Toniebox im Test: Dieser Lautsprecher samt App begeistert nicht nur Kinder

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Fabian 04. Juni 2018, 09:41 Uhr

Vor ein paar Wochen haben wir es bereits angekündigt, jetzt haben wir die Toniebox endlich selbst ausprobieren können. Wie unser Fazit ausfällt, lest ihr in diesem Artikel.

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Vor rund 25 Jahren war ich ein riesiger Fan von Benjamin Blümchen. Für mich war es damals ein großes Highlight, auf dem Trödelmarkt nach neuen Kassetten Ausschau zu halten, die ich danach dutzende Male angehört habe. Im Internet-Zeitalter sieht die Sache natürlich längst anders aus: Kassetten sind schon lange out, auch CDs sind längst nicht mehr der letzte Schrei. Stattdessen hat in den vergangenen Monaten vor allem ein Gadget auf sich aufmerksam gemacht: Die Toniebox.

Unter unserem ersten Artikel rund um die Toniebox gab es zahlreiche Kommentare und Meinungen. "Haben wir, bereits sogar zwei Boxen. Wir sind begeistert und die Kinder auch. Die Bedienung ist kinderleicht und die Qualität gut. Kann ich mit sehr gutem Gewissen empfehlen", schreibt beispielsweise Fischeropoulos. Und Sebastian fügt hinzu: "Diese Box ist super. Die läuft bei meinen Kindern den ganzen Tag. Das Beste: der Kleine kann es bedienen. Ich gebe zu, der hohe Preis hat uns zunächst abgehalten, aber es loht sich."

Toniebox ist teurer, aber auch spaßiger als die alten Kassetten

Ausnahmsweise möchte ich an dieser Stelle direkt mal mit dem Preis beginnen: Mit 79,95 Euro ist die eigentlich Toniebox meiner Meinung nach nicht günstig, liegt aber noch absolut im Rahmen. Immerhin bekommt man weitaus mehr als einen einfachen Lautsprecher, denn mit NFC, WLAN und einem eingebauten Akku steckt in der Toniebox jede Menge Technik. Zudem hat man die Auswahl zwischen verschiedenen Farbvarianten.

Die eigentlichen Hörspiele oder die Musik kommt dann mit den Tonies auf die Toniebox: Eine Figur ist mitgeliefert, bei den anderen muss man tief in die Tasche greifen. 10 bis 15 Euro werden für einen Tonie fällig. Insbesondere im Vergleich zu gebrauchten Kassetten oder CDs ist das eine Wucht. Aber wenn Papa und Mama mit über 1.000 Euro teuren Smartphones spielen, darf es für die Kids doch auch mal ein wenig Luxus sein, oder nicht? Immerhin machen die kleinen Figuren auch abseits des Players eine gute Figur, was man von CDs sicherlich nicht behaupten kann. Und um Gegensatz zu digitalen Downloads können die kleinen Tonies auch wunderbar mit Freunden getauscht werden.

Kinderleichte Installation und noch einfachere Steuerung

Und wenn es nicht Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg als kleine Mini-Figur sein muss, dann sind die Kreativ-Tonies eine tolle Option: Sie lassen sich per App oder Cloud ganz einfach mit eigenen Titeln bespielen. So finden günstige Hörbuch-Downloads oder am Mac importierte CDs problemlos ihren Weg auf die Toniebox. Aber wie genau funktioniert dieser smarte Lautsprecher eigentlich?

Nach dem Auspacken muss die Toniebox zunächst einmal in das heimische WLAN eingebunden werden. Das ist aber keine große Kunst, auch dank der wirklich sehr guten Anleitung, die Schritt für Schritt durch die Installation führt. Selbst Technik-Verweigerer können hier eigentlich nichts verkehrt machen. Letztlich bekommt jeder den 12,5 Zentimeter großen Würfel innerhalb von fünf bis zehn Minuten ans Laufen.

Toniebox

Und spätestens dann wird es richtig spannend: Drückt man eines der Ohren, schaltet sich die Toniebox an. Danach muss man nur noch eine der kleinen Figuren auf den Lautsprecher stellen und nach wenigen Sekunden startet die Wiedergabe des ausgesuchten Hörspiels. Wie das funktioniert? Ein NFC-Chip verrät der Toniebox, welches Hörspiel aus der Cloud geladen werden soll. Einmal heruntergeladen, kann die Musik auch ohne Internetverbindung abgespielt werden, was vor allem auf Reisen sehr praktisch ist.

Auch sonst ist die Steuerung der Toniebox sehr einfach gehalten: Um die Lautstärke anzupassen, drückt man einfach auf das kleine oder große Ohr. Die maximale Lautstärke kann dabei von den Eltern angepasst werden. Um zwischen den Kapiteln vor- und zurückzuspringen, gibt man der Toniebox einen Klaps auf die Seite, neue Inhalte eines Kreativ-Tonies überprüft man mit einem drei Sekunden langen Druck auf eines der Ohren.

Noch mehr Optionen dank App und Kreativ-Tonies

Abseits der Ladestation, die die Toniebox innerhalb von drei Stunden komplett auflädt, macht der Lautsprecher ebenfalls eine gute Figur. Bis zu sieben Stunden mobiler Musikgenuss sind möglich, ganz egal ob im Kinderzimmer, im Hotel, im Auto oder Flugzeug. Um dort keine Mitreisenden zu nerven, verfügt die Toniebox über einen integrierten Kopfhörerausgang.

Und natürlich gibt es für die Toniebox auch eine eigene App. In erster Linie richtet sich die Tonie-Box an Besitzer von Kreativ-Tonies, die mit bis zu 90 Minuten Audio-Inhalten bespielt werden können. Direkt am iPhone oder iPad können Mikrofon-Aufnahmen an den Kreativ-Tonie gesendet werden - eine tolle Idee, damit Papa oder Mama auch von weit entfernt eine Gute-Nacht-Geschichte oder ein Lied mit den daheimgebliebenen Kindern teilen können.

Tonies App

Etwas schade ist die Tatsache, dass das zum aktuellen Zeitpunkt die einzige in der Tonie-App zur Verfügung stehende Funktion ist. Alle anderen Cloud-Funktionen stehen lediglich über die Webseite meine.tonies.de zur Verfügung. Hier können nicht nur Einstellungen für die Toniebox vorgenommen werden, beispielsweise die maximal erlaubte Lautstärke, sondern auch Audio-Dateien in den Formaten MP3, M4A, M4B, WAV, OGG und WMA auf die Kreativ-Tonies geladen werden.

Damit die Toniebox zum ultimativen Kinder-Gadget wird, fehlt eigentlich nur eine Anbindung an Spotify oder Amazon Music. Immerhin stehen dort zahlreiche Hörspiele für alle Altersgruppen zur Auswahl, die man wunderbar mit den Kreativ-Tonies verbinden könnte. Ob das aber überhaupt im Interesse des Düsseldorfer Herstellers wäre, ist fraglich: Immerhin wird das meiste Geld am Ende wohl mit den kleinen Figuren verdient.

Auch wenn die App durchaus noch etwas Potenzial nach oben hat, ist die Toniebox am Ende wohl der smarteste und innovativste Lautsprecher für Kinder. Das robuste Gehäuse, das wunderbare Design von Lautsprecher und Figuren sowie die wirklich kinderleichte Steuerung machen die Toniebox zu einem Erlebnis für Jung und Alt. Genau wie bei Apple gilt aber auch hier: Design und Innovation haben ihren Preis.

Toniebox

  • Design - 10/10
    10/10
  • Installation - 10/10
    10/10
  • Handhabung - 10/10
    10/10
  • Klang - 7/10
    7/10
  • Preis/Leistung - 6/10
    6/10

Fazit

Die Nespresso-Maschinen unter den Kinder-Lautsprechern begeistert dank witziger Tonie-Figuren und einer absolut einfachen Handhabung. Die Toniebox sorgt nicht umsonst für einen großen Hype, hier stimmt fast alles.

8.6/10

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Kommentare23 Antworten

  1. Hutzel69 sagt:

    Man merkt, dass ihr noch keine Kinder habt, sonst würdet Ihr euch eine so dämliche Aussage mit dem bisschen Luxus sparen.
    Mit Kindern ist auch bei gutem Einkommen kein 1000€ Smartphone drin. Denkt erstmal nach was Kinder kosten.

  2. icarus sagt:

    Ich habe zwei Hörbuchbegeisterte Kinder und würde mir sicher keine dieser Boxen kaufen, dafür kann sie zu wenig. Die Kinder haben einen oldschool kassenrecorder, auf dem unsere alten Kassetten und cds angespielt werden können und mit Spotify und einem Jbl Go ist die Auswahl deutlich größer und günstiger. 10€ für eine Geschichte, finde ich heutzutage stark überteuert.
    Außerdem müssen die Figuren auch noch irgendwo hin und sind dann doch wieder verloren.
    Ich sehe darin absolut keinen Mehrwert.

  3. Mangokaefer sagt:

    Aber hübsch ist sie und originell. 😊

  4. MacBeezle sagt:

    Wir haben sie ne die kleine ist begeistert. … geschrieben von einem iPhone X (komisch… Kind + iPhone X + Tonibox geht wohl doch 😀 )

    • Hutzel69 sagt:

      Das freut mich sehr für dich.
      Wirklich.
      Aber die Verallgemeinerung, wie es im Text dargestellt wird, dass der Preis relativ gesehen auf vermeintlich andere Ausgaben ja wohl nicht der Rede Wert sei, finde ich abgehoben, oder eben unerfahren.

      • MacBeezle sagt:

        Soso… weil Deine Meinung also nicht die einzige ist ist sie automatisch „abgehoben oder eben unerfahren“? Putzig 😀

  5. Sven sagt:

    Danke für euren schönen Testbericht! Die Toniebox kannte ich vorher noch nicht.

  6. Chris sagt:

    Mir deucht der Test ist nicht so ganz unabhängig…

  7. Starbax89 sagt:

    Leider etwas teuer das ganze. Aber unsere zweijährige kann das Teil alleine bedienen. Wirklich super. Vorher hatten wir CDs die ständig zerkratzt waren. Gerade für die kleineren eine super Sache.

  8. SirAnn sagt:

    Meine Meinung zu dem Thema:
    von der Sache her eine geniale Idee. Robuste Box, kinderleichtes Handling.

    Preise für die Hörbücher: unverschämt.

    Nachhaltigkeit: Was ist, wenn der Service in ein paar Jahren eingestellt wird? Die Musikdaten liegen auf deren Servern. Die Figur hat lediglich eine ID, mit der die entsprechende Datei heruntergeladen wird.

    Server weg -> Hörbücher weg. CDs kopieren wir nach dem Kauf IMMER zuerst auf den PC und dann meist auf den iPod.

    Ergo: schöne Idee, aber untern Strich zu teuer

    • SirAnn sagt:

      ok. wie ich sehe hat die Toniebox immerhin 400h Offlinespeicher. Das sollte für die meisten Kinder ausreichen. Dennoch sind meines Erachtens nach die Preise für die einzelnen Hörbücher einfach zu hoch.

      Ein simpler Vergleich „Bibi und Tina – Der verschwundene Pokal“ (amazon.de)
      – Tonie: 19,99 €
      – CD: 5,99 €

      kann man machen… muss man aber nicht unterstützen. Jaja, da ist noch eine eine 1 Euro TonieFigur dabei… macht die Kett nicht fett

      • Fabian sagt:

        19,99 Euro sind leider nicht der korrekte Preis bei Amazon, die Tonie-Hörspiele kosten in der Regel 14,99 Euro.

        Ist im Vergleich zur CD natürlich immer noch deutlich mehr, das kann man nicht anders sagen.

  9. Anonymous sagt:

    Unsere 2 Jährige schafft es aber nicht eine CD einzulegen..geschweige denn einen CD-Player o.ä. zu bedienen.
    Die Box und Figuren sind zudem robust und in der Handhabung selbst für <2 jährige einfach.

    Zudem sind das doch ideale Geschenke zu Ostern/Geburtstag/Weihnachten.

    Die Box gab es vor kurzem bei thalia für 49,99. Also auch hier noch Sparpotenzial.

    • SirAnn sagt:

      es stellt sich natürlich die Frage inwieweit eine zweijährige bereits alleine Technik bedienen können muss 😉 aber das handhabt bekannter maßen jeder anders. und ich sage ja nicht, dass das Prinzip verkehrt ist. Es ist eben nur reichlich teuer und wer es sich leisten kann/möchte, der soll das auch gerne tun. Aber unsere Tochter freut sich über eine CD genauso wie über die Figur…

  10. Andreas sagt:

    Allgemeines Fazit zur Toniebox:

    Bei dieser Box geht es darum, dass das Kind selbständig ab einem Alter von 1.5 Jahren (und aufwärts) mit dieser interagiert, was im übrigen sehr gut klappt.
    Auch wenn die Verfechter der Sparvariante mit mobilen Lautsprecher und Smartphone anderer Meinung sind, sehe ich bei der Toniebox eindeutig mehr kindgerechte Entdeckungs- und Nutzungsmöglichkeiten.
    Smartphones sollte man bei Kinder grundsätzlich lange genug rauszögern, da sonst gewisse Fertig- und Fähigkeiten in der Entwicklung vernachlässigt werden, vor allem in Hinsicht auf Zweckentfremdung (zB soziale Medien).
    Konfrontation mit Technik hingegen, Verstehen und diese Nutzen zu lernen, bin ich der Ansicht, sollte trotzdem immer gegeben sein. Dies ist auch die Vorraussetzung einer Toniebox.

    Die Anschaffung sehe ich nicht als teuer an, wenn man nach Deals Ausschau hält und mit Geduld an den Kauf herangeht. Irgendwie gibts immer ne Möglichkeit nicht den vollen Preis zahlen zu müssen.
    Dies gilt auch für die Figuren.

    Klar sind die einzelnen Hörspiele im Verhältnis zu CDs und Downloads teuerer, jedoch muss man in Betracht ziehen, dass die Toniebox zum einen noch nicht so lange auf dem Markt ist und zum anderen, dass dies ein Kleinbetrieb ist, welche die Boxen produzieren lässt, erkennbar an den enormen Bestell- und Lieferverzögerung Dez. 2017 bis März 2018.

    Sollte sich die Toniebox auf dem Markt weiter etablieren, werden sich auch die Preise anpassen.

    Das Konzept jedoch (ich spreche für meine Tochter) geht voll und ganz auf.
    Wir besitzen drei Hörspielfiguren und vier Kreativtonies, die regelmäßig mit neuen Inhalten via Amazon Music oder gekauften CDs bespielt werden.
    Spätestens nach ein paar Hörspieldownloads, fällt der Preis der Figuren nicht mehr ins Gewicht.

    Das Hochladen in die Toniecloud empfinde ich am PC komfortabel, vermisse aber diese Funktion in der App, was für mich eindeutig ein Minus darstellt.

    Was den Klang anbelangt, ist dieser definitiv gut für Kinder, als Erwachsener sind natürlich die Ansprüche höher, aber darum sollte es bei dieser Box ja auch nicht gehen.

    Gesamthaft mag ich behaupten:
    Geniales Unterhaltungs-Spielzeug, welches täglich im Gebrauch ist.
    Die Akkulaufzeit ist in Relation zum Einsatz der Toniebox mehr als sehr gut!

    • SirAnn sagt:

      Indem du dann aber am Ende mehrheitlich doch deine eigenen Rips auf dem Gerät verwendest, unterstützt du die Firma außer für die paar Euros, die du für die Dummyfigur bezahlst, nicht wirklich. Insofern wird es dann auch ne günstiger werden.

      Aber wie gesagt, die Idee ist 1A. Das Gerät ist ideal für Kinderhände. Technisch langt es alle Mal. Der enthaltene Akku ist eine clevere Idee. Dem ganzen Geplänkel bzgl. Kinder müssen an die Technik herangeführt werden, etc. stimme ich nur bedingt zu. Kids lernen das eh schon viel zu früh. Aber das liegt immer im Auge des Betrachters und soll auch hier nicht das Thema sein

  11. sabbelfrosch sagt:

    Ziel ist, das sich die Kinder selbst bedienen können. Und das ist hier prima gelöst. Es spricht aber auch nichts gegen einen generischen WLAN- oder Bluetoothspeaker, bei dem dann einmal von einem Smartphone aus das Hörspiel angestoßen wird. Stimmt, das kann das Kind nicht selbst. Sollte es vielleicht auch nicht immer (zum Thema „ein Ende finden“).

    Zum Thema Preis: der Kommentar mit der Nespressomaschine im Fazit passt!

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