Apple vs Epic: Epic-CEO hätte einen speziellen App Store-Deal akzeptiert

Zweiter Tag des Gerichtsprozesses

Das Gerichtsverfahren zwischen Apple und Epic Games im Streit um die 30-prozentige Provision im App Store geht in den zweiten Prozesstag. Heute dreht sich alles um den Epic-CEO Tim Sweeney, der seine Aussagen tätigt und von den gegnerischen Partei ausgefragt wird.

Apple versucht vor Gericht unter anderem zu beweisen, dass Epic Games vom App Store und Apple profitiert. Damit wäre auch die 30-prozentige Provision, die Apple von Entwicklern im App Store verlangt, gerechtfertigt. Tim Sweeney wurden von Apples Anwälten einige Fragen gestellt, die die Provisionen im App Store betreffen – mit möglichen Vorteilen für Apple.


Tim Sweeney gab in diesem Zusammenhang zu, dass der Satz von 30 Prozent, den Apple im App Store als Provision einbehält, auch der „häufigste Satz“ sei (via MacRumors), den andere Plattformen berechnen. Microsoft, Sony und Nintendo verlangen alle eine 30-prozentige Provision von Epic Games auf ihren Plattformen und verlangen, dass ihre In-App-Kaufsysteme zur Verwendung kommen.

Auch Apples Metal API kam zur Sprache, von der Epic laut einer Korrespondenz mit Apple in hohem Maße profitiert habe. Dort hieß es:

„Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2014 nutzen wir Metal auf iOS mit großer Wirkung. Eine schnelle, agile, funktionsreiche API wie Metal ist genau das, was wir brauchen, um ein Spiel für moderne Konsolen und Desktops auf das akkubetriebene iPhone und iPad zu bringen. Aus Sicht eines Entwicklers bläst es OpenGL in jeder Hinsicht weg.“

Interessant ist auch die Frage von Apple an Tim Sweeney, ob er einem Deal mit einer geringeren Provision für den App Store zugestimmt hätte. „Ja, das hätte ich“, war die Antwort des Epic Games-CEOs. Diese Aussage schwächt das Argument Epics, man habe den Rechtsstreit mit Apple nur zugunsten aller Entwickler im App Store einleiten wollen.

Am Ende der Befragung wurde Tim Sweeney gefragt, was er tun würde, sollte Epic Games den Prozess verlieren. Er gab an, dass Apple dann in der Lage sei, Fortnite abzustoßen und Epic Games aus dem Entwicklerprogramm zu entfernen. „Dann müssten wir damit leben, die iOS-Plattform nicht mehr zu unterstützen“, so Sweeney. Der Gerichtsstreit zwischen Apple und Epic Games wird wohl noch einige Wochen andauern. Apple-CEO Tim Cook soll seine Aussage in der dritten Prozesswoche tätigen.

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Kommentare 5 Antworten

  1. Fortnite bietet keinerlei Nutzwertmehrung für das iPhone. Letztendlich hat es sogar nur Probleme verursacht. Apple wäre gut beraten, Fortnite aus dm Store zu verbannen.

    1. Vielleicht überlassen sie das gern Apple, damit sie es nicht selber zurückziehen müssen, weils nicht so gut klappt, wie du sagst?

  2. Sollen die ihre Spiele doch mit 30% Aufschlag im AppleStore anbieten.
    Und das dann auch auf allen anderen Portalen entsprechen.
    Die kriegen den Hals doch nie voll genug, diese Heulsusen!

  3. menschen abknallen in einer bunten welt mit cooler musik ! ? – gehört sowieso verboten ? …. und sagt bloß nicht „ist doch nur ein spiel“ ?‍♂️?‍?

  4. Apple hat das Ecosystem aufgebaut, welches es Entwicklern ermöglicht daran zu profitieren. Jedes System hat seine Regeln, die man akzeptieren muss, solange man seinen Vorteil darin sieht. Meiner Meinung nach hat Epic Games gegen die Regeln verstoßen, um einfach mehr Profit zu machen. Natürlich macht es Sinn Systeme zu überprüfen aufgrund der Wettbewerbs, jedoch sehe ich Apple klar im Vorteil, da, wie beschrieben, andere Systeme ähnlich handeln mit den selben Margen und wenn Apple verlieren sollte, dann müssten die anderen Systeme auch angepasst werden. Klarer Vorteil für Entwickler. Ich finde aber jedes System sollte seine Marge und Regeln selbst bestimmen können. Es steht ja jedem frei sich für ein solches System zu entscheiden. Ich denke aber, dass die Vorteile von IOS überwiegen.
    Und die Aussage „man würde sich dann gegen den App Store entscheiden müssen“ ist einfach nur pokern. Ich habe das Gefühl, dass Epic aus dem Store austreten wollte, um andere Plattformen zu puschen, weil dort mehr Einnahmen generiert werden. Wenn die User nicht mehr in IOS spielen können, weichen diese auf anderen Plattformen aus, wo die Zahlungsmoral stärker ist.
    Durch die Klage mit Apple wird dann ein Teil der Missmut durch die User auf Apple geworfen und liegt nicht alleine auf Epic. Auch eine indirekte Markenstärkung. Wir kennen ja das Thema „immer ist der andere Schuld“. Hier nutzt man dies in einer sehr klugen Art und Weise.
    Natürlich ist das nur eine Vermutung und ist schwer zu beweisen. Ich denke aber das ist nicht zu abwegig.

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