Sony ILCE-QX1L: Aufsteck-Kamera verwandelt iPhone in Spiegelreflex-Kamera

Wer sein iPhone zu einer richtigen Spiegelreflex-Kamera verwandeln will, kann das mit der Sony ILCE-QX1L SmartShot tun.

Sony ILCE-QX1LDie Kamera des iPhones wird von Generation zu Generation immer besser. Der kleine Sensor und die kleine Linse können aber längst nicht mit Spiegelreflex-Kameras und großen Objektiven mithalten. Für die Hosentasche sind die Kameras aber definitiv eine Nummer zu groß. Sony hat sich diesem Problem angenommen und liefert mit der Sony ILCE-QX1L eine kompakte Möglichkeit zur Fotografie mit einer Spiegelreflex-Kamera. Der Clou: Der sonst riesige Kamera-Body wird einfach durch das iPhone oder ein Android-Smartphone ersetzt.

Bitte nehmt es mir nicht übel, wenn ich im folgenden Bericht nicht mit Fotografie-Fachbegriffen um mich werfe. Ich habe zwar früher ein wenig mit einer Canon-DSLR fotografiert, das ist aber auch schon fast ein Jahrzehnt her. Nachdem ich die Sony ILCE-QX1L nun eine Woche lang benutzt habe, sollte ich meine Erfahrungen mit der Kamera sehr gut schildern können.

Eigentlich ist die Sony ILCE-QX1L gar keine Kamera, sondern ein Kamera-Modul. Man könnte es schon fast als Zwischenstück zwischen iPhone und professionellen Objektiven beschreiben. Die Sony ILCE-QX1L lässt sich nämlich mit E-Mount-Objektiven diverser Hersteller verwenden, hier reicht die Auswahl vom Weitwinkel- bis zum Teleobjektiv. Wer noch kein Objektiv besitzt, kann die Sony ILCE-QX1L auch im Kit mit einem Sony-Objektiv (SEL-P1650, 16 – 50 Millimeter / F3,5 – 5,6) bestellen.

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Kommunikation erfolgt per WLAN

Fangen wir ganz vorne mit der Einrichtung an: Die Sony ILCE-QX1L baut ein eigenes WLAN auf, mit dem das iPhone verbunden wird. Wer Zuhause fotografiert, muss sich jedes Mal mit dem Netzwerk verbinden, unterwegs (und dort sollte ja das hauptsächliche Einsatzgebiet liegen) verbindet sich das iPhone aufgrund fehlender Alternativen automatisch. Ein Blick ins Handbuch kann aber nicht schaden: Dort wird zum Beispiel verraten, wo man den Sicherheitsschlüssel für das WLAN findet.

Die Kommunikation zwischen Kamera und iPhone läuft danach über PlayMemories Mobile (App Store-Link), die dazugehörige App von Sony ab. In der App kann man nicht nur alle möglichen Einstellungen der Kamera vornehmen, sondern sieht auch das Live-Bild. Zur Aufnahme eines Fotos kann man entweder auf den Auslöser auf dem iPhone-Bildschirm oder einen Knopf auf der Sony ILCE-QX1L drücken – das ist sehr praktisch.

Die PlayMemories-App bietet verschiedene Aufnahme-Modi und Einstellungen. Man kann nicht nur den Auslöser, sondern auch den Zoom bedienen. Selbstverständlich lassen sich auch alle Einstellungen vornehmen, die man von einer Spiegelreflex-Kamera kennt: Selbstauslöser, Serienaufnahmen, Fokusmodus, manuelle Blende, ISO und weiteres. Allerdings: Über die App sind die Einstellungen wohl nicht so schnell erreichbar wie mit einer normalen Spiegelreflex. Überlegen dagegen: Der von der normalen Kamera bekannte Touch-Fokus, der sehr einfach zu bedienen ist.

Volle Auflösung nur per MicroSD-Karte

Sony ILCE-QX1L 2Allerdings wirft die App auch einige Fragen auf: Fotos werden lediglich mit 2 Megapixeln gespeichert, eine entsprechende Option ist im Menü nicht zu finden. Die vollen 20,1 Megapixel werden nur auf einer zusätzlich zu erwerbenden MicroSD-Karte gespeichert, die man in die Sony ILCE-QX1L einlegen kann. Der Hintergrund: Die Bilder müssten bei einer sofortigen Übertragung von der Kamera zum iPhone im Arbeitsspeicher zwischengelagert werden. iOS kann Apps mit zu hohem Speicherverbrauch jedoch direkt aus dem Arbeitsspeicher werfen, was zum Absturz der App führen würde.

Jedes aufgenommene Bild wird automatisch auf der – sofern eingelegten – MicroSD-Karte gespeichert und kann manuell auf das iPhone übertragen werden. Um die volle Bildqualität zu erhalten, muss man die Kamera mit einem mitgelieferten USB-Kabel an den Computer anschließen oder die MicroSD-Karte manuell entnehmen.

Beim Fotografien mit der Sony ILCE-QX1L ist es sehr praktisch, dass das Kamera-Modul und Objektiv nicht immer mit der mitgelieferten Halterung am iPhone hängen muss, sondern dank der WLAN-Verbindung flexibel platziert und das iPhone als Fernauslöser verwendet werden kann. Zum Beispiel für Selfies der nächsten Generation. Auch HD-Videos mit einer Länge von bis zu 25 Minuten lassen sich mit der Kamera aufnehmen.

Und wie ist die Bildqualität? Dafür habe ich euch ein paar Beispiel-Fotos geknipst, die ihr neben einem kleinen Messe-Video am Ende des Artikels findet.

Sony ILCE-QX1L: Viel Licht und etwas Schatten

Mein Fazit fällt gemischt aus. Auf der einen Seite ist die Sony ILCE-QX1L eine ziemlich coole Idee. Das Kit ist kompakt gestaltet und deutlich kleiner als eine normale Spiegelreflex-Kamera. Die Bildqualität ist klasse und man kann passende Objektive nach Lust und Laune wechseln. Mit über zwei Stunden Dauereinsatz oder über 400 Aufnahmen hält der austauschbare Akku lange genug. Leider kommt man ohne Umwege über den Computer aber nicht an die Aufnahmen in voller Auflösung heran. Auch die App selbst könnte etwas moderner und intuitiver gestaltet sein. Für ambitionierte Hobby-Fotografen, die einfach mal etwas anderes ausprobieren wollen und ihr iPhone sowieso ständig dabei haben, ist die Sony ILCE-QX1L aber eine sehr gute Option für sehr gute Bildqualität.

Kommentare 12 Antworten

  1. „Der sonst riesige Kamera-Body wird einfach durch das iPhone oder ein Android-Smartphone ersetzt“

    An sich eine schöne Erklärung, allerdings ein bisschen platt. Im Wesentlichen wird der Sucher/die Bedieneinheit durch das Smartphone ersetzt. Die relevanten Teile der Kamerafunktion sind noch immer im Gerät selbst enthalten. Die Quintessenz ist aber, dass man dafür heute eigentlich kaum noch Platz benötigt und die Größe der Kameras eher durch ergonomische als durch technische Belange bestimmt wird – mal abgesehen von der Batterie, die nie gross genug sein kann. Aber eines ist die QX1 sicher nicht: sie ist keine Spiegelreflexkamera. Oder habt ihr irgendwo einen optischen Sucher mit einem Spiegel gesehen? Vermutlich wolltet ihr aber nur sagen, dass sie genau so gute Bilder macht wie eine klassische Kamera 😉

    1. Stimmt, bei Amazon wird sie auch unter Systemkamera verkauft. Das trifft die Sache schon eher. Eine Spiegelreflex muss übrigens keinen optischen Sucher haben, es gibt genügend die nur einen elektronischen haben.

      Was ich mich eher frage, braucht man das wirklich zu diesem Preis und mit dieser umständlichen Speicherlösung? Da kann ich mir doch gleich eine DSLR kaufen.

        1. Wenn Du ernsthaft fotografieren willst dann schleppt man schon Beides mit sich rum. Dazu kommen noch verschiedene Objektive und Filter. Für Schnappschüsse genügt die iPhone Kamera.

      1. „Eine Spiegelreflex muss übrigens keinen optischen Sucher haben…“
        Ich kenne zumindest keine Kamera, die einen Umlenkspiegel und einen elektronischen Sucher hat. Letztere werden alternativ auch spiegellose (System-)Kamera genannt, weil sie eben keinen Spiegel mehr haben. Eine Spiegelreflex hat – wie der Name schon sagt – immer einen Umlenkspiegel, der in den meisten Fällen zur Aufnahme wegklappt und und mit dafür verantwortlich war, dass Systemkameras lange Zeit nicht viel kleiner gebaut werden konnten als die klassischen KB-Film-Kameras.

        1. Von Sony selbst gibt es da einige Modelle, die mir spontan einfallen. Aber wir wollen das nicht weiter vertiefen, schließlich ist das ein „i-Blog“ und kein Foto-Forum.

  2. Spielzeug ^^
    Aber wenn man eines der erhältlichen Geräte wie den EasyAcc 5in1 Wizard verwendet kann man die Speicherkarte auch mit dem iDevice auslesen und mit Photogene4 adäquat bearbeiten.
    Wenn der Platz entscheidend ist bei möglichst guter Bildqualität dann wäre die Lösung ganz vorn.

  3. Ihr wisst aber schon das eine DSLR auch einen Spiegel haben muss und mindestens das DX Format besser FX

    Das Teil von Sony hat einen kleineren Sensor und nichts mit einer DSLR zu tun.

    1. Vorsicht, die QX1 hat einen APS-C-Sensor (DX) und ist damit von der Bildqualität her auf dem Niveau der Sony NEX-Kameras und kann mit jedem E-Mount-Objektiv bestückt werden. Das Teil ist nicht zu verwechseln mit den anderen QX-Modellen mit integriertem Objektiv. Die haben einen wesentlich kleineren Sensor.

  4. Sirry, aber bei jemandem, der nicht mal weiß, was eine Spiegelreflex-Kamera ist, wirken Aussagen wie „sehr gute Bildqualität“ recht fragwürdig.
    Die Bewertungen der Kamera-App sind zudem recht mies, wirkt nicht sehr ausgereift.

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