In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau hat sich ARD-Chefin Monika Piel auch zur Tagesschau-App und einer zukünftigen Sportschau-App geäußert.

„Diese Kostenloskultur kann nicht Ziel führend sein. Das kann für die Verlage nur heißen, man muss dahin kommen, die journalistischen Inhalte zu verkaufen“, meint die ARD-Chefin im Interview. Doch wer einen kleinen Überblick über die Download-Zahlen im App Store hat wird schnell feststellen, dass sich selbst 79 Cent-Apps deutlich schlechter absetzen lassen als kostenlos Angebote.
Die Verleger fühlen sich also nicht zu unrecht im Markt behindert, wenn es als Konkurrenz zu ihren Apps kostenlose Angebote gibt. „Wenn der Verlegerverband die Apps kostenpflichtig macht, dann werde ich mich auch vehement dafür einsetzten, dass unsere öffentlich-rechtlichen Apps kostenpflichtig sind“, so Piel gegenüber der Frankfurter Rundschau.
Da gibt es nur ein Problem: Spätestens wenn die neue Haushaltsabgabe kommt, zahlen wir alle Rundfunkgebühren. Man könne es derzeit einfach keinem Gebührenzahler erklären, dass er für eine App der ARD Geld bezahlen soll, heißt es weiter.
„Wir denken zum Beispiel über eine Sportschau-App nach und haben überlegt, ob wir diese nicht kostenpflichtig anbieten könnten. Aber es gibt hundert kostenlose Sport-Apps in Deutschland. In so einer Situation können wir, die wir gebührenfinanziert sind, nicht sagen, bei den Kommerziellen kriegt ihr das alles kostenlos, bei uns, für die ihr Gebühren gezahlt habt, müsst ihr das noch mal bezahlen“, berichtet Piel, die eine Bezahl-App der Sportschau erst dann für machbar hält, wenn andere Angebote auch kostenpflichtig wären.
Und wie ist das nun mit der Tagesschau-App? Die wird kostenlos bleiben, denn solange jede Zeitung im Netz kostenlose Internetangebote zur Verfügung stellen würde, könnte „auch die Tagesschau-App nicht funktionieren. (…) Zudem ist die Tagesschau-App nichts anderes als eine bequemere Konfiguration für den User, darin ist kein anderer Inhalt als auch im stationären Netz.“