Google und Facebook: Geheimer Werbedeal der Tech-Giganten aufgedeckt

Bevorzugung für Facebook

Die Negativschlagzeilen um die großen Technologie-Konzerne reißen nicht ab. Nachdem das Thema um die neuen Nutzungsbedingungen von Facebook-Tochter WhatApp bereits große Wellen geschlagen haben, deuten nun gerichtliche Dokumente auf weitere Ungereimtheiten hin.

Im Groben geht es darum, dass Google und Facebook einen geheimen Deal eingegangen sein sollen. Google habe Facebook bei Werbeschaltungen bevorzugt behandelt, und Facebook habe im Gegenzug darauf verzichtet, „in direkte Konkurrenz mit Google zu treten“, wie unter anderem das Magazin t3n berichtet. Auf diese Weise hat Facebook „offenbar eine Vorzugsbehandlung von Google erhalten.“


In den USA hatten schon die New York Times und das Wall Street Journal zu diesem Vorgehen informiert. Dazu lagen entsprechende gerichtliche Dokumente vor, die aufgrund von mehreren Verfahren gegen Google in verschiedenen Bundesstaaten der USA eingereicht worden sind. Dazu heißt es bei t3n:

„Konkret geht es um Googles Open-Bidding-Angebot. Hier können Anzeigenmarktplätze in Echtzeit darauf bieten, einen angebotenen Anzeigenplatz mit Werbung zu bestücken. Dafür zahlen die angeschlossenen Marktplätze eine Gebühr an Google. Nach Angaben der New York Times erhielt Facebook aber einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber anderen Anbietern und wurde darüber hinaus mit deutlich mehr Informationen versorgt als andere Open-Bidding-Teilnehmer.“

Facebook habe sich im Rahmen des Deals dazu verpflichtet, „bei mindestens 90 Prozent der Auktionen auf einen Anzeigenplatz zu bieten“ und zudem jährlich für vier Jahre bis zu 500 Millionen USD in Open-Bidding-Aktionen zu investieren. Facebook wurde im Gegenzug von Google dafür die Garantie gegeben, dass „die Auktionen nicht zu eigenem Gunsten manipuliert“ werden. Auch eine Klausel, nach der Facebook eine zugesicherte Anzahl der Auktionen automatisch gewinnen würde, soll sich in der Vereinbarung der beiden Konzerne finden – „unabhängig davon, wie hoch andere bieten“, so die New York Times.

Google selbst widerspricht diesen Aussagen und gab gegenüber dem Wall Street Journal an, dass „die Beschwerde der Staatsanwaltschaft diese Vereinbarung falsch darstellt, ebenso wie viele andere Aspekte unseres Ad-Tech-Geschäfts“. Der Hintergrund: Facebook wollte noch 2017 selbst in den Markt des Header-Bidding einsteigen, verwarf diese Pläne dann aber schnell und schloss sich ein Jahr später Googles Programm des Open Bidding an. Seitdem stehen immer wieder kartellrechtliche Fragen im Raum.

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Kommentare 7 Antworten

  1. Nach dem langjährigen Bann von Facebook und seinen Tentakelapps wird ab jetzt „gebingt“ statt gegoogelt 😀 auf Wiedersehen Google ach ja die anderen Apps von dem Konzern gleich mit gelöscht und die Accounts gekündigt.

  2. Wie wäre es z.B. mit Startpage, DuckDuckGo oder Quant , aber NICHT Bing!
    Ach ja, Apple ist auch nicht viel besser, habe die doch einen Deal mit Google gemacht.

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