Meine Erfahrungen mit dem MacBook Pro 16 Zoll: Warum nicht günstiger?

Es muss ja nicht nur für Profis sein

Seit mittlerweile fast einem Monat habe ich das im vergangenen Spätherbst erschienene MacBook Pro mit 16 Zoll Display im Einsatz. Es ist also mittlerweile an der Zeit, euch von meinen Erfahrungen zu schildern – und das will ich nicht mit irgendwelchen Zahlen, technischen Daten oder Benchmarks tun, sondern eher praxisorientiert. In den folgenden Zeilen könnt ihr also etwas über meinen Alltag mit dem MacBook Pro lesen.

Zunächst einmal muss ich die Frage klären: Warum eigentlich ein neues MacBook? Immerhin war ich zuletzt mit einem MacBook Air von Ende 2018 für das, was ich und vermutlich auch ein Großteil der anderen Nutzer anstelle, bestens bedient. Für Internet, Office und ein paar Fotos hat das MacBook Air vollkommen ausgereicht.


Das sind die Gründe für meinen Umstieg vom kleinen Air zum großen Pro

Am Ende waren es für mich persönlich zwei Gründe, auf das teurere, schnellere und größere Modell umzusteigen. Ich schleppe das MacBook tatsächlich nicht mehr jeden Tag mit ins Büro, immerhin ein Gewichtsunterschied von rund 750 Gramm, und profitiere so zuhause an wechselnden Arbeitsplätzen von einem 2,7 Zoll größeren Display. Natürlich ist das immer noch kein Vergleich zu meinem Schreibtisch, an dem aktuell ein 34 Zoll Monitor steht – aber im Vergleich zu einem 13,3 Zoll Bildschirm hat man auf dem MacBook Pro mit 16 Zoll Display dann doch schon etwas mehr Platz, um ein Fenster groß zu ziehen oder auch mal zwei Fenster komfortabel nebeneinander anzuordnen, ohne dass alles ziemlich winzig wird.

Ein riesiger Unterschied ist am Ende die Tastatur – und hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Ausführlicher habe ich mich zu dem Thema ja bereits in einem vorherigen Artikel geäußert. Beim MacBook Pro 16 Zoll ist die Tastatur wieder so, wie ich es mir wünsche – und als kleinen Vergleich habe ich am vergangenen Wochenende auch noch mal ein bisschen auf einem MacBook Pro aus 2016 getippt und bin schnell zu einem Schluss gekommen: Mit den alten Tastaturen möchte ich nichts mehr zu tun haben und man kann nur hoffen, dass Apple schon bald auch die anderen Modelle mit der verbesserten Tastatur ausstattet.

Warum bietet Apple das MacBook Pro nicht auch abgespeckt an?

Beim Basis-Modell, das in Spacegrau und Silber erhältlich ist, bekommt man für 2.699 Euro einiges geboten: Ein 2,6 GHz 6-Core i7 von Intel gehört genau so zur Ausstattung wie 16 GB Arbeitsspeicher und erfreuliche 512 GB SSD Speicher. Nach oben sind bei einer Konfiguration auf der Apple-Webseite quasi keine Grenzen gesetzt, die Preise reichen am Ende bis über 7.000 Euro – und das ist natürlich ein regelrechter Irrsinn.

Das führt mich am Ende zu einer anderen Frage: Warum kann man nicht auch in die andere Richtung konfigurieren? Würde manchen Nutzern, die sich ein großes Display wünschen, nicht auch schon ein Quad-Core-Prozessor mit 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB SSD reichen? Immerhin ist das die günstigste Basis-Konfiguration des MacBook Pro mit 13 Zoll Display, für die man bei Apple “nur” 1.499 Euro bezahlt. Ein 16 Zoll MacBook mit etwas weniger Pro – das wäre aus meiner Sicht keine schlechte Sache.

Was, auch im Vergleich zu anderen Herstellern, immer noch eine Wucht ist: Das Unibody-Gehäuse aus Aluminium und das riesige Force Touch Trackpad. Die Bedienung macht einfach Spaß und ich würde gar nicht auf den Gedanken kommen, das MacBook Pro abseits eines Schreibtisches mit einer Tastatur zu verwenden. Vor ein paar Wochen habe ich mal ein anderes Notebook zu Gesicht bekommen, das ähnlich hochwertig verarbeitet war. Da ich nicht so sehr auf das Betriebssystem geachtet habe, ist mir tatsächlich erst bei der Benutzung des Trackpads aufgefallen, dass es sich nicht um ein MacBook handelt.

Über eine Sache beim MacBook Pro kann man sich aber auch noch beim 16 Zoll Modell streiten: Die Touch Bar. Auch wenn es sicherlich Anwendungen gibt, bei denen man von dem kleinen Zusatz-Display profitiert, muss ich nach meinem Jahr mit dem MacBook Air sagen: Die klassischen Tasten gefallen mir besser. Diese nutze ich zu 95 Prozent ohnehin nur zur Anpassung der Lautstärke, Display-Helligkeit und der Tastatur-Beleuchtung – und genau diese drei Basis-Handgriffe sind mit der Touch Bar eben nicht so innovativ.

Verzicht auf USB-A-Anschlüsse ist für mich kein Problem mehr

Gute Erfahrungen habe ich dagegen mit den USB-C-Anschlüssen gemacht, die vor rund vier Jahren von Apple erstmals in einem MacBook verbaut wurden. Musste man damals immer wieder auf Adapter zurückgreifen, ist zumindest bei mir fast nur noch USB-C-Zubehör im Einsatz, das auch nicht bedeutend mehr kostet – wobei das beim Kauf eines 2.000 Euro Geräts wohl eher nebensächlich sein dürfte. Praktisch ist die Tatsache, dass man das Netzkabel an beiden Seiten einstecken kann, auch wenn ich den ganz alten Magsafe-Anschluss schon ein wenig vermisse. Dafür kann man das MacBook Pro dank USB-C aber auch problemlos an Universal-Netzteilen oder sogar mit einer Powerbank aufladen.

Mein Fazit fällt wenig überraschend aus: Mein Office-Alltag ist für das MacBook Pro natürlich keine Hürde. Normale Nutzer, die keine speziellen Anforderungen haben, bekommen selbst mit dem Basis-Modell ein Gerät, das auch in mehr als fünf Jahren noch ausreichend schnell für diese Aufgaben sein wird. Und aktuell schneide ich auch immer mal wieder ein kleines Video mit Final Cut – erst dabei habe ich überhaupt gemerkt, dass im MacBook Pro aktive Lüfter verbaut sind.

Wenn Apple hoffentlich noch in diesem Frühjahr das kleinere MacBook Pro mit der neuen Tastatur ausstattet, stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Möchte man für das größere Display, das es nur in Verbindung mit schnellerer Hardware gibt, tatsächlich so viel Geld ausgeben? Oder kommt man auch mit einem 13 oder 14 Zoll Modell gut zurecht?

Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle an Cyberport, die mir den Kauf des MacBook Pro zu einem reduzierten Preis ermöglicht haben. Dort bekommt ihr das 16 Zoll Modell aktuell übrigens schon für 2.467 Euro und damit deutlich günstiger als bei Apple selbst. Solltet ihr spezielle Fragen rund um das MacBook Pro haben, beantworte ich diese natürlich gerne in den Kommentaren oder per Mail.

Kommentare 19 Antworten

  1. Das Wunsch-MacBook Pro, welches du beschreibst ist doch dann eben das neue MacBook Air….?

    Irgendwann wird Apple bestimmt alle Notebooks mit der neuen Tastatur ausstatten.

  2. Das 16“er ist echt n gutes Gerät. Hab das seit November im Einsatz, die Tastatur ist mega, inkl gutem Druckpunkt und (für mich) nahezu perfekten Hub und erinnert stark an vor 2016‘er Zeiten.

  3. Ich verstehe es nicht.
    Arbeitsspeicher ohne Ende mit ich jede Menge Grafikquatsch anstellen kann aber 512 GB und ihr wünscht euch 128 GB.
    Da passt dann das Betriebsystem, 3 Fotos und den Rest muss ich immer in der Cliud haben oder ne zusätzliche Festplatte mit „rumschleppen“
    Ist mir nen echtes Rätsel, klärt mich auf???

    1. Es war ja nur ein Beispiel. Ich würde mir wünschen, wenn Apple ein günstigeres 16 Zoll MacBook anbieten würde. Wie das letztlich konfiguriert ist, ist ja nicht abzusehen.

      1. Pardon aber das meinte ich gar nicht so aber mit erscheint der Speicher immer zu gering? Ich weiß Apple nimmt da tierisch Geld für aber mickrige 512 gib. Was macht man mit den ganzen Daten?

  4. Ich finde das MacBook Pro 16“ in der Standard Konfiguration absolut perfekt. 8 GB sind zwar aktuell noch ausreichend in der 13“ Variante, aber ich finde 128 GB in einem MacBook viel zu wenig. Minimum 256 GB sind ideal, aber wer wie ich ab und zu Windows über Bootcamp nutzt, braucht einfach 512 GB. Ich warte noch auf das neue kleinere Modell mit der tollen „neuen“ alten Tastatur.

      1. Ich nutze aktuell nen MS Surface Pro mit 128GB SSD und finde es völlig ausreichend. Ja Fotos in die Cloud und mehr große Daten habe ich auch garnicht. Beim Surface Pro hab ich halt noch eine Micro SD drin, die bräuchte ich aber eigentlich auch nicht wirklich.

  5. Die Touch Bar kann schon super sinnvoll sein – wenn man/frau sie mit BetterTouchTool ansteuert. Ich habe in der Touch Bar unzählige Makros und App-Start-Kombinationen (immer auch kontextabhängig) konfiguriert und möchte sie seither nicht mehr missen… – und auf der Seite des Anbieter gibt es ein sehr umfangreiches Forum mit vorgefertigten Lösungen.

  6. Mein 13“MacBook Pro war im Dezember 6 Jahre alt und ich bin immernoch sehr zufrieden damit. Hab mich damals schon für die 512 GB Variante entschieden und die brauch ich auch. Hoffe dass es noch lange so weiter läuft.

  7. Mein 13er MacBook Pro ist gut sieben Alt, vielleicht sogar noch Älter. Läuft wie super, hat 16GB Arbeitsspeicher u. statt der 500GB HD eine 1TB Hybridplatte drin. So schnell wie Heute hat es nicht mal neu gestartet. Gibt also keine Grund es auszutauschen.

  8. Bei mir ersetzt der Laptop einen stationären Rechner, je größer der Bildschirm desto besser. Die CPU Leistung ist nicht so dramatisch wichtig. Im Gegensatz zum Festplattenspeicher, unter 512 GB geht gar nicht. Was bringt mir denn ein super portabler Laptop, wenn ich ständig mit externen Festplatten hantieren muss??

  9. Ich habe ein MacBook Pro 15″ Late 2016 und benutze die Touch Bar fast gar nicht. Aber ganz im Gegensatz zum Artikel verwende ich die Lautstärke- und Hellingkeitsregelung von allen Funktionen auf der Touch Bar am meisten: Man muß nur wissen, dass man auf das Symbol tippt, den Finger nicht hochnimmt und dann einfach bewegt. Man bewegt damit einen stufenlosen Slider. Prima gelöst.

  10. Ich habe das MBP 16 seit einigen Wochen und es ist mein allererstes MacBook. Ich gefühlt Jahrzehnte auf eine halbwegs akzeptables MacBook gewartet. Die vorherigen Modelle waren mir immer zu viel Kompromiss. Entweder gab’s im Vergleich zu anderen Apple-Geräten veraltete Schnittstellen, eine schlechte Tastatur, schlechte Akkuleistung, laute Lüfter, zu wenig Speicher oder im Vergleich zu teuren Speicher. Entscheidend beim MBP 16 waren für mich for allem die ESC-Taste, Cursortasten als Kreuz, der abgesetzte Fingerabdrucksensor, hohe Akkukapazität, brauchbare Tastatur, mehr als 1 TB Speicher.

    Dennoch gibt’s für mich einige Kritikpunkte, teils aber auf hohem Niveau:

    – Scharfkantiges Gehäuse (habe immer wieder mal rote Furchen in den Handballen … ja ich weiß, I’m holding it wrong)
    – Trackpad zu nah an der Gerätekante
    – Integrierter DAC kann nur noch bis 96 kHZ (ist bei neuen iMacs auch nicht besser)
    – TouchBar zu nah an der Tastatur und zu empfindlich (löse sie immer wieder mal versehentlich aus)
    – Kein haptisches Feedback bei der TouchBar
    – Ist das MacBook gesperrt, muss man zunächst die TouchBar aktivieren, um zum Beispiel die Musik zu pausieren
    – Einschaltknopf lässt sich nicht mehr nutzen, um den Ausschalt-/Neustart-Dialog einzublenden
    – Um das Display auf Tastendruck auszuschalten, muss ich nun ein Tool installieren
    – Kein Low-Power-Mode (kann man mit Tools wie Endurance aber zumindest nachrüsten)
    – Bei Belastung recht laut
    – Leises Zirpen bei hochfrequenten Zugriffen auf die SSD (Backups, Kopiervorgänge)
    – In absolut stiller Umgebung ist das Gerät auch bei geringer Last hörbar
    – Display könnte heller sein
    – Ohne Zusatztools schwache Akkuausdauer, da macOS die CPU immer voll ausreizen will. Unterwegs habe ich lieber ein langsameres MacBook, das dafür auch die angepriesenen 8 Stunden durchhält.
    – Als Nutzer des iPad Pro mit Smart Keyboard vermisse ich einen Touch-Screen (ich tippe immer wieder mal versehentlich aufs Display)
    – Der Grat zwischen TouchPad und Gehäuse ist ein schöner Krümel-/Hautschuppen-Sammler
    – Beschissene Webcam (dann lieber gleich weglassen)
    – Kein Face ID (warum nicht einheitlich auf allen Systemen?)
    – Ohne Verlängerungskabel mit Schuko spürbare Kriechströme auf dem Gehäuse bei Netzbetrieb
    – Kein MagSafe
    – Headless-Betrieb nur unter bestimmten Umständen möglich (zum Beispiel nicht im Akkubetrieb)
    – Kratzempfindliches Gehäuse
    – Eher ein macOS-Problem: Trotz ultraschnelle SSD dauert das Installieren von großen Programme quasi genau so lange wie auf meinem iMac von 2010 mit lahmer SSD. Gatekeeper und Co. scheinen also davon nicht zu profitieren.

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