Roborock S6 im Test: Der Saug- und Wischroboter überzeugt in allen Bereichen

Für 549 Euro

Ich möchte meinen Saugroboter einfach nicht mehr missen. Nachdem ich den 360 S6 ein halbes Jahr hab meine Wohnung reinigen lassen, macht er gerade eine Pause, da aktuell bei mir der neue Roborock S6 im Einsatz ist. Zum Marktstart habe ich euch schon einen Kurztest vorgesetzt, heute möchte ich meine Langzeiteindrücke im Rahmen eines Testberichts vorstellen.

Was ist neu beim Roborock S6?

Wichtige Frage, vor allem für Besitzer des Vorgängers S50. Optisch gibt es kaum Unterschiede, allerdings ist der S6 leiser geworden. Auf der höchsten Saugstufe ist er nur noch 58 dB laut, der Vorgänger kam auf bis zu 67 dB. Zudem wurde die Ladezeit von 5 auf 3 Stunden optimiert. Des Weiteren gibt es zahlreiche Verbesserungen der Software. Unter anderem gibt es Zonen, Räume, virtuelle Wände und mehr.

Lieferumfang: Das ist mit dabei

Neben dem eigentlichen Roboter gibt es natürlich eine Ladestation inklusive EU-Stecker, die 0,48 Liter große Staubkammer, zwei HEPA-Filter, ein 0,14 Liter großer Wassertank mit zwei waschbaren Wischtüchern, 10 Wegwerf-Wischtücher, eine rutschfeste Kunststoffmatte sowie eine Anleitung in deutscher Sprache.

Roborock S6: Gute Verarbeitung & Technische Daten

Der Roborock S6 ist etwas schwerer geworden und wiegt nun 100 Gramm mehr – und kommt so auf 3,6 Kilogramm. Er ist 353 x 350 x 96,5 Millimeter groß und im Vergleich zu meinem 360 S6 deutlich kompakter. Weiterhin liegt die Saugkraft bei 2000 pa, die Arbeitszeit bei 150 Minuten und die Ladezeit bei 3 Stunden. Ebenso kann der S6 Hindernisse bis zu 2 Zentimeter überwinden.

An der Verarbeitung und Qualität ist nichts auszusetzen. Die Einwegwischtücher würde ich nur im Notfall einsetzen oder dann, wenn der Boden wirklich sehr verschmutzt ist und man nicht möchte, dass der Roboter über einen längeren Zeitraum ein dreckiges Tuch hinter sich her zieht. Aber der Umwelt zuliebe sollte man die Mehrzwecktücher nutzen.

Installation & Einrichtung

Bevor man den Roborock S6 seine Arbeit machen lässt, müsst ihr die Ladestation anschließen. Diese verfügt über rutschfeste Gummifüße und verfügt über eine Kabelführung auf der Rückseite. So kann man das Kabel aufrollen und zur entsprechenden Seite zur Stecksode führen. Wer übrigens die Wischfunktion nutzt und den Roboter auf Teppich, Parkett oder Laminat abstellt, sollte die rutschfeste Kunststoffmatte vor die Station legen, damit restliches Wasser nicht auf den Untergrund tropft.

Die Staubkammer befindet sich unter der Abdeckung und ist schon dort eingesetzt. Hier findet ihr zudem ein kleines Reinigungswerkzeug, mit dem ihr Reste entfernen könnt. Die Staubkammer kann über zwei Klemmen entfernt und über dem Mülleimer ausgeleert werden.

Ihr könnt den Roborock auch ohne App zur Reinigung starten, allerdings würde ich erst die Einrichtung per App beginnen.

Die Xiaomi Home-App ist Pflicht

In der Xiaomi Home-App könnt ihr den Roborock S6 hinzufügen und mit eurem WLAN bekannt machen. Hier folgt man einfach der Schritt-für-Schritt-Anleitung und kann nicht viel falsch machen. Ist der Roboter hinzugefügt, gibt es zahlreiche Funktionen, einige gibt es nur beim neuen S6.

Einige Grundfunktionen könnt ihr direkt festlegen, andere erste nach der ersten Erstellung der Karte. Natürlich könnt ihr einen Namen vergeben, den Teppichmodus aktivieren, ein deutsches Sprachpaket laden, die Benachrichtigungen aktivieren oder den Standort (Wohnzimmer, Küche etc) wechseln.

Nun sollte man den Roborock S6 aber durch die Räume fahren lassen. Zuerst fährt er die Wände ab und erstellt so einen Grundriss, er benutzt dafür einen Laser-Distanz-Sensor, und tüftelt dann mit einem ausgeklügelten Algorithmus den besten Reinigungsweg aus. Große Räumen werden horizontal gereinigt, bei langen Gängen wird in Längsrichtung geputzt. Und und muss ich sagen: Der Roborock S6 reinigt sehr schnell – mein 360 S6 war deutlich länger unterwegs. Laut Hersteller reinigt der S6 20 Prozent schneller als der S50.

Gute und schnelle Reinigung

Der Roborock S6 hat im Vergleich zu seinem Vorgänger einen neuen Bürstenkopf, außerdem kann man die Hauptbürste auf der Unterseite schnell entnehmen und so Haare entfernen – der Roborock eignet sich auch für Haushalte mit Tieren.

Ich bin mit der Reinigung sehr zufrieden. Die Objekterkennung ist nahezu perfekt, Gegenstände, Möbel, Stühle und Co. werden erkannt und umfahren. Damit diese nicht beschädigt werden, verfügt er auf der Front über Gummi und eine Pufferzone. Damit der Roborock eine gute Arbeit leisten kann, sollte der Boden frei von Kabeln, Schnürsenkel und Co. sein, denn da verfängt sich gerne der Bürstenkopf drin.

Die Wischfunktion ist praktisch. Dafür muss der Wassertank inklusive Wischtuch am S6 angebracht werden. Der Vorteil: In den Wassertank könnt ihr auch diverse Putzmittel schütten, je nach Untergrund. Da der Wischmopp am hinteren Teil angebracht wird, kann der Roborock S6 gleichzeitig saugen und wischen. So wird erst der Staub entfernt und dann feucht gewischt. Und das funktioniert wirklich gut.

Beachten solltet ihr: Im Wischmodus erkennt der Roborock keine Teppiche und andere Stellen, die nicht nass gewischt werden sollen. Also vorher in der App ausgrenzen oder wegräumen. Im Vergleich zum Vorgänger soll der S6 sogar etwas mehr Druck ausüben und so noch besser reinigen.

Das Wasser aus dem Tank wird gleichmäßig auf dem Wischtuch verteilt und der Roboter reinigt besonders glatte Flächen gut. Dennoch: Die Wischfunktion ist eine gute Unterstützung, ersetzt das händische Wischen jedoch nicht. Hier kann man einfach mehr Druck ausüben und bekommt auch hartnäckigen Schmutz gelöst.

Das Wischtuch samt Tank muss natürlich nur dann angebracht werden, wenn man wischen will. Ich nutze den S6 vorzugsweise als Saugroboter, wenn ich mal feucht durchwischen will, hole ich den Mopp aus der Kammer, fülle den Tank und befestige diesen am Roborock.

Das bietet die Xiaomi Home-App

Als Herzstück kann man die Xiaomi Home-App bezeichnen. Diese ist kostenlos für iOS und Android verfügbar. Auf der Hauptseite wird der Grundriss beziehungsweise die erstellte Karte angezeigt. Und die meisten Neuerungen des S6 sind softwareseitig zu finden.

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Hier könnt ihr nämlich die Karte bearbeiten und zum Beispiel Sperrzonen festlegen, wo der S6 nicht hinfahren soll. Ich habe so zum Beispiel ein paar Bereiche gesperrt, zum Beispiel am Kopftstück des Betts, wo ein paar Kabel für die Philips Hue-Beleuchtung liegen. Neben Sperrzonen gibt es auch virtuelle Wände. Hier kann man eine oder mehrere rote Linien einzeichnen und so die Karte begrenzen.

Des Weiteren können Zonen, also Zimmer, angelegt werden. Hier lassen sich bisher leider keine Namen eintragen. Statt Wohnzimmer, Esszimmer, Küche und Co. gibt es aktuell nur die Auswahl über die Karte, später soll man aber Namen vergeben können.

Der Vorteil beim S6: Dieser kann mehrere Karten speichern. Der Roborock kann eine Karte manuell und bis zu zwei Karten automatisch abspeichern. Dabei kann die manuell gespeicherte Karte bearbeitet werden und wird stets aktualisiert. Über einen Zeitplan könnt ihr dann individuell bestimmen, wann und wo der Roborock reinigen soll. So kann man zum Beispiel die Küche öfter reinigen lassen als das Büro. Zudem könnt ihr individuell den Reinigungsmods einstellen, hier stehen Leise, Standard, Turbo und MAX zur Verfügung.

Mit der „Gehe Zu“-Funktion könnt ihr den Roboter zu einer bestimmten Stelle schicken und eine Spot-Reinigung durchführen, zudem kann man den S6 auch per Smartphone über einen virtuellen Joystick fernsteuern.

Im Bereich „Reinigungsverlauf“ könnt ihr alle durchgeführten Arbeiten sehen, etwas spannender ist der Menüpunkt „Pflege“. Hier wird die Gesundheit des Filters, der Seitenbürste, der Hauptbürste, des Wassertanks und der 14 Sensoren angezeigt. Sobald einige Elemente gereinigt werden sollen, gibt es eine Push-Nachricht. Danach kann man den Status in der App wieder zurücksetzen. In den Einstellungen könnt ihr zudem die Software aktualisieren.

Der Roborock S6: Mein neuer Lieblingssaugroboter

Ich war mit meinem 360 S6 sehr zufrieden, allerdings ist der neue Roborock S6 noch besser. Er fährt und reinigt schneller, die Wischfunktion ist gründlicher und die in der App verfügbaren Funktionen lassen keine Wünsche offen. Ich spreche eine klare Kaufempfehlung aus, wer jedoch den S50 schon im Einsatz hat, muss definitiv nicht umsteigen. Die neuen App-Funktionen, also das Einzeichnen von NoGo-Zonen und Räumen, soll laut Roborock auch demnächst für den Vorgänger verfügbar gemacht werden.

Mit 549 Euro ist der neue Roborock S6 sicherlich kein Schnäppchen, meiner Meinung nach gibt es dafür aber einen der besten Saug- und Wischroboter.

Ich habe etwas vergessen? Ihr habt eine spezielle Frage? Her damit.

Kommentare 17 Antworten

  1. Wenn ich mich jetzt nicht irre sollte der S6 auch 2,5 cm Höhen Unterschied schaffen. Das mit dem Wischen empfinde ich eher als unsinnig, wenn ich einen Tank Befällen und unter das Gerät Klipsen muss kann ich auch nen Lappen und nen Eimer holen

    1. Lass Dir von einer Hausfrau sagen, das ist nicht so. 😉

      Es bleibt ja nicht beim Eimer und Lappen holen, sondern man muss sich auch hinstellen und wischen. Bei den Wisch-Robotern startet man quasi den Reinigungsvorgang, nachdem man sozusagen Eimer und Lappen geholt hat, und klebt sich auf die Couch.

      „Dieser Moment, wenn man zuguckt, wie gewischt wird – unbezahlbar“ 🙂

  2. Laut Aussagen von Roborock im offiziellen Facebook Forum werden die Funktionen nach anfänglicher Zusage NICHT nachgereicht.
    Das sorgt momentan für erheblichen Unmut unter den bisher sehr zufriedenen Kunden, da man sich sehr hinters Licht geführt fühlt.

      1. Ja, ein Link wäre gut. Mir ist diese Roborock Facebook Seite zu viel, zu viel Werbung.

        Allerdings muss ich zugeben, ich könnte diesen Standpunkt – dass keine Updates mehr an die alten Modelle vergeben werden – durchaus nachvollziehen. Vom verkäuferischen her jedenfalls. Letztendlich ist es so, dass der S6 keinen wesentlichen Vorteil gegenüber dem roborock S50 bietet. Also Besitzer des letzteren haben eigentlich keinen wirklichen Grund umzusteigen… Es sei denn, dieser hätte zumindest softwareseitig wirklich Features zu bieten, die den Umstieg „leichter“ machen.

        Aber ich muss ganz ehrlich sagen, sollen sie ihre einzelnen Räume behalten. Ich bin voll und ganz zufrieden mit dem Gerät. Ich habe jetzt einen Narwal dazu gekauft, der ist einfach in Sachen „wischen“ um Längen besser als alles andere auf dem Markt.

    1. Bis 2 cm kann man quasi garantieren, bis 2.5 cm soll er kommen. Ich würde den bestellen und es einfach mal ausprobieren, da es ganz besonders auch auf die Geometrie der Schwelle ankommt. Je flacher sozusagen der „Anstieg“ ist bzw je weniger scharfe Kanten da vorhanden sind, umso leichter kann er auch höhere Hindernisse bewältigen. Man muss es einfach mal ausprobieren, man kann das Gerät ja gegebenenfalls zurückschicken. Dafür hat man in Deutschland 14 Tage Zeit. Mindestens.

  3. Hi, ich würde nicht noch mal einen Xiaomi kaufen oder empfehlen. Xiaomi entwickelt die Firmware der Vorgänger Modelle nicht weiter. Nachdem du den gekauft hast werden nur die Software der neuen Geräte weiter entwickelt. Das nervt.
    VG,

    1. Ich habe selber das Vorgängermodell und habe bis auf die einzelnen Räume die selben Funktionen per Update nachgereicht bekommen. Also ich bin zufrieden.

    2. Ich kann das nicht bestätigen, Tim. Ich bekomme regelmäßig Updates der Firmware und der Software. Haben Sie evtl einige Dinge nicht freigegeben?

      Viele Grüße aus Bonn von Biggi Fienemann

  4. Hallo, habe gerade einen s6 gekauft, klappt prima, bin begeistert. Er hat im EG eine Karte angelegt, wie mache ich das nun mit der zweiten Karte fürs OG? Kann ich dort dann auch Sperrbereiche einrichten?

  5. Also bei mir sieht die Karte nicht so fancy aus, sondern ist einfach nur blau und die Staubsaugerlinie weiß. Wo ist denn die Einstellung dafür?

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