DJI Osmo Mobile im Test: Wackelfreie Videos mit dem iPhone aufnehmen

Fabian Portrait
Fabian 08. Februar 2017, 11:33 Uhr

Ihr wollt für ein kleines Projekt ein wackelfreies Video mit dem iPhone aufnehmen? Dann ist der DJI Osmo Mobile das passende Gadget für euch.

DJI OSmo Mobile Lifestyle

Bekannt ist DJI vor allem für seine Drohnen. Einen Teil der Technik hat der Hersteller im vergangenen Herbst aus der Luft geholt und in ein Handstativ eingebaut: Der DJI Osmo Mobile stabilisiert quasi jedes Smartphone und sorgt für ruckel- und wackelfreie Videos. Bei dem knapp 300 Euro teuren Handheld-Gimbal gilt es jedoch einige Details zu beachten, die wir euch in diesem kleinen Erfahrungsbericht näher bringen wollen. Wie immer gilt: Wenn ihr spezielle Fragen habt, schreibt uns einfach einen Kommentar.

Für den Test des DJI Osmo Mobile habe ich mir einen richtigen Härtefall ausgesucht: Ich wollte mit dem Handstativ die Skipiste heruntersausen. Schließlich ruckelt und wackelt es dort so viel, dass zumindest ab einer bestimmten Geschwindigkeit Aufnahmen mit einem iPhone ohne eigene Videostabilisierung nicht mehr wirklich ansehnlich sind. Umso gespannter war ich auf den Unterschied mit dem DJI Osmo Mobile.

Nun, was soll ich euch sagen, soweit ist es leider nicht gekommen. Zum Teil ist das sicherlich meine Schuld, schließlich habe ich erst im Hotelzimmer festgestellt, dass der DJI Osmo Mobile einen speziellen Klinken-Ladeanschluss hat. Warum man hier nicht auf einen herkömmlichen USB-Anschluss - ganz egal ob Mini-USB, Micro-USB oder USB-C - gesetzt hat, ist vollkommen unverständlich. Immerhin: Der Akku des DJI Osmo Mobile hält viereinhalb Stunden und lässt sich austauschen, sogar eine Ladestation bietet der Hersteller an.

DJI OSmo Mobile Box

Das alles hat mir in Österreich ohne Ladekabel natürlich wenig genutzt. So musste ich das Handstativ diese Woche noch einmal mit nach draußen ins graue Bochum nehmen - die Bilder fallen zwar leider deutlich weniger spektakulär aus, dürften aber trotzdem noch sehr gut zeigen, wie wackelfrei die Aufnahmen mit dem DJI Osmo Mobile geworden sind. Das Video ist komplett unbearbeitet und zeigt die rohen Aufnahmen im Vergleich.

Direkter Vergleich: DJI Osmo Mobile gegen das iPhone 7

Aber wie sieht es mit der Handhabung des DJI Osmo Mobile aus? In Sachen Hardware macht dem Hersteller so schnell jedenfalls niemand etwas vor: Das iPhone oder ein anderes Smartphone wird einfach in die Halterung geschraubt und kann gegebenenfalls mit einem Balance-Regler ausgerichtet werden. Im Normalfall erledigt das der Gimbal nach dem Einschalten und dem Verbinden via Bluetooth automatisch. Erste Effekte sind sofort spürbar: Bewegt man den DJI Osmo Mobile mit der Hand, merkt man sofort, wie der integrierte Motor die Bewegungen ausgleicht.

Dank mehrerer Tasten ist die Steuerung keine große Hürde: Die Auslöser für Fotos und Videos können einfach mit dem Finger erreicht werden, zudem gibt es einen kleinen Joystick, mit dem man das iPhone samt Kamera manuell schwenken kann. Praktisch ist auch der Trigger, dank dem man einen besonders weichen Kameraschwenk hinbekommt, wenn man einem bestimmten Objekt folgt.

DJI GO
Entwickler: DJI
Preis: Kostenlos

Noch besser funktioniert das Verfolgen von Bildobjekten mit der hauseigenen App des Herstellers (App Store-Link). Mit der Anwendung kann eine Person oder ein Objekt dauerhaft fokussiert und verfolgt werden. Egal ob man sich danach um das Objekt herum oder sich die Person selbst bewegt, die Kamera bleibt "immer am Ball". DJI hat hier sogar eine Gesichtserkennung integriert. So funktioniert das "Active Tracking" wirklich sehr, sehr gut und erleichtert die Filmarbeit enorm. Zu den weiteren Extras der Anwendung zählen Motion Timelapse und Live-Streaming per YouTube, auch hier konnten wir keine Probleme feststellen.

DJI OSmo Mobile Hand

Allerdings gibt es auch einige Details an der App, bei der wir noch Potenzial sehen. So lassen sich mit dem DJI Osmo Mobile lediglich Videos mit 60 Bildern pro Sekunde bei 1080p und 30 Bildern pro Sekunde auf 4K-Auflösung aufzeichnen. Die Kamera des iPhone würde allerdings auch 120 Bilder pro Sekunde bei 1080p oder sogar 240 Bilder pro Sekunde bei 720p schaffen - schade, dass es diese Möglichkeiten im Zusammenspiel mit dem Handstativ nicht gibt. Hinzu kommen kleine Schönheitsfehler, die Schaltfläche "Erledigt" wird beispielsweise nur als "Erl...igt" dargestellt. Schlimm ist das nicht, es geht aber auch besser.

Insgesamt macht der DJI Osmo Mobile aber einen wirklich guten Job. Insbesondere die Tatsache, das man sich nicht auf eine bestimmte Kamera festlegen muss, gefällt mir sehr gut. Auch das kommende iPhone wird problemlos in die Halterung passen - und punktet dann hoffentlich mit einer noch besseren Bildqualität. Nur eines sollte DJI auf jeden Fall ändern: Den Ladeanschluss.

DJI Osmo Mobile
70 Bewertungen
DJI Osmo Mobile
  • ActiveTrack-Technologie
  • 3-Achsen Gimbal-System

Teilen

Kommentare12 Antworten

  1. b33M! sagt:

    Da gefällt mir der ONE von FlowMotion besser. Es ergeben sich noch mehr Möglichkeiten und er ist aktuell auch (noch) günstiger.

    Gibt es nicht Probleme mit der Aufnahme beim iPhone 6 / 6+/ 7 / 7+

    FlowMotion schreibt hierzu:
    In addition, our stabilization is more accurate than DJI and works with optical image stabilization (OIS) on phones such as iPhone 6 plus /7/7 plus, which has been a problem for DJI.

    Danke!!

    • Fabian sagt:

      Allerdings ist das Teil noch nicht auf dem Markt, da vergleichst du also Äpfel mit Birnen. Sollte der ONE aber im Sommer im Handel erhältlich sein, schauen wir ihn uns gerne genauer an.

      • b33M! sagt:

        Da magst du ja Recht haben… ich warte halt jetzt noch ein bisschen und bin dafür auch weniger enttäuscht. Der Osmo Mobile ist nicht schlecht, aber eben nichts für MICH – deshalb auch das „mir“. Und Äpfel werden hier nicht mit Birnen verglichen 😉 über das von mir angesprochene Problem mit den iPhones wäre mal interessant gewesen!

  2. Benno sagt:

    Wie schlecht!!! Also der 3-Achs Gimbal von Fy-tech für die Gopro ist viel besser. Vor allem hat die Gopro noch nichtmal nen Bildstabilisator wie das iPhone.

    https://youtu.be/jYU2zy0hQY0

    Das wurde mit Gopro 4 Black und dem 3-Achs Gimbal gemacht. Im Angebot für 149€ gekauft.

    • Lektor sagt:

      Schau dir unbedingt noch andere Videos an. Die Aufnahmen hier im Beitrag sind in der Tat schlecht, bereits nach einer Stunde Gewöhnung holt man aus dem Osmo Mobile weit mehr raus. Ich verwende ihn mit dem iPhone 6S, das einzig Negative ist der Energieverbrauch der DJI App.

  3. KaM! sagt:

    299€? Euer Ernst? Wer kauft so eine Gold Stange???

    • Reg sagt:

      die Halterung für das iPhone durch das eigene Kameramodul von DJI tauschen? Oder sind es komplett verschiedene Produkte.

      • Fabian sagt:

        So wie ich es verstanden habe, ist der Osmo Mobile speziell für Smartphones konzipiert. Für den Einsatz mit dem Kameramodul gibt es ja den Osmo ohne Mobile.

    • Reg sagt:

      Schade. Dachte bloß, dass man eventuell eine Basis für Handy und Kamera nutzen könnte.

      • b33M! sagt:

        Glaube es gibt für den Osmo ohne Mobile die Möglichkeit es in Kombination mit einem Smartphone zu nutzen. Soweit ich es mal gesehen und versanden habe, fungiert das Smartphone als Sucher/Display..

Kommentar schreiben