Apple wirft Fortnite aus dem App Store und kassiert eine Klage

Epic Games ist auf einen Schlagabtausch aus

Das könnte eine richtig spannende Geschichte werden. Fortnite, eines der erfolgreichsten Spiele der vergangenen Jahre, ist nicht mehr im App Store erhältlich. Es wurde von Apple entfernt – und das nicht ohne Grund. Und genau deswegen könnte die Sache in den kommenden Wochen und Monaten noch sehr interessant werden. Was genau ist passiert?

Wie wir alle wissen, kassiert Apple bei jedem Verkauf eine Provision von 30 Prozent, diese Gebühr verringert sich nur bei aktiven Abonnements ab dem zweiten Jahr auf 15 Prozent. Gebühren, die längst nicht jedem passen, der im App Store seine Spiele, Apps und Services anbietet.


So auch Epic Games, die mit Fortnite einen riesigen Erfolg gelandet haben und auch im App Store Millionen kassieren. Innerhalb von Fortnite wird seit gestern die In-Game-Währung V-Bucks nicht mehr nur per In-App-Kauf bezahlt. Mit einem Rabatt von 20 Prozent können die Nutzer die virtuellen Münzen nun auch am App Store vorbei über einen externen Zahlungsanbieter wie PayPal bezahlen. So muss man keine 30 Prozent an Apple abdrücken.

Epic Games hat den Rauswurf und die nächsten Schritte detailliert geplant

Und genau damit verstößt man gegen die App Store Richtlinien, an die sich jeder Entwickler halten muss. In Cupertino hat man umgehend reagiert und Fortnite aus dem App Store entfernt – vermutlich solange, bis die Möglichkeit der externen Bezahlmöglichkeit wieder aus der Anwendung entfernt wird.

Wenn man nun aber betrachtet, wie Epic Games, der Herausgeber von Fortnite, reagiert, dann wird schnell klar: Das alles war eine kalkulierte Geschichte, um einen offenen Schlagabtausch gegen Apple zu starten. Nur Stunden nach dem Rauswurf aus dem App Store hat Epic Games eine Klage eingereicht und die Klageschrift im Netz veröffentlicht. Sogar ein Video hat man bereits ins Netz gestellt, das an die 1984-Kampagne von Apple erinnert.

Der Kern der Klage von Epic Games: Apple nutzt seine Monopolstellung mit dem App Store aus, Nutzer haben keine Möglichkeit andere Quellen zu nutzen. In der Vergangenheit war das immer wieder ein Thema, aber nun scheint die Geschichte richtig Fahrt aufzunehmen. Man darf gespannt sein, wie sich dieser Fall entwickeln wird.

Update um 9:00 Uhr: Mittlerweile wurde Fortnite auch aus dem Google Play Store gelöscht. Auch dort wollte Epic Games seine In-Game-Pakete an den fälligen Gebühren vorbei verkaufen.

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Kommentare 39 Antworten

  1. Es hat alles seine vor- und Nachteile. Aber Monopol?! Ich mein Google nimmt doch auch Gebühren oder nicht??
    Und dann muss ich persönlich sagen find ich das schon ok dass Apple sich seine Dienste auch bezahlen lässt. Irgendwer muss die Apps schließlich auch überprüfen. Und ich bin sehr dankbar, dass es nicht so leicht ist Viren etc auf iOS Geräte zu schummeln. Für das plus an Sicherheit zahl ich gern ein wenig drauf.

          1. Willkür wäre, wenn man ungleich die Gebühren erhebt. Macht Apple aber nicht, es wird vorher kommuniziert. Die Gebühr ist an Umsatz und Betrag gebunden.

          2. Warum verteidigt ihr das so? Liebt ihr es so als Apple Kunde mehr zahlen zu müssen? Na mir egal. Würde niemals ein in App Abo abschließen. Bezahlt ihr mal ruhig mehr da. Zum Wohle Apples.

          3. Völliger Quatsch, Dein Post. Du willst mir nicht wirklich weismachen das der ganze Quatsch für Dich auch nur einen einzigenCent günstiger wäre wenn Apple NULL verdienen würde. Es geht hier nicht darum das Apple Geld für den App Store kassiert, sondern darum das Anbieter die den APP Store nutzen selbst nichts oder zumindest weniger an Apple zahlen müssen um selbst mehr Geld einzunehmen. Sie wollen also Apples oder auch Googles Store nutzen, also auch deren Plattformen ohne dafür zu zahlen. Ob die Gebühren dafür gerecht sind oder nicht ist ein anderes Thema, allerdings würde Fortnite wohl erheblich weniger einspielen wenn dasGame nicht mehr bei Apple oder Google verfügbar wäre.

      1. Amazon sackt 15% deines Umsatzes vom Händler ein, wenn er über Amazon verkauft. Zuzüglich Einmalgebühren.

        Beides (applestore und Amazon) zahlst Du als Käufer nicht extra, sondern geht vom Umsatz des Anbieters ab. Falls es noch nicht aufgefallen ist: Du zahlst auch für die Infrastruktur deines Telefonanbieters, deines Wasserversorgers, deiner Bank … Apple wickelt auch Rückerstattungen ab, wenn der Kunde vom Kauf zurücktritt …

        Man kann über die satte Provision von 30% streiten, aber es steht ja auch etwas an Leistung dagegen.

        1. Klar zahle ich als Kunde das. Der Verkäufer schlägt das obendrauf. Und es ist dann schon ein Unterschied, ob ich 115 € bezahle oder 130 €…

          1. Dass man die Kosten einfach oben drauf schlagen kann, ist kaufmännisch gesehen richtig. Ob es vom Markt akzeptiert wird, ist eine andere Sache.

            Nochmal: Apple stellt auch eine Infratruktur bereit und leistet eine Dienstleistung. Dienstleistung kostet Geld.
            Wer nicht will oder wem das zuviel ist, der kann auch alles alleine machen, was er will. Wer für iOS anbieten will, kann bei potentiell besser zahlenden Kunden anbieten, muss aber die Bedingungen akzeptieren.

        2. Du hast einfach nur keine Ahnung, moniduse. Nur weil du weißt, dass Apple für seine Infrastruktur 30% nimmt, ist das nichts verwerfliches. Was glaubst du, wie hoch der Gewinn eines jeden Artikels ist, den du im Laden kaufst plus die laufenden Kosten. 30% sind wenig PUNKT!!!

          1. Was hat Apple denn an laufenden Kosten bei zb Fortnite? Die Server laufen nicht im Apple Rechenzentrum. Höchstens die Kosten für einen Download. Da könnte man auch 1€ pro aktivem User pro Download pro Monat nehmen.

    1. Der Meinung bin ich auch. Ein System jetzt zu kritisieren, von dem man die letzten Jahre massiv profitiert hat, ist schon frech. Klar kann man grundsätzlich darüber streiten, ob ein Anteil von 30% angemessen ist. Dennoch gilt, wer bestellt bezahlt. Heißt, die AGB wurden mit Eintritt in den AppStore/Developer Bereich akzeptiert. Nun so einen Feldzug zu inszinieren…lächerlich.

      Und wie @KaliKiku schreibt, nicht nur die Prüfung der Apps, sondern auch die gesamte zugehörige Infrastruktur kostet Geld. Und gerade in dieser Qualität.

      Andere Anbieter verhalten sich zudem ähnlich.

  2. Ohh, die armen Manager von Epic Games. Bin ich froh, das die für uns um Gerechtigkeit kämpfen. Das die dann 30% mehr bekommen ist bestimmt nur ein fast unerwünschter Nebeneffekt. 😉

    Also ich finde die Gebührenstruktur bei Apple fragwürdig. Aber ist das nicht bekannt, BEVOR ich eine App dort veröffentliche?

    1. Das Problem bei Apple ist aber, das ich als Softwareentwickler keine Wahl habe, wenn ich Apple als Plattform nutzen möchte. Und hier kann Apple quasi machen, was es will. Früher waren sie auf die Entwickler angewiesen, als der AppStore noch klein war. Es war eine WinWin Situation. Diese ist heute nicht mehr gegeben. Kleine AppEntwickler werden gar nicht mehr gefunden. Es werden nur die gepusht, die dafür zahlen. Und hier ist auch das Problem, welches die EU untersucht. Es ist ein Monopol, denn der Entwickler hat nicht die Wahl, AppStore oder Store X für iOS. Bei Amazon habe ich die Wahl. z.B. Amazon oder ebay oder sonst ein Shop. Hier kann ich wählen, zahle ich lieber höhere Gebühren bei höherer Reichweite oder kleinere bei kleiner Reichweite

  3. Oje, das Trump-Debakel (China-Geschäft) auf der einen, Epic Games auf der anderen…. Apple hat Baustellen an allen Seiten, den Druck der Aktionäre obendrauf. Da bin ich ja mal auf die Qualität der kommenden OS gespannt – weitere 5 Millionen Emojis etc werden nicht reichen.

  4. Nun wer so nur strotzt von den Milliarden Gewinnen im Dienstleistungsbereich und dort auf Kosten der Kunden und Softwareproduzenten weiter wachsen will, und nur Ausnahmen macht bei Film und Verlagshäusern muss sich nicht wundern.

  5. Schade, bei jeden Bericht zu dieser Meldung fehlt Einiges, man hat den Eindruck, dass man Apple böses wünscht 😉
    Das Wichtigste dazu: aus dem Google Play Store wurde Fortnite auch entfernt, genau aus dem gleichen Grund wie bei Apple.
    Das dürfte wesentlich mehr an fehlenden Einnahmen ausmachen, als beim Apple Store, da einfach mehr Android Handys haben.
    Google nimmt die gleichen Gebühren
    Nun sollte man sich fragen, warum Epic Apple verklagt und nicht Google? Von der Einnahmenseite ist der Google Play Store lukrativer.
    Epic hat zur Frage, wie sie bei Google reagieren wollen, keine Stellung genommen.

  6. Also zusammengefasst: Ein popliger Entwickler von einem popligen Spiel verklagt Apple & Google, weil sie sich nicht an die Regeln halten wollen, die für alle anderen Entwickler auch gelten…? Dann sollen sie sich doch bitte von diesen Plattformen verpissen, sich in den Keller setzten und weinen oder sich die Kugel geben…
    Wie schaut’s eigentlich mit M$ & $ONY aus? Wie sind da die Provisionen? Oder mogelt sich da Eshit-Games auch dran vorbei…? Wenn ja, sollte man da auch mal gegen vorgehen… 😉

      1. Ist es nicht so, dass das Prime-Abo über die App gar nicht abgeschlossen werden kann? Hab neulich Versuch mein Music Unlimited Abo zu reaktivieren – ging zumindest weder über die Amazon-App noch über die Music-App… OK, bei Filmen sieht’s wieder anders aus – aber ich weiß auch nicht, welchen Deal Apple und Amazon am Laufen haben. Ist aber auch ein kleiner Unterschied sich mit einem Weltkonzert anzulegen (siehe Amazon und Google, der Streit damals war für beide nicht lukrativ) oder mit ein paar Kindern, die ein bescheuertes Spiel spielen wollen. Wie gesagt, die Regelung ist nunmal da, das wusste der Entwickler aber im Voraus. Ich verklag ja auch nicht das Finanzamt, weil ich keine Lust habe Steuern zu zahlen. Dann muss ich mir halt ein Land suchen, in dem ich keine zahlen muss. Ob das für mich dann besser ist? Wohl eher nicht…

  7. Es ist wie bei vielen Situationen wenn die Goliats den Davids und anderen Goliats einen hohen Preis diktieren: Es wird viel gemeckert, aber am Ende zahlen alle.
    Es braucht jemanden, in dem Fall EpicGames, die den Mut und die Kriegskasse haben, mal vor‘s Gericht zu ziehen und dann auch noch durch sämtliche Instanzen, damit es wenigstens mal einen ersten Präzedenzfall gibt und alle Seiten die Meinung der Gerichte zu dem Thema abschätzen können.

    Ich kann den Schritt von EpicGames insofern nur begrüßen, rechne aber nicht damit, dass die bis zur letzten Instanz ziehen. M.E. wäre hier eine Klageanstrebung in Europa mit dem Ziel der Vorlage beim EuGH vorteilhafter für den Ausgang. Aber dann halt erstmal in Amerika.

    1. Das wäre ja wohl Kindergarten-Niveau; das haben die Chinesen gar nicht nötig. Einfach mal Handelsblatt in Bezug auf deren Reaktion auf Trumps Politik lesen (oder googeln).

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