Automatische Trainings­erkennung: Was ist mit den Radfahrern?

Mit watchOS 5 hat Apple eine spannende neue Funktion eingeführt: Die automatische Trainings­erkennung.

Apple Watch Nike

Einen Kritikpunkt habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder geäußert, wenn es um Fitness-Workouts mit der Apple Watch ging: Die Uhr hat nicht erkannt, wann ein Training beendet wird. Man durfte bislang also tunlichst nicht vergessen, am Ende das Tracking manuell zu beenden. Mit watchOS 5 will Apple das ändern und hat die automatische Trainings­erkennung eingeführt.

Auf der Apple-Webseite lässt uns der Hersteller wissen: „Bei vielen Trainingsarten merkt die Apple Watch, wenn du dich bewegst, und benachrichtigt dich, damit du die Trainingsapp startest. Sie rechnet dir sogar die Leistung an, die du bereits erbracht hast. Außerdem erinnert sie dich daran, dein Training zu beenden, falls du beim Abwärmen abgelenkt wirst.“

Apple Watch Trainingserkennung

Eine erste Kostprobe habe ich bereits am Dienstag auf dem Weg zur Arbeit bekommen: Auf dem Fußweg zum Bahnhof zu Büro meldete sich die Apple Watch mit einer Mitteilung und wollte wissen, ob ich gerade ein Workout „Gehen“ bestreite. In diesem Fall natürlich nicht, aber es war schon erstaunlich, dass die Apple Watch nach nur wenigen Minuten erkannt hat, dass ich flott unterwegs bin.

Die Ernüchterung folgt dann einen Tag später: Auf dem Fahrrad wollte und wollte sich die Apple Watch einfach nicht zu Wort melden. Nach 5 Kilometern und auch nach 10 Kilometern wurde nicht erkannt, dass ich gerade relativ sportlich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Und das, obwohl mein Puls deutlich höher war, als beim flotten Fußmarsch durch die Innenstadt.

Am Ende hat Apple eben nur versprochen, dass die Trainingserkennung bei vielen Trainingsarten, nicht eben bei allen funktioniert – mit dabei sind außer Gehen und Laufen auch noch Schwimmen sowie Aktivitäten auf dem Crosstrainer und dem Rudergerät. Und mal wieder sind es die Radfahrer, die in die Röhre schauen. Bereits frühere Funktionen, wie etwa die Pausen-Erkennung, gab es nur für Lauf-Trainings, nicht aber für sportliche Aktivitäten auf zwei Rädern.

Kommentare 35 Antworten

  1. Das kann doch in meinen Augen ? nicht so schwierig sein zu ermitteln. Aus Puls, Geschwindigkeit und Bewegungsmuster.
    Auf der Keynote vom iPhone 6 dazu:
    „The new generation M8 can tell when you‘re cycling, when you‘re walking, when you’re running.“

    1. Ich gehe mit dir konform, dass der Puls ein Training beginnen „könnte“ aber ein Bewegungsmuster bei am Lenker in Ruhe positionierter Uhr als eindeutig erkennbare Fahrradaktivität zu schließen ohne dabei GPS auszuwerten? Wie soll deiner Meinung das erkannt werden? Könnte ja auch im Auto sitzen und durch die dreißiger Zone tuckern.

      1. 30 km/h wäre schon sehr ambitioniert. Ich denke schon, dass man da etwas stricken könnte. Die Handhaltung beim Autofahren ist ja eine ganz andere. Fitbit bekommt das auch anstandslos hin. Und die haben wahrscheinlich im Jahr nicht soviel Geld zur Verfügung wie Apple am Tag

        1. Mal ehrlich, sollte es solch ein Problem sein, beim Radfahren (MTB oder Rennrad) selbst auf Start zu drücken statt sich auf eine Erkennung der Uhr zu verlassen? Und mit einem Rennrad sind 30km/h normal. Ich selbst möchte selbst eine Aktivität starten oder auch beenden. Nutze die elektronische Unterstützung letztlich nur zur Streckenaufzeichnung und Pulsüberwachung.

          1. Geht doch darum, dass man vor 3 oder 4 Jahren etwas ankündigt, was ab sofort funktionieren soll, tut es aber bis dato nicht. Genau wie mit der Ladematte, die man groß angekündigt hat und jetzt heimlich still und leise alle Infos darüber entfernt. Das ist einfach lächerlich für die reichste Firma der Welt.

          2. @googie: Für normale Kunden ist das in der Tat lächerlich, aber für echte Apple-Fans ist es „irrelevant“… ?
            Mal ehrlich!

          3. Wenn ich eine solche Uhr kaufen, dann möchte ich auch ein wenig Komfort haben… natürlich braucht man das alles nicht,…

            ist es denn so schwierig um Nachrichten zu lesen das Handy aus der Tasche zu holen? Nein, kannst du auch machen. Aber ich habe mir diese Uhr gekauft um das zu können.

            Wenn ich an der Kasse sitzt und kassiere, könnte ich auch meine Uhr ablegen, damit sie nicht glaubt dass ich an einem Marathon Teilnehmer. Aber ich will sie nicht abnehmen. Das sollte man auch anhand GPS Daten feststellen können, dass ich mich nicht bewege ?

            Außerdem habe ich schon echt oft vergessen mein Training zu aktivieren oder zu deaktivieren wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs war.

          4. @MadMaik: Mit GPS das zu erkennen geht nicht. Würdest Du den Marathon auf dem Laufband laufen, würde sich die Position auch nicht ändern.

          5. Das ja doch nix mit nörgeln oder bashing zu tun. Apple ist der mit Abstand reichste Tech-Konzern der Welt. Wenn so eine Institution was Technik angeht etwas vorstellt, muss man davon ausgehen, ja erwarten, das das was sie da großspurig ankündigen und vorstellen auch genauso funktioniert. Tut es aber nicht. Und das ist peinlich. Noch peinlicher ist es jedoch, dass man dann so tut als sei nix gewesen und lässt einfach mal alles von der Bildfläche verschwinden als sei nix gewesen-> siehe Ladematte. Oder diese Trainingserkennung. Der M8 Co-Prozessor kam vor 4!!! Jahren. Damals wurde es bereits beworben… Fitbit bekommt es doch auch hin und die sind ein Zwerg gegen Apple. 570 Mio Umsatz zu 230 Mrd!

  2. Finde ich überhaupt nicht wichtig. Die ganzen Trainingsaufzeichnungen wäre ja total überladen, wenn jedes mal ein Training aufgezeichnet wenn man aufs Rad steigt.
    Gestern beim Joggen ausprobiert. Start/Stop wurde perfekt automatisch erkannt. endlich! 🙂

  3. Die Ernüchterung folgt dann einen Tag später: Auf dem Fahrrad wollte und wollte sich die Apple Watch einfach nicht zu Wort melden. Nach 5 Kilometern und auch nach 10 Kilometern wurde nicht erkannt, dass ich gerade relativ sportlich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Und das, obwohl mein Puls deutlich höher war, als beim flotten Fußmarsch durch die Innenstadt.

    Dann solltest Du die Apple Watch am Fußgelenk anbringen anstatt diese am Handgelenk zu befestigen?

  4. Habe Fahrradfahren manuell aktiviert. Das Ende habe ich getestet – hat ewig gedauert, ehe er gemerkt hat, dass ich nicht mehr fahre und hat es auch nicht richtig rückwirkend beendet.
    PS: (bevor Kommentare kommen) Fahre schon schneller als Fußgänger laufen ?

  5. Hat bei mir gestern auf dem Cardiorad im Studio funktioniert. Habe mich sogar gewundert, da ich diese Sporttrackingsachen eigentlich nie nutze. Muss aber auch zugeben, dass ich ordentlich in die Pedalen getreten habe. „Recht sportlich unterwegs“ reicht der Watch wohl nicht ?

  6. Ich persönlich starte und beende meine Trainings auf dem iPhone immernoch selbst. Sehe darin auch kein problem, oftmals mach ich eh noch die Musik an bevor es losgeht. Und zb Auto-Pause hat beim Rad fahren bei Runtastic eh noch nie richtig funktioniert. Aber was ist so schlimm daran wenn man einen Aktivität erst 3 Minuten später beendet, weil man nicht dran denkt oder 15 Minuten Pause mit in der Aktivität sind? Davon geht doch die Welt nicht unter.

    1. Stimme zu und sehe es identisch. Start und Stopp durch den Nurzer.
      Beim Biken im Wald ist Runtastic teils nervend, da teils keine Bewegung registriert und pausiert des Öfteren.

    2. @white1k88: Das ist insofern problematisch, da 3 zusätzliche Minuten bei einer bspw. nur 45 Minuten langen Joggingeinheit den Minutenschnitt ordentlich verfälscht und damit eine Trainingskontrolle erschwert. Bei modernen Sportuhren wie Garmin Fenix oder Polar Vantage verfälscht das dann noch weitere Kennzahlen (Erholungsindex etc.), die darauf mit aufbauen.
      Insofern traue ich dieser Start-Stopp-Automatik, die meine Polar V800 auch hat, und starte und stoppe seit jeher von Hand. Würde ich bei einer Apple Watch genauso halten.

          1. Oh ha, die Internetpolizei ist da ? selber nichts produktives beitragen und mit einem dummen Kommentar andere des dummen kommentieren bezichtigen. Ganz großes Kino ?

          2. Sie können ja gerne Sex haben, aber dennoch bleibt es völlig am Thema verfehlt.
            Darauf kann ich Sie doch hinweisen, finden Sie nicht?

  7. watchOS5 führt bei dazu das „rise to wake“ nach ein paar stunden nicht mehr funktioniert. aus- unwieder einschalter der funktion; selbst neustart ändern nichts … noch wer mit dem problem?

  8. Dass es keine automatische Erkennung beim Radfahren gibt, liegt wohl daran, dass die Uhr dabei keine Bewegung wahrnimmt.

    Dass es beim Radfahren keine automatische Pausenerkennung gibt, ist allerdings unverzeihlich. Ich nehme hier folgendes an: Beim Laufen erfolgt die automatische Pause, bei Stillstand, also dem Fehlen von Bewegung der Uhr. Beim Radfahren könnte diese nur durch kontinuierliches Überprüfen der GPS-Daten funktionieren, was wohl zu sehr zu Lasten des Akkus gehen würde. Hier solle Apple aber die Option anbieten, dass, wenn ich ein iPhone dabeihabe und die GPS-Daten von dort bezogen werden, auch automatische Pausenerkennung möglich sein sollte, da das Akku-Problem deutlich geringer wäre.

    1. Es ist doch eh dauerhaft GPS an, zumindest während der Session. Sonst würde ja die Strecke etc nicht aufgezeichnet. Und zum Start könnte man bei steigendem Puls das GPS aktivieren und schauen, ob es auch eine Bewegung gibt.

      1. Das automatische Aktivieren/Aufzeichnen von Rudern, Laufen, Gehen, Schwimmen & Crosstrainer funktioniert rein über die für diese Tätigkeit übliche Armbewegung und Erhöhung des Pulses.

        Eine automatische Erkennung von Pausen beim Laufen – bei z.B. Ampeln – funktioniert über das Ausbleiben eben dieser typischen Bewegung.

        Ja klar ist GPS dauerhaft an während einer Session, die Frage ist, wie oft eine Positionsabfrage durchgeführt wird, um daraus die Geschwindigkeit zu berechnen. Es findet beim Radfahren keine Bewegung des Arms statt, durch die die Watch Bewegung erkennen könnte. Selbst bei geringer Anzahl von Positionsabfragen, sollten aber zumindest längere Pausen erkannt werden.

        Das Problem scheint zu sein, dass ‚Radfahren‘ nicht wirklich automatisch erfassbar zu sein scheint: Da hast du den Sonntagsradler mit 15 km/h und einem Puls von um die 100, den Rennradfahrer mit 45 km/h und Puls von um die 150. Bei beiden ist die fehlende Armbewegung gleich wie von jenen Menschen, die ein Auto fahren. Wie soll die Watch hier also automatisch ‚Bewegung‘ erkennen? Mit 15 km/h & Puls 100 kannst du genau so gut seelenruhig im Stau stehen, oder mit 45km/h & Puls 150 dich im Stadtverkehr zu Tode ärgern. Die Bandbreite an Geschwindigkeit/Puls-Kombinationen ist das einfach zu groß.

        Aber ja, Apple schlampt hier ordentlich: Auch wenn ich dieses und jenes aus technischen Gründen nachvollziehen kann, verliere ich die Geduld, wie lieblos der ganze Activity-Bereich gehandhabt wird. Und ja, eine Fenix erkennt automatische Pausen beim Radfahren auch.

        1. Ich kann deine Worte nicht bestätigen.

          1. Bekomme ich sehr oft beim Radfahren Mitteilungen, dass ich nun die Ringe gefüllt habe. Er trackt Bewegung also schon.

          2. Zudem wird die IMU sehr wohl bei Rad fahren bewegt. Und zwar durch Erschütterung. Das ist absolut unverkennbar, zumindest auf meinem City- und Rennrad muss ich das sagen.

          1. 1) ja, weil ab bestimmtem Puls „Aktivität“ gemessen wird.

            2) das magst du vielleicht wahrnehmen, aber nicht die Apple Watch. Zumindest nicht als Aktivität „Radfahren“.

  9. Für Radfahren verwende ich immer noch die Polar V800. Und dort muss ich manuell starten und beenden, aber die Pausen lasse ich automatisch machen Es stimmt zwar nicht ganz, weil die Satelliten beim z.B. Mittagessen weiterlaufen oder jeder Gang wieder auslöst, wenn GPS verfügbar. Aber das ist mir gleich, weil ich zu oft vergessen habe, nach einer Pause auch wieder einzuschalten. Dann können in der (Strecken-) Aufzeichnung viele Kilometer fehlen.

    Aber wie das mit der Apple Watch funktionieren soll, verstehe ich nicht. Wenn wir morgens für längere Touren um 8h starten und abends um 18h mit einigen Pausen zurückkommen, hätte die Uhr überhaupt noch Strom? Als ich noch mit dem Handy aufzeichnete, musste ich es unterwegs „immer“ mit Powerpack laden, GPS verbraucht viel. Und soll die Uhr dan die Strecke nicht auch aufzeichnen?

    N.B. : Die China-Ware von Polar überzeugt mich nicht. Ich habe mit der V800 immer Pulsfehler, einige Male Brustgurt und Sender ausgetauscht. Einen langen Tag schafft der Akku gerade noch (vielleicht wegen Auto-Start-Stopp) …

    1. Ich zeichne Rennradfahren mit der Strava App der Apple Watch auf, das funktioniert hervorragend. Start-Stopp läuft auch optimal.
      Der einzige Nachteil ist, dass die Apple Watch keine Zusatzhardware am Fahrrad erkennt, was klassische Sportuhren können. So muss ich auf einen Trittsensor verzichten.
      Da GPS am iPhone gemessen wird, erhöht sich der Akkuverbrauch nicht so sehr zum Leerlauf.

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