Die Krux mit f.lux: Apple verweigert App Store-Release und kopiert Funktion mit iOS 9.3

Ob Apple sich mit diesem Verhalten um die App f.lux wirklich Freunde gemacht hat?

Night Shift

Das Drama um die iOS-App f.lux und das darauf folgende Verhalten seitens Apple haben in den vergangenen Tagen für viel Furore im Netz gesorgt. Wir fassen den ganzen Sachverhalt noch einmal in aller Kürze zusammen.


Alles begann im November 2015, als die Entwickler von f.lux, einer Anwendung für iPhone und iPad, die die Farbtemperatur des Displays verändern soll, um so möglichen Schlafstörungen vorzubeugen, erstmals versuchten, ihr Programm in den App Store zu bringen. Die offizielle iOS-Version wurde von Apple im Hinblick auf das eigene „Developer Program Agreement“ abgelehnt. Ohne die Hilfe Apples ist allerdings keine Veröffentlichung möglich, da die API, die die Farbtemperatur des Screens regelt, nicht von Apple selbst stammt.

Es verging nur wenig Zeit – und Apple selbst stellte die dann als „Night Shift“ betitelte Funktion des Farbtemperatur-Wechsels als eines der Kernfeatures vom kommenden iOS 9.3 vor. Viele Nutzer berichten, die Ähnlichkeiten zur allerdings bisher unangetasteten Mac-Version von f.lux seien eindeutig. Nichts desto trotz haben die Entwickler von f.lux ein offizielles Statement zur aktuellen Situation herausgegeben und loben den Konzern aus Cupertino für ihr Bemühen hinsichtlich der Night Shift-Funktion als „großen Einsatz und einen wichtigen ersten Schritt“.

Mac-App von f.lux besteht seit Jahren ohne Probleme

flux

Weiter heißt es in der Mitteilung der f.lux-Macher: „Wir sind stolz darauf, die ursprünglichen Erfinder und Anführer auf diesem Gebiet zu sein. In unserer fortwährenden Arbeit in den letzten sieben Jahren haben wir festgestellt, wie kompliziert Menschen wirklich sind. Wir können es kaum erwarten, die nächste Phase von f.lux einzuläuten. Heute jedoch rufen wir Apple auf, unser iOS-Release zu gestatten, Zugriff auf die in dieser Woche angekündigten Funktionen zu erlauben und unser Ziel, die Förderung der Schlaf- und Chronobiologie-Forschung, zu unterstützen.“

Ob f.lux es im Zuge des kommenden iOS 9.3-Releases überhaupt jemals in den App Store schaffen wird, bleibt weiter fraglich. Fakt ist, dass die Mac-App von f.lux bereits seit Jahren problemlos über die Website der Entwickler kostenlos bezogen und genutzt werden kann. Die iPhone- und iPad-Version ist bisher nur Usern mit einem Jailbreak vorbehalten.

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Kommentare 26 Antworten

  1. Erst verbieten und dann kopieren ist schon ein sehr starkes Stück. Aber so ist Apple nun mal. Wenn andere von Apple kopieren ist das Geschrei (auch in der Apple „Gemeinde“) und die Gerichtsprozesse groß, wenn Apple kopiert, ist das lediglich eine erlaubte Inspiration…. hat Apple selbst so in anderen Fällen gesagt. Kopieren tun nun mal alles von allen und das ist auch gut um eine Entwicklung auf breiter Front voran zu treiben, aber kopieren und verbieten ist das Allerletzte.

    1. Wenn man iOS developer wird, dann unterzeichnet man ein agreement, was Pflicht ist einzuhalten, damit sie ihre App in den AppStore stellen dürfen. Also waren sie schuld, weil sie die Spielregeln nicht einhielten. Jetzt faselst du, dass Apple denen hätte erlauben müssen die Spielregeln zu übertreten?

      Das ist unfair gegenüber anderen, die sich an die Spielregeln halten und daher diese Funktion nicht einführten. Aber Leute wie du wollen, dass Apple unfair handeln soll. Und dies nennt ihr fair! Wo ist die Logik?

      1. ja da hast Du schon Recht. Der f-lux Hersteller musste auf iOS ein Fremd API nutzen um diese Funktion verwirklichen zu können. Apple könnte natürlich auch sehr leicht ein API dafür bereitstellen, aber stattdessen kopieren sie die Funktion der f.lux App und nutzen Ihre Monopol Stellung auf Ihrem System aus. Auf dem Mac gibt es F.Lx schon länger und ist nutzbar weil man es am AppStore vorbei laden kann, sonst hätten wir es dort wohl auch nicht. Ich nutze F.Lux auf dem Mac schon seit Jahren und es ist sehr angenehm für Nachts.

    2. f.lux hat ein fremd API eingesetzt und genau so etwas ist in den Entwicklungsrichtlinien untersagt. Aus diesem Grund wurde die App abgelehnt.

  2. Also der F.lux beschwert sich darüber, das Apple eine App nicht freigibt, die ein API nutzt, welches gar nicht freigegeben ist?
    Und dann soll Apple ganz schnell eine Funktion kopiert haben, die es seit Jahren (auf anderen Geräten) gibt?

    Schon etwas schräg….

  3. Ist Apple nicht sogar gegen die Entwickler aktiv vorgegangen, um die Installation von f.lux am AppStore vorbei zu unterbinden? Was ja seit kurzem problemlos möglich ist.

  4. Lief denn f.lux auch auf älteren iPhones (zB. IPhone 5)?
    Oder nur auf dem iPhone 6/s/plus? Der „Nachtmodus“ in iOS 9.3 läuft ja nur auf iPhone mit der „64 bit“ Architektur….

  5. Mal daran gedacht, dass diese Funktion im November vielleicht von Apple bereits für das Update 9.3 vorgesehen war und die App deswegen nicht zugelassen wurde. Weil so schnell reagiert Apple nun auch nicht.

    1. Lesen/verstehen. Ließ mal weiter oben. Auch die f.lux Entwickler sollten sich an regeln halten. Dennoch positives von den f.lux Leuten. Wenn du gelesen hättest. Mfg

  6. Wer benötigt überhaupt f lux oder Night Shift! Man regelt die Helligkeit des Displays herunter und man kann hervorragend schlafen! Die Wissenschaft hat noch keine langjährigen Untersuchungen dieser Art durchgeführt!

    1. Es geht nicht so sehr um die Display-Helligkeit an sich, sondern um die Farbtemperatur des Screens. Das bläulich-weiße Licht kann laut durchgeführter Studien empfindlichen Menschen, sofern das Gerät am Abend genutzt wird, am Einschlafen hindern. Meine Mutter beispielsweise hat auch Probleme damit, wenn sie das iPad am späten Abend noch verwendet.

      http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/licht-von-handy-laptop-und-tablet-stoert-schlaf-a-1003928.html

      1. Irgendeine „wissenschaftliche“ Untersuchung kommt immer zu irgendwelchen schwachsinnigen Ergebnissen. In den 60ern machte Rockmusik blöd, in den 70er Fernsehen, 80er Techno, 90er Spielekonsolen usw.
        Man kann es nicht mehr hören.

        1. Du verwechselst da Pseudowissenschaft mit richtiger Forschung. Hormone (die komplett alle Funktionen in uns steuern – übrigens nicht nur bei „empfindlichen“ Menschen) lassen sich recht präzise messen, und mittels Beobachtung kommen Zusammenhänge mit den jeweiligen Auslösern heraus.
          Über den Einfluss von Licht auf unsere sogenannte „innere Uhr“ wurde und wird viel geforscht.
          Und mit Helligkeit hat Farbtemperatur nichts zu tun, beides kann unabhängig voneinander betrachtet werden.

    2. Probiert? Ist einfach viel angenehmer wenn man nachts auf’s flux Display schaut. Ohne das bekomm ich mittlerweile Augenkrebs.
      Zugegen man muss etwas dran rumschrauben und die ersten paar Minuten nach der Aktivierung sind jedes Mal seltsam, dann aber so angenehm, dass ich es keine Sekunde missen möchte.

    1. Und das hat wer behauptet? Sie haben doch lediglich eine Funktion eingebaut, was sie übrigens öfter mal tun. Und sehr oft freuen sich die Leute darüber, zumindest diejenigen, die sie nützlich finden.

  7. Apple wird diese API auf Systemebene niemals freigeben, da hier Manipulationen möglich wären. Dafür mochten wir doch ein mal Apple, oder? Ein einfaches, abgeschlossenes und sicheres System.
    Zeitweise konnte man den Quellcode zur App downloaden und das ganze dann mithilfe eines Macs als Sideload aufspielen. Das hat Apple dann untersagt, wegen dem Verstoß gegen die Spielregeln… Dass sie die Funktion nun einfach selbst als tolles neues Feature einführen ist natürlich blöd gelaufen.. Hätte man sich schützen lassen sollen

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