Roborock S6 MaxV im Test: Neuer Saug- und Wischroboter navigiert durch Kamera noch intelligenter

Lohnt sich die Investition?

Die Roborock-Familie wächst weiter. Nachdem zwischenzeitlich der S6 und S5 Max gleichzeitig bei mir gereinigt haben, hat sich der S6 vor ein paar Wochen auf den Weg zur Mel gemacht – und verrichtet dort weiterhin gute Arbeit. Fokussieren wir aber nun das neue Top-Modell Roborock S6 MaxV. Ich habe den S6 MaxV jetzt schon mehrere Wochen im Einsatz und möchte euch zum heutigen Vorbestellstart meinen Testbericht präsentieren.

Was ist neu beim Roborock S6 MaxV?

Kurz und knapp: Ab sofort ist eine Kamera integriert, die eine noch bessere Navigation ermöglicht. Die Saugkraft wurde auf 2500 pa erhöht, ebenso gibt es 30 Minuten mehr Laufzeit. Die Akku-Ladezeit wurde ebenfalls verkürzt. Die weiteren Details gibt es folgend.


Lieferumfang: Das ist im Paket drin

Der Roboter selbst kommt in schwarzer Ausführung daher, in gleicher Farbe gibt es auch die kleine Ladestation. Das Ladekabel, eine Kunststoffmatte, die Staubbox mit HEPA-Filter, ein zusätzlicher Filter und der Wassertank mit Tuch sind mit dabei. Eine Anleitung in deutscher Sprache liegt ebenfalls bei.

Die technischen Daten im Detail

Die Abmessungen haben sich nicht geändert, auch der S6 MaxV ist 353 x 350 x 96,5 Millimeter groß. Mit 3,7 Kilogramm ist er minimal schwerer. Im Vergleich zum S6 gibt es hier 2500 statt 2000 pa Saugkraft. Der Roboter kann Hindernisse bis zu 2 Zentimeter ohne Probleme überwinden und kann insgesamt circa 300 Quadratmeter mit einer Akku-Ladung reinigen.

Die Verarbeitung und die Qualität sind top. Die schwarze Farbe ist natürlich Geschmacksache. Ein kleiner Nachteil gibt es bei dieser Farbversion schon: Der abgelagerte Staub auf dem Gerät selbst ist deutlich erkennbar. Auch der Roboter selbst möchte gerne von Zeit zu Zeit gereinigt werden.

Installation und Einrichtung

Die Ladestation müsst ihr an einem geeigneten Ort aufstellen – bestenfalls ist eine Steckdose in unmittelbarer Nähe. Das Ladekabel, das nur an der rechten Seite der Ladestation eingesteckt werden kann, ist mit 100 Zentimeter meiner Meinung nach viel zu kurz. Ist keine Steckdose in der Nähe, muss eine Verlängerung aushelfen. Das Kabel kann in der Station nicht aufgewickelt werden, ist bei der kurzen Länge aber auch nicht nötig. Mit Gummifüßen ausgestattet, steht die Ladestation sicher. Die Kunststoffmatte, die Wassertropfen auffängt, kann direkt davor gelegt werden.

In der Roborock-App (App Store-Link) müsst ihr euch einmalig registrieren und könnt dann die Einrichtung starten. Ihr müsst den Roborock S6 MaxV in euer WLAN einklinken, könnt einen Namen vergeben und Einstellungen in der App vornehmen. Per Laser und Kamera wird eure Wohnung gescannt und ein Grundriss erstellt. Auf der Karte könnt ihr Räume einzeichnen, virtuelle Wände ziehen, NoGo-Zonen sowie NoMop-Zonen einrichten und Sperrzonen definieren.

Natürlich könnt ihr einen Zeitplan anlegen. Hier könnt ihr auch mehrer Timer definieren und genau bestimmen, wie und wo gereinigt werden soll. Ihr könnt den Modus, die Zeit, Räume und Wiederholungen eintragen. So kann man die Küche beispielsweise häufiger reinigen als das Büro.

Mit der Pin-and-Go-Funktion könnt ihr den Roborock zu einer bestimmten Position schicken und eine Spot-Reinigung vornehmen. Zusätzlich steht auch eine manuelle Steuerung zur Verfügung, die aber nur dann funktioniert, wenn man im gleichen Netzwerk unterwegs ist. Zusätzlich könnt ihr einen Reinigungsverlauf einsehen oder ablesen, wann welche Teile gewartet/gereinigt werden müssen.

‎Roborock
‎Roborock
Preis: Kostenlos

Die Roborock-App ist modern, einfach zu bedienen und selbsterklärend. Alles ist in deutscher Sprache verfügbar, auch die Sprachausgabe des Roboters selbst. So muss das sein.

Die Reinigung ist gut und zuverlässig

Mit 2500 pa und einer 460 Milliliter großen Staubkammer verrichtet der Roborock S6 MaxV einen super Job. Wer zeitgleich wischen will, muss den 297 Milliliter großen Wassertank anbringen. Hier kann man auch etwas Reinigungsmittel nutzen. Der Roboter erkennt dabei automatisch, ob der Wassertank angebracht ist und schaltet erst dann in den entsprechenden Modus um.

Ich nutze die Wischfunktion nur ab und zu und setze sonst auf die Saugfunktion. Auch hier gilt: Die Wischfunktion kann leichte Verunreinigungen entfernen, hartnäckige Flecken schafft auch der S6 MaxV nicht. Ein manuelles Wischen kann nicht ersetzt werden. Praktisch: Auch hier kommt eine Wasserkontrolle zum Einsatz. Hier könnt also bestimmen, ob mit wenig, etwas mehr oder viel Wasser gewischt werden soll.

Durch die erhöhte Saugkraft kann jetzt noch kräftiger gesaugt werden, wobei ich immer den mittleren Modus nehme. Bis hier hin gibt es nur marginale Unterschiede zu den Vorgängern. Die Besonderheit ist natürlich die integrierte Kamera.

Stereo-Kamera erkennt Hindernisse deutlich besser

So. Endlich. Jetzt wird es spannend. Während die Modelle ohne Kamera herumliegende Objekte, zum Beispiel Schuhe, Kabel und Co. einfach mitschleifen oder umher schubsen, erkennt der Roborock S6 MaxV die Hindernisse und kann diese umfahren. Das funktioniert in der Praxis gut, aber noch nicht perfekt. Je größer der Gegenstand ist, umso besser die Erkennung. Ein Apfel wurde bei mir zum Beispiel nicht vernünftig erkannt, Schuhe, eine Steckdosenleiste und ähnlich große Objekte hingegen gut.

In der App werden die Hindernisse mit Icons dargestellt. Der S6 MaxV umkurvt diese und schleift sie nicht mit. Das ist wirklich toll, die Vorgänger konnten sich da schonmal verhaspeln und haben im Worst-Case die Arbeit eingestellt.

Die Front-Kamera knipst Fotos und analysiert die Objekte. Erstmals ist ein Qualcomm APQ8053-Prozessorchip im Einsatz, der die Bildverarbeitungstechnologie ermöglicht. Es werden 30 Bilder pro Sekunde geschossen, über ein neuronales Netzwerk werden Objekte dann erkannt. Die Bilder werden dabei auf dem Gerät gespeichert und können optional in der App eingesehen werden. Ich verlinke euch folgend ein Video, in dem ihr den S5 Max im Vergleich zum S6 MaxV sehen könnt.

Durch die Kamera und die Fotos werden Kollisionen noch besser vermieden und der Roboter kann zuverlässiger eure Wohnung reinigen. Solltet ihr ein Haus sauber halten müssen, könnt ihr mehrere Karten speichern und so auch Etagen reinigen. Für jede Etage kann man unabhängige Sperrzonen, unsichtbare Wände, Wischsperrzonen und mehr anlegen. Der S6 MaxV erkennt dabei automatisch die entsprechende Etage und nutzt die zugehörige Karte. Da ich nur auf einer Etage wohne, konnte ich das nicht testen. Ich gehe aber davon aus, dass das ohne Probleme möglich ist.

Für eine zuverlässige Erkennung sollten die Gegenstände drei Zentimeter hoch und fünf Zentimeter breit sein. Nicht alle Objekte können zum aktuellen Zeitpunkt erkannt und bestimmt werden, viele Gegenstände werden einfach als Unbekannt auf der Karte eingezeichnet. Hier will Roborock aber weiter verbessern und die Bilderkennung in Zukunft weiter optimieren.

Wie schon erwähnt, werden die Fotos auf dem Gerät gespeichert und normalerweise auch zeitnah wieder gelöscht. Da man sich die Fotos aber auch ansehen kann, wird mindestens eins etwas länger gespeichert. Hat man sich ein Foto angesehen, wird es drei Tage später gelöscht und ist nicht mehr abrufbar. Für die Analyse muss das Foto einmal über die Hersteller-Server geschickt werden. Roborock betont dabei, dass man alle europäischen Datenschutzrichtlinien berücksichtigt.

Roborock S6 MaxV kann ab heute vorbestellt werden

In der Basis unterscheidet sich der Roborock S6 MaxV nicht viel vom S5 Max und S6. Die Kamera ist tatsächlich ein nützliches Extra und sorgt für weniger Kollisionen und Abbrüche der Reinigung. Neukunden sind hier auf jeden Fall gut bedient, wer aber schon einen anderen Helfer im Einsatz hat, muss nicht zwingend umsteigen.

Wer schon einen Roboter durch die Wohnung fahren lässt, wird die Gewohnheiten kennen und räumt die „gefährlichen Objekte“ selbst zur Seite oder lässt sie erst gar nicht auf dem Boden liegen. Natürlich gibt es keine Garantie, dass der S6 MaxV alles erkennt und immer zu 100 Prozent arbeitet. Auch das neuste Top-Modell kann sich verdaddeln und mal hängen bleiben.

Ich bin mir sicher, dass Roborock die Kamera-Funktion und Bilderkennung weiter ausbauen und optimieren wird. Letztendlich müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr immer die neuste Technik einsetzten wollt. Der Preis dafür ist entsprechend hoch. 679,99 Euro müsst ihr für den neuen Roborock S6 MaxV bezahlen. Vorbestellen könnt ihr bei Media Markt oder Saturn, Ende Juni soll der S6 MaxV dann auch bei Amazon gelistet sein.

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