Crowdfunding-Projekt heat_it: Smartphone-Erweiterung will mit Wärme Insektenstiche lindern

Eine Handyladung reicht für über 500 Anwendungen

Sommerzeit ist Insektenzeit. Nicht nur Mücken, auch Bremsen, Wespen und Bienen schwirren in der warmen Jahreszeit vermehrt umher und machen häufig erst dann auf sich aufmerksam, wenn es bereits zu spät ist und sie gestochen haben. Insektenstiche sind schmerzhaft und können noch tagelang weh tun oder entsetzlichen Juckreiz verursachen.

Das Karlsruher StartUp Kamedi GmbH will diesen Folgen entgegenwirken und hat daher ein ganz besonderes Accessoire für das Smartphone entwickelt: Den heat_it. Letzterer ist eine Erweiterung für iPhone und Co., der einfach an den Ladeanschluss gesteckt und über eine eigene App gesteuert wird. Der heat_it sieht aus wie ein kleiner USB-Adapter oder Bluetooth-Dongle, ist aber ein Gerät zur therapeutischen Hyperthermie: Durch Erwärmung der betroffenen Hautstelle lassen sich Symptome von Insektenstichen sekundenschnell und effektiv behandeln.

Auch für Apple-Geräte mit Lighting-Port erhältlich

Das Besondere daran: Der heat_it wird über das Smartphone mit Energie versorgt und über eine App gesteuert. Das ermöglicht eine sehr kompakte Größe, mit der man das Gerät immer zur Hand hat – gerade bei Aktivitäten im Freien wie Wandern oder der Radtour zum Badesee. Im Bedarfsfall wird der heat_it vom Schlüsselbund genommen, in das Smartphone gesteckt und anschließend die App gestartet. Die Art der Behandlung lässt sich anschließend individuell einstellen, etwa nach Stichursache (Mücke, Wespe, Bremse etc.) oder Empfindlichkeit. Dabei funktioniert er ausschließlich mit Wärme, kommt ohne Chemie aus, und ist somit auch perfekt für Kinder geeignet.

Nach der Gründung des StartUps im Oktober 2018 befindet sich der heat_it aktuell im Zulassungsprozess als Medizinprodukt, um darauf folgend in Serie produziert zu werden. Auf der Website von StartNext.com lässt sich der heat_it daher momentan noch als Crowdfunding-Projekt für Apple- und Android-Geräte unterstützen. Die beiden gesetzten Finanzierungsziele sind bereits erreicht, daher ist davon auszugehen, dass der geplante Marktstart im Frühjahr 2020 erfolgen kann. Bis Mitte August kann man sich noch an der Kampagne beteiligen und unter anderem ein heat_it mit Lightning-Port zum Preis von 34 Euro (inkl. kostenloser Lieferung innerhalb Deutschlands) auswählen. Weitere Infos gibt es auch auf der Website des StartUps.

Kommentare 14 Antworten

  1. Ideal für Kinder? Die Dinger werden ziemlich heiß. Zumindest der BiteAway. Hilft klasse. Aber für Kinder ungeeignet. Zumindest bei ~4 jährigen..
    Aber angesichts der kleinen Größe auch praktischer, als der Byte away.

  2. beim heat it wird die temperatur durch die app aber angepasst auf die art des Stichs, den hauttyp und ob kinder oder erwachsene behandelt werden. das kann der byte away nicht

    1. Wäre ich enorm skeptisch und würde gerne sämtliche hierzu verwendete Sudien im Detail sehen wollen.

      Männliche und weibliche Haut unterscheiden sich bis zu 30% in der Dicke und Zusammensetzung. Kinder haben dann eine noch dünnere.

      Selbst wenn sie nachgewiesen haben sollten(!), dass es für unterschiedliche Proteine signifikant unterschiedliche Temperaturen gibt, wäre die Anwendung sowieso viel zu Unpräzise.

      Man müsste so oder so viel höher erhitzen.

  3. Naja. „Ganz ohne Chemie“ ist weder ein Vorteil noch ein Nachteil. Was jedoch klar ist, es gibt Cremes, die für jede dieser Stiche enorm effektiv wirken und auch für Kinder freigegeben sind.

    Dagegen kann kein leichter Zerfall der Speichel-/Giftproteine durch leicht erhöhte Temperatur ankommen.
    Um wirklich effektiv zu sein, müsste man es schnell und hoch erhitzen, was der eigenen Haut nicht wirklich gut tut.

    Früher hat man einfach einen Löffel mit einem Feuerzeug erhitzt und kurz geprüft, dass man sich nicht daran verbrennt 🤷🏻‍♂️

    1. Falsch. Es unterläuft keine Wirksamkeitsprüfungen.

      Als „Medizinprodukt“ dieser Klasse wird es lediglich angemeldet und geprüft, dass kein offensichtlicher Schaden entsteht.

      Ich erinnere da auch gerne, dass auch Homöopathie in Deutschland ein Medizinprodukt ist(!!).

      1. Das ist wiederum falsch. Der heat_it ist ein Medizinprodukt der Klasse 2a und wird dementsprechend auch einer klinischen Prüfung unterzogen.

        1. Einer klinischen Prüfungen welcher Funktionen.
          Genau dies ist der Punkt. Wenn sie bloß angeben, dass sie bereits belegte Wärme nutzen, dann wird da nicht weiter viel geprüft.

          Erneut: Die Anwendung ist viel zu unpräzise um Vorteile gegenüber einem heißen Löffel zuhaben.

          Zudem werden sie fast garantiert wie 99% aller Kickstarter die 510k Premarket Notification Lücke nutzen und schlicht auf Basis bestehender Produkte anmelden.
          Denn eine tatsächliche Lizenz kann Jahre dauern – für den Grad an Seriosität (durchschnittliche Kickstarter Backer überzeugen) brauchen sie es nicht.

          Deswegen bleibt das Fazit: Zeig mir die Studien, denn dieses Produkt wird NICHT klinisch geprüft werden.

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