Extern & schnell: Mehr Speicher für den Mac Mini und andere Apple-Computer

Alternative zu Apples teurer Upgrade-Politik

In der vergangenen Woche habt ihr ja sicherlich mitbekommen, dass wir aktuell zusammen mit dem Apple-Fachhändler Gravis einen Mac Mini testen. Heute wollen wir uns zum ein Thema kümmern, über das ihr euch bei einem Kauf eines Macs auch schon Gedanken gemacht haben dürftet: Die SSD-Preise von Apple.

Die haben sich bekanntlich gewaschen. Um das Einsteiger-Modell des Mac Mini, das lediglich 128 GB Speicherplatz bietet, mit einer größeren SSD auszustatten, wird ordentlich was fällig. Wie viel, könnt ihr in der folgenden Liste sehen.

  • 256 GB SSD Speicher für 240 Euro
  • 512 GB SSD Speicher für 480 Euro
  • 1 TB SSD Speicher für 960 Euro
  • 2 TB SSD Speicher für 1920 Euro

Das Upgrade auf 1 TB Speicherplatz wäre in diesem Fall schon teurer als der Mac Mini selbst, den man ab 899 Euro kaufen kann. Daher sind wir für euch auf die Suche nach externen Lösungen gegangen, denn ein nachträglicher Umbau der SSD innerhalb des Mac Mini ist genau wie bei den aktuellen MacBook-Modellen nicht mehr möglich. Der Vorteil beim Mac Mini: Im Gegensatz zu einem MacBook verbleibt er eher stationär an einem Platz, was den Einsatz von externen Datenträgern erleichtert.

Besonders einfach gestaltet sich das externe Upgrade, wenn ihr eine interne SSD übrig habt, möglicherweise aus eurem vorherigen Computer. Für diese Fälle bietet Gravis ein Festplattengehäuse samt USB-C-Kabel an, das mehr als einfach zu handhaben ist: Zwei kleine Schrauben lösen, SSD einstecken, zuschrauben und anschließen. In meinem Fall kam hier eine SanDisk SSD Plus mit 480 GB für 59 Euro zum Einsatz. Insgesamt hat mich das Uprade knapp 85 Euro gekostet – deutlich weniger als bei Apple.

Eine besonders schnelle Lösung verspricht Transcend mit seinem JetDrive 855. Bei dieser externen Speicherlösung sind ähnlich wie bei Apples internen Lösungen Flash-Module fest auf einer Platine verbaut. Für 480 GB zahlt man in diesem Fall einen Straßenpreis von 254,99 Euro, muss aber noch einmal knapp 60 Euro für einen Thunderbolt 2 auf Thunderbolt 3 Adapter einplanen – leider gibt es das JetDrive 855 noch nicht mit Thunderbolt 3 bzw. USB-C.

Wir haben nun also drei unterschiedliche Lösungen mit jeweils rund 500 GB für 480 Euro (Apple), 315 Euro (Transcend) und 85 Euro (Networx/SanDisk). Aber welche ist nun die beste? Das sollte mit einem Blick auf die mit dem Black Magic Speed Test gemessenen Leistungsdaten der drei Kandidaten eigentlich relativ einfach zu entscheiden sein.

  • Mac Mini SSD intern: 1233 Mbit/s Schreiben & 2449 Mbit/s Lesen
  • Transcend JetDrive 855 mit Thunderbolt-Adapter: 598 Mbit/s Schreiben & 765 MBit/s Lesen
  • SanDisk SSD im Networx-Gehäuse: 320 Mbit/s Schreiben & 502 MBit/

Der interne Speicher des Mac Mini ist wirklich mehr als rasant schnell. Aber macht sich das auch im Alltag bemerkbar? Zumindest bei den Aufgaben, die ich mit dem Mac Mini mache, nicht. Fotos und Dateien öffnen sich auf allen drei Laufwerken gleich schnell. Aber wie sieht es bei einem Härtetest aus? Ein 4K-Video mit einer Länge von 6 Minuten braucht auf dem Mac Mini, ausgestattet mit 3,0 GHz 6-Core Prozessor und 8 GB Arbeitsspeicher, etwas mehr als 10 Minuten, bis es auf der internen SSD des Mac Mini exportiert ist. Weitere zehn Minuten später die Überraschung: Liegen die Dateien auf der günstigen SanDisk-Platte, braucht der Export genau so lang.

Selbst bei Videoschnitt in hoher Auflösung ist der SSD-Speicher bei einem recht gut ausgestatteten Mac also nicht unbedingt der Flaschenhals. Für mich heißt das: Kopiert man nicht ständig riesige Datenmengen auf der SSD hin und her, reicht eine externe, aber deutlich günstigere Lösung vollkommen aus. Ich persönlich werde daher die preisgünstige SanDisk-SSD weiter im Networx-Gehäuse werkeln lassen, auch wenn man damit für die Zukunft die wenigsten Reserven hat.

Kommentare 7 Antworten

  1. Der Mini ist als Caching Server/Server gedacht. Schon die Farbe zeigt an das er ein versteckes Pro Produkt ist und im Zusammenhang mit

    Apple Business Manager
    Apple School Manager

    die angedachte Lösung ist.

    Dort werkelte bis Frühjahr 2018 meist ein Mini mit Apple Server in max Konfiguration für +1500€. Dann wurde Apple Server geschlachtet und alle ASM/ABM warteten nicht erst seitdem auf eine optimierte Lösung.

    Daher auch die schnelle Speicheranbindung für die SSD. Wer an den Mini per 40G Thunderbolt NAS Speicher anbindet kommt locker auf die Geschwindigkeit der internen SSD – und schießt diese per 10G Ethernet ins LAN/WAN.

    Warum? Na z.B. eine Schule mit 200 iPads und 500 Accounts und davon 10 im District, macht 2000 iPads, 5000 Accounts. Jeder Account hat 200GB iCloud und jedes Profil eines Accounts hat 5GB Größe…es werden also sehr viele Daten geschrieben, mit Peakzeiten. Deshalb ist der Caching Server integriert in das lokale macOS ja auch so vielseitig konfiguriererbar, z.B. auch mit öffentlichen fixed iP. Der High-End Mini für knapp 5k€ steht dann zentral und die einfacheren lokal.

    Für Otta & Else 08/15 ist das natürlich auch ein feines Gerät. Seine primäre Zielgruppe ist ein völlig andere.

    Appgefahren…taucht mal langsam tiefer in die Apple Welt ein, jenseits von Status, Symbol, Form – zur Funktion. Die Perspektive des „HomeUsers“ ist doch auch Dauer etwas dünn … ihr könnt mehr 😉

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