Yamaha MusicCast: Die Multiroom-Konkurrenz für Sonos & Co im Praxis-Test

Mit MusicCast hat Yamaha ein interessantes Multiroom-Konzept auf den Markt gebracht, das bereits mit über 20 Produkten des Herstellers kompatibel ist.

Yamaha_MusicCast_Connectivity

Auf der IFA in Berlin habe ich im vergangenen Jahr bereits einen ersten Eindruck von Multicast erhalten können. Das neue Multiroom-Format von Yamaha soll vor allem durch eine einfache Bedienung und die vielen verschiedenen Komponenten überzeugen können. Die vergangenen Tage konnte ich nutzen, um mir einen ganz eigenen Eindruck von drei Lautsprechern zu verschaffen, die auch zusammen in einem Paket gekauft werden können: Das Yamaha MusicCast Trio.

Bevor ich näher auf die Produkte und die App eingehe, möchte ich an dieser Stelle betonen, dass der Artikel kein Testbericht wie jeder andere ist. Die Möglichkeiten mit MusicCast sind nahezu unbegrenzt und es ist wohl nicht möglich, jedes einzelne Detail mit in diesen Artikel aufzunehmen. Solltet ihr daher spezielle Fragen zu einem der Produkte, der Software oder der Technik haben, schreibt einfach einen Kommentar unter diesen Artikel. Ich werde versuchen, die Fragen zeitnah zu beantworten.

Die verschiedenen Produkte aus dem MusicCast-Portfolio

Wie bereits erwähnt, hat Yamaha die MusicCast-Technologie bereits in viele Produkte integriert. Neben den drei Lautsprechern, die im von mir getesteten MusicCast Trio Bundle enthalten sind, gibt es vor allem AV-Receiver und Verstärker, mit denen man bereits vorhandene (und möglicherweise sehr teure) Lautsprecher in das Multiroom-System einbinden kann. Eine komplette Übersicht der Produkte erhaltet ihr auf dieser Webseite.

Yamaha MusicCast Tio

Yamaha YSP-1600: Das Herzstück des Starterpakets fühlt sich direkt unter dem Fernseher besonders wohl. Immerhin handelt es sich um eine Soundbar mit acht Beamlautsprechern und zahlreichen Eingängen, um beispielsweise den Fernseher oder andere Multimediageräte direkt anschließen zu können. So kann man beispielsweise das Tonsignal des Fernsehers problemlos auch in andere Räume übertragen, um nichts zu verpassen. Trotz der geringen Höhe von nur 6,5 Zentimetern sorgt die YSP-1600 Soundbar für einen kraftvollen Sound. Wer noch mehr Wumms wünscht, kann optional einen Subwoofer anschließen. Mir reicht es, im direkten Vergleich mit dem Zeppelin von Bowers & Wilkins, auch so.

Yamaha ISX-80: Nicht wie die Soundbar in die Länge gezogen, sondern quadratisch gestaltet, macht auch dieser Lautsprecher optisch etwas her. Mit einem kleinen Ständer kann der rund 30 Zentimeter große Lautsprecher aufgestellt werden, alternativ ist wie bei der Soundbar eine Wandmontage problemlos möglich. Yamaha sieht aufgrund des integrierten Displays mit Uhrzeit-Anzeige das Schlafzimmer als Haupteinsatzgebiet, aufgrund seiner hohen maximalen Lautstärke eignet sich der ISX-80 aber auch problemlos für andere mittelgroße Räume. Bei mir Zuhause würde der Lautsprecher wohl in der Küche oder im Arbeitszimmer einen vernünftigen Platz finden.

Yamaha WX-030: Der kleinste Vertreter des MusicCast Trio überzeugt ebenfalls mit einer hochwertigen Verarbeitung und einem guten Klang, auch wenn er aufgrund der Größe natürlich nicht so kraftvoll ist wie seine Geschwister. Eine kleine Besonderheit des WX-030: Zwei baugleiche Lautsprecher können problemlos über die MusicCast-App miteinander verbunden werden und Musik im Stereo-Modus mit zwei Kanälen abspielen.

So schlägt sich die MusicCast-App in der Praxis

Zunächst einmal die gute Nachricht: Ihr müsst keinen Blick in die mitgelieferten Handbücher werfen, die komplette Einrichtung ist problemlos über die MusicCast-App möglich. Nachdem man die Connect-Taste am Lautsprecher gedrückt hat, verbindet man das iPhone oder iPad einfach mit dem WLAN des Speakers und weist ihm dann das heimische WLAN zu. Praktisch: Bei weiteren Lautsprechern entfällt die Eingabe des Passworts. Die drei Lautsprecher des MusicCast-Sets waren so innerhalb von rund fünf Minuten einsatzbereit, das ist wirklich ein sehr guter Wert.

Die einzelnen Lautsprecher tauchen danach innerhalb der MusicCast-App auf und können nicht nur mit einem eigenen Namen, sondern auch einem passenden Bild ausgestattet werden. Selbst ohne installierte MusicCast-App lassen sich einzelne Lautsprecher direkt per AirPlay oder Bluetooth ansteuern – davon profitieren beispielsweise Gäste.

Die volle Ladung Sound gibt es allerdings nur mit der App: Im Handumdrehen sind zwei oder mehrere Lautsprecher miteinander gekoppelt und spielen das gleiche Signal ab. Egal ob Musik direkt vom iPhone, von einem der unterstützten Streaming-Dienste oder einem externen Eingang stammt, alles wird absolut synchron in die verschiedenen Räume verteilt. Selbstverständlich lässt sich die Lautstärke individuell regeln, entweder über die App oder direkt über Tasten am Gerät beziehungsweise über die dazugehörige Fernbedienung.

MusicCast 4 MusicCast 1 MusicCast 3 MusicCast 2

Bei der Wahl der Quelle hat man die Qual der Wahl: Musik aus der Bibliothek des iPhones oder iPads, Streaming-Dienste wie Napster, Spotify oder Juke, AirPlay oder Bluetooth, Internetradio, DLNA-Server, über den analogen Eingang oder im Fall der Soundbar über HDMI oder den optischen Eingang. Ein kleines Manko in Sachen Apple-Welt gibt es dann aber doch: Apple Music wird bisher noch nicht unterstützt. Für jedes MusicCast-Gerät kann eine der unterstützten Quellen frei gewählt werden, nicht genutzte Quellen können zudem ausgeblendet werden.

Klasse: Es können sogar einzelne, externe Bluetooth-Lautsprecher eingebunden werden, beispielsweise ein Bose SoundLink oder ein UE Boom, die man dann problemlos mit auf den Balkon oder die Terrasse nehmen kann. Ein kleiner Nachteil: Bei der Bluetooth-Überragung ist die Wiedergabe leider nicht mehr ganz synchron.

Wenn man mal vom Branchen-Primus Sonos absieht, scheitert ein Multiroom-Paket ja oft an der Software, die einfach nicht besonders benutzerfreundlich ist. Die MusicCast-App (App Store-Link) von Yamaha ist vielleicht nicht besonders beeindruckend gestaltet, erfüllt ihren Zweck aber wie gewünscht und ist vor allem übersichtlich und modern. Kein Pixelsalat, keine fehlende Unterstützung für das iPhone 6. Auch gab es während meiner mehrtägigen Testphase keine Probleme mit beispielsweise Verbindungsabbrüchen.

Momentan habe ich lediglich einen Wunsch: Sobald mehrere Lautsprecher miteinander verlinkt sind, kann man über die App erst wieder über einen der verbundenen Lautsprecher zugreifen, sobald man ihn aus der Verbindung entfernt hat. Hier könnte man also ein bis zwei Schritte sparen, wobei das wirklich meckern auf sehr hohem Niveau ist.

Soviel kostet MusicCast von Yamaha

Das mir für den Test zur Verfügung gestaltete Set MusicCast Trio mit den drei Lautsprechern kostet derzeit 1.099 Euro und ist beispielsweise bei Media Markt verfügbar, dort gibt es aktuell sogar noch einen 150 Euro Geschenkgutschein dazu. Der Einzelpreis der drei Produkte beträgt 549 Euro, 399 Euro und 219 Euro, womit sich Yamaha ein paar Euro unter den Produkten von Sonos einsortiert. Gerade dieser Punkt sowie die vielen verfügbaren Komponenten, insbesondere Auswahl der Receiver, sorgen für ein sehr positives Gesamtbild für Yamaha MusicCast.

Abschließend gibt es noch ein kleines und sehr informatives YouTube-Video von den Kollegen von Heimkinoraum, die ebenfalls schon einen Blick auf MusicCast geworfen haben.

Kommentare 19 Antworten

  1. Wenn ich Apple Music habe, können dann trotzdem Musikstücke aus meiner Bibliothek gespielt werden? Wie merkt Yamaha, dass es nicht gekaufte sondern die runtergeladene Musik ist?

    1. Unter iOS können Apps schon seit langer Zeit auf die, ich nenne sie mal, iTunes-Bibliothek zugreifen, da diese Titel ja lokal auf dem Gerät liegen.

      Ob MusicCast auch auf über Apple Music heruntergeladene (also nicht gestreamte) Titel zurückgreifen kann, kann ich leider momentan nicht sagen, da wir hier auf keinem unserer Geräte Apple Music im Einsatz haben.

  2. Müßte doch über AirPlay gehen… Laut Beschreibung soll zumindest ysp 1600 AirPlay unterstützen ( bei den anderen habe ich noch nicht geguckt )

    1. Richtig, AirPlay ist kein Problem. Über AirPlay kannst du aber immer nur einen einzelnen Lautsprecher ansteuern und nicht mehrere, leider 😉

        1. Zumindest von iOS aus. Vom Mac aus kannst du ja über iTunes auch mehrere AirPlay-Lautsprecher auswählen. Das wünsche ich mir von AirPlay schon seit Jahren. Naja, vielleicht ja mit iOS 10…

    1. Die eingebundenen Videos bei den Appgefahren Artikeln sind dann stumm, wenn du die Wippe vom iPhone ebenfalls auf stumm hast. In der Youtube App ist das zum Beispiel egal, dort hast du dennoch Ton (sofern du ihn entsprechend an hast via den Lautstärke-Knöpfen).

    1. Habe ich?
      MacMini am TV im WZ, darauf Spotify, iTunes, SoundCloud etc.
      Dazu das geniale Programm Airfoil und man kann alles was Töne ausgibt via AirPlay an mehrere! LS ausgeben, Gruppen bilden und so weiter.
      Bluetooth LS lassen sich ebenfalls einbinden, hier natürlich abhängig von der Reichweite.
      Alle laufen synchron über Airfoil, man kann innerhalb der Software die LS zeitlich abstimmen so dass Synchronität gegeben ist.
      Es gibt eine App für IOS die ein Device auch zum Empfänger machen, in der Küche habe ich ein iPad 1 angeschlossen an einen Philips LS der zwar AirPlay kann aber immer mit Aussetzern nervte.
      Mit den passenden Apps ist alles per iPad/iPhone steuerbar, für mich die perfekte Multiroom-Lösung.
      Da ich schon einige AirPlay Empfänger hatte auch günstiger als Sonos und Co.

  3. Wie kann ich das Bose Soundlink (Bluetooth, Typ 404600) zusätzlich einbinden? Ich habe den WXC-50 und war bislang bei diversen Versuchen nicht erfolgreich.

  4. „Die Einbindung per Bluetooth hat den kleinen Nachteil, dass die Musik nicht synchron läuft…“ ähm, in diesem Fall von einem kleinen Nachteil zu sprechen, ist etwas untertrieben. Multiroom macht so schlichtweg keinen Sinn.

    Leider liest man das gleiche über den Betrieb von kabelgebundenen Boxen an einem Yamaha Multiroom Reciever bei gleichzeitiger Verwendung von WLAN Boxen.

    Hätte Sonos doch nur AirPlay, ich würde mir sofort Boxen zulegen.

  5. Hallo, hoffe mir kann jemand helfen.

    Ich habe 2 Yamaha WX-30 und nutze die Apple Musiccast App. Für einen Lautsprecher habe ich eine Favoritenliste erstellt, ist es richtig, dass ich für den 2ten eine neue Liste machen muß?

    Das wär doch Blödsinn, die Liste sollte doch identisch sein.

    Danke schinmal.

  6. Hallo und Danke für die interessanten Infos.
    Ich habe zu HAUSE 2 WC 030, 1 WC 010 und einen Yamaha RX Receiver. Letzterer ist über LAN Kabel am Router all anderen über WLAN. Router ist die Fritz.box 7450. Jede Komponente allein und auch die Verlinkung des RX mit je einer WX im Multiroom läuft ohne Probleme. Sobald ich eine 2. Wx über WLAN verlinke läuft diese nicht mehr richtig. Würde mich freuen wenn Ihr mit helfen könnt.

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