MacBook Pro mit Touch Bar nach zwei Wochen: Licht und Schatten

Seit zwei Wochen tippe ich meine Artikel auf dem 13 Zoll großen MacBook Pro mit Touch Bar. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten.

MacBook Pro line up1

Als das MacBook Pro mit Touch Bar im Oktober auf Apples letzter Keynote vorgestellt wurde, war ich hin und weg. Ein schlankes Notebook mit einem ganz besonderen Extra. Nur wenige Minuten nach der Präsentation fiel mir dann aber die Kinnlade nach unten: 1.999 Euro forderte Apple für das kleinste Modell mit Touch Bar. 2.699 Euro sollen es für das MacBook Pro mit 15 Zoll sein.


Ein Blick in meine Rechnungen zeigte: Vor ziemlich genau drei Jahren hat mein MacBook Pro mit dem 15 Zoll großen Display genau 1.999 Euro gekostet. Und auch im Jahr 2016 hat es seine Dienste noch mehr als zuverlässig berichtet. Der Akku hält lange durch, die Geschwindigkeit stimmt und das Display bietet viel Platz. Eigentlich gab es keinen Grund zum überteuerten Wechsel. Eigentlich.

Aus Neugier und sicherlich auch ein wenig Begeisterung der ersten Stunde habe ich dann doch das 13 Zoll große MacBook bestellt. Glücklicherweise erlaubte die Lieferzeit von rund einem Monat, die Zwischenzeit für die Suche nach einem passenden Adapter zu nutzen, aktuell hängt ein Hub von Satechi am MacBook, an das am Schreibtisch im Büro auch gleich ein HDMI-Monitor sowie zwei Festplatten verbunden sind.

MacBook Pro USB-C

Adapter. Darum werde ich in Zukunft nicht herumkommen. Licht und Schatten zugleich. Auf der einen Seite gibt es einen modernen USB-C-Anschluss, der nicht nur Daten, sondern auch Strom in beide Richtungen übertragen kann. Ladekabel und Netzteil bekommt man so auch von anderen Herstellern, nicht nur von Apple. Sehr praktisch, wenn man an verschiedenen Orten mit dem MacBook arbeiten möchte, ohne ständig das Netzteil mitzuschleppen (und mal wieder zu vergessen).

Ein weiterer Vorteil: Das neue MacBook Pro kann an allen vier Anschlüssen geladen werden, also nicht mehr nur auf der linken, sondern auch auf der rechten Seite. Im Büro muss ich nicht mehr zwei Kabel anschließen, sondern nur noch eines. Dafür gibt es aber auch keinen sicheren und praktischen MagSafe-Anschluss mehr, der sicherlich schon viele MacBooks auf dieser Welt vor einem Sturz gerettet hat.

Und nicht nur in Sachen Stromanschluss gibt es Licht und Schatten. Dass das MacBook absolut hochwertig verarbeitet und noch mal eine Ecke leichter geworden ist, brauche ich euch wohl nicht zu erzählen. Mit der neuen Tastatur kann ich mich aber einfach nicht komplett anfreunden. An das deutlich andere Tippgefühl gewöhnt man sich nach ein paar Tagen, aber warum ist der Tastenanschlag so verdammt laut? Das weiß wohl nur Apple…

MacBook Pro Touch Bar

Unter dem wirklich brillanten Display gibt es dann ja noch eine ganz besondere Änderung: Die Touch Bar. Und wer hätte es gedacht: Licht und Schatten auch hier. In vielen Anwendungen bringt die neue Leiste gar nichts, an anderen Stellen ist sie eine wunderbare Erweiterung. Endlich lassen sich Emojis in Skype, iMessage oder WhatsApp ganz einfach einfügen. Endlich finde ich in Apps wie Pixelmator oder Final Cut meine Werkzeuge schneller wieder. Aber: Was sollen die auf iPhone und iPad durchaus nützlichen Textvorschläge über einer vollständig ausgewachsenen Tastatur, während die Augen beim Tippen ganz woanders sind?

Ein weiteres Problem: Wie soll man sich an die durchaus tolle Touch Bar gewöhnen, wenn man das MacBook den halben Tag lang zugeklappt am großen Monitor hängt? Apple, wie wäre es mit einer externen Tastatur samt Touch Bar und am besten auch gleich Touch ID? Letzteres möchte ich nach knapp zwei Wochen nämlich auch am Mac nicht mehr vermissen.

MacBook Pro Touch ID

Das neue MacBook Pro hat viele Stärken, aber auch einige Schwächen. Und bei einigen Details weiß man gar nicht so genau, ob man es jetzt wirklich gut oder eigentlich total schlecht finden soll. Ich finde es mittlerweile sogar ganz angenehm, wieder ein etwas kleineres und leichteres MacBook als den dicken 15 Zoll Brocken im Einsatz zu haben.

Ob man für ein solches Gerät mit viel Licht und Schatten aber tatsächlich 1.999 oder noch mehr Euro auf den Tisch legt, sollte man sich in Ruhe überlegen. Wer aktuell noch kein akutes technisches Verlangen nach neuer Hardware hat, sollte möglicherweise auf die nächste Generation warten. Möglicherweise hat sich bis dahin in Sachen Geräuschkulisse der Tastatur und Verbreitung von USB-C etwas getan.

Eine generelle Empfehlung gibt es für das neue MacBook Pro aktuell wohl nicht, komplett vom Kauf abraten kann man aber ebenfalls nicht. Am besten zu vergleichen ist das wohl mit einem Autokauf, dort unternimmt man ja auch erst eine oder mehrere Probefahrten, bis man sich letztlich für ein bestimmtes Modell entscheidet.

Falls ihr euch für das neue MacBook Pro interessiert und spezielle Fragen rund um das Gerät habt, beantworten wir diese natürlich gerne in den Kommentaren.

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Kommentare 26 Antworten

  1. Ich glaube die Tastatur wirkt so laut, weil man zu sehr „hämmert“, wenn man sich mehr daran gewöhnt und eher wie auf dem iPad tippt, wird das sicher deutlich leiser.

    Die touch bar wird ganz bestimmt auch auf die externe Tastatur kommen. Das trackpad aus den neuen MacBooks hat es auch ins externe geschafft. 🙂

    1. Ich habe die externe Tastatur mit TouchBar bleich nach der Veröffentlichung der MacBooks auf den Feedback Seiten von Apple vorgeschlagen.

      Andererseits glaube ich (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht, dass diese erscheint. Damit ginge der „Kaufreiz“ beim neuen MBP verloren.

      Das Touchpad wurde außerdem viele Jahre nicht aktualisiert. Seit der neuen Version nutze ich übrigens auch keine Maus mehr. Zuvor hat mich der Neigungswinkel zu sehr gestört.

  2. Die neue Generation ist eine herbe Enttäuschung.

    Batterielaufzeit von teilweise 2h unter Last, Bugs bei der Touchbar, Grafikfehler über den ganzen Monitor und explodierende Lautsprecher!

    1. … das ist dir alles passiert???? Oder wie vielen ist es so ergangen? Oder wie viele haben es nur geschrieben, um mal im Rampenlicht zu stehen? Oder wie viele haben es geschrieben, weil ein entsprechender Auftrag vorlag???

      Ansonsten: Die erste Generation hat bisher immer irgendwelche Fehler gehabt. Ist ja wohl bei der Komplexität der Geräte auch normal. man kann es nicht oft genug sagen: Garantieverlängerung ist unbedingte Pflicht. Aber auch das weiß jeder.

    2. Dann tausch dein Gerät doch, hat ja anscheinend mehrere schwerwiegende Fehler. Ist natürlich ärgerlich, aber kommt bei ganz neuen Apple Produkten am Anfang ja immer wieder vor.

      1. Ist nicht alles mir passiert, aber kommt alles beim neuen Gerät vor und die deutlich geringere Akkulaufzeit trifft bei allen Geräten zu

        War das wirklich immer so krass? Die Grafikfehler kamen mal beim 2011er vor, soweit ich mich erinnere.

        1. Das ist Schwachsinn. Es klingt auch nicht so, wie wenn du ein 2016er MBP hast. Du labberst wahrscheinlich irgendwas nach, was du irgendwo gelesen hast. Es gibt diese Probleme sicherlich, aber nur bei einer geringen Anzahl von Nutzern.

          Mein Akku hält bei intensiver Nutzung 6h, ansonsten länger.

    1. … ist keine nette Eigenschaft. Aber es vermittelt einem das Gefühl auf der Siegerseite zu stehen, obwohl es eigentlich gar nicht so ist. Manche Leute haben es auch besonders nötig. Warum auch immer…..

  3. @Fabian
    Es wäre schön wenn du mehr über das benötigte Zubehör veröffentlichen könntest bzw. über das Zubehör das man sich vorzugsweise zulegen sollte.

    Ich frage weil ich das neue MacBook Pro 15″ bestellt habe, aber noch darauf warte. Wenn es kommt möchte ich natürlich das nötigste Zubehör parat habe. Außerdem würde ich gerne die Apple Sonderpreise nutzen.

    Auf der Apple Sonderseite ist aber z. B. kein Dock.
    Da scheint es im Moment wenig Auswahl zu geben.
    Ich hatte ein OWC Dock über Gravis bestellt aber wieder zurückgeschickt, weil auf dem Karton stand: USB-C Dock für MacBook Pro 2015. Auf Nachfrage bei OWC bestätigte mir deren Support das diese Dock Thunderbolt 3 nicht unterstützt, sie aber Januar/Februar eins für Thunderbolt 3 mit vielen verschiedenen Anschlüssen auf den Markt bringen.
    Gibt es überhaupt schon USB-C Docks die Thunderbolt 3 unterstützen und viele verschiedene Anschlüsse haben?
    Wie ist die genaue Bezeichnung des Docks das du nutzt?

    Wie gesagt, die Vorstellung diversen Zubehörs speziell für das neue MacBook Pro interessiert sicherlich zur Zeit viele, egal ob sie das neue MacBook Pro bereits bestellt haben oder noch bestellen wollen.

  4. Ich habe auch das 13″ Modell seit einer Woche und bin sehr zufrieden. Hier meine Eindrücke:

    Design: Das Design finde ich wie für Apple typisch absolut top. Sieht noch um einiges besser und moderner aus als das des alten MacBook Pros. Auch die zwei Farbvarianten finde ich super, mir gefällt das SpaceGrau sehr gut. Nur den leuchtenden Apfel vermisse ich etwas, kommt aber der Akkulaufzeit zugute…

    Display: Das Retina Display ist schon toll. Neben der hohen Auflösung ist das Display jetzt auch noch heller und die Farben sehen noch besser aus.

    Trackpad: Es ist mein erstes MacBook, deshalb kann ich das alte Trackpad nicht so gut beurteilen. Aber ich finde es gut, dass es so groß ist, denn so hat man genug Platz, um Gesten zu machen. Ich habe auch noch nie ungewollt einen Klick ausgelöst, weil ich die Hand auf dem Trackpad liegen hatte. Es gibt also keinen Grund für mich, dass größere Trackpad zu kritisieren.

    Tastatur: Das war für mich die größte Überraschung. Ich hatte bevor ich mein MBP bekommen habe, einige Videos gesehen und war etwas schockiert, wie furchtbar sich das Tastendrücken anhört. Nach zwei drei Tagen Eingewöhnung muss ich aber feststellen, dass ich die Tastatur liebe. Auch wenn es im ersten Moment etwas ungewohnt ist, dass man die Tasten kaum rein drücken kann, ist das eigentlich eine super Sache. Man kann sehr sehr schnell und angenehm mit der Tastatur schreiben und auch die Lautstärke finde ich mittlerweile gut, damit man beim schnellen schreiben auch registriert, dass man die Tasten richtig gedrückt hat.

    Touch Bar: Ist eine schöne Sache und manchmal auch ganz nützlich. Wenn mehr Apps die Touch Bar unterstützen, wird der Nutzen auch noch sicher steigen. Ein kleiner Minuspunkt ist, dass das Touch Bar Display kein Retina Display ist. Es ist zwar hochauflösend und fällt häufig auch nicht auf, aber manchmal ist mir das schon ins Auge gestochen. Vor allem, wenn man die ganze Zeit auf das tolle Retina Display vom MacBook schaut. Aber auf die Touch Bar könnte man auch verzichten wenn man etwas Geld sparen möchte. Wobei Touch ID schon sehr praktisch ist, dass möchte ich nicht missen.

    Leistung: Ich habe den Standard i5 Prozessor mit 8 GB RAM. War bisher für alles mehr als ausreichend. Es läuft alles sehr flüssig, wie man es sich wünscht. Wobei ich die ersten zwei Tage einige App Abstürze hatte (jetzt nicht mehr). Ich vermute, dass lag daran, dass im Hintergrund die ganzen Daten vom alten Mac über die iCloud synchronisiert wurden. Außerdem habe ich in Safari manchmal die Fehlermeldung, dass ein Problem mit der Seite aufgetreten ist und die Seite deshalb neu geladen wurde. Das dürfte aber ein Bug in Safari sein, ist hoffentlich bald behoben. Ansonsten habe ich aber keine Bugs oder Grafikfehler.

    Akku: Die Akkulaufzeit ist okay und ausreichend, sie könnte aber gerne auch noch etwas länger sein. Super wiederrum finde ich, dass sich der Akku über USB C extrem schnell aufladen lässt.

    Anschlüsse: Ich finde schon schade, dass das MacBook Pro keinen USB A, HDMI und SD Karten Slot hat. Andererseits hätte ich bisher keinen dieser Anschlüsse benötigt. Wahrscheinlich braucht man die so selten, dass die Lösung über Adapter auch in Ordnung ist. Was ziemlich genial ist, ist, dass man das MBP von beiden Seiten aufladen kann. Gibt ja schon häufiger mal die Situation, in der es praktischer wäre, wenn man den Laptop an der anderen Seite laden könnte.

    Sonstiges: Die Lautsprecher sind für Notebook Lautsprecher sehr laut und der Klang ist gut. Aufgrund des dünnen Designs und des leisen Kühlers/Ventilators wird er bei längerem arbeiten etwas warm, aber störend ist das nicht und er ist weit davon entfernt, heiß zu werden. Der einzige wirklich negative Punkt ist der Preis. Der ist schon verdammt hoch, was ich nicht gerechtfertigt finde. 300€ billiger, dann wäre es immer noch teuer, aber okay.

    Wenn ich den Preis jetzt mal außen vor lasse, würde ich 9 von 10 Punkten vergeben. Ob man bereit ist bzw das Geld hat, muss jeder für sich selbst entscheiden.

  5. Ich denke übrigens nicht, dass es so schnell eine externe Tastatur mit Touch Bar geben wird. Das ist das Exklusivfeature vom neuen MacBook Pro und das soll bestimmt erstmal exklusiv bleiben. Vielleicht kommt es bald auch in die anderen MacBooks, aber wenn Apple eine Tastatur mit Touch Bar für 100€ anbietet, wäre es nicht mehr so exklusiv weil es jeder kaufen kann und dann wäre der teure Aufpreis für die Touch Bar auch nicht mehr gerechtfertigt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Apple beim iMac einen anderen Plan hat und vielleicht doch auf ein echtes Touchdisplay setzt.

  6. @ ÄSZED
    Wie sieht es bei dir mit dem Zubehör aus, Adapter etc.?
    Hast du schon welches gebraucht und wenn ja, welches?
    Welches hast du schon gekauft weil es voraussichtlich gebraucht wird?

    1. Ich habe den „HooToo USB-C Hub“ (3x USB 3.0, HDMI, SD Kartenslot) und den Apple USB C auf USB Adapter (kostet ja bis Ende die Jahres nur 9€) um externe Festplatten ohne eigene Stromversorgung zu nutzen. Bei solchen Festplatten gibt es nämlich bei einigen Adaptern mit mehreren USB Anschlüssen Probleme.

  7. für 300€ Aufschlag um dann „Endlich … Emojis in Skype, iMessage oder WhatsApp ganz einfach einfügen“ zu können??? ja wahnsinn, welch innovation!!!

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