Libratone Zipp & Zipp Mini im Test: Lautsprecher der unbegrenzten Möglichkeiten

Fabian Portrait
Fabian 15. Februar 2016, 12:55 Uhr

Seit rund drei Jahren beschallt uns täglich ein Libratone Zipp mit Musik. In den letzten Tagen konnten wir die neue Generation des Lautsprechers aus Dänemark ausführlicher testen.

Libratone Zipp Farben

Der Markt für Lautsprecher dürfte mittlerweile gesättigt sein. Das eine oder andere Vöglein hat uns bereits gezwitschert, dass sich Hersteller einiges einfallen lassen müssen, um Distributoren zu überzeugen. Die sollen mittlerweile schnell abwinken, sobald das Stichwort Bluetooth-Lautsprecher fällt. Dieses Problem hat Libratone nicht, denn der dänische Hersteller hat sich in den letzten Jahren bereits einen ordentlichen Namen verschafft. Vor wenigen Wochen hat er die neueste Generation seines Lautsprechers auf den Markt gebracht: Den Libratone Zipp. Begleitet wird das Modell vom etwas kleineren Bruder Libratone Zipp Mini, der in Sachen Funktionsumfang identisch ist.

Eines sei bereits jetzt gesagt: Der Libratone Zipp bietet im Vergleich zu seinen Vorgängern, die noch als einfache Bluetooth- bzw. AirPlay-Lautsprechern fungierten und lediglich mit einem integrierten Akku ausgestattet waren, zahlreiche zusätzliche Funktionen. Da weiß man leider gar nicht so genau, wo man anfangen soll. Daher mache ich es mir an dieser Stelle besonders einfach und beginnen bei der Einrichtung.

Einfache Einrichtung und besonders viele Funktionen

Die könnte glücklicherweise einfacher nicht sein und wird durch die iPhone-App des Herstellers zum Kinderspiel. App starten, Lautsprecher anschalten, Lautsprecher suchen und bereits nach wenigen Sekunden ist er mit dem heimischen Netzwerk verbunden und kann per AirPlay genutzt werden. Selbstverständlich ist auch Bluetooth mit an Board, was vor allem dann interessant ist, wenn Libratone Zipp oder Zipp Mini mit auf Reisen gehen. Schade ist lediglich, dass man sich zur Nutzung der App registrieren muss, das funktioniert aber auch mit einer wahllosen E-Mail-Adresse.

Richtig spannend wird es, wenn man über die Libratone-App einen zweiten Lautsprecher einrichtet. Bis zu sechs Speaker können in der App einfach miteinander verbunden werden und tauchen danach als einzelner AirPlay-Empfänger in den iOS-Einstellungen auf. Damit überwindet der neue Libratone Zipp eine Hürde, die Apple bisher nicht überwunden hat: Musik über AirPlay auf mehrere Lautsprecher und damit auch in mehrere Räume verteilen. Danke Libratone, das gefällt mir ausgesprochen gut.

Libratone Zipp

Das ist aber noch längst nicht alles. Libratone hat einen, nein sogar zwei Schritte weiter gedacht und bietet neben Spotify Connect auch Online-Radiosender an. Fünf Sender können in der Libratone-App hinterlegt werden und über das Touch-Bedienfeld des Libratone Zipp gestartet werden, selbst wenn gerade kein angeschlossenes iPhone oder iPad in der Nähe ist. Natürlich nur dann, wenn eine aktive WLAN-Verbindung besteht, denn irgendwie muss die Musik dann ja doch zum Lautsprecher gelangen.

Libratone Zipp punktet auf mit dem Klang

Und weiter geht es mit den coolen Features: Genau wie bei den Vorgängern gibt es eine Trageschlaufe und einen integrierten Akku, der für acht bis zehn Stunden mobilen Musikgenuss sorgen soll. Dank eines USB-Ausgangs kann dieser sogar dazu verwendet werden, ein möglicherweise leeres iPhone wieder aufzuladen. Und das Zipp im Namen kommt nicht von ungefähr: Sowohl beim Libratone Zipp als auch beim Libratone Zipp Mini lässt sich das mit einem Reißverschluss befestigte Cover abnehmen und durch eine andere Farbe ersetzen.

Aber wie sieht es eigentlich mit dem Klang aus? Ich möchte an dieser Stelle nicht die Superlative beeindruckend und fantastisch in den Mund nehmen, aber der Libratone Zipp klingt einfach gut. Kraftvoll und klar. Klasse ist der 360 Grad Sound, der übrigens auch der Grund für uns war, den Vorgänger zu kaufen. Auch bei hoher Lautstärke klingen die Lautsprecher noch gut, wobei der Libratone Zipp Mini natürlich etwas leiser ist als sein großer Bruder - aber das dürfte keine große Überraschung sein.

Insgesamt gibt es nur wenige Unterschiede: Der Libratone Zipp ist 26,1 Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von 12,2 Zentimetern und wiegt 1,5 Kilogramm. Der Libratone Zipp Mini kommt auf 22,4 und 10 Zentimeter, das Gewicht liegt bei 1,1 Kilogramm. Weitere Unterscheide gibt es im Inneren: Der Zipp hat etwas größere Tieftöner und Radiatoren sowie einen zusätzlichen Hochtöner.

Der Preisunterschied ist dagegen nur marginal. Der Zipp Mini kostet 249 Euro, der große Zipp 299 Euro. Wenn nicht gerade die kompakten Abmessungen das Kaufkriterium schlechthin sind, würde ich definitiv zum größeren Modell greifen. Wenn man bedenkt, dass die erste Generation des Libratone Zipp noch 399 Euro gekostet hat und weniger Funktionen bot, finde ich die neuen Preise übrigens in Ordnung - auch wenn sie sicherlich im oberen Segment anzusiedeln sind. Nur noch heute gilt eine interessante Aktion in Verbindung mit dem genialen Kopfhörer Bose QuietComfort 25 - alle Informationen rund um den Rabatt in Höhe von 125 Euro gibt es in diesem Artikel.

Libratone Zipp & Zipp Mini

  • Einrichtung - 10/10
    10/10
  • Sound - 9/10
    9/10
  • Funktionen - 10/10
    10/10
  • Preis/Leistung - 7/10
    7/10

Fazit

Zwei richtig tolle Lautsprecher, in die man sich verlieben kann. Der Sound stimmt, die Funktionen sind umwerfend. Akku, Bluetooth, Spotify, AirPlay, Multiroom - es ist einfach alles drin.

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9/10

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Kommentare19 Antworten

  1. Wilduck sagt:

    Klingt echt gut

  2. iChris 1 sagt:

    Besonders die Möglichkeit Internet-Radiosender abzuspeichern und ohne Smartphone o.ä. zu spielen, ist für mich sehr interessant. Hat meines Wissens sonst nur BOSE bei seinem SoundTouch System.

  3. M O N K sagt:

    ich habe in anderen blogs gelesen, dass die app nur mit vorhergehender persönlicher anmeldung funktioniert und deshalb sehr schlechte bewertungen bekam – ist das tatsächlich so und wenn ja, warum muss ich meine daten hinterlegen, um einen lautsprecher zu steuern?!?

    • Fabian sagt:

      Ja, das ist so. Das habe ich im Text vergessen, da meine Registrierung schon länger her ist (hatte die App schon vor dem Test der neuen Modelle auf dem iPhone). Ich werde das noch ergänzen. Wirkliche persönliche Daten muss man aber nicht angeben, zu deiner Info. Warum überhaupt, weiß ich aktuell leider nicht.

    • Fabian sagt:

      Noch ein kleiner Nachtrag. Habe die App gelöscht und es noch mal ausprobiert, man kann eine wahllose E-Mail-Adresse angeben und kann die App danach uneingeschränkt nutzen. Habe es so auch im Text nachgetragen. Danke, dass du nachgehakt hast.

  4. Monkey Thief sagt:

    Ist auch Stereo Wiedergabe möglich?

  5. nec sagt:

    Hat die erste Generation ähnliche Features?

  6. spi sagt:

    Ist der Akku auswechselbar oder handelt es sich um ein 299€-pro-Stück-nach-drei-Jahren-Wegwerfprodukt?
    Handelt es sich um ein Li-Ionen-Akku?
    Wie lange dauert es den Akku zu laden?

    Mitnichten wird nur die eMail-Adresse nach Hause geschickt (besonders pikant: externe IP-Adressen und GPS-Locations), hier Libratones Privacy Policy:
    https://www.libratone.com/fr/privacy-policy

    • Fabian sagt:

      Der Lithium-Ion Akku hat 2.400 mAh und ist nicht austauschbar. Ich habe nicht genau auf die Uhr geschaut, er brauchte aber mehr als eine Stunde zum Aufladen. GPS-Nutzung kann per iOS problemlos unterbunden werden.

      • spi sagt:

        Vielen Dank für die Info zum Akku, Fabian.

        Die von mir in den Beitrag kopierte Privacy Policy stammt original aus der aktuellen iOS-Libratone-App und ist auch für diese zuständig.
        Du hast sie leider durch einen Link auf die Privacy Policy für die Internet-Seite und den Web-Shop ersetzt.
        Die Policies unterscheiden sich aber. Da ich auf die Fülle der übermittelten Daten (eben nicht nur eine eMail-Adresse) hinaus wollte, diesmal der Kürze wegen nur ein Auszug:

        The information we collect is:

        Your email address
        Information about the location(s) where you use the product(s)
        Information about the Libratone products used in your system, including:
        serial number
        software version
        colour setting
        speaker name
        external IP number
        …and other product settings
        Audio source device information, for example:
        device type, name and OS version
        Libratone App version
        language information

        Du hast natürlich recht, dass man den Ortungsdienst für die Libratone App in iOS unterbinden kann, daran denkt aber nicht jeder.
        Ich finde das Ansinnen von Libratone, sowohl Geodaten als auch öffentliche IP-Adressen zu sammeln und zu verarbeiten, bedenklich und im Sinne des Betriebs eines Lautsprechers völlig überflüssig und unnötig.

  7. Peter sagt:

    sind ja a…… teuer!

  8. M O N K sagt:

    danke für die info – das wäre, trotz des tollen produktes, ein „no go“ für mich, obwohl ich schon sehr darauf achte, dass ich „ortungsdienst“ etc ausgeschaltet habe, wo es nicht notwendig ist.
    vielleicht sollte man hier mal ein schreiben an die freunde aus dänemark senden und ihnen mitteilen, dass sie so sicher den ein und anderen kunden vergraulen oder erst garnicht gewinnen.

    danke nochmals für eure info!

  9. nomail sagt:

    ortungsdienste für einen lautsprecher? nicht akzeptabel.

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