Netatmo Wetterstation mit App-Anbindung im Praxis-Test

Bereits vor einiger Zeit haben wir euch die Netatmo-Wetterstation mit Anbindung an iPhone und iPad vorgestellt. Heute erfolgt ein ausführlicher Test.

Die Kommentare unter unserem ersten Artikel zur Wetterstation mit App-Anbindung waren äußerst gemischt. Für einen Teil der Nutzer war das Zubehör mit seinem Preis von 169 Euro (Amazon-Link) deutlich zu teuer, andere appgefahren-Leser haben es dagegen schon länger im Einsatz und zeigten sich begeistert.


Ich habe Netatmo mittlerweile einen Monat im Einsatz – genug Zeit, es auf Herz und Nieren zu überprüfen. Die einfache Installation hatte ich ja bereits damals geschildert: Das Innenmodul wird per USB mit dem iPhone oder iPad verbunden und zieht sich über die deutschsprachige Netatmo-App alle notwendigen Informationen, um sich mit dem WLAN zu verbinden. Das Außenmodel wird einfach mit Batterien versorgt und dann zum Beispiel auf dem Balkon angebracht (eine entsprechende Schlaufe oder ein Dübel mit Schraube liegen bei).

Mittlerweile habe ich das Innenmodul auch mit Batterien versorgt. Das hat den Vorteil, dass man es frei in der Wohnung platzieren kann, immerhin ist es aufgrund der kompakten Bauform einfach auf Regalen oder Schränken unterzubringen. Die Kommunikation mit dem iPhone oder iPad erfolgt ja ohnehin drahtlos, die Netatmo-Basisstation muss quasi nicht erreicht werden können (es sei denn, man möchte eine Messung manuell ausführen).

Universal-App hat noch Luft nach oben

In der App bekommt man dann alle gemessenen Daten präsentiert, neben der Temperatur sind das unter anderem Luftfeuchtigkeit, CO2-Belastung oder Luftdruck. Man kann sogar die Qualität der Luft anzeigen lassen (im Innenbereich zum Beispiel anhand von Temperatur, Staub und Co2) und so herausfinden, wann wieder Zeit zum Lüften ist. Auch eine Wettervorhersage für den eigenen Standort bekommt man in der App geliefert – hier werden die Daten natürlich aus dem Internet bezogen.

Den Aufbau der App finde ich sehr gelungen. Schnell hat man sich mit dem Design vertraut gemacht und kann die einzelnen Werte für Innen und Außen gezielt ablesen. Doch während die Hardware aus meiner Sicht schon einen guten Eindruck macht, ist es vor allem die Software, bei der noch Luft nach oben ist. Schlecht ist die Netatmo-App aktuell zwar nicht, aber es sind mehrere Kleinigkeiten, die mich auf Dauer gestört haben.

So kann man über ein Web-Interface zwar einstellen, über welche Messwerte man informiert werden möchte (etwa Frost im Außenbereich oder ein erhöhter CO2-Wert innen), das war es dann aber auch schon. Ich wünsche mir hier die Möglichkeit, einen anderen Signal-Ton zu erstellen (momentan wird der Standard-Nachrichten-Ton verwendet) und eine Nachtruhe einzustellen, falls man das iPhone nicht ausstellt oder in den Flugmodus wechselt.

Die einzelnen Warnmeldungen werden allerdings zuverlässig per Push-Meldung auf das iPhone oder iPad übermittelt. Hier würde ich mir eventuell noch eine bessere Erklärung wünschen: Während man Temperaturen naturgemäß gut verarbeiten kann, kann der Normalo-Nutzer mit den CO2-Angaben nicht viel anfangen. Besser wären hier vielleicht Informationen wie: „Der CO2-Wert ist so hoch wie an einer vielbefahrenen Straße“. Überrascht hat mich die App dagegen bei einem Abend mit Freunden, bei dem natürlich etwas Musik gehört wurde. „Im Innenbereich ist es zu laut“, hieß es per Push-Meldung.

Insgesamt kann ich aber festhalten: Die Netatmo-Wetterstation macht genau das, was sie verspricht. Zum aktuellen Preis bleibt es aber wohl ein Luxus-Gadget, das man nicht wirklich braucht. Wer aber schon länger mit einer hochmodernen Wetterstation geliebäugelt hat, darf hier zuschlagen. Die bisherigen Käufer sind – ähnlich wie ich – zufrieden: Auf Amazon gibt es 4,8 von 5 möglichen Sternen.

Update: Wie wir soeben festgestellt haben, ist die kostenlose Netatmo-App derzeit nicht im App Store zu finden. Anscheinend gab es letzte Woche nach einem Update Probleme, die zunächst behoben werden müssen. Dieses Update habe ich gar nicht mitbekommen, ich gehe aber davon aus, dass es in Kürze Neuigkeiten gibt.

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Kommentare 21 Antworten

  1. Meines wissens nach funktioniert sie Innenstation NICH mit Batterien, sondern nur mit USB-Kabel zur 5 V Stromaufnahme. Tipp: Für die Außenstation unbedingt Lithium-Batterien verwenden, da sie die Temp. Besser abkönnen.

      1. Danke für die Info. Was ich noch fragen wollte, die Stromversorgung von der Innenstation. Muss die dauernd am USB angeschlossen sein? Weil da ist man ja sonst sehr in der Bewegungsfreiheit von dem Gerät eingeschränkt. Oder ladet man damit nur die Station auf und kann es irgendwo dann im Raum aufstellen.

  2. Laut Support funktioniert das Innenmodul nicht mit den ursprünglich vorgesehenen Batterien. Die im Innenmodul verwendeten Sensoren sollen wohl zuviel Strom verbrauchen, daher ist man davon abgekommen, das Modul mit Batteriestrom zu versorgen. Getestet habe ich es selbst aber noch nicht.

    Die App war in der aktuellen Version 1.0.4 nur ganz kurz im Store verfügbar. Aufgrund eines Problems mit einem Zertifikat mit dem man sich am Server anmeldet wurde die App zurückgezogen. Eine fehlerbereinigte Version wartet seit dem Wochenende auf die Freigabe durch Apple.

  3. Noch ein Nachtrag: derzeit ist nur das Basiskit mit einem Innen- und Außensensor verfügbar. Weitere Einzelsensoren sind derzeit in Vorbereitung und für etwa Jahresmitte sind Wind- und Regensensor geplant. Die derzeitige Basisstation soll dann mit diesen zusätzlichen Modulen erweitert werden können.

  4. Ich glaube, es wird nicht der Staubgehalt der Luft gemessen, um die Luftqualität zu beurteilen, sondern ein hoher CO2-Gehalt wird als Indiz genommen, dass die Qualität allgemein schlecht ist. Einen Staubsensor wirst du in den technischen Details auf der Webseite nicht finden.
    In den Hilfe-Texten innerhalb der App wird eigentlich schon recht gut beschrieben, wie die CO2-Werte einzuordnen sind. Ab 1000 ppm empfiehlt es sich zu lüften, ein Wert über 2000 ppm kann Schläfrigkeit und leichte Kopfschmerzen verursachen.
    Die Hilfe-Texte lohnen sich ohnehin wegen guter Hintergrundinfos.

  5. Nutze sie auch schon länger und bin absolut begeistert! Innenmodul mit Batterie – das geht???

    Was noch fehlt sind Einzelmodule zum Ergänzen – soll laut Forum aber kommen. Der Support ist auch super!

  6. Hallo Fabian, ich würde einen „übrig“ gebliebenen iPod als Daueranzeige in einer Ladestation nutzen? Kann man einstellen, das die Anzeige in Dauerbetrieb bleibt?
    Danke im Voraus für eine Antwort.

        1. Ich habe keinen iPod, aber beim iPhone kann man die „automatische Sperre“ auf „nie“ setzen und dann bleibt das Gerät an. Ansonsten probiere es doch einfach aus, die App kann man ja kostenlos laden.

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