Sonos Move im Test: Portabler Lautsprecher mit WLAN und Bluetooth

Genau das habe ich mir gewünscht

Anfang September haben die Multiroom-Experten von Sonos gleich drei neue Geräte präsentiert. Neben einer abgespeckten Varianten des Sonos One, dem Sonos One SL und dem neuen Sonos Port durfte ich auf einem kleinen Event in Berlin unter anderem schon einen Blick auf den Sonos Move werfen. Der erste tragbare Lautsprecher aus dem Hause Sonos setzt neben einer Einbindung in das heimische WLAN auch auf eine Bluetooth-Funktionalität, mit der der Speaker komplett autark vom bestehenden Multiroom-System genutzt werden kann. Mittlerweile konnte ich den Sonos Move einige Tage im Alltag testen und möchte euch meine Eindrücke schildern.

Was ich als erstes klarstellen möchte: Möglicherweise bin ich in diesem Bericht nicht ganz neutral. Warum? Weil der Sonos Move genau das Produkt ist, dass ich mir bereits seit Jahren von Sonos wünsche. Nachdem ich mehrere Zimmer in meinem Haus mit Lautsprechern des Herstellers ausgestattet habe, alleine im Wohnzimmer werkeln eine Beam und ein Sub zusammen mit zwei One als Rear-Speaker, fehlte mir bisher immer ein Lautsprecher, den man mal eben mit auf die Terrasse oder in den Garten nehmen kann. Umso erfreuter war ich, dass mir Sonos mit dem neuen Move genau diesen Wunsch erfüllt.

Bisher habe ich für solche Zwecke den Libratone Zipp der neuesten Generation benutzt, der ja wahrlich nicht schlecht ausgestattet ist. AirPlay 2, Alexa, Bluetooth und WLAN lassen auch hier eigentlich keine Wünsche offen. Nur eben lässt sich dieser Speaker halt nicht in mein bestehendes Sonos-System einbinden. Und genau das ist naturgemäß die große Stärke des neuen Move.

Im heimischen WLAN ein ganz normaler Sonos-Speaker

Wenig überraschend einfach fällt für bestehende Sonos-Nutzer auch die Einrichtung des Lautsprechers aus. Nach dem Auspacken wird er auf die mitgelieferte Ladestation gestellt und direkt danach in der Sonos-App gefunden. Die Verbindung mit dem WLAN wird dank der bereits hinterlegten Zugangsdaten automatisch hergestellt, direkt danach ist der tragbare Lautsprecher genau wie jeder andere Sonos-Speaker nutzbar. Primär ist er dabei nicht in einem Raum zu finden, sondern taucht als einzelner „Move“ im System auf. Natürlich kann man aber auch problemlos eine Verbindung mit anderen Lautsprechern herstellen, ganz egal ob direkt in der Sonos-App oder etwas per AirPlay. Solange sich der Move im heimischen WLAN befindet, ist er technisch quasi nicht von einem Sonos One oder Sonos Play:3 zu unterscheiden.

Das gilt auch für die Steuerung direkt am Gerät. Auf der Oberseite findet man die bekannten Touch-Flächen zur Musik-Steuerung, Lautstärke-Anpassung oder dem Mikrofonstatus. Denn selbstverständlich muss man auch den Sonos Move nicht unbedingt mit Google Assistant oder Amazon Alexa nutzen, wobei man hier einfach auf die Konfiguration in der Sonos-App verzichten sollte. Warum man die eingebauten Mikrofone nicht deaktivieren sollte, hat einen ganz anderen Grund: Das automatische Trueplay.

Sonos Move punktet mit automatischem Trueplay

Trueplay an sich ist ja nicht unbedingt etwas neues. Doch während man diese Klangoptimierung bisher mit dem iPhone durchführen musste, was nicht nur ziemlich ulkig aussieht, sondern auch einige Minuten in Anspruch nimmt, wird das vom Sonos Move automatisch erledigt. Das macht durchaus Sinn, denn immerhin möchte man die Kalibrierung nicht jedes Mal manuell durchführen, nur weil man den Standort des Sonos Move ändert. Mit einem integrierten Bewegungssensor erkennt der Lautsprecher im WLAN-Modus, wann er bewegt und wieder abgestellt wird. Danach dauert es bei laufender Wiedergabe rund 30 Sekunden, bis man eine spürbare Änderung und Optimierung des Klangs hören kann.

Und der kann sich durchaus sehen beziehungsweise hören lassen. Der Sonos Move präsentiert sich äußerst kraftvoll mit einer ordentliche Portion Bass, die aber nie überladen wirkt. Ihn im Sonos-Portfolio zwischen anderen Speakern einzuordnen, fällt etwas schwer, ich würde ihn aber in Sachen Wumms deutlich über dem Sonos One, vielleicht sogar leicht über dem Sonos Play:3 einordnen.

Im Gegensatz zu anderen portablen Speakern setzt Sonos dabei nicht auf einen 360 Grad Sound, sondern gibt als Klangfeld rund 220 Grad an. Die Musik schallt also schon in eine bestimmte Richtung, was ich gar nicht so verkehrt finde. Insbesondere draußen im Garten wird so nicht unbedingt die ganze Nachbarschaft beschallt, sondern gezielt die Sitzecke, in der ich es mir gerne gemütlich mache. Wobei man den Sonos Move natürlich problemlos so laut aufdrehen kann, dass auch die Nachbarn etwas davon hätten.

Auch im Outdoor-Einsatz macht der Sonos Move übrigens eine sehr gute Figur. Er ist nicht nur IP56-zertifiziert und hält auch mal einen festen Wasserstrahl ab, sondern verfügt auch über eine UV-resistente Oberfläche und übersteht Stürze aus rund 1,8 Metern Höhe unbeschadet, solange er auf der gummierten und rutschfesten Unterseite landet. Sobald sich der Sonos Move außerhalb seiner Ladestation befindet und nicht benutzt wird, schaltet er sich nach einer halben Stunde automatisch in den Standby-Modus, in dem der Akku bis zu fünf Tage hält. Bei Wiedergabe mit moderater Lautstärke sind bis zu zehn Stunden Musikgenuss am Stück drin. Die Umstellung von WLAN auf Bluetooth erfolgt dabei ganz einfach über einen Knopf auf der Rückseite, direkt unter dem praktischen Tragegriff.

Akku des Sonos Move kann ausgetauscht werden

Eine Sache möchte ich in Sachen Akku noch mal gesondert erwähnen: Die Batterie des Sonos Move lässt sich problemlos tauschen, der Hersteller selbst gibt eine Lebenszeit von rund drei Jahren oder 900 Ladevorgängen an. Was ein neuer Akku kostet, ist aktuell noch nicht bekannt, alleine die Tatsache, dass man den Akku wechseln kann und in ein paar Jahren nicht mit großen Einschränkungen leben muss, kennt man nicht von jedem Hersteller.

Was muss man sonst noch über den Sonos Move wissen? Ich habe einfach mal ein paar weitere interessanten Daten für euch gesammelt:

  • Der Move ist kompatibel mit jedem USB-C Ladekabel, das 12 V/3 A, 15 V/3 A, oder 20 V/2,25 A Ausgangspegel unterstützt, so kann er ganz einfach draußen und unterwegs geladen werden.
  • Verbaut sind zwei digitale Verstärker, ein nach unten gerichteter Hochtöner für die Wiedergabe von hohen Frequenzen sowie ein Mitteltöner für mittlere Sprachfrequenzen und für tiefen Bass.
  • Stets betriebsbereit bei Temperaturen von -10 bis 55 Grad Celsius.
  • 24 x 16 x 12,6 Zentimeter groß und 3 kg schwer.

Eigentlich könnte ich an dieser Stelle nur sagen: Kaufen, kaufen, kaufen! Wenn da nicht eine Sache wäre: Der Preis. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von stolzen 399 Euro ist der Sonos Move sicherlich kein Schnäppchen und weit über der Schmerzgrenze vieler Sonos-Nutzer. Auch ich muss sagen: Bei dem Preis musste ich wirklich schlucken. Auf der anderen Seite: Die Sonos Beam Soundbar kostet mit offiziell 449 Euro sogar noch etwas mehr.

Insbesondere Sonos-Liebhaber, die sich schon immer einen portablen Sonos-Lautsprecher gewünscht haben, werden für den stolzen Preis wirklich verwöhnt. Das automatische Trueplay, der wechselbare Akku, die Ladestation und der USB-C-Anschluss sowie die Einbindung in das bestehende Sonos-System oder der Betrieb per Bluetooth – Sonos hat beim neuen Move wirklich an jedes noch so kleine Detail gedacht. Man muss sich einfach von dem Gedanken verabschieden, dass es sich um einen einfachen portablen Speaker handelt. Der Sonos Move ist ein vollwertiges Mitglied der Sonos-Familie – und das ist auch genau richtig so.

Falls ihr Lust bekommen habt – der neue Sonos Move kann ab sofort auf der offiziellen Sonos-Webseite vorbestellt werden, die Auslieferung startet in der kommenden Woche.

Kommentare 5 Antworten

  1. Kann man den move auch ausschalten, so dass er keinen Strom verbraucht? Das war damals der Grund von libratone zu Sonos zu wechseln, dass es mich genervt hat beide Speaker einzeln ein und ausschalten zu müssen. Meine Ones sind an WLAN Steckdosen.

  2. Gibt es Latenzen im Bluetooth-Bereich? Ich suche einen Bluetooth-Lautsprecher als Hörunterstützung für den Fernseher (hier: Loewe bild 3.49). Die Übertragung sollte schon lippensynchron sein.

  3. Mal ein kleiner Tipp an den Schreiberling: Das hier ist ein Beitrag zu einem Lautsprecher, der dafür gemacht ist akustisches wiederzugeben. Warum wird in dem Beitrag zu 95% über Sachen lamentiert, die weniger mit der dem Eigentlichen zutun haben? Seine Aufgabe ist es akustische Signale so naturgetreu wie möglich wiederzugeben und genau dieser Punkt wird hier in zwei Sätzen, und dazu auch noch schlecht, besprochen. Da hier Tests dieser Art öfters vorkommen, empfehle ich ein paar ausgewählte Musikstücke und ein paar Hörbücher um das akustische Erlebnis besser vergleichen und transportieren zu können.
    Was nützt mir ein gutausehender Lautsprecher, der sich easy im Wlan einbinden lässt und preislich ok ist, wenn er schlecht klingt?

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