Peace: Entwickler erträgt Erfolg seines Werbe-Blockers nicht

Nur zwei Tage nach dem erfolgreichen Start von Peace hat der Entwickler seine App wieder aus dem App Store entfernt.

iPhone 4s screen

Eigentlich ist es der Traum eines jeden Entwickler, irgendwann mal an der Spitze der Charts zu stehen und alle namhaften Apps zu überholen. Genau das ist Marco Arment, einem unabhängigen Entwickler, mit der Veröffentlichung seiner App Peace gelungen. Der Werbe-Blocker für iOS 9 schaffte es in den USA bis auf den ersten Platz der Verkaufs-Charts und sollte in rund zwei Tagen einen fünfstelligen Betrag in die Kasse des Entwicklers gespült haben.

„Doch so viel Erfolg mit Peace fühlt sich gar nicht an. Das habe ich nicht erwartet, hätte es aber tun sollen“, schreibt Entwickler Marco Arment in einem ausführlichen Blog-Eintrag. „Bei Werbe-Blockern ist eine Sache sehr wichtig: Während viele Leute von ihnen profitieren, schaden sie auch einigen, von denen es viele gar nicht verdienen.“

Wie auch der Entwickler richtig erkannt hat, wird eine Werbeanzeige von jedem Werbe-Blocker gleich behandelt: Egal ob es eine unauffällige Textanzeige oder ein bunt blinkender Banner ist, der sich im schlimmsten Fall auch noch nervig in den Vordergrund schiebt und sich nicht sofort wegklicken lässt, es wird alles geblockt.

Der Erfolg von Peace hat sich nicht gut angefühlt

Marco Arment vergleicht das Blocken von Werbung sogar mit einer Art Krieg, einem Problem der Ersten Welt, das auf beiden Seiten Schaden anrichtet. „Und auch wenn ich selbst bei der Sache gewinne, habe ich keine Freude damit. Aus diesem Grund habe ich Peace wieder aus dem App Store entfernt.“

Eine beeindruckende Aktion, die unseren Respekt verdient. Marco Arment hätte in kürzester Zeit noch viel mehr Geld verdienen können. Diese Entscheidung in einer Zeit zu fällen, in denen Entwicklern von Werbe-Blockern sogar Geld dafür geboten wird, ausgewählte Anzeigen zuzulassen, ist wirklich beeindruckend.

Sollte doch jemand einen Werbe-Blocker verwenden wollen, empfiehlt Marco Arment sogar Mitstreiter aus dem App Store: Purify und Crystal. Wir werfen mit Blockr eine weitere Empfehlung zusammen mit dem Hinweis in den Raum, oft und gerne besuchte Webseiten doch bitte auf die Whitelist zu setzen.

Wer die Entscheidung des Entwicklers ebenfalls klasse findet und ihn selbst unterstützen möchte, kann das übrigens ganz einfach tun: Die Podcast-App Overcast (App Store-Link) ist ein weiteres Projekt von Marco Arment. Die Universal-App kann kostenlos aus dem App Store geladen werden, die Vollversion gibt es für 4,99 Euro per In-App-Kauf.

Kommentare 52 Antworten

      1. Hier geht es um Peace. Außerdem hat er in seinem Blog erklärt, dass er natürlich das Geld zurückzahlt und sogar einen Link gepostet um dies sofort zu erledigen.

      1. Hier hat er sogar die Seite verlinkt um sich sein zurückerstatten zu lassen. Er fordert von seiner Seite sogar dazu auf. Sagt auch, dass man den blocker natürlich weiterhin nutzen kann. Die ghostery-db existiert ja weiterhin und ist für mich auch ein sehr guter Grund peace trotzdem noch zu nutzen.

  1. Na so ein Käse. Wie naiv muss man sein, um so ein Statement abzugeben. Wenn den Blocker nur ein paar hundert genutzt hätten, wäre es ok gewesen?
    Er kann seinen Gewinn gerne an eine gemeinnützige Orfanisation spenden, aber zuerst den großen Reibach machen und dann das soziale Gewissen finden, geht gar nicht. Jeder will an die Spitze, aber keiner will die Verantwortung.

    1. Denke auch das es nicht freiwillig passiert ist. Zumal man sich im Vorfeld über Konsequenzen einer app mit solch einem Zweck klar sein sollte! Das Gewissen sollte da schon im Vorfeld klingeln!

    1. Bist du dir wirklich sicher? Du suchst wohl aus Faulheit die App im AppStore, aber unter deinen Einkäufen ist es weiterhin eingetragen und dort kannst du eine App immer zurückgeben (ist halt nicht wie in Android als Rückgabe bezeichnet, aber wenn man nicht gerade unklug ist, weiß man, was man auswählen muss).

  2. Habe sie vor 3g storniert, mittlerweile das Geld zurück, App kann aber weiter benutzt werden. Nun hab ich von dem Geld die beiden anderen Werbeblocker noch geholt 🙂

  3. Da steckt etwas ganz anderes dahinter, da wette ich drauf. Wer so eine App entwickelt, weiß, was sie bewirkt. Ich kaufe ihm die Saulus zum Paulus-Wandlung nicht ab.

  4. Wieder einer der angeblich den Erfolg nicht verträgt.Kommt sicher ne große Firma und kauft die App.Dann hat er gewonnen.
    Tschüß Marco und fall nicht!Nicht jeder ist so dumm um dir das zu glauben.

  5. Wurde sicherlich von ABP gekauft ;)).
    Sie haben ja verlauten lassen, dass so manche Entwickler zugestimmt haben.

    Wie dem auch sei, sehe ich die meiste willkürliche Werbung als eine grenzwertige Bevormundung des Nutzers – ein Mensch muss selbst entscheiden können.

    Wenn jemand unbedingt finanziell von der Werbung abhängt, muss dieser vorher einen Nutzungsvertrag mit dem potentiellen Nutzer abschließen – das heißt teuer recherchierte Informationen sollten nicht einfach herumliegen, sondern nach einer Kostprobe durch das Zulassen von Werbung aktiviert werden.

    Wer jedoch von anderen einfach nur abschreibt und dann auch noch dem zufälligen User etwas aufzwingt, darf daran nicht verdienen können.

    Affiliated Links dagegen finde ich gänzlich in Ordnung, da man hier wiederum eine Wahl gestellt bekommt.

    1. Grenzwertige Bevormundung? Wer den Inhalt mit Werbung nicht erträgt oder schlecht empfindet, dann ruft man diese Seite nicht mehr auf. Was soll daran eine Bevormundung sein?

      1. Ganz einfach, weil ich es nicht verhindern kann.

        Stell dir ein Restaurant vor, wo dir Dinge in dein Essen gemischt werden, die du nicht bestellt hast, nur um sie zu verbreiten.

        Die Bevormundung findet bereits dann statt, wenn jemand anderes für mich entscheidet, dass es mich interessiert.

        1. Oh man, noch hanebüchener geht es wohl nicht mehr.
          Es gibt wohl keine Ausrede für eigenes Schmarotzertum die nicht angewendet wird.
          Wenn ihr dann mal wenigstens zu eurem Verhalten stehen würden anstatt die Schuld stets bei anderen zu suchen.

          1. Ich bin kein Mensch, der vor sich hin schwafelt. Alle meine Auslegungen haben einen begründeten Gedanken dahinter.

            Mein Vergleich war als ähnliche Dienstleistung und unübliche Handhabung absolut angemessen.

            Vor mir sehe ich hier jedoch weder einen Menschen, der sich eine eigene Identität aufbauen kann, noch irgendeine belegte Kritik.

            Leere Worte, unbegründete Beschuldigung.

            PS: Grüße an Timmi und co.

          2. Cofrap, ignoriere diese Überheblichkeit einfach, denn wie Du, sehe ich das auch, ihm kann man anscheinend nicht helfen.

            Dazu fällt mir nur ein Zitat von Jean Rostand ein: „Arroganz ist das Selbstbewußtsein des Minderwertigkeitskomplexes.“

          3. Um Hilfe habe ich auch gar nicht erst gebeten 😉 – wer hier überheblich wird sei mal dahingestellt. Wie kommst du auf die Idee, dass du mich überhaupt belehren könntest?

            Du/(ihr?) habt den Hinweis auf eine abweichende Meinung gegeben, die nach wie vor imaginär bleibt, da keiner von euch ein einziges Wort darüber rausgebracht hat.

            Aber hetzen könnt ihr 😉 – zumindest die Grundschule hat keiner geschwänzt.

          4. Hier nicht, ist auch nicht notwendig. Aber Du treibst Dich ja schon länger hier rum. Genauso wie ich auch.
            Da ich deswegen weis das man Dir mit Argumenten nicht kommen braucht bringe ich erst keine.
            Ich teile einfach mit das ich Deine Meinung nicht teile.
            Es geht nicht darum Dich zu belehren.

          5. „Ihr seid Schmarotzer, die alles anderen in die Schuhe schieben“ – ist alles (eine Verleumdung, eine Beschuldigung, ein Vorurteil, eine Hetze – such es dir aus) außer einer Meinung.

            1. Eine Meinung wäre: „Ich finde ungerichtete Werbung sinnvoll und bin für die Abschaffung von Blockern, da die meisten Menschen nicht verantwortungsvoll damit umgehen können.“

            Es wäre zwar ebenfalls eine Bevormundung, aber dennoch eine Meinung.

            2. Ein konstruktiver Vorschlag zu Lösung wäre zB: Eine Option bei Blockern einzuführen, die die Werbung bei mehrmaligem Besuch einer Website aktiviert.
            Das wäre ein Kompromiss.

            Beide Punkte sind dem Pöbel fremd – man versucht doch tatsächlich jeden Mist als Meinung auszugeben.

          6. Reg, ver… Dich doch einfach, falls Du nichts konstruktives beizutragen hast. Du gehst mir jedenfalls mit Deinen unnötigen Konfrontationen gehörig auf den Nerv.

          7. lol. krass. am besten du kündigst sofort dein internet. und alle sozialen verbindungen im rl dazu 😉 einmauern nicht vergessen!

  6. Der Artikel lässt viele relevante Infos zu Arment aus. Er ist Mitbegründer von Tubmler und Instapaper und auf die Kohle von Peace sicherlich nicht angewiesen. Bei iFun weiss man mehr.

  7. Habe ich das richtig verstanden, dass man Peace auch weiterhin benutzen kann, wenn man diese gekauft hat? Auch, wenn die Käufer sich ihr Geld zurück holen? Wenn ja, dann haben doch die Käufer eher was dazu bekommen, als Verlust zu beklagen. Außer den Support, der vielleicht sowieso nie gebraucht „werden/würde“. ^^

  8. Es gibt manche Seiten, die nervige Werbung haben. Bei teltarif.de war oder ist es teilweise noch so, dass der Text zeitweise mit Werbung verdeckt wird. Bis man da das x gefunden hat zum schließen…
    Und so verwerflich find ich die Seite jetzt nicht. Nur diese Form der Werbung geht echt nicht.
    PC Welt, Chip und wie sie alle heißen, wo der eigentliche Text irgendwo weit unten ist und man diesen erst suchen muss, ist auch sehr grenzwertig aus meiner Sicht.

  9. Werbungsblocker gibt es schon seit Ewigkeiten für andere Plattformen/Systeme. Warum das Thema jetzt hochkocht und Leute sich plötzlich Sorgen um die Werbeindustrie machen, nur weil Apple das nun in iOS auch ermöglicht, ist mir ein Rätsel.
    Viel heiße Luft um nichts.

  10. Ich fände die Variante, dass er dadurch nur den Fokus auf dieses Thema lenken und somit das Bewusstsein der Endbenutzer wecken wollte. Geld sollte ihm seit dem Verkauf von tumblr an Yahoo nicht mehr wirklich interessieren

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