Querelen zwischen Swatch und Apple: Wer war zuerst da, die iSwatch oder die iWatch?

Erst kürzlich wurde Apple nach einem langen Rechtsstreit mit dem Konkurrenten am Smartphone-Markt, Samsung, eine Entschädigung in Höhe von 120 Millionen US-Dollar zugesprochen. Doch nun könnte es neuen Streit um die Marke iWatch geben.

iWatch Konzept Stephen OlmsteadWie Spiegel Online vor kurzem in seinem Wirtschafts-Ressort berichtete, werden sowohl beim Schweizer Uhrenhersteller und gegenwärtigem Marktführer der Branche, als auch beim kalifornischen Unternehmen schon einmal die Messer gewetzt. Grund dafür ist ein auflodernder Streit um die von Apple registrierte Marke iWatch, gegen die die Schweizer Firma nun vorgeht.

Die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Swatch, Serena Chiesura, bestätigte dem Spiegel in einer Stellungnahme diesen Schritt. Als Rechtfertigung nannte Chiesura die Tatsache, dass sich der Name der eigenen Armbanduhren-Serie iSwatch nur durch einen einzigen Buchstaben von der iWatch unterscheidet. „Um die eigene Marke iSwatch zu schützen, wurden alle für nötig erachteten Maßnahmen ergriffen“, teilte die Leiterin der Unternehmenskommunikation gegenüber dem Spiegel mit, verzichtete aber darauf, weitere Details öffentlich zu machen.

Schon in der Vergangenheit hatte Apple in der Schweiz aufgrund von Markenstreits im Uhrenbereich Probleme bekommen: Das Design der in iOS verwendeten Uhr glich dem der Schweizer Bahnhofsuhren offenbar so genau, dass der Schweizer Bahnkonzern SBB Protest anmeldete und Schadensersatz forderte. Nachdem man sich mit dem Unternehmen aus Cupertino auf eine Einigung verständigt hatte, flossen laut einer Züricher Zeitung über 16 Millionen Euro auf das Konto der SBB.

Doch allem Anschein zufolge wird sich das Bieler Unternehmen Swatch nicht so einfach abspeisen lassen: Die Marke iSwatch ist bereits in mehr als 80 Ländern weltweit ins Register eingetragen. In Japan, Südkorea, Singapur, Großbritannien und den USA liegt laut Swatch bereits eine positive „endgültige Entscheidung“ vor. Gleichzeitig sickerte durch, dass die bekannte Anwaltskanzlei Baker & McKenzie im Auftrag von Apple die Marke iWatch in mehreren Ländern, darunter auch in Russland, registiert hat. In vielen anderen Ländern hingegen agiert eine Briefkastenfirma namens Brightflash USA LLC als Initiator, um potentiell wertvolle Marken zu sichern. Dies ergaben Recherchen von französischen und US-Medien.

Greift ein prioritärer Markenschutz für die iWatch?

Besonders paradox: Auch in der Schweiz wurde die Marke iWatch am 4. Dezember 2013 zusammen mit einer Vielzahl von anderen Ländern zum Markenschutz angemeldet, namentlich über die WIPO, bei der ein Antrag auf internationalen Markenschutz registriert wurde. In vielen dieser Länder ist bisher allerdings noch kein endgültiger Entscheid darüber gefallen, ob die Marke als schützenswert zugelassen wird. Dieser Prozess kann auch noch andauern, „da die Länder jeweils 18 Monate Zeit haben, um auf einen Antrag zu reagieren“, so der Berner Rechtsanwalt Stephan Beutler, der sich auf Marken-, Urheber- und Patentrecht spezialisiert hat.

Beutler betont zudem, dass „Swatch die internationale Marke für viele Länder bereits 2008 habe registrieren lassen, für rund 30 Länder aber erst im Sommer 2013 – pikanterweise kurz nachdem Apple die iWatch-Marke in den USA und anderen Ländern registrierte.“ Auf diese Weise verfügt Apple in gewissen Ländern über einen prioritären Markenschutz, der es Swatch schwer machen dürfte, eigene Ansprüche geltend zu machen.

„Ob sich die beiden Markennamen tatsächlich in die Quere kommen, wird von Land zu Land entschieden“, berichtet der Rechtsanwalt. Allerdings verfügt Apple über ausreichende Mittel, um einen eventuellen Rechtsstreit auszutragen, und war auch in der Vergangenheit auf Konfrontationskurs gegangen, als es um die Verteidigung von Patenten für das iPhone und das iPad ging. Man darf also gespannt sein, ob das kalifornische Unternehmen seine Marke mit allen Mitteln durchsetzen, oder die iWatch der Einfachheit halber unter einem ganz anderen Namen am Markt lancieren wird. Den ganzen Artikel zum Nachlesen findet ihr bei Spiegel Online. (Foto: Stephen Olmstead)

Kommentare 19 Antworten

  1. Patent- und Namensstreitigkeiten nehmen mittlerweile groteske Züge an. Bevor die Klage der Schweizer Bahn an die Öffentlichkeit ging, wäre mir nie in den Sinn gekommen, die Uhr auf meinem iPhone mit einer Schweizer Bahnhofsuhr zu verwechseln. Und einige Menschen sollten schon kognitiv in der Lage sein, iSwatch von einer iWatch zu unterscheiden.

    1. Es geht doch nicht um Verwechslung, sondern um Urheberrecht. Wenn Du ein Design für eine Uhr entworfen hättest und Apple würde dieses Design für Ihre Uhrenapp verwenden, würdest Du auch höflich anfragen, was sie denn zahlen würden, oder? Oder man beauftragt jemanden, den Wert zu ermitteln. Wenn da 18 Mio rauskommen würden, würdest Du Dich sicher nicht beklagen.

  2. Apple rules! F.ck swatch! Diese plastikbomber! Apple wird die plattmachen!! Haben viel mehr Kohle und die besten Anwälte!

      1. Es geht hier nicht um ein Patent- sondern um einen Namen! Und Apple hat ja wohl schon gewohnheitsrecht auf die iGerät Namen! Außerdem sehr auffällig dass Swatch genau nach bekannt werden der iwatch Gerüchte sich in den meisten Ländern das iswatch hat sichern lassen… Ein Schelm wer böses dabei denkt…. 😉

      1. Nix wirre Gedanken- ich kann es nur net ab dass immer mehr Trittbrettfahrer auf diese Art und Weiße ein Stück vom großen Apfelkuchen abhaben wollen!

  3. Was für Querelen?

    Apple hat sich den Namen vielleicht nur deshalb gesichert, damit andere Unternehmen den Namen nicht nutzen und durch das (i) dem Kunden suggerieren, dass es sich um ein Apple Produkt handelt. Vielleicht gibt es gar keine Uhr von Apple und wenn es eine geben sollte, vielleicht heißt diese dann ganz anders?

    Der einzige, der Stress macht ist Swatch. Ich sehe nicht, dass Apple sich in irgendeiner Art und Weise geäußert hat oder gar die Messer wetzt. Aktuell sehe ich nur, dass es Gerüchte um eine Uhr von Apple gibt und Konkurrenten mit Smartwatches unbedingt First Mover sein wollen. Klar, da würde ich mir als Apple auch vorsichtshalber den Namen iWatch sichern, bevor bspw. Samsung eine iWatch raus bringt.

  4. Albern, also iSwatch und iWatch kann man ja wohl unterscheiden, finde ich.
    Außerdem verwendet Swatch den Namen iSwatch ja nicht einmal, die Dinger heißen ja „Ice Watch“.

    Aber gut, wofür haben wir Gerichte und Anwälte. Sollen die sich damit beschäftigen 😀

  5. Das ist nicht albern, sondern tagtägliche Arbeit an Registergerichten bei Namensähnlichkeiten z. B. auch bei Firmennamen. Ähnliches gilt für Produktnamen. Nur wird über diese tagtägliche Arbeit nicht so ein Wind gemaht wie bei Apple-Produkten.

  6. Apple verfolgt jedes Unternehmen, daß einen ähnlichen abgebissenen Apfel trägt oder deren Produkte von der Bezeichnung her denen von Apple auch nur einen Hauch ähnlich klingen.

    Daher ist es völlig ok wenn Swatch gegen Apple vorgeht. Was den Fanboys von Apple natürlich nicht mal im Schatten einfällt und einleuchtet.

    1. Apple hat aber wie oben erwähnt schon seit langem diese iGerät Namen! Und dann kommt Swatch kurz nach den ersten iwatch Gerüchten an, um in x Ländern sich iswatch zu sichern!? Das werden die Gerichte auch mit in ihr Urteil einfließen lassen…

      1. Unsinn. Entscheidend ist nicht wann ein Name registriert wird, sondern wann ein Produkt erstmalig im Markt erscheint. Da hat Apple definitiv keine Chance.

      2. Laut des SpON-Artikels hatte Swatch den Namen iSwatch allerdings schon in einigen Ländern VOR Apple gesichert. Fragwürdig sind die von dir erwähnten Praktiken des Swatch-Unternehmens natürlich trotzdem.

      3. Es gibt kein Gewohnheitsrecht und außerdem sind Gesetze und Rechtsprechung in allen Ländern verschieden. Swatch macht hier nichts anderes, was auch Apple machen würde: Ihre Namensrechte sichern. Hier geht es schließlich um Kohle und nicht um Ethik oder Moral.

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