecke die wir Deutschen im Schnitt zurücklegen sind 39km. Also pro Übergabe 78km. Dadurch bewegen sich SENDbyFRIENDs schneller als 3 Monate.

            SENDbyFRIEND ist vielleicht keine Versandoption für hochwertige Waren. Dafür gibt es genug andere Anbieter auf dem Markt mit versicherten Paketvarianten. Aber es gibt keine andere kostenlose und gleichzeitig klimafreundliche Versandmöglichkeit für Dinge, wo die üblichen Versandkosten sonst den Wert fast erreichen oder überschreiten.

            SENDbyFRIEND ist ein kollaborativer Versand. Das Mitnehmen wird zu einer Gefälligkeit und zu einem guten Zweck für die Umwelt. Und jeder der mitmacht, und anderen beim Transport hilft, hat natürlich auch die Möglichkeit selbst etwas zu verschicken.

  1. Das ist wieder so ein Beispiel für „überschnell gehandelt“ und „kurzsichtig gedacht“…
    Sowas kann doch niemand wirklich als Alternative sehen der am echten Leben teilgenommen hat.

    1. Hallo Changer,
      ich bin mir sicher, dass du zumindest über 10 deiner Bekannten sagen kannst, dass du sie regelmäßig triffst:
      Kollegen auf der Arbeit.
      Freunde beim Sport.
      Nachbarn, und die eigenen Familienmitglieder.
      Bekannte beim Studium, Kirche, Kita, Schule.

      Jeder Mensch bewegt sich täglich viele Kilometer und trifft mit Sicherheit Menschen die er kennt. Dieses riesige Potential wurde bisher noch nicht zum Transport von Gegenständen genutzt. Die Nutzer der APP müssen nichts planen. Die Übergaberoute wird berechnet. Man bekommt nur gesagt, dass man das Paket einem seiner Bekannten geben muss.

      Alle Menschen die sich dabei direkt etwas übergeben kennen sich persönlich. Es sind ja Bekannte. Das funktioniert besser als Stille Post.

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