Plague – The Network: Eine ganz neue Möglichkeit, um Informationen weiterzuleiten

Facebook und Twitter sind euch zu langweilig, zu gewöhnlich? Dann werft einen Blick auf Plague – The Network.

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Plague – The Network (App Store-Link) hat nichts mit einem wohlbekannten Simulations-Game aus dem App Store zu tun, in dem es heißt, die ganze Welt mit einer Epidemie zu infizieren. Gewissermaßen geht es bei Plague – The Network auch um eine Epidemie, allerdings werden hier Informationen weitergetragen.


Die kostenlos erhältliche App für iPhone und iPod Touch ist zwar seit ihrem Erscheinen Ende November 2014 in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, verfügt aber über eine sehr innovative Idee, um Bilder, Zitate und Gedanken an Menschen aus der ganzen Welt weiter zu tragen. Für die Installation von Plague – The Network ist neben 26 MB an freiem Speicherplatz auf dem iDevice auch iOS 7.0 oder neuer erforderlich, eine deutsche Lokalisierung besteht seitens der Entwickler von Deep Sea Marketing noch nicht.

In Plague – The Network können Beiträge akzeptiert oder abgelehnt werden

Wie bei einer echten Epidemie werden in Plague – The Network Informationen in Bild- und Textform zunächst an Nutzer in der näheren Umgebung, und von diesen dann überregional und später international weitergeleitet. Auch ohne eine Anmeldung, aber mit erlaubtem Zugriff auf die Ortungsdienste des Gerätes, kann Einsicht in die Beiträge aus der näheren Umgebung genommen werden. Besonders praktisch: Möchte man einen Post nicht weiterleiten, kann über eine Wischgeste zum unteren Bildschirmrand eine Verbreitung eingestellt werden. Andersherum schickt man einen Beitrag, der zum oberen Displayrand gewischt wird, weiter auf die Reise.

Nur wer selbst Beiträge verfassen und mit anderen Usern teilen möchte, ist gezwungen, sich bei Plague – The Network einen Nutzeraccount mit Usernamen, E-Mail-Adresse und Passwort zu erstellen. Will man Fotos in die Posts mit einbeziehen, hat man der App zudem Zugriff auf das Fotoalbum zu gestatten. In einer Statistik-Ansicht kann zudem eingesehen werden, welche selbst weitergeleiteten Posts sich verbreitet haben, wie viele Beiträge man in der letzten Zeit verfasst hat und ob es neue Kommentare zu einem Post gegeben hat. Auf Wunsch können auch Push-Mitteilungen für Plague – The Network aktiviert werden.

Fragen zum Datenschutz und Spam-Beiträgen

Generell ist diese Art der Informations-Weiterleitung ein innovativer und ungewöhnlicher Weg, um sich selbst von anderen inspirieren zu lassen oder eigene Gedanken, Zitate oder Bilder mit der Welt zu teilen. Fraglich ist allerdings der Datenschutz-Aspekt: Nicht nur müssen die Ortungsdienste zur Nutzung der App aktiviert sein, im Falle eines Foto-Posts wird auch Zugriff auf die Foto-Bibliothek gefordert. Anhand dieser und weitere durch den User angelegten Informationen, darunter auch die E-Mail-Adresse und ein Passwort, können im besten Fall ganze Nutzerprofile seitens der Entwickler erstellt werden. Ob man dies in einer Zeit, die vor überflüssigen sozialen Netzwerken und Datenkraken an jeder Ecke nur so wimmelt, mit sich selbst vereinbaren kann, sollte daher jeder für sich selbst entscheiden.

Auch die Zukunft von Plague – The Network ist eine Betrachtung wert. Momentan noch als Geheimtipp im App Store zu finden, kann sich die Anwendung bei wachsender Beliebtheit schon bald in ein Netzwerk verwandeln, das von überflüssigen Mitteilungen nur so überschwemmt wird. Werbe-Botschaften, Pornografie, ideologische Hetz-Kampagnen, Beleidigungen und Spam sind nur einige der Beispiele, denen sich die Entwickler wohlmöglich auseinandersetzen müssen. Bei meinem heutigen Test von Plague – The Network habe ich nur ernstgemeinte Beiträge lesen können, viele zum Charlie Hebdo- und PEGIDA-Thema, aber auch einige ansehnliche oder witzige Fotos. Man kann nur hoffen, dass es auch in naher Zukunft noch so bleibt.

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Kommentare 4 Antworten

  1. Kann ich nur bestätigen. Aktuelles, Charlie, Pegida, nette Bilder, lustige Sprüche. Mal abwarten. Befürchte, es bleibt nicht so gesittet. Danke für den Tipp!

  2. „Anhand dieser und weitere durch den User angelegten Informationen, darunter auch die E-Mail-Adresse und ein Passwort, können im besten Fall ganze Nutzerprofile seitens der Entwickler erstellt werden. Ob man dies in einer Zeit, die vor überflüssigen sozialen Netzwerken und Datenkraken an jeder Ecke nur so wimmelt, mit sich selbst vereinbaren kann, sollte daher jeder für sich selbst entscheiden.“
    Bitte was? Eine App die Zugriff auf Location und Fotos haben will, OMG!!!!111elf

  3. Nach drei Tagen Test wieder gelöscht. Immer ein und dasselbe: Lobeshymnen auf die App, „Je suis Charlie“ bis zum Erbrechen, als gäbe es keine anderen weltpolitischen Themen mehr, ewig die gleichen Zitate aus dem Internet und die schlimmsten Rechtschreibfehler auf dem ganzen Planeten.

  4. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es ein sich selbst regulierendes System ist, welches Werbung und Spam recht wirksam unterdrückt, weil es keiner weiterleitet, oder?

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